Vom Olymp

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Nachtrag.Von Werner Lattmann.

Im Zusammenhang mit seiner Beschreibung der Bergfahrten im Olympgebiet lässt Richard Haller 1 ) die Bemerkung fallen: « Ich glaube nicht, dass eine Olympbesteigung ohne den Führer Kakalos durchgeführt wird, schon 1913 haben unsere Landsleute Daniel Baud-Bovy und Fred Boissonnas mit ihm die Mitka, den höchsten Gipfel des Massivs, erstiegen. » 1 ) « Die Alpen » 1934, Seite 333.

Im Gegensatz dazu möchte ich zur Kenntnis bringen, dass ich mit meinem Bergfreunde W. Wolff anfangs August 1929 den Olymp führerlos bestiegen habe. Wir hatten nicht einmal Tragtiere mit, dafür aber Rucksäcke, die je 20 kg wogen. Dabei wählten wir denselben Anstiegsweg wie die Schweizer und Griechen im Mai 1934. Beschwerlich schien uns vor allem die Überwindung des ersten Höhenabstandes vom Dorfe Litochoron bis zum Kloster Dionysos, infolge der mörderischen Hitze des griechischen Sommers, die in der Tiefe des rings von Gebirgen umschlossenen Golfes von Saloniki besonders stark ausgeprägt ist. Eine Hütte gab es damals noch nicht; das in etwa 800 m Höhe gelegene Kloster war die höchste menschliche Behausung auf unserm Wege. Über der Waldgrenze ist das ganze Gebirge unbewohnt und wird nur im Sommer von nomadisierenden Hirten spärlich bevölkert.

Vom Kloster Dionysos aus bestiegen wir die beiden südlichsten Hauptgipfel des Massivs, den Skolion und die Skala in zwei Tagen. Zu diesem Zweck verfolgten wir anfänglich das Bachbett selbst, in dessen Schlucht das Kloster liegt, bis das Wasser allmählich versiegte, und stiegen dann am linken Abhang der Schlucht durch Dickicht steil empor bis über die Baumgrenze. Unversehens hatte der Himmel eine finstere Miene angenommen, und wir suchten schleunigst in einer schon von weitem sichtbaren Felshöhle vor dem drohenden Gewitter Schutz. Die Höhle, deren Boden mit Kieferzweigen und Resten von Ziegenmist bedeckt war, diente uns als Nachtquartier, etwa 2100 m.

Der kommende Morgen war wieder völlig klar. Er galt dem Skolion und der Skala, welche Gipfel wir nach mehrstündiger Wanderung in nördlicher Richtung über magere Weiden und Geröll erreichten. Wegen Zeitmangels verzichteten wir auf die Querung zum Mitka und zum Thron des Zeus. Wir gingen bald wieder zurück über das wellige Baraplateau, das den südlichen Teil des Olympmassivs krönt, und stiegen am selben Tag noch nach Süden ab in der Richtung von Larissa. Von dort zogen wir zum grössten Teil zu Fuss weiter über das Parnassgebirge nach Delphi und Itea.

Bei unsern Bergfahrten im Olympgebirge leistete uns die Karte von Marcel Kurz über jenes Gebiet sehr wertvolle Dienste; sie erübrigt sozusagen die Mitnahme eines Führers.

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