Vorwort

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Die Berge des Oberengadin, Bergell, Oberhalbstein und Avers, während der Jahre 1878 und 1879 das officielle Forschungsfeld des S.A.C., haben mit Ende 1879 aufgehört, Clubgebiet zu sein. Es gereicht der Redaction zur besonderen Freude, am Schlüsse dieser Periode constatiren zu können, dass kaum eine Gegend der Alpen sich von Seiten des Clubs so eingehender und so vielseitiger Bearbeitung zu erfreuen hatte, wie das Quellgebiet des Inn, der Maira, der Julia und des Avnerrheins. An Lücken, die späterer Ausfüllung harren, fehlt es zwar auch diesmal nicht: so sind die Berge zwischen dem Oberhalbstein und dem Val Bevers, die Ketten des Piz Forbisch und des Piz Platta, der Bergstock des Piz Piott im Jahrbuche noch wenig zur Sprache gekommen, und auch die nördlichen Ausläufer der Bergeller Berge warten noch auf genauere Durchforschung, vom Südabhang der Bernina- und Disgraziaj,ruppe ganz zu gescbweigen. Immerhin aber ist gegenüber früheren Clubgebieten ein merklicher Fortschritt nicht zu verkennen. Nehmen wir die Berichte aus dieser Gegend, welche in den Jahrbüchern XIV und XV erschienen sind, zusammen mit denjenigen der früheren Bände* ), so erhalten wir ein in montanistischer Hinsicht ziemlich vollständiges Bild, das freilich nicht überall gleichmässig, hier mehr skizzenhaft, dort mehr detaillirt ausgeführt ist. In historischer und culturgeschichtlicher Hinsicht wird das Clubgebiet in diesem Jahrbuch besprochen, eine zoologische Skizze finden wir im letzten. Das geologische Bild, welches die Werke Theobald's und Zieglers bieten, wird durch die Abhandlung dieses Buches über die Seen des Oberengadin vervollständigt. Für die Botanik verweisen wir, da die erwartete neue Bündner Flora noch nicht XI erschienen ist, auf die meisterhafte Charakteristik des Vegetationscharakters im Oberengadin und Bergeil in Dr. H. Christ's Pflanzenleben der Schweiz.

Nicht minder reichlich als für die Rubrik Clubgebiet sind der Redaction die Arbeiten für die andern Abtheilungen des Jahrbuches zugekommen, so reichlich, dass einzelne des knappen Raumes wegen ziemlich stark beschnitten, andere für später zurückgelegt werden mussten. Zur Illustration lieferten die HH. J. Müller-Wegmann, der speciell zu diesem Zwecke das Clubgebiet besuchte, G. Studer, X. Imfeid, A. Heim und andere Mitarbeiter ein ebenso mannigfaltiges, wie gediegenes Material, und wenn trotzdem etwa einmal die Redaction einen Augenblick um ein zum Texte passendes Bild verlegen war, so brauchte sie nur einen Griff in das Füllhorn unseres unermüdlichen Club - Photographen J. Beck in Strassburg zu thun und war sicher, die Hand nicht leer zurückziehen zu müssen. Auf das Monte Rosa-Panorama X. Imfeids speciell aufmerksam zu machen, darf füglich unterlassen werden: ein Panorama, aufgenommen auf einem Gipfel von 4638 Meter Höhe, wäre in allen alpinen Kreisen selbst dann ein Unicum, wenn es nicht Imfeids bekannte topographische Treue und Eleganz der Zeichnung aufzuweisen hätte.

Allen den Clubgenossen, welche an diesem Jahrbuche mitgearbeitet haben, nicht minder auch dem XII Centralcomite und dem eidg. topographischen Bureau erstattet hiemit die Redaction verbindlichsten Bank. Mögen sie ferner fortfahren, das Jahrbuch kräftig zu unterstützen! Es ist dies, obwohl von Mangel an Stoff einstweilen nichts zu bemerken ist, um so nothwendiger, als die romanischen Sectionen des S.A.C. sich von der Mitarbeit am Jahrbuche mehr und mehr zurückziehen zu wollen scheinen. Das Jahrbuch XV ist seit acht Jahren das erste, dem keine einzige Arbeit montanistischer oder wissenschaftlicher Natur von unseren Clubgenossen welscher Zunge zugewendet worden ist. Hoffentlich bleibt diese Erscheinung vereinzelt und erinnern sich die sonst so rührigen Clubisten der französischen Schweiz wieder daran, dass das Jahrbuch auf die Mitarbeit des ganzen S.A.C. rechnen können muss, wenn es seine Aufgabe vollständig erfüllen will. Jetzt, wo das neue Clubgebiet den welschen Sectionen gerade vor der Thüre liegt, dürfte ihre Betheiligung an dem Centralorgan des Clubs wohl wieder zum Leben erwachen. Den welschen wie den deutschen Clubgenossen sei das Jahrbuch, dessen XV. Band die Redaction hiemit dem S.A.C. übergibt, für die Zukunft bestens empfohlen!

Bern, im Mai 1880.

A. Wäber.

I.

Clubgebiet.

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