Vorwort

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Wenn nicht herkömmlich jedes Jahrbuch S.A.C. mit einem Vorwort anfangen müßte, so könnte ich diesen Band ohne ein solches Begleitschreiben in die Welt laufen lassen, denn ich habe sehr wenig hinzuzufügen, was man dem Buch nicht ohnehin ansähe.

Das Clubgebiet, über dessen Begehung hier zum erstenmal berichtet wird, und das offiziell als Albulagebiet bezeichnet wird, hat, wie natürlich, in dem einen, nicht einmal sehr günstigen Sommer nicht eingehend erforscht werden können. Infolgedessen sind auch die eingegangenen Arbeiten nicht sehr zahlreich; ich weiß zudem, daß mir nicht einmal alles zur Verfügung gestellt wurde, was geleistet worden ist und eine Schilderung hier verdient hätte. Dieser Gleichgültigkeit gegenüber ist die Redaktion machtlos; daß das Clubgebiet auch für die Jahre 1894 und 1895 das nämliche bleiben soll, liegt also im Interesse des Jahrbuchs, vielleicht daß mit der Zeit der eine oder andere das Bedürfnis empfindet, einen Fahrtbericht los zu werden. Wissenschaftliche Artikel über das Clubgebiet habe ich gar nicht erhalten; das ausführliche Itinerar des Herrn Imhof hat hier allerdings einen Teil des Stoffes vorweggenommen, es wäre aber gewiß noch manches aus naturgeschichtlichem und historischem Gebiete nachzutragen und ich mache die Fachmänner im S.A.C. auf diese Lücken ausdrücklich aufmerksam. In den Freien Fahrten und Kleineren Mitteilungen habe ich mit Vergnügen zwei französisch geschriebene Artikel aufgenommen und möchte die welschen Clubgenossen bitten, des Jahrbuchs auch fernerhin in dieser Weise zu gedenken. Diese und die Deutschschreibenden ferner möchten sich doch merken, daß noch große Teile der zum Arbeitsgebiet des S.A.C. gehörenden Central- und VIII Ostalpen im Jahrbuch zu wenig behandelt worden sind, daß also Schilderungen aus denselben mir willkommen wären; ich nenne nur das Montblancgebiet, die Südabhänge des Monte Rosamassivs, die Adula-und Tessineralpen, abgesehen von der Detailforschung in den besser bekannten Gebieten, die noch vieles zu wünschen übrig läßt.

Die letztere Arbeit würde besonders den Kleineren Mitteilungen zufallen, aber gerade hier fürchte ich, daß in Zukunft wegen der ursprünglich nicht vorgesehenen Konkurrenz der Alpina das Jahrbuch einen schweren Stand haben werde. Ich erlaube mir daher, zu konstatieren, daß die Kleineren Mitteilungen einen integrierenden Bestandteil des Jahrbuchs bilden, und daß, wenn man ihm diese kleinen Wässerlein abgräbt, das ganze Mühlwerk leidet.

Die Abhandlungen sind, zum Teil aus dem obgenannten Grunde, weniger zahlreich als das letzte Mal, was vielleicht manche Leser nicht so sehr bedauern werden als ich.

Über die Chronik habe ich nur zu bemerken, daß mir die Berichte der Sektionen als Gesamtheit wieder sehr spät zugegangen sind und daß, vielleicht aus Mißverständnis, mehrere gar nicht geliefert wurden.

Die Illustrationen im Buche sind weniger reich ausgefallen als in Band XXVIII; das Budget zwingt eben hier zur Sparsamkeit, sobald die Herstellung der artistischen Beilagen in der Mappe teurer zu stehen kommt als gewöhnlich. In dieser wird man vielleicht auch die zweite Exkursionskarte vermissen. Da sich deren Erstellung wieder in die Länge zu ziehen droht, aus den gleichen Gründen wie letztes Mal, haben Verlag und Redaktion darauf verzichtet, sie dem Jahrbuch XXIX beizulegen: wir wissen auch zur Stunde nicht, wann sie fertig sein wird, und werden uns nach den letztjährigen Erfahrungen hüten, hierüber zu orakeln.

Dagegen werden die Clubgenossen in der Mappe eine Musterkarte von Panoramen finden, an der sie Topographisches wie Artistisches studieren und vergleichen können. Zwei derselben sind eigentlich Privatpublikationen von Sektionen, welche das Jahrbuch dadurch unterstützte, daß es einen Teil der Auflage übernahm. Für die technische Ausführung sind die Unternehmer allein verantwortlich, und ich bitte, das bei allfälligen Aussetzungen zu berücksichtigen. Von dem Imfeldschen Panorama erscheint zunächst nur das Umrißblatt, während das in Lichtdruck äußerst sorgfältig herzustellende Kunstblatt erst 1895 vorgelegt IX werden kann. Mit dem Panorama vom Aroser Rothhorn ist auch das Clubgebiet zu seinem Recht gekommen. Herr Karl Egger in Basel hat mir das Original freundlichst zur Verfügung gestellt, obschon er nicht unser Clubgenosse ist, und die Firma Lips, die früher für das Jahrbuch viel gearbeitet hat, ist mit einer wohlgelungenen Reproduktion wieder in die erste Linie gerückt.

Es bleibt mir noch übrig, mit der sehr ernsthaft gemeinten Bitte um Nachsicht für meine Redaktionsthätigkeit die nicht minder ernsthafte Aufforderung um fernere Unterstützung an Centralkomitee, Sektionen und Mitglieder des S.A.C. zu richten.

Die Endfristen für Einlieferung von Beiträgen für Jahrbuch XXX sind:

1. Clubgebiet: 1. Januar 1895.

2. Freie Fahrten und Abhandlungen: 1. Februar 1895.

3. Kleinere Mitteilungen: 1. März 1895.

4. Chronik des S.A.C.: 1. April 1895.

Alles artistische Material soll vor dem 1. Februar 1895 in meinen Händen sein, auch wenn es für die Abteilungen 2 und 3 bestimmt ist.

Bern, im Juni 1894.

Dr. H. Dübi.

I.

Clubgebiet.

Jahrbuch des Schweizer Alpenclub. 29. Jahrg.

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