Willi Burger

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Zum Kunstblatt „ Mürtschenstock ".

Der Kunstmaler Burger in Rüschlikon am Zürichsee ist vielen Mitgliedern des S.A.C. kein Unbekannter. Schon « Die Alpen » 1927 brachten eine farbige Wiedergabe seines Gemäldes « Silberhorn » mit einem längern Begleitwort über den Werdegang und das bisherige Werk des Künstlers x ). Und 1933 erkor die Zeitschriftkommission aus der ersten vom S.A.C. veranstalteten alpinen Kunstausstellung in Zürich Burgers Gemälde « Felsweg bei Saas-Fee » für eine grosse Reproduktion als « Erstes Kunstblatt des S.A.C. », welches von über 2000 Mitgliedern gekauft wurde.

Burger stellt seine Staffelei mit Vorliebe in den Schweizeralpen auf und wechselt mit wählerischem Geschmack den Standort, um neue Motive zu suchen und zu gestalten. Man begegnet ihm im Urnerland, im untern Tessin, auf der Kleinen Scheidegg, in den Bergen von Zermatt, Bricolla, Zinal, Lötschen, am Wallensee, in den Churfirsten, im Glarnerland, im Engadin, ja selbst im Hohen Atlas hat er gezeichnet und gemalt Einseitigkeit ist also nicht seine Sache. Dass ihm dabei mancher Ansturm fehlschlug, um das rein Künstlerische herauszuholen, gehört zu den geheimen und notwendigen Leiden jedes echten Künstlers, der seiner gestrengen Herrin ehrlich und mit ganzem Herzen dienen will. Das Verhältnis vom negativen Suchen zum positiven Finden ist dennoch lohnend und wertvoll, denn ohne tiefes Erlebnis des Geschauten kann auch dem fleissigen Künstler kein Werk von bleibendem innerem Gehalte reifen.

Auf die Frage nach der Entstehung des Gemäldes « Mürtschenstock », das an der 2. alpinen Kunstausstellung des S.A.C. in Genf 1936 aus 200 Bildern mit 11 andern für « Die Alpen » ausgelesen wurde und dessen Wiedergabe dieses Heft schmückt, gab mir Burger die Antwort: « Vom Talalpsee stieg ich einst schwer bepackt auf einem Hüttenpfad gegen den Neuenkamm empor. Bei einer kurzen Rast am späten Nachmittag erstaunte ich plötzlich beim Rückblick und blieb dort, gefesselt von der wuchtigen Erscheinung des Mürtschenstockes, dessen Orgelwände in den herrlichsten Goldtönen des abendlichen Sonnenglanzes meinem Farbenempfinden musikartigen Genuss boten. Ich blieb und arbeitete im Frieden und Glück, allein mit meinem Berg und meinem Erleben. » — So also entstand das Bild. Es macht keinen grossen Anspruch, fordert nicht heraus, dafür spricht aus ihm jene Freude, die dem Wanderer auf hoher Alp beim unerwarteten Anblick eines Berges ans Herz rührt.E. J.

!) Die Alpen 1927, S. 201, 202.

Die Alpen — 1938 — Les Alpes.

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