Winterbegehung der Japaner Direttissima an der Eigernordwand

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der Japaner-Direttissima an der Eigernordwand

22. Dezember i96g bis 25. Januar 1970

Peter Jungen, Basel

MEIN TAGEBUCH Eine vage Idee, aufregende Gedanken. Jede grosse Route bekommt irgendwann ihre Fortset-zungsgeschichte: erste Alleinbegehung, erste Winterbegehung...

Herrlicher Sommer 1969. Gerd Siedhoff und ich sind vom 9. bis io. August in der Nordwand des Eigers. In 24 Stunden Kletterzeit durchsteigen wir die Nordwand auf der klassischen Route. Kurz vor dem Centerband sehen wir die Japaner auf ihrer neuen Route kämpfen. Viel mehr sehen wir nicht, und wir wissen auch nichts Genaues über ihr Unternehmen; erst eine Woche später vernehme ich aus der Zeitung mehr darüber. In ein bis zwei Tagen sollen sie den Gipfel erreichen.

Meine Gedanken formen sich mehr und mehr zu einem Plan, bald zu einem festen Entschluss. Es geht vorerst darum, ein richtiges Team zusammenzustellen: Max Dörfliger ist der erste, der zusagt; nach langem können sich auch Hans Müller und Otto von Allmen entschliessen; letzterer ist bis am 15. November in der Rekrutenschule. Im weitern kommt Gottfried von Känel noch dazu.

Ende Oktober stellen wir Listen auf und prüfen die verschiedenen Materialien. Vorderhand trainieren wir noch unabhängig voneinander. Am 16. November auf der Fründenhütte ist zum erstenmal das ganze Team beisammen, doch können wir wegen des schlechten Wetters keine Tour machen. Von diesem Zeitpunkt an treffen wir uns zweimal pro Woche abends im Klettergarten. Jedes Wochenende wird eine Tour mit Biwak gemacht, und zwischendurch besorgen wir noch ausstehen-des Material. Da wir von anderen Seilschaften hören, die den gleichen Plan haben wie wir, setzen wir unser Einstiegsdatum möglichst früh, auf den 22.Dezember, fest. Zur Rekognoszierung gehen wir Mitte Dezember ganz unauffällig auf die Scheidegg Skifahren. Die Wand sieht sehr gut aus, hat nur wenig Schnee. Unsere Augen hängen an der japanischen Route, das Abenteuer ahnend. Es trifft uns fast der Schlag, als wir am Wandfuss eine Spur entdecken. Nach langem Rätselraten stellt sich heraus, dass diese von Japanern sein muss. Ziemlich niedergeschlagen kehren wir nach Hause zurück. Keine Nacht kann ich mehr schlafen, bis endlich am 20. Dezember alles bereit ist. Unser Abfahrtsplan lautet: 08.45 Uhr ab Grindelwald-Grund. Mitglieder vom Kletterklub Bergfalken und einige Freunde sind uns behilflich, das Material bis an den Wandfuss zu schaffen. Kurz nach io Uhr erreichen wir unseren Ausgangspunkt: Hotel Eigergletscher. Für heute müssen sechs grosse Rucksäcke und 450 Meter Seil an den Einstieg geschafft werden. Da wir unser 15 Mann sind, bringen wir das Material wider Erwarten 300 Meter über den Wandfuss. Am Abend kehrt die ganze Mannschaft zurück zum Hotel. Der Einstieg wird auf den nächsten Tag angesetzt.

22.Dezember. Dass wir diese letzte Nacht vor dem grossen Abenteuer nicht schlafen können, sei nur am Rande vermerkt - vom moralischen und seelischen Empfinden gar nicht zu sprechen. Zu aller Erlösung rasselt der Wecker um 04.00 Uhr. Das Ungewisse hat uns in seinen Bann gezogen. Kein Wort wird gesprochen; jeder weiss genau, was er zu tun hat. Eine Stunde später stolpern wir über das Geleise der Jungfraubahn der Wand entgegen. Jeder hat nur seinen persönlichen Rucksack; somit kommen wir recht schnell voran. Nach unserem Ermessen ist das Wetter nicht besonders gut, viel zu warm; trotzdem finden wir bei der Wetterkarte Trost. Es ist auch Zeit; wir Erstes Biwak am Beginn der Roten Fluh 2In der zweiten Seillänge der Roten Fluh 3Rote Fluh - senkrecht bis überhängend 4Im Zweiten Eisfeld; der herunterfallende Schnee, unser grösster Feind müssen gehen; wir wollen die winterliche Nordwand kennenlernen. Schon bei der ersten Morgendämmerung erreichen wir das Materialdepot. Das Abenteuer kann beginnen. Elf grosse Rucksäcke liegen vor uns, abseits hängen über 400 Meter Seil an einem Haken. Für heute wird Max und mir die Spitze überlassen. Jeder nimmt nur seinen kleinen Rucksack mit Seil. Der Vorbau der Wand ist im Winter nicht zu unterschätzen, und das Vorwärtskommen ist im hohen Pulverschnee sehr mühsam. Um kein Risiko einzugehen, präparieren wir alles mit fixem Seil, welches später von der Materialgruppe wieder ausgezogen wird. Kurz vor Mittag erreichen wir den Beginn des Schwierigen Risses. Alles ist überschneit und zum Teil vereist. Hier ist Max als erster an der Reihe. Unglaublich, was für akrobatische Szenen er uns bietet; einmal hält er sich sogar an einem alten Seil, das da und dort aus dem Eis schaut. Ohne zu dramatisieren, erreicht er mit ein wenig Glück den Standplatz über dem Schwierigen Riss. Biwakmöglichkeiten gibt es hier keine; wir steigen noch auf bis zum Beginn der Roten Fluh. Jeder von uns hat einige Felshaken bei sich, eine Lawinenschaufel steckt auf meinem Rucksack - das ist alles. Ein unerhörter Hunger plagt uns. Was machen wir? Die Materialgruppe ist etwa auf der Höhe des Stollenlochs. Max beginnt mit dem Biwakbau, ich steige ab, um Material zu holen. Um der Materialgruppe Beine zu machen ( natürlich nicht böswillig, denn ich weiss zu gut, dass sie einen mühsamen Tag hinter sich haben ), nehme ich zwei Rucksäcke auf einmal, den einen an den Rücken, den anderen hänge ich mit einer Schlinge zwei Meter hinter mich. Ich klinke die Jümar-Steigbügel am fixen Seil ein und beginne mit dem Aufstieg. Schon zum elftenmal schiebe ich die Bügel höher, und immer noch stehe ich am Standplatz. Unglaublich, welch überdurchschnittliche Dehnung das Seil hat. Doch endlich schwebe ich über dem Standplatz. Im Klettergarten ging das « Jümaren » mit noch grösseren Lasten viel besser! Bei Max angekommen, bin ich dermassen erschöpft, dass ich vorderhand kein Glied mehr rüh- ren kann. Um 22 Uhr ist der letzte Rucksack beim Biwak, nur die Seile hängen noch.

23. Dezember, 03.30 Uhr. Eine unangenehme Last, die auf uns drückt, reisst mich aus dem Schlaf: Es schneit. Schnell werden wir uns unserer Lage bewusst; länger zu warten hätte keinen Sinn. Wir steigen ab, lassen jedoch sämtliches Material in der Wand zurück. Nur durch einen Zufall finden wir den Eingang vom Stollenloch und können uns den unteren Wandvorbau ersparen. Durch den Tunnel der Jungfraubahn sind wir bald unten bei der Station Eigergletscher. Gottfried von Känel hat genug von der Wand; er will von weiteren Versuchen nichts mehr wissen. Dieser Entschluss ist für uns sehr entmutigend; denn einen anderen Kameraden zu finden ist nicht so einfach. Werner Asam, der beim Training mithalf, übernimmt aber diesen Platz.

Die Wetterprognosen sind schlecht. Was machen? Morgen ist Weihnachten; also gehen wir nach Hause, um mit unseren Angehörigen, die natürlich sehr überrascht sind, zu feiern.

27. Dezember. Wir steigen erneut in die Wand ein. Schon am frühen Nachmittag sind wir beim oberen Biwakplatz, am Fuss der Roten Fluh. Hans und Otto steigen sofort weiter; sie wollen wenn möglich bis in die Mitte Seile fixieren. Am Abend kommen sie zurück ins Biwak.

28. Dezember. Werner und ich gehen im ersten Tageslicht die Rote Fluh an. Vor uns i 80 Meter senkrechter, zum Teil überhängender Fels; eine unglaublich beeindruckende Wand! Entlang den fixen Seilen kommen wir sehr rasch aufwärts; bald sind diese aber zu Ende. Wir könnten nun zwar die Seile der Japaner benützen, doch erscheinen sie uns wenig zuverlässig, und wir fixieren wieder von den unsrigen.

In den letzten 40 Metern der Roten Fluh kommen wir in die grossen Überhänge. Bald schwebe ich im Freien - es ist ungemein beeindruckend! Noch einen Meter - dann bin ich beim rettenden Zwischenhaken. Es will kein Ende nehmen; wieder hängt ein Dach von rund 2 Metern Ausladung über mir. Nach äusserster Anstrengung ste- 5Die Stelle mit dem angefrorenen Seil 6Im Zweiten Eisfeld 7Die Westflanke des Eigers ( Abstieg ) 8Unsere Route Photos « Eigerteam » he ich endlich auf dem Standplatz über der Roten Fluh. Eine Stunde später schliesst auch Werner über den letzten Überhang zu mir auf. Aufseiner Stirne glitzern Schweissperlen. Sind sie von der Anstrengung, oder ist es Angstschweiss - wie bei mir vorhin? Zudem hat Werner beim Jümaren keine Brustschlinge benützt, sondern nur am Anseilgurt eingehängt, was unerhört kraftraubend ist. Noch fehlen uns etwa 20 Meter bis zum Zweiten Eisfeld; ein heikler Quergang bildet die Verbindung dorthin. Noch einmal werfe ich einen Blick über die Rote Fluh hinab zum Wandfuss. Am Quergangende angelangt, schlage ich zwei Bohrhaken zur Befestigung des Geländerseiles, was für die Materialgruppe besonders nötig ist. Es bleiben uns noch 3 Stunden Tageslicht. 70 Meter weiter oben befindet sich eine kleine Felsinsel, von der wir uns einen Biwakplatz versprechen. Erneut verabschiede ich mich von Werner und steige auf. Die Neigung des Eises beträgt dort etwa 55 Grad, kommt mir aber höchstens vor wie ein schiefer Zimmerboden. Der Roten Fluh entstiegen, hat man keine Gefühle mehr für Neigungen.

In einer Stunde erreiche ich nach härtester Eisarbeit die Felsinsel und finde dort einen abgeschlagenen Haken. Ich bin also richtig und lasse Werner nachkommen. Ohne zu zögern, gehen wir sogleich an die Arbeit. Von unseren drei Ma-terialmännern ist noch nichts zu sehen, und es wird langsam dunkel. Doch da erscheint endlich Hans mit dem Rucksack, auf welchem in grossen Buchstaben « Küche » zu lesen ist. Unsere drei Männer haben heute wieder harte Arbeit geleistet; sämtliches Material liegt am Ende des Quergangs. Für morgen wird die Tagwache auf 05.30 Uhr angesetzt.

29. Dezember. Ich muss fest geschlafen haben. Als ich den Biwaksack öffne, ist heller Tag. Der Uhrzeiger steht auf g - wir haben uns verschlafen. In Eile wird aufgestanden und gefrühstückt. Trotzdem dauert es beinahe zwei Stunden, bis Otto und Max, welche heute die Spitze übernehmen, vom Biwakplatz wegkommen. Für die beiden gibt es harte Eisarbeit. Ihr heutiges Ziel ist der obere Rand des Zweiten Eisfeldes. Wir, die Materialgruppe, müssen sämtliches Material, das im Moment überflüssig ist, bis eine Seillänge unter den höchsten Punkt der Spitzengruppe bringen. Dazu bleibt uns aber nicht viel Zeit. Wir hören uns am Radio noch ein Gespräch von Fritz von Allmen von der kleinen Scheidegg an. Er gibt bekannt, dass die Schweizer gut trainiert und bestens ausgerüstet seien, glaubt jedoch nicht an eine besondere Leistung, da doch die Japaner sämtliche Haken und 1300 Meter Seil in der Wand zurückgelassen hätten. Wie so ganz anders sieht aber die Wirklichkeit aus! Ist es nicht verständlich, dass sich unsere Gemüter ob solch leichtfertiger Hypothesen verfinstern? Zudem hat die Spitzengruppe heute einen schlechten Tag. Otto verliert ein Steigeisen, und Max fliegt zweimal ins Seil, weil er uns keine Stufen schlagen will. Erstmals empfinde ich eine gewisse Sinnlosigkeit in unserem Bemühen. Haben wir uns hier in ein zu grosses Problem verrannt? Mich plagt der Gedanke, die Kameraden in ein Unglück gestürzt zu haben. Was ist los? Die Spitze kommt heute einfach nicht vom Fleck, der ganze Tag ist nutzlos. So verzweifelt kreisen meine Gedanken, bis ich dann unvermittelt neuen Tatendrang verspüre. Nein — wir lassen uns von dieser Wand nicht runterkriegen! Wie immer in solchen Situationen, packt mich eine blinde Wut. Hans und ich entschliessen uns, Otto und Max abzulösen. Unsere Vordermänner können nichts dafür - es war einfach ein verflixter Tag.

Noch gibt es eine Seillänge von etwa 60 Metern bis an den oberen Rand des Zweiten Eisfeldes im harten Wintereis zu bewältigen. Ich finde an der ersten Felsstufe einen Bohrhaken und lasse Hans nachkommen. Linkerhand weist ein 80-Meter-Riss den Weiterweg; aber in einer Stunde wird es Nacht sein. Der Riss, anfangs senkrecht und schwierig, liesse sich ohne Bohrhaken nicht bewältigen. So schaffe ich denn heute nur noch io Meter, leider nicht mehr. Dann ist es dunkel. Hans gibt das Sicherungsseil frei, und ich lasse mich einfach fallen, um mir den kraftraubenden Abstieg zu ersparen. Mittels Abseilen gelangen wir wieder zu unserem letzten Biwak, um hier eine zweite Nacht zu verbringen.

30. Dezember. Dieser Riss hat mir so gut gefallen, dass ich heute als erster den Pfeilerkopf erreichen will. Als ich an dem Punkt anlange, wo ich gestern den letzten Haken geschlagen habe, ist es noch stockdunkel. Endlich beginnt sich der Fels etwas zu verflachen. Ich schlage weitere fünf Haken, um dann rechts ins Eis queren zu können. Hier beginne ich eine Stufenleiter bis auf den Pfeilerkopf zu hacken und erreiche endlich unser heutiges Ziel. Hans steigt mit dem Jümarbügel nach und versucht alle Haken wieder einzusammeln. Nachdem er bei mir angekommen ist, besprechen wir den Weiterweg. Nach links oder rechts? Wir werden unsicher. Eine massig geneigte Felsplatte, von Blankeis überzogen, liegt vor uns — im Sommer sicher eine wunderbare Kletterei auf Reibung. Hans hat genug für heute. Max nimmt seinen Platz ein und versucht die Platte in Angriff zu nehmen. Wider Erwarten kommt er langsam höher - 50 Meter -, bis alles verfügbare Seil in der Wand fixiert ist. Wir stehen vor der Wahl, entweder von unten Seile auszuziehen und uns so den Rückzug abzuschneiden oder, da uns aus finanziellen Erwägungen ein weiterer Versuch noch ungewiss ist, überhaupt endgültig die Wand zu verlassen. Die Wetterprognosen sind schlecht; tagsüber hat es ohnehin schon mehrmals geschneit. Wir beschliessen, noch den morgigen Wetterbericht abzuwarten.

31. Dezember. Der Wetterbericht ist noch schlechter. Vorerst wollen wir es nicht wahr haben, dass es keine Wahl mehr gibt. Wir müssen zurück. Als grosse Verlierer bauen wir alles Material ab und beginnen mit dem Abstieg. Unsere moralische Verfassung ist miserabel. Wie lange haben wir schon für diese Wand gelebt, die Gipfelfreude in der Phantasie ausgekostetUnd jetzt müssen wir alles aufgeben. Wieder stehen wir auf der Roten Fluh. Mir graut vor dem Anblick! Hier hinunter, mit all diesem MaterialDoch es geht wider Erwarten gut. Die letzten 200 Meter zum Stollenloch sind zwar schrecklich, denn es ist schon lange dunkel. Wir sind alle nervös und gereizt, treiben einander ungeduldig zur Eile an. Die Niederlage ist hart, vielleicht noch härter, als wir uns anmerken lassen. Gegen 21 Uhr erreichen wir den Eingang zum Tunnel der Jungfraubahn. Hier empfangen uns Freunde, die unseren Abstieg beobachtet haben.

Total niedergeschlagen sitzen wir im Restaurant des Hotels Eigergletscher und können uns nicht, wie andere Gäste, an der Musik freuen, die zum Jahresende geboten wird. Zu aller Erlösung aus der drückenden Stimmung werde ich ans Telephon gerufen, zu einem Gespräch, das fast bis Mitternacht dauert...

I. Januar 1970. Gerade komme ich noch zur rechten Zeit, um mit meinen Kameraden auf den Beginn des neuen Jahres anzustossen. Was hat sich geändert? Wir versprechen einander, noch fehlendes Material zu ergänzen und, koste es, was es wolle, sobald das Wetter wieder gut ist, erneut in die Wand einzusteigen. Ein neuer Auftrieb ergreift mich - ich könnte die Welt aus den Angeln heben...

2.Januar. Hans Peter Trachsel ruft mich an, um sich zu erkundigen, wann wir wieder einsteigen wollen. Nebenbei fragt er mich, ob er vielleicht nützlich sein könnte. Am Nachmittag berät das Team ( mit Ausnahme von Max, der irgendwo beim Skifahren ist ) darüber und beschliesst einstimmig, Habby in die Gruppe aufzunehmen.

3. Januar. Wir besorgen das noch fehlende Material: 350 Meter Seil, 60 Normalhaken und weitere 20 Bohrhaken. Auch die Esswaren müssen neu zusammengestellt werden. Vor Mitternacht gibt es noch eine Impfung gegen Grippe - und erneut werden Rucksäcke gepackt.

4. Januar. Wieder sind wir auf Eigergletscher. Es stellt sich uns die Frage: Einstieg am Wandfuss oder vom vieldiskutierten Stollenloch aus? Der Entschluss fällt uns nicht zu schwer. Da wir den Wandvorbau schon zweimal im Aufstieg bewältigt haben, dürfen wir ohne schlechtes Gewissen beim dritten Versuch das Stollenloch als Ausgang benützen. Noch am selben Tag bringen wir das Material durch den Tunnel der Jungfraubahn dorthin.

5. Januar. Das Wetter ist vorderhand noch nicht gut. Wir transportieren in einer weiteren Etappe das Material an den Fuss der Roten Fluh. Schon am frühen Nachmittag sind wir zurück im Hotel.

6. Januar. Der Wetterbericht verspricht für etwa eine Woche gutes Wetter. Habby und Otto steigen als Spitzengruppe definitiv in die Wand ein. Wir, Hans, Max, Werner und ich, sind verantwortlich, dass heute das gesamte Material auf die Rote Fluh geschafft wird. Welch elender Krampf, die Säcke aufzuziehen! Todmüde kehren wir am Abend nach Eigergletscher zurück.

7.Januar. Auch wir Materialmänner steigen heute endgültig ein. Den Zugang zum Schwierigen Riss und die Rote Fluh kennen wir bald wie die eigenen Hosentaschen. Gegen Abend erreichen wir das Biwak, die Felsinsel auf dem Zweiten Eisfeld. Habby und Otto kommen heute bis auf den Pfeilerkopf, also nur um eine Seillänge weniger weit als zum höchsten Punkt, den wir beim letzten Versuch erreicht haben. Sie steigen bis zum obern Rand des Zweiten Eisfeldes zurück und hacken sich dort eine Höhle ins Eis. Max steigt später auf bis zu ihnen, um dort die Nacht zu verbringen. Wunderbar rot geht die Sonne unter, der Himmel ist stahlblau und verspricht uns gutes Wetter, aber eine kalte Nacht. Im letzten Abendlicht steige ich in meinen Elefantenfuss. Mich dünkt, ich höre Kuhglocken unten auf der Alp. Träume ich? Ja, aber nicht in tiefem Schlaf; meine Gedanken hängen nur dem Schönen nach. Die Wildheit hier in der Wand ist unerhört bezaubernd. Wäre ich eine Dohle, so könnte ich sehen, wie die letzten Sonnenstrahlen den Gipfel streifen. Ich ziehe den Biwaksack über mich, und mein unruhiger Geist verfängt sich in Illusionen und Träumen...

8.Januar. Die weitere « Präparierung » der noch unbekannten Route wird Hans und mir überlassen. Um den Tag möglichst auszunützen, steigen wir im Stirnlampenlicht bis auf den Pfeilerkopf. Die schon beschriebene Seillänge von Max haben wir schnell hinter uns. Am letzten Bohrhaken mache ich Stand und Halt. Hans steigt nach, bringt Haken und Seile für den Weiterweg und nimmt die nächste Seillänge in Angriff. Er arbeitet vorwiegend im Eis. Unglaublich, wie sicher sich dieses kleine Männlein auf den Frontzacken zu bewegen weiss. Nach und nach bekomme ich neues Material von Otto: 200 Meter Seil, 44 Haken und einige Schlingen. Bald ertönt Hans'Stimme: « Kannst nachkommen! » Unser Vorwärtskommen ist heute sehr ermutigend; doch Probleme gibt es genügend zu lösen. Die nächste Seillänge - ich bin wieder an der Reihe — sieht ziemlich schwierig aus. Ein vereister Riss, der mehr als senkrecht ist. Haken sind hier erstaunlicherweise recht gut zu schlagen, doch fallen sie meistens nach getaner Arbeit wieder heraus - einzig das Hebelgesetz wird zum Retter. Die nächste Seillänge führt uns über einen Quergang an den Beginn der 150-Meter-Stufe, die auf dem Centerband endet. Alles läuft wie am Schnürchen, es ist eine richtige Freude! 450 Meter unter dem Gipfel und zudem einige Japaner-spuren! Es beginnt zu dunkeln. Aber wir dürfen zufrieden sein, haben wir doch heute 240 Meter Seil fixiert. Dank unserer guten'Seilverbindung sind wir in 20 Minuten unten beim neuen Biwakplatz auf dem Zweiten Eisfeld ( Wiwap ), das von der Materialgruppe bestens ausgebaut wurde. Hier sind wir einigermassen geschützt vom immer herunterfallenden Schnee, unserem grössten Feind. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit geniessen wir den Lichterglanz über dem Mittelland. Grosse Freude herrscht in unserem Lager. Wenn es so weitergeht, werden wir bald auf dem Gipfel stehen! Wir singen noch einige Lieder und verpacken uns schliesslich im Biwaksack. Gegen 23 Uhr werde ich aus dem Schlafe gerissen. Böse Überraschung - es schneit. Sämtlicher Schnee rutscht unter unsere Abdeckung in die Höhle.

9.Januar. Immer noch Schneefall. Aber Habby und Werner ziehen dennoch los; wir andern bleiben in den Biwaksäcken. Eine Stunde mag vergangen sein, da steht Werner wieder vor der Höhle. Er sei beim Aufstieg über die fixen Seile wegen Vereisung an den Jümarbügeln i o Meter ins Seil gestürzt. Max springt für ihn ein und steigt in aller Eile Habby nach. Ich übernehme die Pflege Werners. Es sieht nicht so schlimm aus. Da im Moment keine Arbeit zu verrichten ist, hocken wir gemütlich zusammen. Es entstehen grundehrliche Diskussionen, wobei man einander erst so recht kennenlernt. Der Kameradschaftsgeist steht in Blüte; jeder ist für jeden da, würde alles für seinen Kameraden tun. Inzwischen ist es Nachmittag geworden; wir halten Ausschau nach unserer Spitze. Der Schneefall ist so heftig, dass man sie überhaupt nicht sieht. Wiederum ist der Wetterbericht schlecht. Er prophezeit für die nächsten Tage heftige Föhnstürme. Die beiden Spitzenmänner kommen erst spät zurück, nass und mit schlechter Nachricht: nur 60 Meter seien sie weitergekommen; sehr schwieriger Fels; fast keine Haken, nur zerschnittene Seile hätten sie gefunden. Für uns unerklärlich; warum liessen die Japaner Seile hängen und schnitten sie jeweils am obern Stand durch? Rätselraten - eine Lösung gibt es keine. Im weitern teilen wir unseren Kameraden den Wetterbericht mit; auch sie sind für einen Abstieg. Unser Funkmann auf Eigergletscher heisst unseren Entschluss gut. Wir vereinbaren die nächste Funkzeit auf Samstag 08.00 Uhr. Wegen des starken Schneefalls muss die rechte Grotte mitten in der Nacht aufgegeben werden. Zu sechst müssen wir die Höhle, die für drei Mann gedacht ist, teilen. In « abstrakter » Lage erwarten wir den kommenden Morgen. Die Erlösung lässt lange auf sich warten; doch auch diese Stunden vergehen.

1 o.Januar. « Jungen, Jungen - von Grossen, antworten! » So beginnt das samstägliche Funkgespräch. Wir steigen zurück; es hat keinen Sinn angesichts der schlechten Wetterlage. Wieder habe ich ein schlechtes Gefühl wegen der Roten Fluh. Und es ist berechtigt: Habby verwickelt sich im ersten Überhang ins Seil. Um eine Haa- resbreite wäre diese « Pressewand » wieder um ein Opfer reicher geworden, was sie sicher nicht wert ist. Gegen Mittag sind wir zurück auf Eigergletscher.

11 .Januar. Die ganze Mannschaft geht unabhängig voneinander zum Skilauf. Alles ist aktiv.

19. Januar. Noch fehlendes Material wurde gekauft, die Rucksäcke sind mit dem persönlichen Material neu gepackt. So stehen wir am Abend gegen 18 Uhr auf der Kleinen Scheidegg und warten auf die Jungfraubahn, welche uns noch bis Eigergletscher bringen wird. Im letzten Abendlicht blicken wir auf zur Wand: Die Konturen der Grate sind noch deutlich zu sehen - ein letzter Lichtstrahl erglüht am Gipfel. Diesmal werden wir 's schaffen; das ist meine feste Überzeugung. Werner Asam ist nicht mehr dabei, wir sind also wieder zu fünft.

IN SECHS TAGEN ZUM GIPFEL 20. Januar. Wieder der bedrückende Abschied, besonders weil wir wissen: entweder wir kommen durch — oder wir müssen endgültig aufgeben. Um 14.00 Uhr sind wir dank der perfekten Seillinie bereits auf dem Biwakplatz des Zweiten Eisfeldes. Alle unteren Seile werden ausgezogen. Im weitern transportieren wir Material bis ans Ende unserer fixen Seile.

21 .Januar. Hans und Otto bilden für heute die erste Seilschaft. Ich gehe mit als erster Assistent, um das Biwakmaterial der Spitzengruppe « nachzuliefern ». Noch fehlen etwa 75 Meter bis zum Centerband. Senkrechter und schwieriger Fels stellt sich in den Weg. Noch heute bewundere ich Hans und Otto, wie sie diese Aufgabe lösten, wie sie die Schwierigkeiten zu meistern wussten. Gegen 17 Uhr steht Hans als erster auf dem Centerband, Otto und ich sind noch 40 Meter tiefer. Bis auch wir aufgeschlossen haben, vergehen fast zwei Stunden. Was, das Centerband ist nicht grösser! Die Japaner haben es doch als grössten Biwakplatz beschrieben; in Wirklichkeit ist es aber nur ein abschüssiges Band. Nachdem wir den Schnee weggeschaufelt und den Platz ein we- nig hergerichtet haben, macht es insgesamt eine waagrechte Fläche von nicht ganz 50 Zentimetern aus. Es ist Vollmond; alles um uns herum hat sich in eine richtige Märchenlandschaft verwandelt. Augenblicke, in denen man vor Freude weinen könnte. Erst gegen Mitternacht kommen wir zur Ruhe.

22.Januar. Tagesbefehl: Wenn möglich heute bis auf das Sphinxband! Schon um 05.30 Uhr sind wir unterwegs. Ich hange am Beginn einer rund hundert Meter hohen Felsstufe. Die Schwierigkeiten sind gross. Beim ersten Tageslicht erreiche ich einen weiteren Stand. Hans übernimmt die nächste Seillänge, einen senkrechten Riss, von Eis überzogen. Wieder bin ich an der Reihe. Erneut bäumt sich eine glatte Felsstufe über uns auf; der Weiterweg muss ein nach links abdrängender Riss sein. Kein einziger Haken, nichts ist von unseren Vorgängern zu finden. Mühsam geht 's durch diesen Riss. Wenn ich mich nicht verkeilen könnte, würde ich fallen — wie ein reifer Apfel; weder Griffe noch Tritte sind zu finden. Da entdecke ich ein altes Seil von den Japanern. Ich prüfe es — es hält. Hans schlägt zur Sicherheit zu den vier Standhaken noch einen weiteren dazu. Langsam belaste ich das Seil, die Dehnung ist unerhört. Ich steige Meter um Meter, aber immer mit einem unguten Gefühl. Auf halber Höhe des Risses hänge ich mein Sicherungsseil an einem Bohrhaken ein. Nochmals schaue ich hinter mich, die Tiefe ist beeindruckend. Das « Bügeln » geht weiter bis kurz vor den Endpunkt. Zwei Meter werden es noch sein bis zum Standplatz. Ich suche nach der Fixation des Seiles — da entsetzt mich ein schreckliches Bild: kein Haken, an dem das Seil befestigt ist. Mich trifft fast der Schlag. Wie kann das Seil überhaupt halten? Jetzt sehe ich: das Endstück liegt hinter einem kleinen Felsköpfchen, aber nicht verschlungen, sondern lediglich in eine etwa to Zentimeter dicke Eisschicht eingefroren. Sofort erfasse ich meine prekäre Situation, suche verzweifelt nach einem Griff, nach Halt, kann aber keinen finden, und dies alles am Seil hängend, dessen « Eisveranke- rung » sich jeden Augenblick lösen kann. Wenn es bis hierher gehalten hat, denke ich, wird es auch noch einen weitern Meter halten. Ich schiebe die Steigbügel nochmals nach, einen Meter vielleicht — endlich ein Tritt und Griff. Für Sekunden hange ich am Fels, ohne auch nur den kleinsten Handgriff machen zu können. Eine wilde Wut überfällt mich; erst da gelingt es mir, einen Haken zu schlagen. Einige Bohrhaken kommen noch dazu — ich bin gerettet. Nach einer kurzen Pause lasse ich Hans nachkommen. Wir versprechen einander feierlich, dass keine alten Seile mehr auch nur angerührt werden. Sie sind fortan tabu für uns.

Noch sind wir nicht an unserem Ziel. In der nächsten Seillänge, einer technischen, übernimmt Hans die Führung. Zu unserer Entlastung findet er Haken von den Japanern. « Hurra, bin auf dem Sphinxband! » - Hier finden wir einige Rucksäcke, zwei Hängematten, unendlich viel Seil, das frei in der Wand hängt. Noch ist es nicht Abend; ich gehe weiter. Doch leider mache ich einen«Verhauer».Habby und Max kommen nach, direkt vom Zweiten Eisfeld her. Hier, auf diesem Band, wird ihr Biwakplatz sein. Hans und ich steigen ab zum Centerband.

23.Januar. Mein Verhauer vom Vortag, nämlich: direkt auf den Sphinxkopf zu gelangen, wird von Habby und Max « gegrädet ». Ihnen gelingt es nach grösseren Umgehungsmanövern, den Sphinxkopf zu erklettern. Es sei eine harte Sache gewesen, schwerer Fels mit viel Eis. Wir ziehen die Seile ab vom Zweiten Eisfeld und versuchen möglichst viele Haken wieder herauszuschlagen.

24.Januar. Wieder sind Max und Habby an der Spitze. Wir schleppen Material - eine üble Schinderei, besonders in der Steilstufe mit dem angefrorenen Seil. Ich schalte eine Gedenkminute ein. Kann mir ungefähr ausrechnen, wo der « reife Apfel » hingefallen wäre. Doch wieder geht es weiter; die Spitze braucht Material und Verpflegung. Am späten Nachmittag erreiche ich Max über dem Sphinxpfeiler. Ich hätte ihn nicht erkannt, wenn ich nicht wüsste, dass er blaue Sturmhosen trägt. Ein heftiger Wind ist aufgekommen, zudem schneit es schon den ganzen Tag.

Freudengeschrei: « Morgen werden wir den Gipfel erreichen! » Mit allen guten Wünschen verlasse ich Max und steige zurück zum Sphinxband, unserem neuen Biwakplatz. Die Spitze biwakiert am selben Platz wie am Vortag. Längeres Funkgespräch mit Eigergletscher; beiderseits Freude! Eine sechs Mann starke Equipe wird uns über den Westgrat entgegenkommen. Unsere Biwakmöglichkeiten sind sehr schlecht: Otto sitzt auf einem Felsköpfchen, Hans liegt in der Hängematte, und ich zwänge mich noch zuallerletzt zwischenhinein. Die Uhr zeigt 7; über zwölf Stunden also müssen wir in dieser ungemütlichen Lage verharren. Ich bin besorgt um unsere Spitzenmänner, denn Max erzählte mir, dass sie die ganze Nacht stehen müssen. Wie wird es heute abend gehen? Langsam vergehen die Stunden. Ich habe Zeit, unendlich viel Zeit, mir den morgigen Gipfelsieg vorzustellen.

25-Januar. Wir erschrecken nicht wenig, als es endlich hell wird. Alles ist wunderschön mit Neuschnee überzuckert, die Seile haben mindestens einen Durchmesser von 5 Zentimetern; aber das Wetter ist gut, ein bezaubernder Sonntagmorgen steht uns bevor. Zum Glück kommt Max zu uns herunter und reinigt die Seile vom vielen Schnee. Seinen Abstieg begründet er wie folgt: « Ich habe gestern abend den Benzinkanister fallen lassen. Da wir demzufolge nur von Schnaps gelebt haben, muss ich unbedingt etwas Warmes essen. » Bald packen wir unser Material und steigen langsam dem Gipfel entgegen. Es bleibt nichts von uns in der Wand hängen; nach Möglichkeit werden alle Haken wieder herausgeschlagen.

Es mag gegen Mittag gehen; Otto und Hans sind mit Material i oo Meter über mir. Ich bin allein auf dem Sphinxkopf. Unter mir die gähnende Tiefe. Wie abweisend und drohend sieht alles aus! Ich erschrecke plötzlich; der Gedanke, hier allein zu sein, ist bedrückend. Ich könnte weinen, empfinde auf einmal eine tiefe Leere in mir.

Glücklicherweise wird meine Grüblerei von Otto gestört, der beim Materialtransport behilflich sein will. Vorerst konsultieren wir aber noch unsere Schnapsflasche; Otto erzählt mir auch, dass es kaum noch hundert Meter bis zum Gipfel seien. Erneut ein Schluck aus der Flasche. So, jetzt aber'raus aus dieser Wand! Doch das geht nicht so schnell. Rucksack um Rucksack — es sind immer noch deren g - muss geschleppt werden. Gegen 16.40 Uhr vernehmen wir das Siegesgeschrei von Habby und Max: « Gipfel! » Mir läuft es kalt über den Rücken hinauf und warm hinunter; noch kann ich es nicht fassen. Plötzlich, kurz nach dem Verlassen eines Standplatzes, empfinde ich beschwingten Klettergenuss. Ich muss nicht mehr so fest zupacken wie vorher. Ich versuche dieses neue Klettergefühl zu ergründen. Nein... das darf nicht sein!... Ich Idiot! Oder wirklich schon verrückt? Mein Rucksack... mein schwerer Rucksack - ich habe ihn am Stand liegen las-senZurück. Und wieder geht es mit dem « gewohnten » Klettergefühl weiter. Gegen 18 Uhr übersteige ich als letzter die Wächte. Wir stehen alle auf dem Gipfel! Es ist keine eigentliche Freude, die mich bewegt, nur das Empfinden, das Ende eines Traumes zu erleben, der immer wiederkehrt. So also vollenden sich Monate der Vorbereitungen und heissen Wünsche auf diesem Gipfel, der mein Herz im Moment fast kalt lässt? Liegt vielleicht das Glück im Begehren und nicht im Besitzen?

Ein grosses Bergabenteuer nimmt sein Ende. Durch dreimaliges Schiessen mit grünen Raketen geben wir das Zeichen zum Gipfelsieg. Eine weitere Nacht am Berg zu verbringen ist für uns kein Müssen. Wir haben uns ein hohes Ziel gesetzt und haben es auch erreicht. Doch es wird nicht unsere letzte Tour sein.

Langsam kommt die langersehnte Entspannung, und erst jetzt beginnen wir uns wirklich zu freuen. Otto stimmt ein Jodellied an, wir fallen ein, und der Wind verweht die Stimmen in alle Himmelsrichtungen. Wo werden sie sich wieder finden?

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