Zeitschrift und Mitteilungen des D. & Ö. A. V.

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Redaktion.

Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Redigiert von H. Heß. Jahrgang 1900. Band XXXI..

München 1000.

Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Redigiert von H. Heß. Neue Folge. Band XVI. München, Wien, 1900.

Zeitschrift und Mitteilungen des I ). & Ö.A.V. stehen bekanntlich nicht nur unter der gleichen Oberleitung des Centralausschusses, sondern sie sind auch durch Herrn H. Heß in der gleichen Hand vereinigt, was ihnen den Charakter größter Einheitlichkeit und bester Verteilung des Stoffes giebt. Die Artikel der Zeitschrift sind zum Teil eigentliche Monographien, welche durch die von der Verlagsanstalt F. Bruckmann A. G. in Mönchen hergestellte Illustration einen besonders hohen Wert erhalten. Wilhelm Burckhard beschreibt das Observatorium auf der Zugspitze, das, seit Beginn 1900 auf der höchsten Spitze des Deutschen Reichs errichtet, dazu bestimmt ist, wissenschaftlichen Beobachtern im Dienste der meteorologischen Centralanstalt in München und Tausenden von Alpinisten ein willkommenes Obdach zu bieten. Geschichte des Baus und Darstellung der Zwecke der Beobachtung, dazu das schöne Titelbild nach einem Gemälde von Ernst Platz, sind das erreichte Ziel des kurzen Aufsatzes. Mit großer Kompetenz spricht Prof. Dr. R. v. Wettstein über die wissenschaftlichen Aufgaben alpiner Versuchsgärten. Sowohl die Leistungen der bisherigen derartigen Unternehmungen, unter denen die von M. H. Correvon hervorgerufenen verdiente Würdigung erfahren, sondern auch die Aufgaben der Zukunft für diese und neu zu grttndende werden eingehend behandelt. In einem offenen Brief an Prof. Dr. Eduard Richter in Graz spricht Anton E. Schönbach über den wissenschaftlichen Betrieb der Volkskunde in den Alpen. Soweit damit, ofld es scheint dies ausschließlich der Fall zu sein, die Ostalpen gemeint sind, scheinen mir die vom Verfasser gewiesenen Wege die richtigen zu sein, und manche seiner Scheltreden und Warnungen könnten auch bei uns Ifeachtung verdienen, im ganzen aber habe ich bei der Durchsicht des Artikels mich wieder gefreut, daß wir in dem Schweizerischen Archiv fa Volkskunde einen festen Halt gefunden haben zu einer Zeit, wo noch so viel zu retten und zu bergen ist. Für den folgenden Artikel: Geomorphologische Studien aus der Herzegowina von Albrecht Penck und noch mehr für die Arbeit von A. Rothpletz: Geologische Wanderungen im BhÄtikon fehlen mir die nötigen Fachkenntnisse zur Beurteilung. Ich muß daher ihre Beurteilung dem Leser anheimstellen, was eigentlich überhaupt die beste Methode der Prüfung ist.

Das nämliche gilt von: Das Gottesackerplateau ( ein Karrenfeld ) in der Gebirgsgruppe des Hohen Ken, von Dr. Max Eckert. Die Arbeit von Dr. Robert Klein: Der Nordföhn in Tragöß war uns eine willkommene Ergänzung zu den Theorien, welche Herr Blumer-Zweifel in diesem Jahrbuch und in der Alpina über diesen Gegenstand vorgetragen hat. Die Abhandlung von Dr. Emil Hogenauer: Der Alpinismus als Element der Kulturgeschichte deckt sich inhaltlich ungefähr mit dem, was der Referent in dem Sammelwerk: Die Schweiz im 19. Jahrhundert, Band III, und in diesem Jahrbuch XXXVI, pag. 210 ff., über diesen Gegenstand mit Einschränkung auf die Schweizeralpen geschrieben hat. Worin meine Gesichtspunkte von. denen Hogenauers abweichen, wird ein Kundiger aus der Vergleichung leicht ersehen. Ich denke, daß auch andere Schriftsteller sich diesem Thema zuwenden können, ohne eine vorzeitige Erschöpfung desselben befürchten zu müssen; denn es ist im Innersten un-erforschlich wie alle Rätsel, welche die Alpen aufgeben. Die Kaöna jama, d. i. Schlangenschlund, im Karst bei Dival a erforschte und beschreibt sehr anziehend Friedrich Müller, das Pitzthal Richard Schucht. Diese Arbeit charakterisiert sich selbst als Beitrag zur Volkskunde in den:

Alpen. Touristischen oder, wenn man es lieber hört, alpinistischen Charakter tragen die Artikel: Aus den Alpen Nordamerikas von Jean Habel; Das Kartschthal in Transkaukasien von Willi Rickmer-Rickmers; Über den Zmuttgrat auf das Matterhorn von Dr. Hans Lorenz; Die Aiguille de Grépon von Lieutenant W. Lohmüller; der Loferer Steinberg von H. Cranz; Streifzüge durch die Reisseckgruppe von Frido Kordon; Neun Tage im Gebiet des Riesenferner von Fritz Benesch, wundervoll in Text und Bildern; Wanderungen im Rhätikon von Dr. Karl Blodig; Die Latemargruppe von Dr. Th. Cristomannos; Die Sellagruppe, 2. Teil, von Dr. Karl Bindel, sehr bedeutend im Inhalt und prächtig illustriert. Die Carnischen Voralpen von H. Steiniker sind wiederum eine Monographie, in welchem Allgemeines, Name und Grenze, Hydrographisches, Land und Leute, Verkehr und Unterkunft und Topographisch-Touristisches zu ihrem Rechte kommen. Ähnliches gilt von der letzten Arbeit in dem .120 Seiten starken Bande: Die Julischen Alpen, westlicher Teil ( Raibler Berge ), von Adolf Gstirner. Schon im vorhergehenden hatte ich Gelegenheit, die künstlerische Ausstattung des Bandes zu loben. Er enthält 23 Vollbilder nach Zeichnungen von E. T. Compton und R. Reschreiter oder Naturaufnahmen von V. Sella und F. Benesch, in Lichtdrucken von F. Bruckmann oder Autotypien von C. Angerer und Göschl, die ebenfalls von Bruckmann gedruckt sind, reproduziert. Dazu 101 Bilder im Text nach Zeichnungen und Aufnahmen von Compton, Benesch und andern. Auch Dr. Hans Brun und f Alex. Brault figurieren unter den artistischen Mitarbeitern. Wenn wir hinzufügen, daß außerdem 40 Figuren und Kärtchen im Text beigegeben sind und im Buchdeckel eine Übersichtskarte der Ostalpen, westliches Blatt, Maßstab 1:500,000, Ausführung ( vortrefflichund Verlag von Ludwig Ravenstein in Frankfurt a/M ., steckt, so haben wir unsere Analyse der Zeitschrift beendet, welche die vierte Zehnerreihe ihrer Bände damit aufs schönste inauguriert hat.

Ganz kurz muß ich mich fassen über die „ Mitteilungen ". Einerseits ist es schwierig, ja unmöglich, „ ein brausendes Meer in eine Schale zu schöpfen ". Anderseits pflegt mein Kollege Walder die Mitglieder des S.A.C. über die einzeln erscheinenden Nummern dieser Publikation in der „ Alpina " auf dem Laufenden zu erhalten, so daß eine Zusammenfassung am Ende des Jahres nicht unumgänglich erscheint. Ich will nur bemerken, daß sicherlich das individuelle Verdienst von Herrn Heß um das Gedeihen der Mitteilungen noch größer ist als bei der Zeitschrift, wenn sich das auch dem Auge des vergnüglich über die Spalten der Zeitung hinweggleitenden Lesers nicht so aufdrängt wie bei dem Aufschlagen des grünen Zeitschriftbandes.

Daß Herr Heß neben so angestrengter Thätigkeit für den D. & Ö.A.V. noch Zeit und Spannkraft findet, eigene Bergtouren in andern Zeitschriften zu veröffentlichen, beweist, daß er mit Leib und Seele zu diesem Berufe steht. Hoffen wir, daß ihm dies noch recht lange vergönnt sei; der D. & Ö.A.V. und die alpine Litteratur werden davon nur Vorteile haben.

Medaktion.

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