Zum Luftdruckproblem der Staublawinen

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Von Max Büfler.

Zum Beweis und Verständnis des die Lawine überholenden und ihr vorauseilenden Luftdruckstromes mögen folgende Punkte beachtet werden:

1. Nachströmen der atmosphärischen Luft ins « Vakuum ». Hinter einem Schnellzug mit 80 km/Std. Geschwindigkeit, entsprechend 22,2 m/sec, spürt man den Luftstoss selbst nach ca. 10 Sekunden, also ca. 220 m hinter dem Zugsende. Unmittelbar hinter dem Schlusswagen ist der Windstoss plötzlich und heftig. Jeder Radfahrer kann einen ähnlichen Windstrom als«Choc » empfinden, wenn er einem « rasenden Auto » begegnet und in dessen « Vakuum » einlenkt.

Das gewaltige Überwiegen des Luftdruckes einer Staublawine gegenüber jenem eines Schnellzuges erkennt man, wenn wir die lotrechten Fall-geschwindigkeiten der Luft und ihre Wucht auf 1 qm Grundriss vergleichen.

a ) Schnellzug.

Geschwindigkeit der Vakuumluft = v.

Die Fallhöhe der Luft hinter dem Zug beträgt maximal nur ca. h = 4 m.

Die Geschwindigkeit ins Vakuum beträgt v ca. V2~gh ca. ^2-9,81-4 oder v ca. 8,8 m/sec, wo g die Erdbeschleunigung.

1 C1 Wucht der Falluft auf 1 qm Grundriss = M-v2- -rv2lg 2 Das Gewicht der Luftsäule beträgtG — 10 to/qm IQ O 021 Somit Wucht ca.ca. 40 mto/qm b ) Lawine mit lotrechter Fallhöhe ( Felswand ), h = 200 m angenommen. Geschwindigkeit der Vakuumluft.

Analog wie oben ergibt sich v2-9,81^200ca. 62,6 m/sec.

Wucht der Falluft auf 1 qm Grundriss 10-62.62 1 ca.ca. 2000 mto/qm.

Im obigen Beispiel ist die Geschwindigkeit des Luftdruckes ins Vakuum bei der Staublawine ca. 7 mal grosser, die Wucht aber ca. 50 mal grosser als beim Schnellzug. Natürlich werden bei geneigter Lawinenbahn sowohl die Geschwindigkeit als die Wucht des Luftdruckes geringer ausfallen. In Wirklichkeit ist das Vakuum nicht vollkommen und daher Wucht und Geschwindigkeit kleiner als die Rechnungsgrössen.

2. Im Sturz der Staublawinen über eine senkrechte Felswand haben wir den Sturz der Schneemassen mit Luftwiderstand ( verzögerter Fall ) und den freien Fall ( gleichförmig beschleunigt ) der Rückluft ins Vakuum vor uns. Daher das Überholen der Schneemassen durch die Vakuumluft von hinten.

3. Pohl weist photographisch nach, dass in Flüssigkeiten bewegte Festkörper, analog den Lawinen in der umgebenden Luft, Wirbel erzeugen, jedoch nur, wenn die Festkörper nicht aerodynamisch geformt sind.

ZUM LUFTDRUCKPROBLEM DER STAUBLAWINEN.

4. Die Explosion des Lawinenkopfes gemäss Darstellung Schlumpf möchte der Verfasser mit dem Aufprallen bzw. Durchschiessen des Vakuum-stromes von hinten auf die Lawinenmasse erklären. Insbesondere wird das Durchschiessen der Schneemassen im Zeitpunkt einer Geschwindigkeits-verminderung, also bei Gefällsabnahme, erfolgen.

5. Das Verzuckern von Häuserfronten mit steinharten Schneekrusten, wie z.B. beim Hotel Motta in Airolo durch die Valassalawine vom 28. Dezember 1924, kann man mit einem Sandstrahl vergleichen. Auf dichtem widerstehenden Mauerwerk entweicht der LuftzzDZ- L druck seitlich, während I der mitgeschleppte Pulverschnee infolge seiner Inertie an der Wand aus- A. Z. Abriss-2one B. Z. Beschleunigungs-Zone D. Z. Deponie-2ono Z. Z. = Zerstörungs-Zone N.Z. Neutral-Zone V. L. Vakuum-Luft R - Reaktions-Luft G = Gegenwind A = Aufwind L = Lawine N.Z fällt, klebt und gefriert.

6. Das Voreilen des schneebeladenen Luftdruckes belegt Emil Hess in « Die Alpen » ( 1931, Seite 325 ): « In Breitenmatt, Wallis, wurden die Häuser von einer Wildschneelawine einige hundert Meter ausserhalb des eigentlichen Lawinenkegels mit Schnee bespritzt, und die Bewohner spürten den Schnee in den Stuben. » Eine Stelle auf Seite 322 lautet, die Reckibachlawine beiBinn betreffend: « Sie kam mit gewaltigem Luftdruck, verschüttete alle Häuser, tapezierte alle Gebäude weiss und stopfte alle Löcher zu. » 7. Das Reiten der Lawinen, oft auch beim Wasserfall beobachtet, z.B. Staubbach bei Lauterbrunnen, basiert auf dem Luftwiderstand gegen die zerstäubten feinsten, leichten Schnee- bzw. Wasserteilchen.

8. Raketen, Schneepfeile, Wasserpfeile beim Wasserfall beruhen in der ungleichmässigen Ankunftsgeschwindigkeit des Schnees bzw. des Wassers und dem wechselnden Fall ins Vakuum oder auf Luftwiderstand. Daher erklären sich auch die ungleichen Windstösse beim Wasserfall.

Bei Lawinenstürzen dürfte der Beobachter unter Anwendung obiger Deutungen das geschilderte Luftdruckproblcm und die Dynamik der Staublawinen bestätigt finden.

Mer Veterane.

Nid um zwölf Näppel war 's mer fail, mis goldig Veteranesäil, das hübsch umchränzlet eures Zäihe, grad wie ne Schmuck vo galbe Mäie. Cha si, dass Jungi drüber lachid, wie über mängs, was mer no machid.

Es isch jo gwüss ganz fabelhaft,

mit welem Schneid und weler Chraft

hüt eusi Juged umechraxlet,

und alii Wand und Gröt verhaxlet.

Mer word vor Nyd ganz grüen und blau,

war mer sid Johre nid scho grau.

Si esch bedänklich scho e chli,

die Ehr, e Veteränler z'si.

Mer fühlt sich wie em Herbst es Pflanz,

grad wie de Mond im Nidsigänz,

im letschte Viertel stohd er scho,

und muess no wyters abe goh.

Doch dorum löm-mer d'Chöpf ned lampe! Müem-mer bärguf au grad chli tampe, mer sind no äister ufecho, hend tuusig Freude mit is gno; hend Gluscht no anere schöne Wand und sägnid eusers Schwyzerland!

Und wenn is äinisch's Stündli schlod, wie 's jedem Mönschechind halt gohd, de fahrid mer ganz grächterwiis munduf is Bärgler-Paradies. Mer hend is güebt i d' Höchi zchoDie Andere findt — der Ander scho!

( Luzerner Mundart. )

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