Calvin in Aosta und sein Alpenübergang

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Von Pfarrer E. Bählei; Sektion Blümlisalp-Wildhorn.

Wer die Gassen der alten Bischofstadt Aosta durchwandert, mit ihren imposanten Römerbauten, mittelalterlichen Kirchen, Kreuzgängen und Türmen, ein ganz einzigartiger Prachtrahmen, aus dem man hinausblickt in die nahe Hochgebirgswelt, wird leicht ein unscheinbares Monument übersehen, das sich im westlichen Stadtteil in der Mitte einer belebten Straße erhebt, unmittelbar vor dem Bethaus der Waldenser, kenntlich als solches durch den der Fassade aufgemalten brennenden Leuchter. Das einfach ornamentierte mächtige Postament mit zwei Brunnenbecken, unter welchem ein die Mitte der Straße einnehmender Bach durchfließt, trägt eine schlanke runde Säule mit weit vorspringendem Kapital, auf welchem sich ein Kreuz erhebt. Die Inschrift lautet: Hanc / Calvini fuga / erexit anno MDXLI / religionis constantia reparavit / anno MDCCXLI / civiuin pietas / renovavit et adornavit / anno MDCCCXLI.

( Die Flucht Calvins hat diese Säule aufgerichtet im Jahre 1541, die Standhaftigkeit des Glaubens hat sie ausgebessert im Jahre 1741, der Bürger Pietät hat sie erneuert und geschmückt im Jahre 1841. ) Dieses Monument erweckt im Beschauer verschiedene Fragen. So läßt es der Wortlaut der Inschrift unentschieden, ob das Denkmal zu Ehren Calvins oder als Monument des Triumphes über den zur Flucht genötigten Reformator aufzufassen sei. Erstere Ansicht vertritt J. V. Widmann in seinen „ Spaziergängen in den Alpen " und äußert seine Verwunderung über die weitgehende Toleranz der Bevölkerung, die, obwohl katholischer Konfession, dem gewaltigen Erzketzer in ihrer Stadt ein Denkmal errichtet habe. In Wirklichkeit aber haben wir ein Monument der Gegenreformation vor uns, nicht etwa dem Reformator, sondern der Glaubenstreue der Bürger errichtet, die in der allerentschiedensten Weise die Reformation abgelehnt hatte.

Weit mehr Schwierigkeiten bietet die Beantwortung der Frage, welche historische Tatsache diesem Denkmal zu Grunde liegt.

Darüber besteht eine volkstümliche Tradition, die in zwei modernen Historikern, J. Bonnet und Merle d' Aubigné, ihre Verteidiger gefunden hat. Ihre Dokumente sind außer der Ortsüberlieferung namentlich zwei Handschriften, die zwar vor 1741 entstanden, doch nicht über den Anfang des 18. Jahrhunderts hinaufreichen und vielleicht aus ein und derselben Feder stammen. Diese Tradition spricht sich über Calvins Aufenthalt in Aosta und seinen Alpenübergang folgendermaßen aus:

Im Februar 1536 verließ Calvin, durch die Inquisition genötigt, sein Asyl bei der Herzogin Renata von Este in Ferrara, begab sich nach Cuneo, besuchte die in der Nähe dieser Stadt sich öffnende Val Grana, mußte aber, von den Frauen des Dorfes Carigliano mit Steinen beworfen, diese Gegend wieder verlassen, fand auch in Saluzzo und Pinerolo unüberwindliche Hindernisse, das Evangelium zu verbreiten, und erreichte Ende Februar die Stadt Aosta. Hier herrschte damals große Gärung. Die Kunde von der Okkupation der Waadt und des Chablais durch die Berner mochte in dieser weit nach Norden vorgeschobenen Landschaft der Krone von Savoyen nicht grundlose Besorgnisse erregt haben. Eben waren die Landstände in Aosta versammelt. Der von dem Bischof Thomas Gazone und dem Grafen René de Challant geleiteten Majorität stand eine kleine, aber rührige evangelisch gesinnte Minorität gegenüber. Calvin zog es vor, die streng bewachte Stadt zu meiden, und hielt sich in nächster Nähe derselben, auf dem der Familie de Vaudan gehörenden Landsitz Bibbian, links oberhalb der nach dem St. Bernhard führenden Straße gelegen, auf, von wo aus er rege Verbindungen mit der anti-savoyischen und reformierten Partei unterhielt. Aber die katholische, dem Herrscherhause treu ergebene Majorität blieb siegreich. Der geheimnisvolle Fremde draußen vor der Stadt mußte die Flucht ergreifen. Am 8. März verließ er mit den Häuptern der evangelischen Partei sein Asyl. Da der St. Bernhard von Wachen besetzt war, sah sich die Flüchtlingsschar genötigt, einen andern Weg einzuschlagen. In die Schlucht des Buttier hinabsteigend, welchen sie bei dem Dörfchen Closellina überschritten, schlugen sie über das auf aussichtsreicher Terrasse des linken Talhanges gelegene Roisan den Weg nach Val Pelline ein, überschritten, durch das Val d' Ollomont ansteigend, das Joch zwischen Mont Avril und Mont Gelé, den Col de Fenêtre und erreichten talabwärts wandernd das Rhonetal. In Aosta aber gewann die katholische Sache für immer die Oberhand und zur Erinnerung an diese mit dem Siege der Kirche endigenden Krise haben die Bewohner von Aosta das bekannte Monument gestiftet. So weit die Tradition.

Es liegen ihr unzweifelhaft historisch unanfechtbare Tatsachen zu Grunde, auf die in aller Kürze hingewiesen sei. Daß schon vor der Eroberung der Waadt in Aosta sich Neigung zur Sache der Reformation in kleineren Kreisen geltend machte, ist durch zeitgenössische Zeugnisse erwiesen. Die Absendung einer bernischen Gesandtschaft nach Aosta, die am 20. November 1535 abreiste und vom 27. November bis zum 10. Dezember, wenn auch erfolglos, mit dem Herzog von Savoyen zu gunsten der bedrängten Stadt Genf unterhandelte und an welcher hervorragende Vertreter der eifrig reformierten Partei, wie Hans Franz Nägeli und Stadtschreiber Peter Cyro, teilnahmen, mag die Anhänger der kirchlichen Neuerung in ihrer Haltung bestärkt haben. Schon begann der dortige Bischof auf offenen Widerstand zu stoßen. Aber die Einnahme der Waadt und die Okkupation Genfs durch die Berner veranlaßten diesen Kirchenfürsten und den herzoglichen Statthalter zu energischem Vorgehen gegen die antikatholischen und antinationalen Tendenzen, und die auf den 28. Februar 1536 einberufenen Stände dieser Provinz beschlossen, „ im katholischen Glauben und in der Treue gegen ihr Herrscherhaus zu leben und zu sterben ". So weit die Geschichte. Was nun die von der Tradition behauptete Anwesenheit des von Ferrara herkommenden Calvin in Aosta anbetrifft, so muß die Möglichkeit einer solchen entschieden verneint werden. Calvin befand sich noch Anfang 1536 in Basel. Er hatte daselbst die Herausgabe seiner berühmten „ Institutio " besorgt. Sie trägt an ihrem Eingang das Datum „ 23. August " ( 1535 ) und am Ende „ März 1536 ". Das letzte Datum bezeichnet das Erscheinen des Werkes. Calvin, der die Korrekturen zu besorgen hatte, kann unmöglich während des Druckes von Basel nach Italien verreist sein und seine wichtige Arbeit im Stiche gelassen haben. Hat er auch vielleicht das Erscheinen des Buches nicht abgewartet, so ist doch seine Anwesenheit am Druckort, bis unmittelbar vor dem Zeitpunkt der Herausgabe, so gut als selbstverständlich. Calvin kann somit Basel nicht vor Ende Februar oder Anfang März 1536 verlassen haben. Über diese Reise und ihren Zweck, sowie über den Aufenthalt Calvins in Italien, besteht nun kein anderes Zeugnis als die lakonische Notiz seines Biographen Beza, die in den drei Ausgaben der Lebensbeschreibung Calvins in drei nur unwesentlich voneinander differierenden Berichten erscheint. Die ausführlichste Relation — es ist die der dritten, 1575 erschienenen Ausgabe — lautet in deutscher Übersetzung folgendermaßen: Calvin, nach Herausgabe seines Buches ( die Institutio ), wurde von dem Wunsche erfaßt, die Herzogin von Ferrara, Tochter Ludwigs XII., des Königs von Frankreich, deren Frömmigkeit damals berühmt war, aufzusuchen und zugleich Italien gleichsam von weitem zu grüßen. Er sah die Fürstin und bestärkte sie bei dieser Gelegenheit in dem Eifer für den Glauben, weswegen sie ihm, solange er lebte, mit ganz besonderer Liebe zugetan blieb; und jetzt, da sie ihn überlebt hat, gibt sie deutliche Beweise dankbarer Erinnerung an den Verstorbenen. Übrigens kehrte er aus diesem Italien, von dem er sagte, er habe es nur betreten, um es sofort wieder zu verlassen, nach Frankreich zurück.

Calvin unternahm diese Italienfahrt mit seinem Freunde Louis du Till et. Welchen Weg er dabei einschlug, ist ungewiß. Man riet aufs Geratewohl auf den St. Bernhard, den Splügen, ja die Bernina, und erging sich in allerlei Mutmaßungen über das, was er auf diesem Aljen-übergang, der mit demjenigen Hannibals verglichen wird, gedacht ind empfunden habe. Um von Basel nach Ferrara zu gelangen, war dam ils, namentlich während des Winters, die Route durch Tirol die gangbarste. Sie führte über Konstanz, Kempten, Nesselwang, Eeutte nach Imst im Inntal, und von da entweder über Innsbruck und den Brenner, oder häufiger noch, wie die Berichte der Rompilger melden, über Landeck, Finstermünz und den Vintschgau nach Bozen und Verona. Man hat für die Dauer einer Reise von Basel nach Ferrara 15 Tage angenommen. Nach unserer Berechnung dürfte sie kaum unter 18—20 Tage gewährt haben, es sei denn, daß Calvin mit der Routine eines nürnbergischen Kaufmannes reiste, der die ungefähr gleich lange Strecke von Nürnberg nach Mailand in 16 Tagen zurücklegte. Somit wird Calvin etwa in den letzten Tagen des März 1536 in Ferrara angelangt sein. Was die Dauer seines Aufenthaltes daselbst anbetrifft, so kann derselbe höchstens einen Monat umfaßt haben, befand sich doch Calvin schon am 2. Juni in Paris, wohin er sich zur Erledigung einer Erbschaftsangelegenheit über Basel begeben hatte. Da die Reise von Ferrara über Basel nach Paris mindestens 4 Wochen währte, so muß Calvin wohl schon Ende April sein Asyl am Hofe der Este verlassen haben. Unter solchen Umständen konnte natürlich von einer Evangelisationsreise in Piémont keine Rede sein und es ist daher die Möglichkeit, daß Calvin in Cuneo, Val Grana, Saluzzo und Aosta eine Agitation zu gunsten der Reformation entfaltet habe, entschieden zu verneinen. Ja, wir möchten sogar bestreiten, daß Calvin auf seiner Rückreise Aosta berührt habe. Nicht nur war diese Route für Calvin ein Umweg, sondern sie bot in dieser für Bergübergänge höchst ungünstigen Jahreszeit Schwierigkeiten, die es nicht ratsam machten, sich derselben zu bedienen. Vergesse man nicht, daß der 2786 Meter hohe Col de Fenêtre, den der Tradition nach Calvin überstiegen haben soll, Ende April oder Anfang Mai sozusagen unpassierbar ist. Wir werden daher kaum fehlgehen, wenn wir annehmen, Calvin habe seinen Rückweg durch das Tirol oder allenfalls über den vielbegangenen und gut unterhaltenen Splügen genommen.

Gesetzt aber auch, Calvin hätte auf der Durchreise Aosta berührt, so ist nicht denkbar, daß die noch jetzt bestehende Lokaltradition daher ihren Ursprung genommen habe. Und zwar liegt die Unmöglichkeit, daß Calvin damals in Italien agitatorisch tätig gewesen sei, in der Person- lichkeit des Reisenden selber. Der damals noch nicht 27jährige Gelehrte war eine äußerst reservierte Natur. Während seines fast einjährigen Aufenthaltes in Basel hatte er sein Inkognito aufs ängstlichste gewahrt, und nur einige wenige verkehrten mit dem feingebildeten jungen Franzosen, dessen aristokratische Züge und vornehm-einfache Haltung uns ein treffliches Gemälde aus diesen Jahren überliefert hat. Unter dem Namen Charles d' Espeville trat er seine Reise an den Hof von Ferrara an. Wie streng er auch daselbst sein Inkognito beobachtete, beweist der Brief des deutschen Humanisten Sinapius, der den jungen Gelehrten in Ferrara persönlich kennen lernte, aber über seinen Beruf und Charakter völlig im dunkeln blieb, obwohl er als Arzt der Herzogin nahe stand und als Freund der Gesinnungsgenossen Calvins in Deutschland, Bucers in Straßburg und Grynäus'in Basel wohl den nächsten Anspruch auf das Vertrauen des Reisenden besaß. Auch der Umstand, daß sein Aufenthalt am Hofe der Renata von Este so bald ein Ende nahm, ist nicht, wie die Legende wissen will, dem Einfluß der Inquisition zuzuschreiben, sondern eher demjenigen des Herzogs Èrcole selber, der gerade in diesen Tagen gegen die ihm namentlich aus politischen Gründen mißbeliebige französische Umgebung seiner Gattin eingeschritten war. Wie wenig Calvin damals daran dachte, öffentlich hervorzutreten, zeigt auch der Widerstand, den er im Juli 1536 auf seiner Vorbeireise in Genf dem ihn zum Bleiben auffordernden Farei, allerdings vergeblich, entgegenstellte. Ja, als er, in Genf festgehalten, seine Tätigkeit als Lektor der heiligen Schrift schon begonnen hatte, ist sein Name daselbst noch so wenig bekannt, daß die Register des Rates vom 5. September 1536 sich begnügen, ihn als „ ille Gallus " zu bezeichnen.

Dieser zurückhaltende junge Herr, der nichts anderes sein wollte als ein stiller, seinen Studien lebender Gelehrter, kann nicht derjenige gewesen sein, der schon durch sein bloßes Vorüberreisen in mehreren Ortschaften Piemonts und in Aosta Tumulte und religiöse Krisen verursacht haben soll. Nicht zum wenigsten diese Erwägungen veranlassen uns, die Berichte von Calvins Wirksamkeit in Aosta auf das Gebiet der Legende zu verweisen.

Freilich erhebt sich nun die Frage über die Entstehung des Monumentes und der Lokaltradition in und um Aosta. Wie ist ihre Existenz denkbar, ohne die Anwesenheit Calvins in dieser Gegend-?

Was das Monument anbetrifft, so finden sich die ältesten Nachrichten über dasselbe in den zwei schon genannten Handschriften aus dem XVIII. Jahrhundert, aber vor der Restauration des Denkmals vom Jahre 1741 entstanden. Sie reden von einer „ croix de pierre taillée au milieu de la ville, comme se remarque par escrit au pied d' icelle du 14 mai 1541 ". Daraus ergibt sich nicht mehr und nicht weniger, als daß vor 1741 sich ein Kreuz erhob mit dem Datum vom 14. Mai 1541, und daß die Volksmeinung in diesem Monument ein Denkmal zur Erinnerung an die Flucht Calvins erblickte. Daß aber ursprünglich dieses Kreuz zum Zeichen der Flucht Calvins errichtet worden sei, ist bloße Vermutung. Wir sehen in demselben lediglich ein Denkmal des neuerwachten katholischen Glaubens-eifers, der nach den Ereignissen von 1536 namentlich durch den Bischof Gazone angefacht und durch Prozessionen, Devotionsübungen und Predigten unterhalten und gestärkt wurde. In diesen Tagen, aus denen auch die Monogramme Christi stammen sollen, die über den Türen alter Häuser der Stadt noch vor wenigen Jahrzehnten sichtbar waren, und deren einige noch existieren mögen, wurde das Steinkreuz errichtet, das, ein Monument des Sieges über die Reformation, später mit dem Namen des berühmten und gehaßten Hauptvertreters dieser Bewegung in Verbindung gebracht und 1741 durch das jetzige Denkmal ersetzt wurde mit der bekannten, 1841 erweiterten Inschrift.

Was nun endlich die Örtlichkeiten anbetrifft, die mit Calvin in Verbindung gebracht worden sind, „ la Ferme de Calvin, le Pont de Calvin, la Fenêtre de Calvin ", so läßt sich ihre Taufe auf diesen Namen folgendermaßen erklären:

Ganz von ungefähr hat sich die Legende unter keinen umständen bilden können, deren Spuren von dem Landsitze oberhalb der Stadt über eine kleine Brücke in der Schlucht des Buttier, nach dem Dörfchen Ciosellina und über Val Pelline auf die Höhe des Joches zwischen Mont Avril und Mont Gelé führen. Ein historisches Faktum liegt ihr unzweifelhaft zu Grunde. Welches?

Durch das ganze XVI. Jahrhundert machten sich in Italien vereinzelte reformatorische Bewegungen geltend. Namentlich seit 1542 waren diesseits der Alpen die italienischen Flüchtlinge bekannte Erscheinungen. Meist feurige, disputierlustige Naturen, eifrig auf die Propaganda ihrer evangelischen und philosophischen Lehren bedacht, brachten sie überallhin Leben und Unruhe. Einer dieser Flüchtlinge mag es gewesen sein, der in dem Landsitz vor den Toren Aostas sich aufhielt, mit einigen Gesinnungsgenossen der Stadt Beziehungen pflegte und, zur Flucht genötigt, den Weg nach dem Col de Fenêtre einschlug. Sein Name blieb unbekannt oder fiel der Vergessenheit anheim, aber der Volksmund benannte den geheimnisvollen Flüchtling mit dem Namen des Mannes, der immer mehr die neue Bewegung in sich verkörperte — Calvin.

So wären die Alpen um eine Legende ärmer. Der Wanderer, der gerne geschichtlichen Reminiszenzen sich hingibt, wird sich auf der Höhe des Col de Fenêtre mit der wunderbaren Aussicht nach Süden begnügen, und darauf verzichten müssen, sich in seiner Phantasie den Moment zu vergegenwärtigen, da in der Öffnung des Joches die hagere Gestalt des er- lauchten Flüchtlings auftauchte, den Wanderstab in der Hand, noch einmal zurückblickend in das Land, das ihn zum Weichen genötigt hatte, um dann dem Laufe der Dranse entlang niedersteigend eine Welt zu betreten, die sich bald unter seinen großen, aber herben Geist beugen sollte. Die Schneefelder des Col de Fenêtre sind zwar oft der Schauplatz blutiger Händel gewesen, zwischen denen von Bagnes und denen von Val Pelline, aber der Fuß Calvins hat seine Höhen wohl nie betreten.

Quellen.

Außer der grundlegenden Studie Rilliets: „ Lettre à M. J. H. Merle d' Aubigné sur deux points obscurs de la vie de Calvin, Genève 1864 ", seien genannt: Merle d' Aubigné: Histoire de la Reformation, vol. V, Paris 1869; J. Bonnet: Calvin au val d' Aoste en 1536, Bulletin de la société de l' histoire du Protestantisme français, vol. IX; Idem: Calvin en Italie 1536, Bulletin de la société de l' histoire du Protestantisme français, vol. XIII; C. A. Cornelius: Der Besuch Calvins bei der Herzogin Renata von Ferrara 1536, in den Historischen Arbeiten, Leipzig 1899; E. Doumergue: Jean Calvin, Les hommes et les choses de son temps, vol. II, Lausanne 1902. Die weitere Literatur über diesen Gegenstand findet sich in dem letztgenannten Werke vollständig aufgezählt.

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