Die Eidgenössische Landestopographie 1935 bis 1978

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E. Huber

i. Die Verwirklichung der neuen Landeskarten Mit dem Bundesgesetz über die Erstellung neuer Landeskarten vom 21.Juni 1935 und dem Ausführungsplan vom 5.Januar 1937 waren der Rahmen und die Zielsetzung für das gesamte Landeskartenwerk festgelegt. Es folgte nun die noch viel anspruchsvollere langjährige Zeitspanne der Verwirklichung des doch sehr umfangreichen Arbeitsprogrammes. Unter der Leitung von Direktor Karl Schneider und Vizedirektor Hans Zölly schritt man zur reproduktionstechnischen Verarbeitung des schon seit rund zehn Jahren vorbereiteten photogrammetrischen Grundlagenmaterials nach den altbewährten Methoden des Kupferstichs ( Photo 18a ).

Anlässlich des 1 oojährigen Gründungsjahres des Topographischen Bureaus konnten 1938 die ersten Halbblätter der Landeskarte 1:50000 sowie das erste Blatt Wildstrubel ( Karte 7 ) und 1939 die beiden Blätter Interlaken und Jungfrau veröffentlicht werden. Die Blätter, die heute etwas düster wirken, fanden in der Öffentlichkeit eine gute Aufnahme. Über die damaligen Ver-messungs- und Reproduktionsmethoden orientiert detailliert das Werk « Hundert Jahre Eidgenössische Landestopographie 1838-1938 ».

Die Auflagen der ganzen Blätter erscheinen heute mit 3500 Stück mit Schummerung und 1500 Stück ohne Schummerung recht bescheiden - besonders wenn wir daran denken, dass nach der Einführung der Landeskarte als Militärkarte von diesen Blättern bis heute einige hunderttausend Stück gedruckt wurden! Für die Bewältigung der grossen Aufgabe mussten natürlich auch die Produktionskapazitäten ausgebaut werden. Man musste vermehrt Kupferstecherlehrlinge ausbilden und Kartographen einstellen.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Geschichte der Landestopographie bildete der glücklicherweise grosszügig geplante Neubau in Wabern bei Bern, der 1941 eröffnet wurde und der sich bis heute sehr gut bewährt hat; er erlaubte einen über die damals modernsten Mittel verfügenden Ausbau der photographischen Reproduktionsmethoden.

Inzwischen hatte der Zweite Weltkrieg die normale Entwicklung des Landeskartenwerkes empfindlich gestört; vermehrte militärische Aufträge, ständige Personalabwesenheiten wegen Aktivdienstes sowie die Einstellung der Kartenpublikationen liessen das in erster Priorität zu erstellende Landeskartenwerk 1:50000 nur sehr langsam voranschreiten.

Bei Abschluss des Krieges standen deshalb erst 25 Halbblätter zur Verfügung, die in fünf ganzen Blättern zusammengefasst waren ( heute 78 Blätter ). Es versteht sich daher, dass nach Kriegsende die militärischen Stellen auf eine beschleunigte Herstellung der Armeekarten im Mittelland und Jura drängten.

Da nach einer Vereinbarung aus dem Jahre 1927 zwischen dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement und dem Eidgenössischen Militärdepartement die Erneuerung der eidgenössischen Kartenwerke im Jura und Mittelland auf der Grundlage der Übersichtspläne der Grundbuchvermessung erfolgen sollte, diese aber 1945 noch ziemlich im Rückstand waren, wurde 1946 ein beschleunigtes Vermessungsprogramm mit der Eidgenössischen Vermessungsdirektion ausgearbeitet, dessen Abschluss jedoch erst auf 1956 vorgesehen werden konnte.

Während bei den Aufnahmen im Alpengebiet die terrestrisch-photogrammetrischen Auswer-tungsmethoden noch vorherrschend gewesen waren, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eigentlich nur noch luftphotogrammetrisch gearbeitet.

Ein ausgedehntes Gutachten der Professoren A. Walther und E. Imhof zeigte 1949 vielversprechende Möglichkeiten für wesentliche Verbesserungen der Produktivität bei der Kartenreproduktion auf, die insbesondere die Vermeidung von Doppelarbeiten und den Wegfall der zeitraubenden Arbeit der Waldringeldarstellung betraf. Es zeigte sich auch, dass es, wenn die Nachführungen der alten Kartenwerke eingestellt wurden, ohne weiteres möglich war, neben der Landeskarte 1:50000 auch die übrigen Landeskartenwerke, insbesondere die Karte t :25000, in Angriff zu nehmen. Nach der Vereinigung des Kupferstiches und der Kartographie zu einer gemeinsamen Produktionseinheit wurden 1950 die ersten Reproduktionsarbeiten für die Publikation der Landeskarte 1:25000 mit den Vorlagen für den Kupferstich der Blätter Chasseral und Bielersee unter der Verantwortung von M. Torriani in An- griff genommen. Kein Entschluss konnte in der Frage der Schummerung, die ursprünglich für die Landeskarte i: 25000 nur als Ausnahme vorgesehen war, und der Felsdarstellung gefasst werden. Diese Anstrengungen zur Förderung der Produktion brachten es mit sich, dass 1946-1951 die Zahl der publizierten Halbblätter auf 52 und die der ganzen Blätter auf 26 gesteigert werden konnte. Einzelne Grenzblätter zeigten allerdings noch einen recht rudimentären Inhalt, der später ergänzt werden musste.

Einen nochmals wesentlich intensiveren Aufschwung nahmen die Reformbestrebungen mit dem Amtsantritt von Prof. Simon Bertschmann als Chefder Landestopographie ab 1 Januar 1952.

Rasch wurden die ausstehenden Entscheide für die Landeskarte 1125000 gefasst, so dass bis Ende 1952 bereits 9 Blätter der Landeskarte 1:25000 und 5 weitere Blätter der Landeskarte 1150000 publiziert werden konnten.

Das bis anhin verwendete Normalformat A5, 14,8 X 21,0 Zentimeter, für die gefalzten Karten wurde durch das weit handlichere Format 13 X 19 Zentimeter ersetzt, das sich auch bequem in den Rocktaschen verstauen liess.

Der bisherige, düster wirkende braungraue Reliefton der Landeskarte 1:50000 ( Karte 7 ) wurde durch eine zweifarbige gelb-blaue Schummerung abgelöst ( Karte 13 ). Die weitaus wichtigste Neuerung war jedoch die Umstellung auf die Schichtgravur auf Glas. Intensiv wurde seit Jahren nach einer weniger zeitaufwendigen Methode anstelle des Kupferstiches gesucht. Der Umdruck war auf Initiative von Dr. D. Chervet, H. Stump und F. Anderes schon lange durch die Methode der Positivkopie abgelöst und durch die Kartographen, unter der Leitung von P. Bühler, die Direktzeichnung der Kartenoriginale entwickelt worden. Den eigentlich grossen Durchbruch schaffte jedoch erst die Schichtgravur auf Glas, die auf Grund intensivster persönlicher Bemühungen des Direktors mit Hilfe von an der Landestopographie entwickelten Schichtrezepten und Gravurgeräten in der Photographiesektion und in der Kartographie eingeführt wurde ( Photo 18 b ). Selbstverständlich ist die Verwirklichung einer solchen Umstellung nicht das Werk eines einzelnen. Die Entwicklung der Reproduktionsverfahren und jene der Gravurwerkzeuge, die rationelleste Lösung des Schriftproblems usw. erforderten die loyale intensive Mitarbeit der Beteiligten aller Grade.

Eine besondere Knacknuss bildete der Entscheid über die Felsdarstellung in der Landes- karte 1:25000. Die Meinungen, ob hier einer Lösung in Anlehnung an die Traditionen der Siegfried-Karte oder einer Lösung mit reinen Felshöhenkurven der Vorzug gegeben werden sollte, gingen weit auseinander. Zahlreiche jahrelange Versuche eines Kompromisses der beiden Systeme, durch eine Kombination von Höhenkurven mit Felskantenlinien, hatten nur unbefriedigende Resultate ergeben. Ein Versuchsmuster, an dem A.J.eannet und H. Egolf beteiligt waren, zeigte den Weg zu einer befriedigenden Lösung: die Darstellung der t oo-Meter-Höhenkurven innerhalb einer traditionellen anschaulichen Fels-schraffendarstellung ( Photo 15, Karte 8 ). Unter der Oberleitung von P. Ulmer schufen to begabte Felsgraveure, von denen einige begeisterte Bergsteiger waren, die eindrucksvollen Karten unserer Alpen.

Selbstverständlich hat jede Felsdarstellung, besonders im Massstab t :25000, wo t Millimeter 25 Meter entspricht, ihre schwachen Seiten. Die Anforderung, Aufstiegsrouten in einer Felswand nur nach der Karte bestimmen zu wollen, überfordert jede topographische Karte :25000. Dazu dienen der Alpen-Clubführer und die genaue Beobachtung in der Natur mit dem Feldstecher. Allgemein dürfen wir sagen, dass die 1953 gewählte Darstellung sich sehr gut bewährt hat und dass die Karte 1:25000 sich bei unseren Alpinisten sehr grosser Beliebtheit erfreut.

Mit dem Voranschreiten der Publikation der Landeskarten 1:50000 und 1:25000 zeigte es sich, dass die gehegte Erwartung, das viermal grössere Blattformat gegenüber der Siegfried-Karte würde die ehemaligen Zusammensetzungen im grossen Format überflüssig machen, sich nicht erfüllte. 1954 erschien als erstes Blatt einer Serie von heute 18 Zusammensetzungen die Nr. 5001 Gotthard, 1956 das Blatt 2501 St. Gallen der heute 14 Zusammensetzungen umfassenden Serie t :25000. Dafür konnte die bisherige Publikation der Halbblätter, die beim Publikum zu wenig Anklang fanden, aufgehoben werden, was wegen der grossen Anzahl der Blätter zu einer wesentlichen Rationalisierung führte. Wegen mangelnden Absatzes konnte auch die dreifarbige Ausführungsform ohne Waldton und Schummerung eingestellt werden.

Alle diese Massnahmen, verbunden mit einer wesentlich erhöhten Arbeitseffektivität, erlaubten es auch schon recht bald, zusätzlich zur Bearbeitung der Landeskarte 1:100000 zu schreiten.

Auch für die Herstellung dieser Karte waren umfangreiche Versuche notwendig. Wie schon bei der Landeskarte 1125000, zeigte es sich, dass die Darstellung des Geländereliefs für den Kartenbenützer von ausschlaggebender Bedeutung war, weshalb auf eine vorgesehene Ausgabe dieses Kartenwerkes ohne Schummerung verzichtet werden konnte. 1954 erschien bereits das erste Blatt 41 Col du Pillon. Die klare, übersichtliche Darstellung, die von den oft überladenen ausländischen Beispielen vorteilhaft abstach, fand in der schweizerischen Öffentlichkeit eine sehr positive Aufnahme. Die seit 1935 wegen der Motorisierung wesentlich veränderten militärischen Verhältnisse führten dazu, dass ausserhalb des alpinen Raumes die Landeskarte t :100000 die weitaus am intensivsten benutzte Militärkarte wurde ( Karte to ). Der rapide Anstieg der publizierten Landeskarten führte überdies zum Wunsche, diese modernen, genauen und graphisch gut gestalteten Karten auch für private gewerbliche Zwecke benützen zu können. Dies war nach der bisherigen Ordnung weder für Verkehrsvereine noch für andere private Benutzer möglich. Nur Skikarten, die gemeinsam mit dem Skiverband publiziert wurden, machten hier eine Ausnahme ( Karte 15 ). Dabei war jedoch zu bedenken, dass der Kartenverkauf der Eidgenössischen Landestopographie zu kostendeckenden Preisen zu erfolgen hat und dass jeder Nachdruck deren Absatzmarkt beeinträchtigt. Es wurde daher 1953 eine Gebührenordnung geschaffen, die für Nachdrucke die gleichen Belastungen vorsah, wie sie für die Landeskarten nach Abzug der Druck- und Vertriebskosten berechnet wurden. Die grossen Aufwendungen des Bundes für die topographische Vermessung und die kartographisch-repro-duktionstechnischen Arbeiten werden so durch die Nachdrucke der Landeskarte in gleicher Weise amortisiert wie durch die offiziellen Ausgaben. Wer nur die vermessungstechnischen Unterlagen benützt, zahlt den halben Gebührenanteil.

Als Prof. Dr. h.c.. S. Bertschmann am 31. Dezember 1958 von seinem Amt zurücktrat, konnte er auf eine ausserordentlich fruchtbare Tätigkeit zurückblicken.

Von der Landeskarte 1:25000 waren bereits 129 Blätter, hauptsächlich im Gebiet des Mittellandes und des Juras, publiziert. Die Zahl der veröffentlichten Landeskarten 1150000 stieg von 26 auf 57 Blätter an. Von der Landeskarte 1: t oo 000 waren zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon 6 Blätter erschienen. Dabei war der Personalbestand bedeutend reduziert worden.

Die zu Beginn der sechziger Jahre durchgeführte Gesamtplanung führte für die kommenden Jahrzehnte zu einer neuen Gliederung der Prioritäten. Das dringlichste Ziel war die raschmöglichste, endgültige Ablösung der alten Kartenwerke aus dem 19.Jahrhundert durch die neuen Landeskarten. Dieses Ziel konnte für die Siegfried-Karte 1964 und für die Dufour-Karte 1965 erreicht werden. Zu diesem Zeitpunkt waren die 77 Blätter der Landeskarte 1:50000 und die 23 Blätter der Landeskarte 1:100000 vollendet, und auch die Landeskarten 1:25000 lagen über alle Gebiete des Juras und des Mittellandes vor, in denen die Siegfried-Karte 1:25000 bestanden hatte. Damit haben die Dufour-Karten mehr als hundert Jahre, die Siegfried-Karten durchschnittlich 80 Jahre unserem Volke ausgezeichnete Dienste geleistet und eine kartographische Tradition begründet, auf die die neuen topographischen Karten des 20. Jahrhunderts in vortrefflicher Weise weiter gebaut werden konnten.

Mitte der sechziger Jahre waren die ersten Blätter der Landeskarten jedoch schon alle 10-25 Jahre alt geworden, so dass eine gründliche Gesamtrevision dieser bereits veralteten Blätter nicht mehr weiter zurückgestellt werden durfte. Zunächst je nach Alter der Blätter, ab 1968 systematisch nach grossen Gesamtblöcken zusammengefasst, wurde die Kartennachführung zur Hauptaufgabe des Personals der Landestopographie. Die Vollendung der Landeskarte 1:25000 im Gebirge, die ausserordentlich viel arbeitsintensive Felsgravur erforderte, musste daher vor der dringlich gewordenen Aktualisierung des Karteninhaltes der bestehenden Landeskarten zurückstehen.

Der Auftrag, jährlich 50-60 Blätter und ihre Zusammensetzungen nachzuführen, bildet für die Topographie, Kartographie und insbesondere die Reproduktionsphotographie eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

Während der Laie bei der Nachführung in erster Linie an die Autobahnen denkt, beträgt ihr Eintrag in Wirklichkeit nur einen recht bescheidenen Anteil am ganzen Arbeitsvolumen. Die Güterzusammenlegungen, die Bautätigkeit im Wohn- und Industriesektor, die Verbesserung der Transportstrukturen in den Wäldern, Rodungen und Aufforstungen, Kurorterschliessungen, Glet-scheränderungen ( Photos 2 a, 2 b ), das Verschwinden wichtiger Fusswegverbindungen, insbesondere in den Voralpen und im Tessin, sind für den Gebrauch und damit für die Nachführung der Landeskarten von weit grösserer Bedeutung.

Mit dem 1961 erfolgten Auftrag des Bundesrates zur Verwirklichung des « Atlas der Schweiz » wurde die Schaffung einer einheitlichen Grundlage 1:500000 dringlich. Man zog die Ausführung der Landeskarte 1:500000 daher vor und publizierte sie 1965 erstmals ( Karte i i b ). Von dieser Karte wurde auch eine Vergrösserung im Massstab 1:300000 hergestellt, deren Blass-drucke auch in grossen Stückzahlen als Unterlage für die Publikation der Arbeiten für die Landesplanung Verwendung fanden.

Ganz allgemein wuchs im vergangenen Jahrzehnt die Bedeutung der thematischen Karten für die Landestopographie, sei es für die Darstellung von Erhebungen oder von Planungen auf der Grundlage der Landeskarten, sei es in Form von eigenen Produktionen, wie die Kulturgüterkarte, die Burgenkarte und zahlreiche Spezialkarten für viele Bundesstellen. Insbesondere wurden auch die Karten des Eidgenössischen Luftamtes an der Landestopographie reproduziert.

Ende der sechziger Jahre konnte endlich an den Ersatz der provisorischen Generalkarte 1:200000 geschritten werden, die 1952 nach den Grundlagen der Dufour-Karte publiziert worden war, da die ehemalige Generalkarte 1:250000 darstel-lungsmässig schon lange nicht mehr zu genügen vermochte. Nach gründlichen Proben erschien 1971 das erste Blatt 3 der Landeskarte t :200000, eine Karte, die in der Öffentlichkeit wegen ihrer eindrucksvollen klaren Darstellung der Geländeoberfläche sowie des Waldes und der Felsgebiete ein sehr günstiges Echo fand ( Karte 11 a ). 1976 wurde das Werk vollendet mit der Publikation des Blattes 4 der Südoststrecke der Schweiz. Im gleichen Jahr konnte auch der erste systematische Nachführungszyklus der Landeskarte t :25000 und 1977 jener der Landeskarte 1:50000 abgeschlossen werden.

Alle diese Entwicklungen in der Kartenherstellung waren natürlich nicht möglich ohne ständige Investitionen für Geräte und Maschinen für die Photogrammetrie, in der Photographie und der Druckerei. Die alten Umdruck- und Steindruck-pressen, die 1940 noch in den Neubau in Wabern übernommen worden waren, mussten leistungsfähigeren Offsetpressen weichen, die schon zu Beginn mit den erst später allgemein anerkannten Aluminiumplatten druckten. Die Anzahl der gedruckten Karten stieg von 1935 von etwa 300000 auf 900000 im Jahre 1956 und auf 2700000 im Jahre 1977. Zur Bewältigung dieser Aufgabe stehen uns 4 Offsetmaschinen, 2 Flachoffset- und 2 Kleinoffsetmaschinen sowie Plattenentwick-lungsmaschinen und Schneide- und Falzmaschinen zur Verfügung.

Genauere Angaben über die heute für die Herstellung und Nachführung der Landeskarten gebräuchlichen Arbeitsmethoden, insbesondere über die Ätzgravur ( ab 1968 ), finden Sie in den verschiedenen Spezialbeiträgen.

Die Qualität der schweizerischen Landeskarten fand auch im Ausland grosse Beachtung. Zahlreiche ausländische Institute erwarben Lizenzen von Verfahren der Landestopographie, insbesondere der Positivkopie und der verschiedenen Gravurschichten. Deutsche, italienische, österreichische, spanische, türkische, syrische, israelische, ägyptische, sudanesische, irakische, iranische, englische, japanische, indonesische, nepalesische, kanadische, indische und amerikanische Kartenfachleute wurden in meist mehrmonatigen Kursen in der Technik der schweizerischen Kartographie ausgebildet. Die Karten i :50000 des Mount McKinley und 1:15 obo des Squam Range, die im Auftrag des Museums of Science in Boston ausgeführt wurden, fanden höchste Anerkennung amerikanischer Kartenfachleute.

2. Die geodätische Landesvermessung Neben dem ständigen Wandel bei der Hauptaufgabe der Landestopographie, der Herstellung und Nachführung der eidgenössischen Kartenwerke, blieb natürlich auch die Entwicklung im andern Schwerpunkt, der geodätischen Landesvermessung, nicht stehen. Ende der dreissiger Jahre konnte das grosse Werk der Triangulation IV. Ordnung im wesentlichen beendet werden. Die Verleihung des Titels eines Ehrendoktors der ETH Zürich an den verdienten langjährigen Lei-terder Triangulation, H. Zölly, zeigt, welch grosse Wertschätzung die technische Welt dieser Leistung zuordnete.

Mit dem Abklingen dieser intensiven Triangu-lationsphase trat natürlicherweise eine gewisse Ruhepause ein, in der nur vereinzelt Neutriangu-lationen vorgenommen wurden.

Die durch die Computertechnik möglich gewordene Ausgleichung ganzer Netze, die an der Landestopographie ab 1969 dank der grossen Kapazität des EMD-Rechenzentrums im Loch-kartenbetrieb möglich war, und der Einsatz der elektronischen Distanzmessung ( Photo 6b ) ab der zweiten Hälfte der sechziger Jahre führten in der Triangulation in bezug auf Netzgestaltung und Rechenmethoden zu einem neuen Aufschwung.

Unter der Leitung von dipl.Ing. Hj.Oettli wurden in den letzten Jahren grössere Teile der

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