Findling

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Von Hermann Hiltbrunner

Einsam liegt der urher losgesprengte, Von den Eisgewalten abgedrängte Felskoloss gleich einem Götterbilde Fruchtlos im befruchteten Gefilde.

Sesshaft ist er nach Jahrtausendreisen -Wird das Los ihn nochmals übereisen, Muss er mit der schwanken Weltenwage Weiterziehn am Ende seiner Tage?

Ob ihn Regen frass und Sonne sengte -In sich ruhend trägt er das Verhängte. Macht das Schicksal einen Stein erzittern? Fortbestehn ist gleichviel wie Verwittern.

Wer sich nicht dem Weltgeröll vermengte, Bleibt der Losgetrennte, Abgesprengte, Wessen Blick die Ewigkeit gebrochen, Schaut äonisch, gründet in Epochen.

( Aus dem Gedichtband: Flucht aus der Tiefe. Werner Classen Verlag, Zürich )

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