Protokoll der 24. Generalversammlung

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der.

Protokoll der.

XXIV. Generalversammlung des 8. A. C.

Sonntag den 18. August 1389 in Zürich.

Der Festpräsident, Er. Reg.Rath Grob, entbietet der Versammlung und dem anwesenden Vertreter des deutschen und österreichischen Alpenvereins den Gruß der Section Uto und wirft unter Hinweis auf das 1871 in Zürich abgehaltene Clubfest einen Rückblick auf die Geschichte der Entstehung des Schweizer Alpen-Clubs, dessen 25-jähriges Jubiläum wir heute feiern. Der Redner illustrirt das Werden, Wachsen und Erstarken des Gesammtclubs und seiner Sectionen, die Entwicklung seiner Institutionen und alpinistischen Thätigkeit durch eine interessante Zusammenstellung-aus den officiellen Festchroniken, besonders derjenigen über das erste Vereinsjahr. Das Verzeiehniß der Mitarbeiter am 1. Bande des Jahrbuches ist zugleich eine Liste der Koryphäen der schweizerischen Alpenforschung. Hinsichtlich der Weiterentwicklung unseres Clubs verweist der Festredner auf die demnächst zu erwartende Jubiläumsschrift des Herrn Pfarrer Büß, welche dasselbe Thema behandelt. Der mit reichem Beifall begrüßte Vortrag schließt mit einer lebensvollen Schilderung der jetzigen Gestaltung des Vereins, seiner Leistungen und Aufgaben und einem Vivat, crescat, floreat aaf den S. À. C.

Der Centralpräsident, Hr. Oberst Gallati, erstattet den Geschäftsbericht, welcher diesmal zwei Geschäftsjahre umfaßt. Der Zuwachs der Mitgliederzähl beträgt 367; auch eine neue Section, Emmenthal, hat sich gebildet. Von unsern Ehrenmitgliedern ist Hr. Ing. Francois Bétemps gestorben, der Veteran unserer Gebirgstopographen. Das Clubvermögen wird zu Ende 1889 gegen 40,000 Frs. betragen. Das Gesuch an den Bundesrath bezüglich der Erstellung eines Reliefs der Schweiz ist noch im Studium der Vorberathnng. Der Betrag des Legates Bétemps wird der Section Monte Rosa zur Erstellung einer Hütte am Fuße des Monte Roaa übergeben. Bezüglich des Führerwesens beschloß die gestrige Delegirten-Versammlung, das G. C. mit der Sammlung der bestehenden Führerverzeichnisse und -Tarife zu beauftragen. Die Versicherung der Führer sollte im Hinblick auf neuerdings vorgekommene Unglücksfälle noch mehr verallgemeinert werden. Weitere Mittheilungen betreffen die Beschlüsse der Delegirten-Versammlung mit Bezug auf ein verändertes Clubzeichen, die Pflanzenschutzfrage, Beitrag an ein Denkmal für Hrn. Prof. Rambert, die Publication der Rhonegletscher-Vermessungs-arbeiten, sowie Mehrkosten der Reliefkarte des Hrn. Ing. Fr. Becker.

Das C. C. hat Schritte gethan, die Verunstaltimg der Felswände bei der Teufelsbrücke durch Reclamen zu beseitigen und zu verhindern, ist für Weiterentwicklung des Hüttenwesens besorgt und pflegt die Verbindung mit den auswärtigen Alpen vereinen.

Der Vice-Präsident des C. C, Hr. Pfarrer Dr. Büß, motivirt den Antrag der Delegirten-Versammlung, als officielles Excursionsgebiet für 1890 91 die Blätter 415, 416, 418, 419, 273 und 274 zu wählen, welche die Rhätikonkette mit Ausnahme der Silvrettagruppe, also die nördliche und südliche Umrahmung des Prättigau umfassen. Der Antrag wird ohne Discussion angenommen.

Ueber die Wahl eines Festortes und Festpräsidenten kann die Generalversammlung sich nicht schlüssig machen, da keine diesbezüglichen Anerbietungen von Sectionen bis jetzt vorliegen. Es hat hierHber die nächste Delegirten-Versammlung zu beschließen.

Der Hr. Centralpräsident trägt noch nach, daß die Delegirten-Versammlung ferner beschlossen hat, die Sectionskassiere hätten den Mitgliederbeitrag für die Centralkasse bis spätestens am 31. März jeweilcn an den Centralkassier abzuliefern.

Nunmehr folgt der Vortrag des Hrn. Prof. Dr. C. Schröter über „ Oswald Heer als Gebirgsforscher ". Zu Eingang seiner Rede wünscht er mit herzlichen Worten seinem Collegen, Hrn. Prof. Heim, der zur Stärkung seiner erschütterten Gesundheit im Seebade weilt und ursprünglich den Festvortrag übernommen hatte, die erhoffte Genesung, ein Wunsch, der in der Versammlung lauten Wiederhall findet.

Nach einer Skizzirnng des Lebensganges des verewigten Forschers, dessen Jugendzeit denselben schon auf zahlreiche Hochgipfel seines heimatlichen Glarner-und des angrenzenden Bündnerlandes führte, tritt der Vortragende auf eine genauere Detaillirung der Bergreisen Heer's in den 30er Jahren ein, wie er sieden Angaben der „ Flora nivalis der Schweiz " entnimmt. Begleitet von seinem getreuen Führer Madutz, legte Heer hohe clubistische Leistungsfähigkeit an den Tag; er erstieg zuerst den Palli und den Piz Linard.. Wichtiger aber noch sind seine zahlreichen Höhenmessungen, seine Untersuchungen über Alpwirthschaft, über Höllenverbreitung und Farbe der Insecten, am wichtigsten jedoch seine botanischen Arbeiten. Zwischen seiner ersten ptlanzengeographischen Schrift über das Glarner Kleinthal und seiner letzten, der „ Nivalen Flora der Schweiz ", liegt ein halbes Jahrhundert rastloser Gelehrtenarbeit; Heer verdanken wir Alles, was wir über die fossile Flora der Schweiz sowohl wie der Polarländer wissen; das gesammte Verzeichniß seiner gedruckten Arbeiten umfaßt etwa 300 Nummern! Ein Heros der Arbeit, knüpfte er als Greis wieder mit seiner letzten Schrift an die Lieblingsbeschäftigung seiner Jugend an. Den ganzen Zauber seiner liebenswürdigen Persönlichkeit entfaltete .Heer auf den botanischen Excursionen mit seinen Schülern. Der Vortragende schließt seine klare und warme Darstellung mit dem Worte: „ Es war der Besten einer unter unsDem Vortrage folgt rauschender Applaus, sowie der wohlverdiente Dank des Festpräsidenten.

Das Protokoll wird verlesen und genehmigt. Schluß der Sitzung 12 Uhr 40 Minuten.

Der Festpräsident: J. E. Grob.

Der Festsekretär: Dr. Lüning.

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