Protokoll der XXVIII. Delegirtenversammlung

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der

XXVIII. Delegirtenversammlung des S.A.C.

abgehalten

Samstag den 18. Juli 1891 im Rathhaus in Zofingen.

Die Versammlung wird um 2'/a Uhr durch Herrn Vicepräsident Dr. Ernst Büß an Stelle des in Militärdienst abwesenden Herrn Centralpräsident Oberst Rudolf Gallati mit Verlesung der Traktanden eröffnet.

Der Appell ergibt die Anwesenheit von 59 Delegirten, welche 31 Sectionen vertreten, nämlich:

Aargau: AI vier: Bachtel:

Hr. Neuburger, Apotheker, Aarau.

Alexander Gröbli, Rapperswyl,Eedactor Fritz Lehmann, Hinweil,C. Rüegg, Rttti.

Carl Lüscher-Streckeisen, Basel,Rudolf Kummer, Basel,Joh. Weinmann, Basel.

Dr. H. Dübi, Bern,A. Wäber-Lindt, Bern,A. Francke, Bern.

„ Louis Müller, Biel, „ Eduard Wartmann, Biel.

„ H. Losinger, Burgdorf.

Emil Courvoisier, Chaux-de-Fonds, A. Krause, Chaux-de-Fonds.

Basel:

Bern:

Bernina: Biel:

Blümlisalp:

Burgdorf:

Chaux-de-Fonds:

Emraenthal: Genevoise: Gotthard: Moleson:

Mythen: Neuchatel:

Oberaargau: Oberland: Pilatus: Randen:

Rhätia: Scesaplana: Roßberg: Säntis: St. Gallen:

Chronik.

Hr. Alexander Rzewuski, Davos-Platz,Dr. jur. J. Bätschi, ,,Professor William Cart, Lausanne,Auguste Andre, Lausanne,Albert Barbey, Lausanne.

Otto Sänger, Langnau.

A. Müller, Kantonsförster, Altdorf.

Jules Repond, Freiburg,Gerold Gottrau, Freiburg.

Josef Bettschart, Ingenieur, Schwyz.

Jean Schelling, Neuenburg,Fritz Sandoz, Neuenburg.

Rudolf Luginbühl, Fürsprecher, Langenthai,Hans Wolf, Fabrikant, Langenthai.

Pfarrer H. Baumgartner, Brienz,Straßer, Grindelwald.

Alfred Breitschmid, Luzern,And. Bucher, Luzern.

J. C. Bahnmeier, Schaffhausen,Paul Brugger,Eduard Imhof, Seminarlehrer, Schiers.

Anton Heß, Unterägeri.

Dr. Ritter, Trogen.

J. E. Mettler-Wolff, St. Gallen,C. W. Stein, Apotheker, St. Gallen,Robert Zollikofer-Rietmann, St. Gallen.

Fritz Grob, Wattwyl,Jacob Mettler, Wattwyl.

Adolf Camenzind, Kaufmann, Stans.

Leonhard Blumer, Fabrikant, Engi,Heinrich Streiif, Ennenda,Heinrich Brunner-Stucky, Glarus.

John Syz, Zürich,Dr. Walder, Zürich, Ticinese: Toggenburg:

Titlis: Tödi:

üto:

Monte Rosa: Weißenstein:

Wildhorn: Winterthur:

Zofingen:

Lavater-Wegmann, Zürich.

n n Charles Fama, Saxon, Dr. med. Guglielminetti, Sumatra. „ Ingenieur E. Bodenehr, Solothurn, „ Wilhelm Forster, Solothurn. „ Alf. Züricher, Bern. „ Carl Sulzer-Spiller, Winterthur, J. Weber-Imhoof, Winterthur., Gustav Strähl, Zofingen, „ H. Fischer-Siegwart, Zofingen.

Als Stimmenzähler werden gewählt die Herren Heinrich Streiff, Glarus, und Carl Lüscher-Streckeisen, Basel.

Rechnungsahlage. Die Rechnung pro 1890 ergibt an:

AusgabenFr. 28,978. 04 Einnahmen„ 23,019. 30 RückschlagFr. 5,958. 64 Das. Vermögen beträgt Ende 1890Fr. 33,796. 29.

Herr Emil Courvoisier, Chaux-de-Fonds, als Rechnungsrevisor, referirt über die Rechnung und beantragt Genehmigung derselben, was einstimmig erfolgt, unter bester Verdankung an den Centralcassier. Der Vorsitzende hebt besonders hervor, daß die Rechnungsführung des Hrn. Centralcassier Caspar Hösli stets eine musterhafte war.

Antrag der Section Bachtel: Es seien drei Sectionen für die Revision der Jahresrechnung des S.A.C. zu wählen. Das Centralcomite beantragt Ablehnung und Verbleiben beim bisherigen Modus, in dem Sinne jedoch, daß in Zukunft die Revisoren am Wohnorte des Cassiers die Revision vornehmen, und daß das Centralcomite für die Geschäftsführung des Centralcassiers verantwortlich sein solle.

Herr Redactor Fritz Lehmann, Hinweil, begründet den Antrag der Section Bachtel. Der Grund für den gestellten Antrag liege hauptsächlich darin, den Sectionen genaue Einsicht in die Thätigkeit des Centralcomite zu verschatfen und damit das Interesse der Sectionen an der Thätigkeit des S.A.C. überhaupt zu fördern.

Hr. Centralcassier Caspar Hösli bekämpft den Antrag der Section Bachtel. Er bezweifelt, daß durch Annahme desselben das Interesse der Sectionen an der Thätigkeit des S.A.C. gefördert werde. Die Hauptsache sei immer im Jahrbuche enthalten. Die Sache werde durch die Wahl von drei Revisoren nur complicirt. Der Antrag des Centralcomite genüge vollständig, wenn, entgegen der bisherigen Uebung, die Revisoren am Wohnsitz des Centralcassiers die genaue Prüfung der Rechnung vornehmen. Ferner sei es am Platze, daß einmal festgestellt werde, wer für die Thätigkeit des Centralcassiers verantwortlich sei.

Hr. Mettler-Wolff, St. Gallen, unterstützt den Antrag des Centralcomite, stellt jedoch den Zusatzantrag, daß den Revisoren ihre Auslagen aus der Centralcasse vergütet werden.

Hr. Ingenieur Josef Bettschart, Schwyz, unterstützt den Antrag des Vorredners, will jedoch den Ort der Zusammenkunft der Revisoren durch das Centralcomite bestimmen lassen. i Hr. John Syz, Zürich, will beim Alten bleiben. Es passe den Revisoren am besten, die Rechnung zu Hause zu prüfen. Den kleinen Sectionen könnte man entsprechen, indem man einfach Mitglieder derselben als Revisoren wähle. Jedenfalls beantrage er die Ablehnung des Antrages, wonach das Centralcomite solidarisch haftbar erklärt werde für die Geschäftsthätigkeit des Centralcassiers.

Hr. Pfarrer Baumgartner, Brienz, will die Haftbarkeit des Centralcomite ebenfalls ablehnen und warnt vor den Consequenzen.

Der Antrag des Hrn. Mettler-Wolff, St. Gallen, auf Vergütung der Spesen für die Revisoren wird einhellig angenommen.

Hr. Ingenieur Josef Bettschart, Schwyz, zieht seinen Antrag zurück.

Der Antrag des Centralcomite, daß die Eevision am Wohnsitze des Centralcassiers vorgenommen werde, wird ebenfalls einstimmig genehmigt.

Mit großer Mehrheit wird der Antrag des Centralcomite betreffend Haftbarkeit des Centralcomite für die Geschäftsthätigkeit des Centralcassiers abgelehnt.

Endlich wird der Antrag der Section Bachtel mit großer Mehrheit abgelehnt.

Die so angenommenen Anträge werden in definitiver Abstimmung mit großer Mehrheit gegenüber dem Antrag des Hrn. John Syz, beim Alten zu bleiben, festgehalten.

Als Rechnungsrevisoren pro 1891 werden gewählt die Herren Weber-Honegger in Wald und Advocat Emil Dutoit in Lausanne.

Als Suppleanten werden gewählt die Herren Imobersteg in Boltigen und Jean Schelling in Neuenburg.

Excursionsgebiet pro 1892. Das Centralcomite wünscht der Generalversammlung vorzuschlagen, das bisherige Olubgebiet ( Rhätikon und Hochwang ) noch für das nächste Jahr beizubehalten. Hr. P. Oertly-Jenny begründet den Antrag. Die Versammlung erklärt sich mit demselben einhellig einverstanden.

Antrag des Centralcomites betreffend Schaffung eines ständigen Centralsecretärs. Der Antrag des Centralcomites lautet:

Die Generalversammlung " möge beschließen: aj Es wird ein ständiges Secretariat des S.A.C. errichtet; b ) für dasselbe gelten folgende Bestimmungen:

1. Zur Besorgung der Geschäfte des S.A.C. wird ein ständiges Secretariat errichtet, das dem Centralcomite unterstellt ist.

2. Der Secretär wird auf Antrag des Centralcomites von der Abgeordnetenversaramlung auf eine Amtsdauer von 3 Jahren mit Wiederwählbarkeit gewählt. Wünscht er seinen Rücktritt zu nehmen, so kann dies nur auf dreimonatliche Kündigung und auf eine Abgeordnetenversammlung hin geschehen.

3. Er ist gehalten, am jeweiligen Sitz des Centralcomites zu wohnen und den Sitzungen des Centralcomites, der Abgeordneten- und der Generalversammlung beizuwohnen. Bei den Sitzungen hat er be-rathende Stimme.

4. Es kommen ihm folgende Obliegenheiten zu: a. die Führung des Protokolls der Sitzungen des Centralcomites, der Abgeordneten- und der Generalversammlung, b. die Ausfertigung der aus den Verhandlungen sich ergebenden Schreiben, sowie die Erledigung der gesammten übrigen Correspondenz des Centralcomites, c. die Versendung der Circulare des Centralcomites, der Excursionskarten und anderweitigen vom Centralcomite ausgehenden Drucksachen, d. die Führung des Mitgliederverzeichnisses des S.A.C., e. die Ordnung und Verwaltung des Vereinsarchivs, f. die Führung der Dossiers der Clubhütten, g. die Controlirung und Ueberweisung der eingehenden Druckschriften an die Vereinsbibliothek,h. die Uebernahme besonderer Missionen im Auftrag des Central- comites, i. die Besorgung der periodischen Publicationen des Centralcomites, k. die Redaction des Jahrbuches des S.A.C., l. soweit möglich die wissenschaftliche und populäre Verarbeitung des vom S.A.C. gesammelten Materials.

5. Er hat seine ganze Zeit und Kraft seiner Stellung zu widmen; es ist ihm daher die Uebernahme anderweitiger Beschäftigungen untersagt und die Mitgliedschaft von Vorständen anderer Gesellschaften nur mit Bewilligung des Centralcomites gestattet.

6. Für seine Verrichtungen bezieht er:

o. ein fixes, in vierteljährlichen Raten zahlbares Jahresgehalt von Fr. 3000—4000; die Höhe desselben wird innert diesen Grenzen vom Centralcomite bestimmt; b. bei Uebernahme von Missionen im Auftrag des Centralcomites, sowie bei den Jahresversammlungen des S.A.C. Vergütung sejner Reisekosten; c. für wissenschaftliche Arbeiten, es seien Beiträge für das Jahrbuch oder selbständige Druckschriften, die er in Ausführung des 4, lit. 1, herausgibt, Extrazuschüsse zu seiner Besoldung, über deren Höhe das Centralcomite, bei größern Arbeiten die Abgeordnetenversammlung entscheidet.

Hr. Vicepräsident Dr. Ernst Büß begründet den Antrag. Wenn ein Schritt gethan werden soll, so soll er ein radicaler sein. Die Arbeitslast des Centralcomite werde eine immer größere. Die Mitglieder des Centralcomite, welche verschiedenen Berufsarten angehören, die sie völlig in Anspruch nehmen, werden immer schwieriger ihre Aufgabe durchführen können. Je umfangreicher die Arbeit wird, desto schwieriger kann ein neues Centralcomite sich in dieselbe hineinschaffen. Es wird leichter gehen, wenn es ein Mitglied in seinem Schooße hat, das mit allen Geschäftszweigen vertraut ist. Auch die wissenschaftliche Verarbeitung des Materials soll durch den Centralsecretär besorgt werden. Es liegt nicht im Interesse des S.A.C., dieses Gebiet seiner Thätigkeit zu ver- nachläßigen. Jetzt ist die Zeit da, wo eine Verarbeitung des bisher gesammelten Materials am Platze ist. Der Referent erörtert dann die im Antrag des Centralcomite für den Centralsekretär enthaltenen Pflichten. Speciell die Bedienung eines periodisch erscheinenden Organs des S.A.C. außer dem Jahrbuche sei nur durch einen ständigen Secretär möglich.

Hr. Dr. H. Dübi, Bern, verkennt die große Arbeitslast des Centralcomite durchaus nicht, allein eine überwältigende sei sie nicht und erfordere nicht derartige Maßnahmen, wie sie beantragt werden. Ein ständiger Secretär komme oft in eine sonderbare Lage, und sein Centralcomite stünde zu sehr unter dem Einflüsse des Secretärs. Dieser Umstand würde die Sectionen abschrecken, die Centralleitung zu übernehmen. Die Unabhängigkeit der Redaction des Jahrbuches würde ebenfalls leiden. Die periodische Publication könne man mit einer bestehenden Zeitschrift verbinden, man brauche sie nicht durch den Secretär besorgen zu lassen. Am richtigsten sei es, die Arbeitslast unter den Mitgliedern des Centralcomite zu vertheilen, wie es das jetzige Centralcomite gethan habe. Die Arbeitslast, die dem Centralsecretär zugemuthet werde, sei viel zu groß. Die Besoldung desselben sei an sich nicht so groß, allein für den S.A.C. sei die Ausgabe doch empfindlich. Redner empfiehlt Ablehnung der Anträge des Centralcomite und eine Creditertheilung für die Arbeiten des Centralcomite.

Hr. C. Rüegg, Rüti, befürchtet ebenfalls, der Centralsecretär würde einen zu großen Einfluß auf ein Centralcomite ausüben. Die mit der Centralleitung betrauten Mitglieder sollen nicht bevormundet sein, wie es der Fall wäre, wenn ein ständiger Secretär geschaffen würde. Ein nicht limitirter Credit für das Centralcomite genüge für die Hülfsarbeiten vollständig.

Hr. Professor William Cart, Lausanne, Section Diablerets, unterstützt den Antrag des Hrn. C. Rüegg, Rüti, resp. der Section Bachtel. Was sich besonders vermehrt habe, sei diejenige Arbeit, welche durch Hülfs-arbeiter erledigt werden könne, nicht aber die Arbeit, welche eine besondere geistige Thätigkeit nöthig mache. Der vorgeschlagene Centralsecretär würde nichts Anderes als ein Blireaukrat, unter dessen Einfluß das Centralcomite stehen würde. Ein solcher Centralsecretär sei übrigens nicht leicht zu finden. Dem S.A.C. gehören Mitglieder von drei Nationalitäten an. Der Secretär müßte also neben sonstigen wissenschaftlichen Kenntnissen auch die Sprachen perfect kennen.

Hr. Rudolf Kummer, Section Basel, bekämpft den Antrag des Centralcomite ebenfalls. Auf der einen Seite müsse der Secretär wissenschaftliche Arbeiten liefern, auf der andern Seite gewöhnliche Schreiberdienste versehen, wie Circulare versenden. Dies sei ein Widerspruch. Einen wissenschaftlich gebildeten Mann für diese Arbeiten werden wir für 3—4000 Fr. nicht finden. Das Richtige ist, einen bestimmten Credit für eine Hülfskraft auszusetzen. In dieser Beziehung schlägt Redner Fr. 1000—1500 vor.

Chronik.

Hr. Centralcassier Caspar Hösli bemerkt, der Hauptgesichtspunkt für den Antrag des Centralcomite sei, eine Kraft für wissenschaftliche Arbeiten zu finden, und zwar hauptsächlich einen tüchtigen Mann für die Redaction des Jahrbuches und der periodischen Zeitschrift, die übrigen Arbeiten kommen weniger in Betracht.

Hr. Pfarrer Baumgartner, Section Oberland, glaubt nicht, daß ein ständiger Centralsecretär ein Majordomus des Centralcomite werde. Der Secretär kann für das Centralcomite das sein, was ein Führer für den Clubisten im Hochgebirge. Die Richtung und den Curs bestimmt das Centralcomite, das Andere kann der Mann unseres Vertrauens besorgen. Mit dem Wechsel des Centralcomite wird beim bisherigen System viel Erfahrung verloren. Dieses Capital sollte jedoch nicht verloren gehen. Für den Fall, daß der Antrag des Centralcomite angenommen würde, stellt Redner den Antrag, daß die sämmtlichen für die Stelle angemeldeten Candidaten der Delegirtenversammlung zur Wahl präsentirt werden.

Hr. Professor Walder, Zürich, bekämpft Namens der Section Uto den Antrag des Centralcomite, die Section Uto sei einstimmig gegen den ständigen Centralsecretär. Er betont hauptsächlich die finanzielle Seite der Frage. Der S.A.C. bekomme sonst immer mehr Ausgaben. Die Einnahmen dagegen werden sich nicht mehr stark steigern.

Hr. A. Francke, Bern, bemerkt, das Votum des Hrn. Centralcassier Caspar Hösli habe die Frage auf einen ganz andern Boden gestellt. Wenn man dies gewußt, hätte man vielleicht die Sache ebenfalls anders behandeln können. Für heute aber genüge die Creditertheilung für Hülfsarbeiten.

Hr. Fritz Sandoz, Neuenburg, ist ebenfalls für Ablehnung des Antrages des Centralcomite und eine Creditertheilung für die nöthigen Hülfsarbeiten.

Hr. Vicepräsident Dr. Ernst Büß schließt die Discussion mit einer kurzen Replik.

Abstimmung: Eventuell wird mit 37 gegen 22 Stimmen beschlossen, für Hülfsarbeiten dem Centralcomite einen Credit von Fr. 1000-1500 zu gewähren. Die Minderheit will sagen den „ nöthigen Credit " nach Antrag Neuchätel. Mit allen gegen fünf Stimmen wird an diesem Beschlüsse gegenüber dem Antrage des Centralcomite festzuhalten beschlossen.

Bericht des Centralcomite betreffend Herausgabe periodischer Publicationen. In diese Publicationen gehört in erster Linie die Chronik des Vereins, die Beschlüsse des Centralcomite, Berichte der Sectionen n. s. w. Das Centralcomite ist nach Ablehnung des Centralsecretärs nicht in der Lage, einen Antrag zu stellen, sondern glaubt, es sei richtiger, diese Frage dem künftigen Centralcomite zur Prüfung und Antragstellung zu übergeben.

Hr. A. Francke, Bern, will diese Frage einer besondern Commission zur Erledigung übergeben, und zwar solle auf 1. Januar 1892 die Publication erscheinen. Das Organ sollte, wenn möglich, allen Mitgliedern gratis zugeschickt werden. In die Commission sollten die Redactoren des Jahr- buches, der Alpenzeitung und des Echo des Alpes nebst einer Vertretung des Centralcomite gewählt werden.

Hr. John Syz, Zürich, tritt für den Antrag des Centralcomite ein, die Frage sei nicht so einfach, wie Hr. Francke glaube. Zuerst müsse sie besser abgeklärt sein, bevor die Versammlung einen derartigen Beschluß fassen könne. Gerade der Kostenpunkt sei zu wenig erwogen.

Mit großer Mehrheit wird der Antrag des Centralcomite angenommen.

Bericht des Centralcomite betreffend Erhaltung von Clubhütten. Die Section Tödi hat letztes Jahr folgenden von der Versammlung angenommenen Antrag gestellt:

„ Das Centralcomite ist eingeladen, die Frage zu prüfen, in welcher „ Weise die Clubhütten in einem bessern Stand zu erhalten seien. "

Hr. Fr. Oertly-Jenny reterirt Namens des Centralcomite, die Hütten sind häufig in schlechtem Zustand, im Gegensatz zu denjenigen der ausländischen Vereine. Schuld daran ist einerseits die mangelhafte Aufsicht der Sectionen, anderseits der Umstand, daß die meisten Hütten dem Publicum auf Gnade und Ungnade übergeben sind. Es wäre eine Reihe von Beispielen zu nennen von schlecht unterhaltenen Hütten. Zur Abhülfe gibt es nur ein Mittel: die Bestellung von Hüttenwärtern für die frequentirtesten Hütten oder, da wo es nicht thunlich ist, eines Inspectors, der die Hütten oft inspicirt. Deshalb beantragt das Centralcomite folgenden Zusatz zu den Hüttenstatuten:

1. Für die Hütten mit starker Frequenz kann das Centralcomite im Interesse der bessern Instandhaltung derselben von der betreffenden auf-sichttragenden Section die Anstellung eines ständigen Hüttenwartes während der Monate Juni bis September verlangen.

2. Die daraus der Section allfällig erwachsenden Auslagen vergütet die Centralcasse bis zum Betrage von Fr. 200 per Jahr.

3. Sollte eine Section der bezüglichen Weisung des Centralcomites keine Folge leisten, so wird die betreffende Hütte aus der Liste des S.A.C. gestrichen und kommen demnach die Bestimmungen der Hütten-Statuten nicht mehr in Anwendung.

Hr. Rudolf Kummer, Basel, beantragt Verschiebung dieses Antrages auf die nächste Versammlung, da die Sectionen diesen Antrag nicht discutiren konnten, weil er ihnen nicht zur Kenntniß gekommen ist.

Hr. Caspar Streiff, Glarus, will diesen Antrag heute behandeln, Hr. Pfarrer Straßer, Grindelwald, dagegen wünscht ebenfalls Verschiebung.

Mit großer Mehrheit wird Verschiebung dieser Frage auf nächste Versammlung beschlossen.

Antrag betreffend Veröffentlichung einer Arbeit des Herrn Julius Becker in Ennenda, über die Clubhütten, deren Construction und Bau. Das Centralcomite glaubte, um den Bau der Clubhütten des S.A.C. für die Zukunft möglichst rationell zu gestalten, einmal einen Fachmann damit beauftragen zu sollen, eine bezügliche Arbeit zu liefern.

Hr. Vicepräsident Dr. Ernst Büß begründet den Antrag des Centralcomite und verlangt für diese Arbeit den nöthigen Credit.

Hr. Julius Becker, der anwesend ist, referirt selbst über den Umfang und die Art der ihm vom Centralcomite übertragenen Arbeit. Das Werk enthält die Beschreibung der bisherigen Hütten und Winke und Rathschläge für diejenigen Sectionen, welche Clubhütten zu bauen beabsichtigen.

Hr. Dr. jur. J. Bätschi, Section Davos, beantragt Ablehnung des Antrages des Centralcomites, die Publication der Arbeit würde ein Präjudiz schaffen für die Zukunft. Richtiger sei es, über die Construction von Hütten eine Preisausschreibung zu veranstalten. Dann gehen Arbeiten von verschiedenen Seiten ein, und man kann eine Auswahl treffen. Er stellt einen bezüglichen Antrag.

Hr. Alfred Züricher, Section Wildhorn, beantragt Ablehnung des Antrages der Section Davos. Mit Publication dieser Arbeit ist durchaus nicht entschieden, wie in- Zukunft die Hütten gebaut werden sollen.

Hr. Pfarrer Straßer ist gleicher Ansicht. Eine Preisausschreibung würde dem S.A.C. nur größere Kosten verursachen. Hr. Julius Becker, eine Autorität im Hüttenbau, erhielte bei einer Preisausschreibung gewiß den ersten Preis.

Mit 41 gegen 2 Stimmen wird der Antrag des Centralcomite angenommen.

Bericht des Centralcomite betreffend Neuerstellung der Stockjehütte. Bis jetzt hat sich keine Section gemeldet, welche die Erstellung der zerstörten Stockjehütte übernehmen will. Das Centralcomite ist nicht in der Lage, einen Antrag zu stellen. Es meldet sich auch heute keine Section zur Wiederherstellung der Hütte.

Hr. Centralcassier Caspar Hösli beantragt, der Gesammtclub solle die Hütte auf seine Kosten bauen.

Hr. A. Wäber-Lindt, Bern, bezeichnet den Wiederaufbau der Hütte als ein absolutes Bedürfniß und unterstützt den von Hrn. Hösli gestellten Antrag. Ebenso die Herren Josef Bettschart, Schwyz, und Jules Repond, Section Moleson. Der Letztere bemerkt, die Section Moleson würde vielleicht den Unterhalt der Hütte übernehmen.

Hr. Oertly-Jenny, Glarus, ist für Annahme des Antrages auf Wiederaufbau der Hütte unter dem Vorbehalt, daß eine Section die Aufsicht übernehme und die Möglichkeit der Bewirthschaftung der Hütte vorhanden sei.

Hr. Hösli pflichtet dem Antrag des Vorredners bei.

Mit großer Mehrheit wird der Antrag der Herren Oertly und Hösli angenommen.

Antrag der Section Bern: „ Das Centralcomite ist gehalten, bei „ Angabe von Traktanden der bevorstehenden Abgeordneten- und Generalversammlungen jeweilen seine Anträge im Wortlaut anzuführen und, Chronik.

„ wo es wünschenswerth erscheint, mit einer ausführlichen Motivirung zu „ begleiten. "

Das Centralcomite ist mit diesem Antrage einverstanden, und es wird derselbe ohne Discussion angenommen.

Centralleitung pro i892-1895. Das Centralcomite beantragt, die Centralleitung des S.A.C. für 1892-1895 der Section Oberland zu übertragen und der Generalversammlung einen bezüglichen Antrag zu hinterbringen, sowie den Herrn Pfarrer H. Baumgartner in Brienz als Centralpräsidenten vorzuschlagen.

Hr. Pfarrer H. Baumgartner in Brienz verdankt die der Section Oberland und ihm persönlich zu Theil gewordene Ehre.

Das Centralcomite bringt schließlich noch einen Antrag auf Ernennung eines Ehrenmitgliedes, d.h. auf einen bezüglichen Vorschlag an die morgige Generalversammlung. Der Vorschlag lautet auf Herrn Dr. Albert Heim in Zürich, welcher einstimmig und mit Acclamation acceptirt wird.

Die Section St. Gallen macht noch die Mittheilung, daß sie bereit sei, das nächste Clubfest zu übernehmen, was mit allseitiger Befriedigung aufgenommen wird.

Hr. Dr. H. Dübi, Bern, wünscht, daß in Zukunft die Sectionen con-fidentiell von der Ernennung von Ehrenmitgliedern verständigt werden. Es sei dies früher schon beschlossen worden.

Hr. Carl Lüscher-Streckeisen, Basel, unterstützt diesen Antrag.

Hievon wird Notiz genommen und zum Schlüsse noch das Protokoll verlesen und genehmigt, Schluß der Versammlung 6¼ Uhr.

Im Namen des Centralcomite des S.A.C.,

Der Vicepräsident: Dr. Ernst Büß.

Der Secretär: Edwin Hauser.

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