Wildalpe

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Von Walter Bäumlein.

Wie eine Schale hält dich der Berg empor, darein er des Himmels Segen will fassen: den Tau der schenkenden Nächte, die Spende der Sonne, die rieselnde Goldsaat...

Die Fülle der Erdenfrüchte solltest in heiterem Runde du halten; allein die rauhe Faust der wilden Gewalten zerschlug dein lieblich gefügtes Bildnis im Steingeprassel des Bergfalls, und du wardst Wildnis!

Einst hegtest du Grün und Blumen, von leisen himmlischen Händen besorgt, vom Sterntau, vom Frührot, von rieselnden Wolkenfüllhörnern beträufelt mit Tausendschönglanz... In deinem Frieden, wundersam, äste die weisse Gemse mit goldener Hornzier.

Noch immer neigt sich in leichter Gebärde die Schale und lässt die lauteren Wasser des Himmels als silbernes Rinnsal

über den Rand hin, melodisch und biegsam, zum Grunde sprudeln und rauschen...

Wie ferne, unsagbar, schwebt dir der Traum der goldenen Jugend! Und nur am Abend, dem Freunde holden Erinnerns, umkränzt deine Klippen ein purpurn Gewinde von Rosen, das dir die flüchtige Stunde liebkosend über die Stirn streift...

Die Alpen — 1937 — Les Alpes.33

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