45. Geschäftsbericht des Zentralkomitees

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

an die Abgeordnetenversammlung des Schweizer Alpenclub in Luzern am 13. September 1913.

Mitgliederbestand.

Während die Zahl der Sektionen mit 58 sich gleichgeblieben ist, weist die Zahl der Mitglieder wieder eine bedeutende Vermehrung auf. Diese betrug am 30. Juni 1912: 12,880, bis zum 30. Juni 1913 ist sie auf 13,496 gestiegen, hat also innerhalb eines Jahres eine Steigerung von 616 erfahren.

Für eine Sektion mußten wir die Mitgliederziffern pro Dezember 1912 einsetzen, indem uns diese Sektion noch keinen diesjährigen Rapport Übermacht hat.

Die Zahl der Subsektionen hat sich um eine vermehrt, indem im Berichtsjahre aus der Sektion Diablerets die Subsektion Yverdon hervorgegangen ist.

Klubvermögen.

Die in der „ Alpina " und im Jahrbuch veröffentlichte Rechnung pro 1912 schließt mit einem Einnahmenüberschuß von Fr. 9176. 70 ab und die Vermögensrechnug mit einer Zunahme von Fr. 10,224.60. Das Vermögen des S.A.C., betrug am 31. Dezember 1912 Fr. 78,059.81.

Wie vorausgesehen, wurde das Budget .bei einigen Posten überschritten. Dagegen zeigt das Klubhüttenkonto eine Minderausgabe im Betrage von Fr. 7539.27, wodurch das Gleichgewicht wieder hergestellt wurde.

Nach dem für das laufende Jahr aufgestellten Voranschlag haben wir ein mutmaßliches Defizit von Fr. 14.000. welches sich aus der außerordentlichen Ausgabe für die Festschrift ergibt.

Im übrigen werden sich voraussichtlich die Zahlen der Einnahmen und Ausgaben im Rahmen des pro 1913 aufgestellten Budgets bewegen, so daß, nachdem wir noch die Reservestellung für das schweizerische Alpine Museum mit der dritten und letzten Quote im Betrage von Fr. 7000. dotiert haben werden, sich die Jahresrechnung annähernd dem laut Budget vorausgesehenen Ergebnisse gestalten wird.

Huber Stiftung.

Die Huberstiftung wies am 31. Dezember 1912 ein Vermögen von Fr. 28,763.90 auf, nachdem, gemäß Beschluß des Zentralkomitees, dem Führer- und Trägerunterstüt-zungsfond Fr. 6062. einverleibt worden waren.

Aus dem Huberfond wurden im Laufe des Jahres Unterstützungen im Betrage von Fr. 450. an die Hinterbliebenen von verunglückten Führern ausbezahlt.

Fuhr er- und Trägerunterstützungsfonds.

Ende 1911 stand der kleine Fonds auf Fr. 1095.80. Infolge der oben erwähnten Zuweisung von Fr. 6062. aus dem Huberfond und durch verschiedene Schenkungen im Gesamtbetrage von Fr. 1452.90 und den Jahreszinsen ist der Fonds per Ende Dezember auf Fr. 8606.20 angewachsen, nachdem an einen verunglückten Führer eine Unterstützung im Betrage von Fr. 300. verabfolgt worden war.

Jahrbuchvermögen.

Das Ergebnis der Publikation des Jahrbuchs ist zufriedenstellend. Von 13,220.95 Franken pro 31. Dezember 1911 ist das Vermögen auf Ende 1912 auf Fr. 23,436.13 gestiegen, trotzdem auch in diesem Jahre auf das Jahrbuch vollste Sorgfalt verwendet wurde.

Solvay Stiftung.

Dieser Fonds wird nun im laufenden Jahre, da die außerordentlich ungünstige Witterung des letzten Jahres die Inangriffnahme des Baues des Refuge verhinderte, zur Verwendung kommen. Die Bauarbeiten sind vergeben; das Material wird im Laufe des Sommers zur untern Matterhornhütte verbracht und im Herbst zur Baustelle befördert und aufgerichtet werden.

Der Fonds betrug auf Ende Juni 1913 Fr. 22,608..

Brüanniahüttenfonds.

Da die Britanniahütte im Laufe des letzten Jahres fertigerstellt wurde, ist der betreffende Fonds, dessen Saldo per Ende Dezember 1912 noch Fr. 3140.80 betrug, der Sektion Genf, die den Bau geleitet hat, und der die Hütte zur Beaufsichtigung unterstellt ist, übergeben worden.

Fonds für das Schweizerische Alpine Museum.

Dieser Fonds, der durch die Zentralkasse innert 3 Jahren bis auf Fr. 25,000. geäuffnet wird, beträgt gegenwärtig Fr. 18,000.die noch fehlenden Fr. 7,000. werden, laut Budget 1913, Ende dieses Jahres dem Fonds zugewiesen werden.

Versicherungswesen. Führerversicherung.

Bis 31. Juli waren 756 Führer im ganzen mit einer Versicherungssumme von Fr. 2,967,000. zur Versicherung angemeldet. Die Zentralkasse des S.A.C. hat an diese 756 Policen als Prämienbeitrag Fr. 9,844.50 zu leisten. 1912 waren 771 Führer für Fr. 2,981,000. versichert. Die Zentralkasse partizipierte an der Prämiensumme mit einem Zuschuße von Fr. 9,805.70.

Die abermalige Vermehrung der Subvention des S.A.C. gegenüber einer kleinen Reduktion der Führerzahl zeigt, daß wieder die einzelnen Versicherungsbeträge unter Fr. 4,000. erhöht worden sind. Die Zentralkasse bezahlt 50 °/o der Versicherungsprämie, im Maximum Fr. 14. pro Führer. Die Versicherung kostet, je nach Umfang und Dauer, 7—12 pro Mille. Die bemerkbare Tendenz der Führer, das Risiko ihres gefährlichen Berufes durch die Versicherung besser zu decken, ist nur zu begrüßen, wenn sich daraus auch bis zu einem gewissen Grade eine Mehrbelastung der Zentralkasse ergibt.

Hüttenversicherung.

Die Klubhüttenversicherung erfuhr im Berichtsjahre wenig Veränderungen. Die 1912 durchgeführte Sammlung der vielen Einzelversicherungen in zwei Kollektivpolicen mit den Gesellschaften Helvetia und Basel bewährt sich gut. Für eine vorgesehene tabellarische Übersicht der Hüttenversicherungen sind noch Erhebungen über einzelne Mobiliarversicherungen, die bisher ohne Mitwirkung des Zentralkomitees vollzogen wurden, anzustellen.

Versicherung der Nachzügler von alpinen Rettungsexpeditionen. Die Versicherung der Nachzügler von Rettungsexpeditionen war bisher nicht möglich; nach dem Vertrag mit der „ Zürich " waren die Teilnehmer einer Rettungsaktion vor Abgang der Kolonne zu notifizieren. Infolge einer Anregung in der letzten Delegiertenversammlung hat das Zentralkomitee eine Konzession seitens der Vertragsgesellschaft erwirkt, welche die Versicherung der nachträglich zum Rettungswerke auf-.gebotenen Manschaften ermöglicht; wir verweisen auf Alpina Nr. 6. Die „ Zürich " ist diesem Postulate in verdankenswerter Weise entgegengekommen, und wir ersuchen die Vorstände der alpinen Rettungsstationen auch an dieser Stelle, die Nachzügler bei der Prämienvergütung wie die übrigen Teilnehmer der Expedition zu berücksichtigen.

Freiwillige Hochtourenversicherung.

Der neue Vertrag mit den Gesellschaften Zürich und Winterthur ist mit dem 1. Januar 1913 in Kraft gesetzt worden. Es ist dem Zentralkomitee nicht möglich, die wohltätigen Wirkungen der Abänderungen dieses Vertrages genauer festzustellen, da die Abschlüsse von Versicherungen auf Grund dieser Vereinbarung privatim durchgeführt werden, sich also der Kenntnis des Zentralkomitees entziehen. Der Vertrag erneuert sich, sofern er nicht drei Monate vor Ablauf gekündet wird, automatisch für ein weiteres Jahr.

Obligatorische Tourenversicherung aller Mitglieder.

In der Delegiertenversammlung von Baden fand die Idee einer allgemeinen obligatorischen Tourenversicherung bei der Mehrzahl der Abgeordneten Anklang. Dagegen beliebte der vorbereitete Vertrag mit der Assicuratrice Italiana nicht. Die Frage der obligatorischen Versicherung wurde mit Wegleitungen hinsichtlich Formulierung der Versicherungsbedingungen und Wahl der Gesellschaft an das Zentralkomitee zurückgewiesen.

Das Zentralkomitee hat hierauf die in der Schweiz konzessionierten Unfallversicherungsgesellschaften eingeladen, nach einheitlicher Instruktion ihre Offerten für die Übernahme der allgemeinen Tourenversicherung einzureichen. Zur Zeit der Ausarbeitung des Geschäftsberichtes hat das Zentralkomitee eine bestimmte Resolution zuhanden der Delegiertenversammlung noch nicht gefaßt. Das Komitee hat aber den Eindruck, daß annehmbare Angebote von Schweizer Gesellschaften vorliegen, und die obligatorische Tourenversicherung also Aussichten auf Verwirklichung hat.

Führerwesen.

Im verflossenen Berichtsjahre haben bis jetzt keine Führerkurse stattgefunden, dagegen gedenkt die Sektion Leventina im nächsten Oktober einen solchen in Airolo abzuhalten. Es ist höchst anerkennenswert, daß sich unsere Klubgenossen in der Leventina durch die mannigfachen Unannehmlichkeiten, die sie vor zwei Jahren erfahren mußten, nicht entmutigen ließen, sondern ihr Ziel, den ersten Fuhrerkurs im Tessin durchzuführen, energisch weiter verfolgt haben. Dadurch wird dem großen Übelstand abgeholfen, der darin bestand, daß bis jetzt im Kanton Tessin überhaupt keine patentierten Führer vorhanden waren, und wenn es nun der Sektion Leventina elingen wird, ein tessinisches Fuhrerkorps heranzubilden und zu organisieren, so ebührt ihr dafür die Anerkennung des gesamten S.A.C.

Infolge der ungeahnten Entwicklung, welche der alpine Wintersport in den letzten Jahren genommen hat, ist die Nachfrage nach Führern für Wintertouren stark gewachsen. Da diesen Nachfragen von Seite der patentierten Bergführer bis heute nur in ganz ungenügendem Maße entsprochen werden konnte, haben sich an einzelnen Wintersportplätzen starke Mißstände eingestellt, die dringend Abhülfe verlangen. Das Zentralkomitee hat auf Veranlassung und in Verbindung mit der Sektion Davos diese Frage studiert. Es ist zur Überzeugung gelangt, daß es Aufgabe und Pflichtdes S.A.C., der in der Förderung des Bergführerwesens von jeher eine seiner Hauptaufgaben erblickt hat, sei, auch tüchtige und zuverläßige Führer für Wintertouren heranzubilden, und die Organisation dieses Zweiges des Fuhrerwesens in die Hand zu nehmen. Zu diesem Zweck ist der Entwurf eines Réglementes für das Skiführerwesen ausgearbeitet worden, das in der nächsten Abgeordnetenversammlung vorgelegt werden soll.

Die im letzen Jahresbericht in Aussicht gestellte Erledigung der Differenzen, welche zwischen verschiedenen Walliser Fuhrerkorporationen einerseits, und der Regierung des Kantons Wallis und dem S.A.C. anderseits, wegen Tariffragen bestehen, ist leider noch immer nicht erfolgt. In voller Würdigung der großen Schwierigkeiten,welche den diesbezüglichen Verhandlungen im Wege stehen, müssen wir doch dringend wünschen, daß es endlich gelingen möge, durch eine befriedigende Lösung der Frage, den jetzigen, für die Dauer unhaltbaren Zustand aus der Welt zu schaffen.

Alpines Bettungswesen.

Von der letzten Delegiertenversammlung in Baden wurde an Stelle des ursprünglichen Entwurfes über das alpine Rettungswesen ein neues, vom Zentralkomitee umgearbeitetes Reglement unter einigen nebensächlichen Abänderungen angenommen. Das neue Reglement sieht eine einheitliche Organisation und vor allem auch eine zweckmäßige Ausrüstung vor. Diese Normalausrüstung findet sich als Anhang des Réglementes aufgezeichnet und soll von der Firma Fritsch & Cie. in Zürich stets vorrätig gehalten werden. Für die Tragbahre ist ein Modell des 8. A. C, welches möglichst vielseitiger Verwendung in jedem Gelände dienen soll, vorgesehen.

Als neue Station wurde im Berichtsjahre subventioniert die der Sektion Uto in Disentis. Sie ist als erste mit dem neuen Material ausgerüstet.

Entsprechend den Vorschriften des neuen Reglements fand am 13. Juli in der Umgebung der Reinhardhütte eine Instruktion mit praktischer Übung der Rettungsmannschaft statt. Die neue Skibahre, sowie die übrige Ausrüstung haben sich bei der in sehr schwierigem Gelände durchgeführten Übung, wo die verschiedensten Trag- und Transportarten zur Anwendung kamen, voll und ganz bewährt.

Das Interesse für alpines Rettungswesen scheint durch die Einführung des neuen Reglements in erfreulicher Weise zugenommen zu haben, indem das Zentralkomitee von verschiedenen Seiten wegen Neugründung von Stationen angefragt worden ist.

Rettungsaktionen wurden im verflossenen Berichtsjahre in großer Zahl ausgeführt, und wir dürfen mit Genugtuung berichten, daß manche derselben mit vollem Erfolg gekrönt wurden. Der im letzten Geschäftsbericht gerügte Übelstand, daß die Zentralkasse häufig durch notgedrungene Übernahme der Kosten einzelner Rettungsaktionen ungebührlich in Anspruch genommen werde, scheint durch die exakteren Bestimmungen des neuen Reglements in erfreulichem Maße abnehmen zu wollen.

Hinsichtlich der Versicherung der Rettungsmannschaften bei der Unfallversicherungsgesellschaft „ Zürich " wurde ein Zusatz vereinbart, der auch den Mitein-bezug von Nachzüglern regelt.

Das schon mehrfach angekündigte Samariterbüchlein von Dr. Bernhard wird nun definitiv in nächster Zeit in neuer, vollständig umgearbeiteter Auflage erscheinen. Als Anhang enthält dasselbe eine kurze Beschreibung der neuen Normalausrüstung unserer Rettungsstationen des 8. A. C.

Schweizerische Landesausstellung in Bern.

In der Abgeordnetenversammlung vom 22. November 1909 in Zürich wurde die Beteiligung des S.A.C. an der Schweizerischen Landesausstellung in Bern beschlossen. Der S.A.C. wird vertreten in der Gruppe 41 ( volkstümliche Spiele, Sport und Touristik ). Die Organisation unserer Ausstellung liegt in den Händen eines aus Mitgliedern der Sektion Bern bestellten Lokalkomitees, das noch durch einige Mitglieder anderer Sektionen und einen Vertreter des Zentralkomitees erweitert worden ist, und das unter dem Präsidium von Herrn Dr. Nußbaum in Bern steht. Das gesamte Gruppenkomitee des S.A.C. versammelte sich am 24. März a. c. zu einer ersten Sitzung in Bern. Es wurde hierbei das allgemeine Ausstellungsprogramm durchberaten und endgültig festgestellt. Dank der rührigen Tätigkeit des Berner Lokalkomitees schreiten die Vorarbeiten rüstig vorwärts, und wir dürfen uns der bestimmten Hoffnung hingeben, daß der S.A.C. auf der Landesausstellung in einer seiner Bedeutung würdigen Weise vertreten sein wird.

Publikationen.

Jahrbuch.

Band 48 des Jahrbuchs ist in einer Auflage von 10,500 Exemplaren erstellt worden. Der Versand vollzog sich "; in den Monaten Juni und Juli, am 25. Juli war die Spedition an die in der Schweiz wohnhaften Mitglieder des S.A.C. beendigt.

Öfters geäußerten Wünschen Rechnung tragend, wurde dem diesjährigen Bande wieder einmal eine Karte, die gewiß von allen Klubgenossen mit Vergnügen entgegen-genommene Reliefkarte des östlichen Teiles der Berner Alpen und des Oberwallis, beigelegt. Auch die andern drei Beilagen, Panoramazeichnungen aus den Walliser Alpen von Hrn. Dr. E. Büß, werden, weil sie gerade im Gebiete der oben erwähnten Karte liegen, besondern Anklang gefunden haben.

Echo des Alpes.

Die Erhöhung des Preises des „ Echo des Alpes " hatte zur Folge, daß sich der Rechnungsabschluß dieses Jahres noch günstiger stellt als vergangenes Jahr. Er weist sogar einen kleinen Überschuß auf, der dem in der Verwaltung des Zentralkomitees sich befindenden Reservefonds zugewiesen wird, wodurch der letztere, exklusive diesjährige Zinsen, auf Fr. 934. 40 angewachsen ist.

Alpina.

Die Jahresrechnung der „ Alpina " schließt mit einem Defizit von Fr. 10,652.45 ab, sie stellt sich also um Fr. 2198.45 ungünstiger als im Vorjahre. Die Ausgaben stiegen um ca. Fr. 2900 ., denen nur ca. Fr. 700. Mehreinnahmen gegenüberstehen. Die Auflage ist von 12,800 auf 13,600 gestiegen. Dies und die neue äußere Form der Zeitung ( Trennung der Annoncen vom Textteil, Heften und Aufschneiden ) sind die Ursachen des gegenüber dem Vorjahre weniger günstigen Resultates, das aber mit Inkrafttreten des vollständigen Vertrages über die Annoncenpacht wieder eine erbebliche Besserung erfahren wird.

Klubführer.

Wie in Aussicht gestellt, konnte das zweite Bändchen des Klubführers „ Geologische Wanderungen durch die Schweiz " auf die Saison 1913 herausgegeben werden. Es ist insofern gegenüber dem ursprünglichen Programm eine Änderung eingetreten, als der reiche Stoff es notwendig machte, die Trennung der Alpen in ein zweites und drittes Bändchen vorzunehmen, während das nur eventuell vorgesehene III. Bändchen allfällige Nachträge hätte aufnehmen sollen.

Wir haben nicht ermangelt, mit Herrn Prof. Dr. Weber schon Verhandlungen über die Herausgabe des weiteren Bändchens über die kristallinischen Alpen anzuknüpfen.

Vom I. Bändchen sind bis Ende Juni 1913 ca. 120 Stück abgesetzt und vom II. Bändchen 200 Stück.

Der Klubführer durch die Glarner Alpen hat einen unsere Erwartungen noch übertreffenden Absatz gefunden. Schon im Juni 1913 ging vom Kommissionsverlag die Meldung ein, daß auf Ende der Saison die ganze Auflage von 2000 Exemplaren vergriffen sein werde. Wir konnten uns deshalb bereits mit dem Autor in Verbindung setzen, um sofort einen Neudruck zu veranlassen. Da der Maschinensatz zur Verfügung steht und nur wenige Ergänzungen notwendig sind, wird in der Befriedigung der großen Nachfrage wohl kaum eine Verzögerung eintreten.

Bündnerführer: Die Spezialkommission des Zentralkomitees für Herausgabe eines Klubführers durch Graubünden versammelte die Chefredaktoren der einzelnen Abschnitte am 26. November 1912 zu einer gemeinsamen Sitzung in Chur. Es zeigte sich dabei, daß die Arbeit gut vorwärts schreitet, und sie ist anch im Verlauf des Sommers weiter gefördert worden.

Klubliütten.

Seit unserer letzten Berichterstattung ist keine neue Hütte des S.A.C. eingeweiht worden, dagegen hat die Sektion Rhätia das Zentralkomitee zu der kleinen Eröffnungsfeier ihres durch den S.A.C. subventionierten Klubzimmers in der Ta-minser-Großalp, die am 29. Juni stattfand, eingeladen. Ein Mitglied unseres Zentralkomitees nahm diesen gemütlich eingerichteten Unterkunftsraum im Namen des Gesamtklubs entgegen. Der Bau einer Klubhütte im Ringelgebiet dürfte nun auf absehbare Zeit damit erspart werden können.

Noch vor der Delegiertenversammlung wird, außerordentliche Zwischenfälle vorbehalten, die neue Lentahütte im Valsertale, von der Sektion Bodan erbaut, der Öffentlichkeit übergeben werden. Auch an diesem festlichen Anlasse werden Mitglieder des Zentralkomitees teilnehmen.

Am 5. April dieses Jahres hat eine mächtige Staublawine die im Jahr 1904 erbaute, schöne und geräumige Bovalhütte gänzlich zerstört. Diese Hütte wies mit der Tschiervahütte den größten Besuch aller Hütten des S.A.C. auf. Die Vernichtung derselben trifft unsere Zentralkasse hart, noch viel schwerer aber wird die Sektion Bernina in Mitleidenschaft gezogen. Durch den Umbau der Mortel-, Rascher-und der alten Bovallhütte finanziell schon geschwächt, tritt sie nur mit Sorgen an den Wiederaufbau dieses Alpenheimes heran. Der neubestimmte Hüttenplatz ist wohl dem Winde etwas mehr ausgesetzt als der bisherige, dafür bietet er aber nach menschlichem Ermessen zuverlässige Gewähr gegen Lawinenschaden. Ein Delegierter des Zentralkomitees war bei der endgültigen Bestimmung desselben anwesend und hat die Wahl gutgeheißen.

Das Refuge Solvay am Matterhorn dürfte noch diesen Herbst vollendet werden. Gegenwärtig ist der Transport des Materials zur unteren Matterhornhütte im Gange. Anfangs September soll mit der Aufrichtung an dem bis dahin hergerichteten Bauplatz begonnen werden. Die Bauleitung liegt in den bewährten Händen des Herrn de Kalbermatten, Architekt in Sitten.

Die Angelegenheit des Umbaues der Hörnlihütte dagegen befindet sich immer noch im gleichen Stadium. Nachdem die Gemeinde Zermatt hart neben derselben ein Gasthaus mit 40 Fremdenbetten gebaut hat, verweigert sie die Konzession für den Umbau dieser leider auf Gemeindeboden stehenden Hütte. Zwar hat die Sektion Monte Rosa beim Staatsrat des Kantons Wallis das Expropriationsgesuch gestellt. Aber, angenommen auch, daß diesem Ansuchen entsprochen würde, dürften sich aus dem Betriebe der Hütte durch den S.A.C. immer und immer wieder Reibereien ergeben, so daß unser Zentralkomitee sich ernstlich fragt, ob es unter den jetzigen Verhältnissen nicht besser sei, diese Hütte eingehen zu lassen.

Zurzeit sind Umbauten und Vergrößerungsarbeiten im Gange für die Mutthorn-, Bertol-, Rascher- und alte Bovalhütten, die, einmal durchgeführt, dem Bedürfnis nach mehr Raum Genüge leisten.

Bis Ende dieses Jahres besitzt unser S.A.C. an 74 verschiedenen Standorten 82 eigene Hütten. Dabei sind die alten, durch Neubau ersetzten oder ergänzten Klubhütten, soweit solche sich noch in gutem, brauchbarem Zustande befinden, mitgezählt. Die Anzahl der Schlafplätze in diesen Hütten beträgt rund 2100.

An Hütteninspektionen konnte infolge des anhaltend sehr schlechten Wetters seit letztem Oktober nicht viel geleistet werden. Immerhin hofft das Zentralkomitee, die sich selbst gestellte Aufgabe, alle Hütten durch seine Mitglieder besuchen zu lassen, wenn auch nicht ganz, so doch bis auf wenige Hütten lösen zu können. Diese Inspektionen der Klubhütten durch das Zentralkomitee haben sich als sehr zweckdienlich erwiesen. Wir konstatieren mit Vergnügen, daß alle Sektionen ohne Ausnahme den guten Willen gezeigt haben, die von uns gerügten Mängel zu beseitigen. Im übrigen darf der befriedigende Zustand unserer Schutzhütten mit Genugtuung hervorgehoben werden.

Wir haben uns während unserer Amtsdauer redlich Mühe gegeben, in der Gewährung der Hüttensubventionen nach beiden Seiten hin möglichst gerecht vorzugehen. Leider haben wir nicht immer das vorausgesetzte Verständnis bei unseren Sektionen gefunden, und mehr als ein unfreundlicher Brief legt davon Zeugnis ab. Aber trotzdem wird es Pflicht jedes künftigen Zentralkomitees sein, das Vermögen des S.A.C. auf eine Höhe zu bringen und auf derselben zu erhalten, die der rasch steigenden großen Mitgliederzahl entspricht. In der Zuteilung von Subventionen für die Klubhütten muß also nach wie vor weises Maß gehalten werden.

Die Zusammenstellung über den Besuch aller unserer Hütten ergab für das Jahr 1912 30,003 Personen gegenüber 38,299 im Jahr 1911, also im Durchschnitt 406 gegen 517 Personen pro Hütte im Vorjahre.

Ein Nachtrag zum Hüttenalbum, worin die seit dem Erscheinen desselben neuerbauten Klubhütten aufgenommen werden, ist in Vorbereitung und wird dem nächsten Jahrbuch beigelegt werden können.

Zentralbibliothek.

Der neue Bibliothek-Katalog ist erstellt und in größerer Anzahl den Sektionsvorständen verteilt worden. Derselbe gibt über die Vorschriften zur Benützung der Bibliothek, sowie über diese selbst, alle wünschenswerte Auskunft. Die Bibliothek wird von der Stadtbibliothek Zürich in musterhafter Weise verwaltet, wofür wir derselben auch an dieser Stelle unsern wärmsten Dank aussprechen.

Im übrigen verweisen wir auf den Jahresbericht der Bibliothekkommission, sowie auf die Einsendung von Herrn Dr. E. Walder in Nr. 13 der „ Alpina " des laufenden Jahres.

Wir erwähnen noch, daß wir, einem geäußerten Wunsche Folge gebend, das Regulativ für Benützung der Bibliothek in Zukunft auch noch dem Taxermäßigungsheftchen beifügen werden.

Bericht über die V. Betriebsperiode ( 1913/13 ) der Zentralstelle des S.A.C. für alpine Projeldionsbilder.

Die V.Betriebsperiode1912/13ergab die höchste,seit dem Bestehen der Zentralstelle erreichte Frequenzziffer, nämlich 2649 ausgeliehene Bilder gegenüber 2064 im Vorjahr.

Der Verkehr zwischen den Mitgliedern und der Zentralstelle wickelte sich glatt und ohne irgend welche Hindernisse ab. Die Institution hat sich bereits so eingelebt, daß sie eine schöne Zahl regelmäßiger Abnehmer besitzt, die jeden Winter ihre Bestellungen machen.

Zur Sammlung sind neu hinzugekommen im ganzen 165 Bilder; hiervon wurden geschenkt: 121 Stück von den Herren Prof. Keelhofer, Schaffhausen, W. Schwarz, Zürich, Th. Hürni und F. Rohr in Bern.

Die von einem Mitgliede gemachte Anregung, es sei bei einer Neuauflage des Katalogs jedem aufgeführten Diapositiv ein kleines Klischee beizugeben, ist der großen Kosten wegen nicht durchführbar und auch nicht absolut notwendig, da bei der genauen Bezeichnung des Standortes es ziemlich leicht ist, an Hand einer Karte sich einen Begriff über das Dargestellte zu machen.

Die laxermäßigungen auf Eisenbahnen haben gegenüber dem Vorjahre keine bemerkenswerten Änderungen erfahren. Den Bahnverwaltungen, die uns Ermäßigung gewähren, danken wir auch an dieser Stelle bestens für das bewiesene Entgegenkommen.

Verzollung der Velos an der Grenze.

Die von Frankreich, Österreich und Italien gewährten Vergünstigungen zur zollfreien Einfuhr von Velos wurden aufrecht erhalten. Für Deutschland bedarf es bei gebrauchten Fahrrädern bekanntlich keiner weiteren Formalitäten.

Den Herren Gebrüder Weiß in Bregenz, die die von Osterreich verlangte Bürgschaft auch für das Jahr 1913 wieder unentgeltlich übernommen haben, sprechen wir unsern besten Dank aus.

Beziehungen su den Seidionen des S.A.C. und andern Vereinen. Außer den bereits erwähnten Hütteneinweihungen war das Zentralkomitee bei folgenden festlichen Anlässen vertreten:

Am 50jährigen Jubiläum der Sektionen Uto, Bern und Basel, der Zusammenkunft ostschweiz. Sektionen in Chur und an derjenigen der mittelschweiz. Sektionen in Worb. Chur, 15. August 1913.

Namens des Zentralkomitees des S.A.C., Der 2. Aktuar:Der Präsident:

Hatz.Henne.

Feedback