Aiguille du Plan und der Grat Peigne-Pèlerin-Deux Aigles

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Von André Rodi.

MU 3 Bildern und 3 Skizzen.S.A.C. und W. A. C.

Unter allen Aiguilles von Chamonix ist sicher die Aiguille du Plan eine der interessantesten. Nicht weniger als zehn verschiedene « Wege » sind auf ihren abschüssigen Flanken abgesteckt worden, darunter zählen zwei zu den schwierigsten dieser berühmten, an Schwierigkeiten reichen Kette. Es sind der Ostgrat ( Route Ryan-Lochmatter ) und die Nordflanke. Die Route Ryan-Lochmatter ist von einzigartiger Grossartigkeit; seit ihrer Erstbegehung im Jahre 1905 hat erst eine einzige Seilgesellschaft eine kürzere Zeit dafür gebraucht als die ersten2 ). Sie war zusammengesetzt aus M. Wilson und dem Führer Bruno Primi aus Lugano, einem ausgezeichneten Kletterer. Am 5. August 1938 verliessen sie Montenvers und stiegen in 11 Stunden 25 Minuten zum Gipfel auf, um am selben Abend wieder zum Montenvers zurückzukehren. Soviel ich weiss, haben von allen, die die Besteigung ausführten, einzig Raymond Lambert, nach Franz Lochmatter, an erster Stelle genagelte Schuhe getragen, während alle andern, wenigstens die Führenden, Kletterschuhe gebrauchten; und das nur, weil Lambert Fräulein Stagni begleitete und den Sack, der schon ihre Bergschuhe enthielt, nicht noch durch die seinen beschweren wollte.

Es ist gewagt, eine Einzeltour als die schwierigste in einer Berggruppe zu bezeichnen. Die Verhältnisse und die Mode spielen dabei eine Rolle, und die Ryan-Gratrippe ist eine Zeitlang unbekannt geblieben. In der Tat, während mehrerer Jahre wurde der Südgrat der Aiguille Noire de Peuterey als die schwierigste Besteigung im Mont-Blanc-Massiv bezeichnet. Die Partie Marullaz, Dittert, Bressoud und Grütter hat ihn am 24. Juli 1936 in 13 Stunden 15 Minuten von der Hütte zum Gipfel erklettert. Sie musste leider beim Abstieg infolge eines Gewitters biwakieren, sonst hätte sie diese Ersttour ohne Übernachten vollenden können. Mit der Partie Paul Aschenbrenner, W. Mariner und Th. Plattner, welche die Besteigung am 26. Juli 1938 mit Biwak im Abstieg ausführte, halten sie die beste Zeit für diese Klettertour. Der vierte Teilnehmer, K. Dentelmoser, kam am fünften Turm durch einen Steinschlag ums Leben und wurde, wegen der Unmöglichkeit, den toten Gefährten hinabzutragen, auf den Fresnaygletscher hinabgeworfen, wo er, ohne mehr als ein einziges Mal die Felswand zu berühren, ankam, so steil ist diese.

Die Partie Marullaz, Dittert, Bressoud mit Dumont an Stelle von Grütter unternahm am 9. August 1936 die Besteigung der Aiguille du Plan über die x ) Die meisten Mitteilungen dieses Artikels sind der Zeitschrift « Alpinisme » entnommen, gegenwärtig eine der bemerkenswertesten alpinen Fachschriften ( Melun, 23 Rue Bancel, S.et-M. ).

( Anmerkung der Redaktion: Herr A. Roch hat mir freundlich erlaubt, seinen Aufsatz ins Deutsche zu übersetzen, wofür ihm an dieser Stelle gedankt sei. ) Ryan-Route in 14 Stunden und findet diese weniger exponiert, aber mühsamer und schwieriger als der Südgrat der Noire de Peuterey.

Gegenwärtig scheinen mehrere andere Kletterwege sie an Schwierigkeiten zu übertreffen, so vor allem zwei in der Westflanke der Noire de Peuterey, der von Nini Pietrasanta und G. Boccalatte ( 1. August 1935 ) und der noch direkter zum Gipfel führende der Kletterer von Lecco V. Ratti und L. Vitali ( 17.19. August 1939 ). Ferner der Grat von der Aiguille de la République auf die Grands Charmoz, ausgeführt von Pierre Allain und Aig"adu Plan 3673 m.

Crocodile 3640/r Ostseite der Aiguille du Plan.

1 Route Mayer über Südostgrat, Guido Mayer mit Angelo Dibona, 18. August 1913.

2 Variante R. Greloz, A. Roch zum Pain de Sucre über Nordflanke, 4. Juli 1937.

3 Route zum Pain de Sucre über Nordflanke, R. Gréloz, F. Marullaz, 13. August 1931.

4 Route zur Aiguille du Plan über Col du Pain de Sucre und Nordostcouloir Pain de Sucre-Aiguille du Plan, Herr und Frau Paul Dalmais mit Georges und Marcel Charlet, 13. August 1931.

5 Ostgrat ( Ryan-Lochmatter ), V. J. E. Ryan mit Franz und Joseph Lochmatter, 20. Juni 1906.

6 Ostgrat des Crocodile, Pierre Allain, J. und R. Leininger, 29./30. Juli 1937.

7 Route über Ostflanke des Caïman, Pierre Allain und Reymond Leininger, 17./18. Juli 1935.

G. Feutren ( 3. August 1937 ), wiederholt von R. Faure, Ed. Frendo und R. Grière ( 26. August 1938 ) und ebenso von F. Marullaz, R. Dittert, R. Aubert und J. Guelpa ( 13. August 1939 ); die Nordflanke des Petit Dru, ausgeführt von den Franzosen Allain und R. Leininger ( 31. Juli bis 1. August 1935 ) und wiederholt von Mlle Loulou Boulaz und Raymond Lambert ( 29./30. August 1936 ) und von G. Gervasutti und L. Devies ( 4./5. August 1937 ); der Ostgrat des Crocodile, ausgeführt von P. Allain, Jean und Raymond Leininger ( 29. und 30. Juli 1937 ). Dieser ist von kürzerer Dauer, bietet aber auf seiner ganzen Länge Einzelheiten von äusserster Schwierigkeit. Wiederholt wurde diese Besteigung am 4.6. September 1940 durch die Marquise d' Albertas mit Raymond Lambert und Et. Livacic.

Noch schwieriger scheint der Sporn der Pointe Walker in der Nordwand der Grandes Jorasses zu sein, begangen am 4./5. August 1938 durch Cassin, Esposito und Tizzoni, alle drei aus Lecco.

Doch kommen wir wieder zur Aiguille du Plan zurück und stellen wir fest, dass bis heute der Ostgrat wenigstens 14 mal begangen wurde; viermal durch Engländer, von denen drei Partien durch die Schweizer Franz und Josef Lochmatter ( M. Ryan ), Joseph Georges neben Camille Tournier, von Chamonix ( Miss Fitz Gibbon, M. Speaker ) und Bruno Primi ( M. Wilson ) geführt wurden ( Bell und Smythe machten die zweite Besteigungviermal durch Franzosen, wovon eine mit Führer ( M. d' Authenac mit Fernand Tournier ) und endlich sechsmal von Schweizern, davon eine mit dem Führer Raymond Lambert ( MUe Stagni ).

Um von den Schwierigkeiten dieser Route einen Begriff zu geben, kann man sie in ihrem ersten Teil bis zur Schulter vergleichen mit dem Grépon, Mer-de-Glace-Seite ohne Knubelriss, und dann erst steht man vor dem Beginn der Schwierigkeiten!

östlich der Ryan-Lochmatter-Rippe befindet sich ein steiles Couloir, das bis zum Col du Pain de Sucre von Herrn und Frau Paul Dalmais mit Georges und Marcel Charlet erklettert wurde ( 13. August 1931 ).

Die andere Seite der Aiguille ist ein Nordhang, in den sich ein besonders wilder Hängegletscher hinabsenkt. Auch diese Seite hat ihre besondere Geschichte. Die Partie Mummery ( A. F. Mummery, W. Slingsby, Ellis Carr, Collie, 14./15. August 1892 ) verbrachte eine Nacht darin, ohne nach oben einen Ausweg zu finden, und musste den ganzen schrecklichen Abhang wieder hinabsteigen. Auch früher schon ( 8.10. August 1880 ) erreichten J. Baumann mit Andreas Maurer und Emil Rey den Grat zwischen Caïman und Crocodile. Dieser Weg wurde am 10. und 11. August 1924 wieder aufgegriffen durch die berühmten französischen Alpinisten J. de Lepiney, H. de Segogne und J. Lagarde. Sie kamen in die Scharte des Caïman. Nach einem Biwak und angesichts eines Wettersturzes mussten sie auf den Caïman verzichten, der seit seiner ersten Besteigung durch E. Fontaine mit Jean Ravanel und Léon Tournier am 20. Juli 1905, also seit 19 Jahren, nicht mehr betreten worden war. Sie gewannen die Aiguille du Plan unter dem Crocodile hindurch.

Fünf Jahre später wurde an dieser Seite in achtstündiger Eiskletterei ein neuer Weg gefunden von M. P. Dillemann mit Armand Charlet und Jules Simond ( 19. Juli 1929 ). Diese Route benützt den Hängegletscher in seinem obern Teil. Sie ist meines Wissens einzig von Genfer Partien wiederholt worden. Am 29. Juni 1930 fanden R. Gréloz, J. Grobet, F. Marullaz und L. Maystre daselbst schlechte Verhältnisse und brauchten 16 Stunden. Beim Einstieg waren es zwei Karawanen, die sich unter dem Hängegletscher einsetzten. Die eine, bestehend aus den Brüdern Fiorali und aus Dumont, erlitt einen Unfall und musste absteigen. Die vier erstgenannten fanden einen Ausweg, indem sie in ein Spaltengewirr hineinstiegen; sie kamen wieder auf die Oberfläche des Gletschers, und die Besteigung gelang ihnen. Später führten Fräulein Loulou Boulaz und Raymond Lambert die Besteigung der Aiguille auf diesem Wege durch ( 24. Juni 1935 ).

Die Südwestflanke besitzt mehrere Zugangswege, die auf Umwegen gegen den Gipfel der Aiguille du Plan streben, sei es über den Col des Deux Aigles ( A. F. Mummery, 7. August 1893 ) oder über den Col Supérieur du Plan ( E. Fontaine, 18. August 1898 ). Die « direttissima » ist noch nicht bis oben durchgeführt, und ich machte einmal Gréloz darüber eine Andeutung. Ohne zu zögern, machte er sich mit Grütter und einem Seil von 25 m Länge daran. Die Schwierigkeiten der Unternehmung waren bis unter den Gipfel sehr gross und liessen den Versuch scheitern, dazu war das Wetter drohend. Die beiden Unglücklichen mussten mit ihrem kurzen Seil den ganzen Abhang wieder zurückkrebsen, was keine Kleinigkeit war. Kurz nachher neuer Versuch. Ich war zu jener Zeit abwesend von Genf; bei meiner Rückkehr fragte ich nach dem Erfolg des zweiten Versuchs Gréloz-Grütter. Die lakonische Antwort lautete, verbunden mit einem Lächeln: « Zehn Meter höher! », ohne Einzelheiten beizufügen. Doch das genügte: die « direttissima » war mir noch vorbehalten.

Die Aiguille du Plan hat das Gute, dass der gewöhnliche Weg leicht ist und die Rückkehr nach einem der schwierigen Aufstiege, die manchmal 16 bis 18 Stunden dauern, manchmal mehr, sich rasch bewerkstelligen lässt, so dass der Hüttenvater Burnet auf der Requinhütte von Zeit zu Zeit erschöpfte Karawanen mit zerfetzten Hosenböden zögernd auf sich zukommen sieht.

Nach den Flanken bieten auch die Grate eine grosse Anziehung: der vom Pain de Sucre, wild nach Wunsch, wurde eingeweiht von Guido Mayer und Angelo Dibona am 18. August 1913. Er wird nur selten begangen. Der vom Caïman und Crocodile ist auch kein überlaufener Weg, obschon die Besteigung des Caïman von der Aiguille du Plan her und wieder zu ihr zurück sich anschickt, eine klassische Tour zu werden. Sie wurde erstmals von E. Fontaine im Jahre 1905 ausgeführt. Ein dritter Grat ist der von der Aiguille du Midi über den Gros Rognon herkommende; er ist ohne besondere Schwierigkeit, aber sehr schön. Der vierte ist gebildet durch den Peigne, die Aiguille des Pèlerins und die Aiguille des Deux Aigles und vereinigt in der Hauptsache verschiedene Routen, nur der Teil zwischen Col des Pèlerins und Aiguille des Deux Aigles war noch neu.

Gegen Ende August 1936 hatten wir beschlossen, diese Fahrt auszuführen. Wir wollten Samstag, den 29. August, zum Plan de l' Aiguille aufsteigen, die Besteigung am Sonntag unternehmen, und am Montag morgens 5 Uhr hatte ich eine Verabredung mit Raymond Lambert und Jean Juge, um im Auto nach Courmayeur zu fahren, wo wir am Dienstag und Mittwoch den Südgrat der Noire de Peuterey vornehmen wollten. Ausserdem hatte ich versprochen, das Auto meinem Bruder zurückzuführen, der ein Wochenende in Zermatt zu verbringen beabsichtigte und seine Abreise auf Donnerstag morgens 7 Uhr festgesetzt hatte. Wie man sieht, waren die Pläne zahlreich und die Zeit beschränkt. Am Ende der Saison ist man im allgemeinen gut trainiert, und man muss, wenn die Bedingungen günstig sind, sich doppelte Portionen zuführen.

Für diese Tour auf die Aiguille du Plan war ich mit Marcel Gallay nach Chamonix gekommen. Wir hatten Platz gefunden im Auto von Kameraden, die ihrerseits auf den Requin gehen wollten. Pierre Bonnant und François Juge rückten auf einem Motorrad an und sollten auf dem Plan de l' Aiguille zu uns stossen: so bildeten wir vier eine starke Gruppe. Bonnant hatte mit Fräulein Boulaz schon viele grosse Touren und mehrere Erstbesteigungen unternommen. Er arbeitet in der Regel bis Samstag 17 Uhr und fährt dann auf dem Motorrad nach Chamonix mit Fräulein Boulaz auf dem Rücksitz. Sie kommen gegen 10 oder 11 Uhr abends in der Hütte an und brechen nach zwei Stunden Schlaf wieder auf zu den grössten Touren. Wenn der Gipfel vor 4 Uhr nachmittags erreicht ist, so ist das noch ein kleines Tagwerk. Aber oft wird es 7 oder 8 Uhr abends, bis der Rückweg unter die Füsse genommen werden kann und, da die Berufsarbeit wieder am Montag morgens 8 Uhr anfängt, so handelt es sich darum, am gleichen Abend noch nach Genf zu kommen. Und jeden Samstag neuer Aufbruch, neue Bergtour und neue verspätete Rückkehr, wenn nicht ein Biwak, das die Heimkehr auf den Montag so früh als möglich verlegt! Viele Genfer tun desgleichen. Eines Samstags konnte Gréloz nicht zur rechten Zeit verreisen, um den letzten Zug nach Montenvers zu erwischen. Mit Luc Maystre verliess er Chamonix um 17 Uhr, um in der Charpouahütte gegen 22% Uhr anzukommen. Nach einem halbstündigen Halt in der Hütte gehen sie weiter und greifen das Y-Couloir der Aiguille Verte an. Die Verhältnisse waren massig, ein Eispickel zerbrach, kurz, die Besteigung dauerte im ganzen 31 Stunden! Als sie über das Mer de Glace herabkommen, sah Gréloz auf der Moräne Strandschirme, während die Halluzination Maystre Bauernhäuser und Restaurants vortäuschte! Und doch waren unsere beiden Gefährten am Montag morgen um 8 Uhr pünktlich an der Arbeit — aber in welcher Verfassung!

Gallay ist ein liebenswürdiger Kamerad, er hat die Mehrzahl der grossen Expeditionen im Gebiet von Chamonix gemacht und besitzt eine eiserne Konstitution. Er war der Begleiter von Lambert auf der ersten Winterbesteigung des Caïman und war ebenfalls sein Gefährte auf der ersten winterlichen Überschreitung der Aiguilles du Diable, die ziemlich schlimm verlief. Was François Juge betrifft, so ist er ein Kletterer ersten Ranges; unterwegs ist er ein grosser Schweiger, so dass man sich vergebens fragt, geht es ihm gut oder schlecht, ist er müde oder nicht: er bleibt stumm.

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Um 3 Uhr morgens verlassen wir den Plan de l' Aiguille bei schwarzer Nacht und gestirntem Himmel. Wir besteigen den Peigne auf der Chamonixseite, einem schwierigeren als der gewöhnliche Weg, aber nachts sehen wir doch nicht recht, wohin es geht. Bonnant und Gallay kennen ihn und führen fiig.duPla.n 3673 m. DenC du Crocodile Dent du Caimani 36/>Qm- ßoqnon du Plan /u; des 2Aigles I 34 "

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Col Su/a- du Plan 3"(m I £ol des Péli327« m. I i! i .1 |Co/ du P/an Nordseite der Aiguille du Plan.

1 Versuch A. F. Mummery, W. Slingsby, Ellis Carr, 14./15. August 1892.

2 Route J. de Lepiney, H. de Segogne und J. Lagarde, 10./11. August 1924.

3 Route Dilleman, A. Charlet zur Aiguille du Plan über Hängegletscher, 19. Juli 1929.

4 Einmaliger Abstieg vom Caïman auJ Col du Caïman, M. Paul Edwards mit Alfred Couttet und André Clerico, 12. September 1929.

5 Klassische Route zum Caïman, E. Fontaine, Jean Ravanel, Léon Tournier, 20. Juli 1905.

6 Variante zur Caïmanscharte ( günstig bei gutem Schnee ).

7 Verbindungsstück Aiguille des Pèlerins zur Aiguille des 2 Aigles, P. Bonnant, M. Gallay, F. Juge, A. Roch, 29. August 1937.

8 Normaler Aufstieg zur Aiguille des Pèlerins R. O'Gorman, Albert Brun, Joseph Ravanel, Ed. Charlet, 9. Juli 1905.

9 Route Carmichael von der Nordwestwand und dem Südwestgrat zur Aiguille des Pèlerins, Armand Charlet, 29. Juli 1925. Misses Y. und E. Carmichael mit Armand und Georges Charlet, 10. September 1925.

10 Normaler Aufstieg zur Aiguille du Peigne, O'Gorman, G. Liégeard, J. Ravanel und Joseph Couttet, 23. Juli 1906.

11 Route auf der Chamonixseite zur Aiguille du Peigne, J. und T. de Lépiney, 6. September 1921, J. und T. de Lépiney, P. Dalloz, 11. August 1922.

12 Route Dilleman, A. Charlet zum Col des Pèlerins, 26. Juli 1929.

13 Route zum Col du Peigne über Nordseite: 1. Abstieg: R. Gréloz, J. Deudon, R. Caché, L. Valluet, 4. August 1932. 1. Ersteigung: L. Châtelain und M. Grutter, 30. August 1936.

uns. An einer Stelle im schönen Granit versperrt uns ein Turm den Durchgang, und wir werfen ein Seil hinüber, um uns daran emporzuhissen. Um das im Leeren pendelnde Ende festzubinden, nimmt Gallay meinen schönen, ganz neuen Pickel, neigt sich vor, und im Moment, wo er das Seil zu fassen glaubt, verliert er das Gleichgewicht und lässt den Pickel fallen, der mit einem ironischen Klang, einem Zeichen seiner guten Qualität, in der Tiefe verschwindet. Er ist in diesem Sommer mein dritter! Den ersten hatte ich einem Fräulein geliehen, Westseite der Aiguille du Plan.

1 Route auf der Chamonixseite zur Aiguille du Peigne, J. und T. de Lepiney, 6. September 1921. J. und T. de Lepiney, P. Dalloz, 11. August 1922.

2 Route zum Col du Peigne, I. Beut, R. Sara, 18. August 1923.

3 Normalaulstieg zur Aiguille du Peigne, R. O'Gorman, G. Liégeard, Joseph Ravanel, Joseph Couttet, 23. Juli 1906.

4 < Route Carmichael über Nordwestflanke und Südwestgrat zur Aiguille des Pèlerins, Armand Charlet allein, 29. Juli 1925.Y. und E. Carmichael mit Armand und Georges Charlet, 10. September 1925.

5 Normalaufstieg zur Aiguille des Pèlerins, R. O'Gorman, Albert Brun, Joseph Ravanel, Ed. Charlet, 9. Juli 1905.

6 Verbindungsstück der Routen Aiguille des Pèlerins zur Aiguille des 2 Aigles, P. Bonnant, M. Gallay, F. Juge, A. Roch, 29. August 1937.

7 Route Mummery zur Aiguille du Plan über Südwestflanke Col des 2 Aigles, A. F. Mummery, W. Slingsby, G. Hasting und J. Norman Collie, 7. August 1893.

8 Route Fontaine zur Aiguille du Plan über Westflanke des Col Supérieur du Plan, E. Fontaine, Jules und Joseph Simond, 18. August 1898.

9 Südwestgrat zur Aiguille des Pèlerins, M. Grütter und R. Aubert, 21. Juli 1935.

das ihn im Montenvers stehen liess, was wieder das Glück eines Bahnbeamten bildete. Der zweite war im Sack und auf dem Rücken Lamberts durch einen Stein zerbrochen worden, als dieser über die Nordwestflanke des Gabelhorns abstieg. Das zerstreute Fräulein hatte mir diesen neuen schönen Pickel zum Geschenk gemacht, der jetzt sein kurzes Dasein durch einen Sprung vom Peigne beendigte: das nennt man Pech!

Wir umgehen den Gipfel des Peigne nach rechts und gelangen so auf den Weg, der nach den Pèlerins führt. Er war am 29. Juli 1925 von Armand Charlet allein eröffnet und am 10. September, als er die Damen Y. und E. Carmichael führte, von ihm verbessert worden, indem er eine leichtere Variante benützte. Es ist eine ganz prachtvolle Kletterei, die ich schon einmal mit Jimmy Belaïeff und Albert Dunant am 15. September 1929 kennen gelernt hatte. Man steigt an einer Reihe von Rissen leicht nach rechts bis zu einer Scharte des Westgrates an, den man dann bis zum Gipfel verfolgt. Der erste Riss ist schwer und ein Sicherungshaken, den wir eintreiben, willkommen Um 11 Uhr befinden wir uns auf dem Gipfel der Pèlerins, wo wir eine ganze fröhliche Bande von unseren Kameraden antreffen, die uns den Inhalt ihrer Feldflaschen anbieten. Für sie ist die Besteigung vollendet, für uns fängt sie erst an. Auch fahren wir, ohne uns lange aufzuhalten, damit fort. Im Abstieg von den Pèlerins verlassen wir bald den gewöhnlichen Weg, um unter der Pointe Meyendorf hindurch die Basis der Aiguille des Deux Aigles zu umgehen. Wir fürchten, wenn wir zu hoch kommen, durch eine unüberwindliche Wand aufgehalten zu werden. Die Traversierung vollzieht sich nach Wunsch. Mit Hilfe einiger schwieriger Risse und einer kleinen Einkerbung gelangen wir auf die Südwestseite. In dieser ungeheuren Wand stossen wir auf einen langen Kamin, in den wir einsteigen; er ist von Zeit zu Zeit versperrt durch eingeklemmte Blöcke, die uns zu grossem Kraftaufwand nötigen. Der Kamin ist mehr als 200 Meter hoch und ermüdet uns; zudem fallen beständig Steine in der Wand und schlagen links und rechts von uns auf, was nicht zur Gemütlichkeit unserer Lage beiträgt. Endlich können wir auf den Col des Deux Aigles heraustreten. Hier sehen wir, dass wir die Aiguille auch weiter oben, und zwar, so scheint es, mit Vorteil hätten umgehen können. Der Blick auf den Nordhang ist prachtvoll, der Gletscher mit seinen wilden, überbordenden Überhängen macht einen fürchterlichen Eindruck. Wir erklimmen die erste Spitze der Aiguille des Deux Aigles und finden den richtigen Weg nicht, der weiter hinten ist. Bonnant als Vorderster zögert einen Augenblick, dann zwingt er den Zugang in gerader Linie, was kitzlich und exponiert aussieht. Im Abstieg nehmen wir dann den gewöhnlichen, leichteren Weg, der uns wieder auf den Col zurückbringt. Der Tag neigt seinem Ende zu, und die Schatten auf den Bergen werden länger. Die Aussicht wird immer grossartiger. Über den Hang von guter Schneebeschaffenheit steigen wir zur Aiguille du Plan an und erreichen sie um 19 Uhr. Nun ist die Aussicht ganz schön, denn Wolken umspielen die Gipfel, und die Sonne, die sich dem Horizont nähert, schickt rote und gelbe Strahlen aus.

Dann rasch zum Abstieg im beschatteten Hang, wo der Schnee schon gefroren ist. In der Requinhütte schnell eine Tasse Tee. Um 22 Uhr gehen Die Alpen — 1941 — Les Alpes.11 wir am Montenvers vorbei, um in der Nacht auf dem verbotenen Bahnkörper hinunterzugehen, um 23% Uhr sind wir in Chamonix. Unsere Freunde, die Gallay und mich hergebracht hatten, sind schon fort. Wie werde ich morgen früh um 5 Uhr bei meinem Rendezvous in Genf sein? François Juge tritt mir freundlich seinen Rücksitz auf dem Motorrad Bonnants ab, und nach einer tollen Fahrt, die mir auf die Knochen geht, denn ich sitze direkt auf dem Gepäckträger, kommen wir, eher gemartert, um 2 Uhr in Genf an.

Am Morgen telephoniert Jean Juge, der ältere Bruder von François, gegen 6 Uhr, was mit der Abfahrt nach Courmayeur los sei. In der Tat, weder Lambert noch ich haben ein Lebenszeichen gegeben! Lambert war soeben von der zweiten Besteigung der Nordwand des Petit Dru mit Fräulein Boulaz zurückgekommen. Sie hatten zweimal biwakiert, aber Lambert hatte etwas vor mir voraus: er hatte eine lange gute Nacht in seinem Bett verbracht. Aber gleichwohl war der Dru ein harter Bissen: der gute Schlaf hatte nicht genügt, um ihn vollständig wieder aufzumuntern, und seine Geister sind, wie die meinigen, noch nicht ganz aufgeweckt. Der einzig helle, Juge, kauft endlich Proviant ein, und um 9 Uhr fahren wir ab via Kleinen St. Bernhard dem Südgrat der Aiguille Noire de Peuterey entgegen. Doch das ist wieder ein anderes Kapitel!

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