Alpinistengeschwätz

Zum Artikel SAC setzt klares Zeichen gegen Klimawandel, «Die Alpen» 08/2019

Gibt es einen Preis für die umweltpolitische Dumpfbacke des Jahres? Falls ja, kenne ich die Gewinner des Jahres 2019. Einen Preisträger haben Monika Gisler, Hans Fässler und Erwin Sommer in ihren Leserbriefen in der Augustausgabe von «Die Alpen» schon gewürdigt. Herzlichen Dank.

Der zweite Preisträger ist der SAC als Kollektiv. Er gibt vor, als Hüter der Umwelt ein Club von Naturfreaks zu sein, fördert indes alles, was Natur und Klima belastet. Ich zitiere hier exemplarisch aus dem Kalender für Skitourenrennen 2020: 26 Rennen werden national beworben; daneben gibt es verschiedene Wettkämpfe in Europa und sogar in China. Weitere Beispiele für den vom SAC geförderten Rummelalpinismus und für unzählige kommerzielle Geheimtipps in aller Welt lasse ich hier bleiben; sie werden in der Zeitschrift «Die Alpen» regelmässig in Bild und Text gehypt.

Und jetzt, ich zitiere nochmals: «‹Der wichtigste Bergsportverband der Schweiz muss etwas zum Klimawandel sagen›, betonte René Michel.» Es geht um die Gletscherinitiative. Spätere Generationen von SAC-Mitgliedern sollen nicht «nur auf Schutthalden herumklettern müssen». Ich lache mich krumm. Beim Satz, der SAC sensibilisiere seine Mitglieder und zeige ihnen, wie sie ihre eigenen CO2-Emissionen senken können, geht mir der Schnauf aus. Ähnlich hohl tönt es in anderen Mobilitätsclubs wie dem ACS und dem TCS; sogar die FDP singt auf die Wahlen hin Worthülsenlieder im Kobler-Chor mit.

Der SAC macht im Gebirge kaum mehr anderes als die Automobilclubs auf den Strassen. Alles andere ist rhetorische Beilage.

Feedback