Antwort auf eine Frage

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Von R. Ehrensberger

( Chur ) Du kümmerst dich. Du siehst mich fragend an und möchtest wissen, warum ich denn schon wieder hinauf in meine Berge gehe.

Ist es die AussichtJa, ich liebe die weite Schau in die Täler und über tausend Höhen hinweg. Doch ich gehe auch, wenn sie nicht gar so gross ist, wenn nicht mehr neu, wenn Wolken sie decken.

So sind es Landschaft oder LeuteDen Menschen dort, die nur mit harter Müh'ihr Leben fristen, bin ich gut. Ich liebe unsre Heimat mit ihren unvergleichlich schönen Plätzchen und den Bächen, Seen, den lieblich sanften Weiden, den jähen Bergen und den wilden Gletschern. Doch manchmal seh* ich nichts von dem, wenn Nebel sie verhüllt.

Dann sind es Blumen oder Tiere, die dich lockenJa, sie gefallen mir, die Blumen wie die Tiere. Sie sind die Kinder eines Schöpfers, wie wir. Doch sie gedeihen nicht mehr, wo ich den Fuss noch hinzusetzen wage.

Ich weiss nicht, was du dort noch suchst, wo nur Gefahr ist. Geh'nicht mehr] Sie ist gar immer so gross! Doch das ist es, was ich ja suche. Nicht, um in der Gefahr zu enden, nein, um sie zu überwinden, geh'ich hin. Das macht mich stark. Da finde ich auch, wenn ich vom Leben gar zu arg gerüttelt, wenn ich verzagt und traurig wurde, mich selber wieder. Dann weiss ich wieder: du bist auch ein Kerl; und ich weiss mich zu behaupten. Die Ruhe kehrt zurück. Ich finde neue Kraft zur Auseinandersetzung mit den Menschen, mit der ganzen Welt. Ich finde Kraft auch zum Vergeben und Vergessen.

Lass mich gehen! Ich werde, vertraue darauf, heimkehren voller Freud und Lebensmut. So lass mich, ich bitte dich, lass mich zu den Bergen wandern!

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