Bergbilderbuch

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Mit 1 Bild.Von Willy Zeller

( Zürich-Oerlikon ).

Moränenseelein.

Nach polternder Gewitternacht ein wolkenloser Frühmorgen. Wir tappen den Wegspuren nach, die allenthalben unter die Blocktrümmer schlüpfen wollen, setzen langsam Schuh vor Schuh und fühlen, wie sich der Leib mit jedem Atemzuge strafft. Es ist ein seltsam Ding um die Berg-morgenluft. Der Körper will frösteln unter ihrem Hauch, aber sie strömt in solch zwingender Frische in die Lungen, dass unser ganzes Wesen ihrer gesunden Rücksichtslosigkeit erliegt. Die Tritte werden fester, die Pickelschläge bewusster, die Augen offener für die Herrlichkeit der Bergheimat.

Schon rollen die Eisnixen überall die nächtlichen Schattentücher ein. Ihre fransigen Enden schleifen unhörbar über die Hänge. Wo vordem Düsternis lag, tänzeln nun die Sonnenfünklein. Es flimmert von den Gräten, Strahlengarben werden durch die Scharten geschleudert und verzittern im Frühhimmel. Wir müssen uns Zwang antun, damit wir nicht immer wieder den Schritt hemmen und um uns blicken. So lange schon sind wir der Bergwelt verfallen — uns will dünken, sie werde dennoch von Jahr zu Jahr grösser, reifer, reiner. Durch die Kehle, in der wir aufwärts klimmen, gurgelt ein Wässerlein. Es spielt Verstecken mit den weissgeäderten Quadern in seinem Bett, bespritzt die Moospolster dort drüben und hastet wichtigtuerisch zutal. Wir steigen. Die Pflanzen werden spärlicher, die Felstrümmer ungeschlachter. Schutt ist zu regellosen Haufen geschichtet. Jedem Schritt folgt ein halblautes Geriesel. Kopfgrosse Brocken warten nur auf den erstbesten Grund, talwärts zu rollen. Sorgsam stehlen wir uns empor.

Die Alpen — 1941 — Les Alpes.15 Plötzlich legt sich die Felskehle zurück und — da bietet sich uns ein Bild von so stiller Schönheit, dass wir unwillkürlich innehalten. In den hartgepressten Altschnee ist ein Moränenseelein gebettet, wie sie zu Hunderten über die Bergheimat gestreut sind. Aber darauf hat sich in der bitterkalten Nacht ein Hauch aus Eisfiligran gelegt. Zierliche Ranken schlingen sich ineinander, perlgraue Plättchen sind kunstvoll miteingewoben. Von der Mitte aus sind die Blätter gewachsen, bis sie an den Rändern leise zerfasern. Freilich, der erste Sonnenstrahl wird der Eisnixen nächtliches Tändelwerk zerfliessen lassen. Da ist keine Rettung; denn sieghaft steigt das Licht. Schon überflutet es in lodernden Bahnen die Gralsburg, die hoch über dem Gletscherkessel thront, den Grand Combin. Blitzende Gräte wechseln mit seidenblauen Schattenmulden. Ein Flimmertuch ist vor die Felsflanken gespannt; darob ist ihnen all ihre Härte abhanden gekommen. Und sieh, nun beginnt es auch im Moränentümpel zu leuchten. Sein vordem verständnisloses Grau erwacht zum Leben. Erst zaghaft zwar, dann immer kecker malen sich feine Reflexe drein. Der Tümpel scheint Gefallen zu finden an seinem lichten Kleid. Und wie jetzt ein herbes Morgenlüftlein gestrichen kommt und die Ranken zerbricht, ist das Seelein darum dem täppischen Gesellen nicht gram, sondern nimmt es als lustigen Schabernack, lässt das Geblätter zu den Blöcken hinüberschwimmen und fängt an, sich in seiner Rolle als blitzsauberes Spiegelein erst recht zu gefallen. Keine Viertelstunde geht 's, so funkelt die Hochburg im Wasser wider, leicht nachgedunkelt, doch in strahlender Reinheit, wie Platin auf Samtgrund. Da hebt ein Leuchten in der Runde an, dass wir eines Atemzugs Länge geblendet die Augen schliessen. Die Armen, die da von « toter Landschaft » sprechen!

Schützet die Naturi

Bergsteiger sein verpflichtet: Wir sind die Hüter der Hochgebirgswelt, der Pflanzen und Tiere.

M. 0e.

Déchirure et glissement d' une tranche de neige sur un toit. Plissement superficiel Montana. 7. 4. 1940, 11.0057 - Photo Aug. Lombard Glissement et plissement d' une couche de neige sur un relief complexe Montana, 5. 4. L940, 14.0058 - Photo Aug. Lombard Rides de glissement marginal Région de la cabane des Violettes sur Montana 19. 3. 194059 - Photo Aug. Lombard Couloir de neige barrant le chemin du château d' eau de Barberine à Emosson 27. 6. 1940.

60 - Photo Aug. Lombard Surface dure de " reg " alluvionnaire partiellement recouverte de sable fin In Salah, novembre 1932. ei - Photo Aug. Loir±>ard Surface dure de glacier ( neige de névé ) partiellement recouverte de neige fraîche soufflée, [ungfraufirn, décembre 1940.

62 - Photo André Roch Brunner & Cie. S.A.Z.urich Die Alpen - 19'il - Les Alpes

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