Bergführerinnen als Vorbilder

Zum Artikel Eine Frau mit sieben Berufen,«Die Alpen» 02/2021

Mit grossem Interesse habe ich gelesen, dass mit Rita Christen eine neue, kompetente Person an der Spitze des Bergführerverbands steht. Sie erwähnt, dass dem Berufsstand der Bergführer und Bergführerinnen eine Überalterung drohe und man deswegen gezielt Nachwuchsförderung mache. Jedoch verzichte man auf eine Frauenförderung. Dies, obwohl den 1492 ausgebildeten Bergführern nur gerade 42 Bergführerinnen gegenüberstehen. Bei einer ungefähren Geschlechterverteilung von 50 zu 50 in der Gesamtbevölkerung bleibt hier ein grosses Potenzial ungenutzt. Ich stimme mit Rita Christen überein, dass die meisten Schweizer Frauen ihren eigenen Weg nach ihren Wünschen gestalten können. Es würde mich trotzdem interessieren, woran es liegt, dass es so wenige Bergführerinnen gibt. Melden sie sich erst gar nicht an, oder bestehen sie den Eintrittstest nicht? Oder scheiden sie während der Ausbildung oder sogar erst an der Prüfung aus? Frauenförderung heisst nicht, dass man den Frauen etwas schenken muss. Man kann Frauen aber gezielter ansprechen, zum Beispiel, indem man mit bereits ausgebildeten Bergführerinnen als Vorbildern wirbt. Zudem nehme ich in meinem Umfeld wahr, dass Frauen sich häufig weniger zutrauen als Männer und manchmal einen geschützten Rahmen brauchen, um ihr Potenzial auszuschöpfen. Warum also nicht alle paar Jahre eine Bergführerinnenausbildung von Expertinnen für Frauen anbieten? In anderen Sportarten haben Kurse, die explizit für Frauen angeboten werden, grossen Zulauf. Ich durfte bereits mehrmals mit Bergführerinnen auf Tour gehen und nahm diese Frauen stets als sehr kompetent wahr. Ich hoffe sehr, dass es in Zukunft mehr von ihnen geben wird.

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