Berühmte Kletterstellen in den Dolomiten

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Von Karl Lukan

( Klosterneuburg bei Wien ) Im Kino spielt man wieder einmal Luis Trenkers « Kampf ums Matterhorn »...

« Ich fand diese Szene übertrieben, in der Carrel, als er über eine Wand nicht hinaufkam, seinen Hut zu Boden warf und den Berg beschimpfte! », sagte nachher einer der Freunde.Vielleicht war dieser Einwand berechtigt, vielleicht hatte Carrel wirklich nicht so gehandelt, war ernster gewesen, ernst wie der Berg seines Lebens. Aber Luis Trenker ( Regisseur und Carrel in dem Film ) stammt aus dem Grödnertal, stammt aus den Dolomiten. Und in den Dolomiten erlebt man die Berge anders: sie sind dort herausfordernder, abweisend und doch nicht unnahbar, abenteuerlich und doch nicht ernst, jugendlicher...

Fels ist Jugendland, und das Land der Jugend sind die Dolomiten. Immer schon sind die Dolomiten Jugendland gewesen. Immer schon zog es die Stürmer und Dränger, die Abenteurer und Romantiker unter den Bergsteigern in die Dolomiten. Bergsteigen in den Dolomiten ist eine Sache des Temperaments. Und darum warf Trenker-Carrel den Hut zu Boden...

Dolomiten... dort sind nicht nur die Felsen steiler, dort ist auch das Gras grüner und der Himmel blauer als anderswo. Mit dieser Vorstellung fuhren auch wir zum ersten Male in die Dolomiten.In den Dolomiten sind die Felsen steiler!

Das wurde uns schon bedrückend bewusst auf unserem ersten Gang im Dolomitenfels: im Preussriss auf der Kleinsten Zinne. Ich stand unter der Preusswand, und ich stand lange dort, weil ich es nicht glauben wollte, dass man über eine solche Wand in freier Kletterei hinaufkommen kann. Ich dachte an alle Wandstellen des sechsten Schwierigkeitsgrades, die ich schon bezwungen hatte, und ich machte mir Mut mit all diesen Erinnerungen - und glaubte trotzdem nicht an die Ersteigbarkeit der Preusswand.

Die Preusswand wurde 1911 zum ersten Male erklettert und ist die Schlüsselstelle des Preussrisses, den man heute noch mit Schwierigkeit V bewertet. Eine fast unglaubliche Tat, wenn man unter der Wand steht, eine erklärliche Leistung, wenn man sich ein wenig in die alpine Geschichte versenkt und dort erfährt, dass bei der Erkletterung des Preussrisses schon über zwanzig Jahre vergangen waren, seitdem die lotrechte Nordwand der Kleinen Zinne erobert wurde. 1890 war dies, und Hans Heiversen, einer der Erstbegeher, beschreibt darin die Einstiegswand: «... bei sehr schlechtem Tritte dient in der fast senkrechten Wand ein kleines Blättchen als Griff für wenige Finger beider Hände; mit der linken freigemachten Hand erreicht man sodann, den Körper etwas nach links fallen lassend, den nächsten schlechten Griff... » - Solche Kletterkunststücke wurden in den Dolomiten schon im Jahre 1890 vollbracht. Natürlich ist dann eine Preusswand nur ein Schritt weiter in der Entwicklung der Kletterkunst.

Aber wer denkt schon an alpine Geschichte, wenn er unter einer Wand steht, welche sich beklemmend auf die Magenwände legt! Noch dazu vor einem Felszacken steht, auf den man hinaufsteigen soll und nicht hinaufsteigen will, weil der Felszacken so aussieht, als würde er schon bei einmal heftig Niesen mit lautem Gepolter in die Tiefe stürzen...

Also musste der geduldige Buckel des Freundes den höchst fraglichen Felszacken ersetzen. Menschlicher Steigbaum - so heisst das in der Zunftsprache. Als ich auf dem Buckel des Freundes stand und zufällig einmal nach unten schaute, musste ich dann allerdings mit Entsetzen bemerken, dass sich der gute Freund krampfhaft mit beiden Händen an dem höchst fraglichen Felszacken festhielt - um das Gleichgewicht zu bewahren! Fast hatte ich bei diesem Anblick das Gleichgewicht verloren...

Später, viel später sogar, als wir wieder Musse hatten für alpine Geschichte, stellten wir fest, dass der höchst fragliche Felszacken schon Generationen von Kletterern höchst fraglich erschienen war und trotzdem von ihnen zum Höhersteigen benutzt wurde...

Das ist der Preussriss. Im Jahre 1911 wurde er zum ersten Male erklettert. Nur mehr um einen Grad höher konnte die Kletterkunst in den folgenden Jahren entwickelt werden. Und in der Eroberung der Nordwand der Grossen Zinne im Jahre 1933 fand dieser eine Schritt seinen stärksten Ausdruck.

Man kennt das berühmte Kletterbild: ein Kletterer hängt in einer mauerglatten Wand -nur gehalten vom Zug zum Zerreissen straff gespannter Seile, welche in stark nach abwärts gebogenen Mauerhaken eingehängt sind. Bildunterschrift: der Beginn der Schwierigkeiten des VI. Grades in der Nordwand der Grossen Zinne.

Vielleicht mag dieses Bild Altmeister Kugy zu seinem vielzitierten Ausspruch angeregt haben: « Nun ist erwiesen, dass die Nordwand der Grossen Zinne unersteiglich ist. » Aber hier irrte Kugy, und hier irren alle, welche glauben, dass die 600 m hohe Nordwand nur mit Mauerhaken und nur mit Seilzug erobert wurde! Denn schon nach diesen drei oder vier Metern, die auf dem Bild sichtbar sind, beginnt die Kletterei - ohne Haken, ohne Seilzug, nur an dürftigen Griffen und Tritten in abdrängendem steilem Fels. Und wehe dem Kletterer, der so wie Altmeister Kugy glaubt, dass man in der Nordwand der Grossen Zinne nur von Haken zu Haken steigen braucht...

Die Nordwand ist absolut senkrecht, eine Hausmauer, und die Schwierigkeit der ersten Seillänge dieser Wand liegt nicht nur im Technischen, sondern auch darin, dass der Mensch seit Adam und Eva sich im allgemeinen in der Horizontale bewegt - und nicht auf Hausmauern! Darum wird diese erste Seillänge des VI. Grades auch von vielen Kletterern als die unangenehmste der Grossen-Zinne-Nordwand bezeichnet. Einer von diesen sagte darüber: « Als ich die senkrechte Wand dicht vor meiner Nase hatte, da dachte ich, dass ich über diese Wand nie hinaufkommen werde. Ich bekam Minderwertigkeitskomplexe, und es schien mir als das Klügste, die Kletterei aufzugeben... Ich bin dann nur deswegen über die Wand hinaufgeklettert, weil ich das Klettern nicht aufgeben will... » So wirkt die « unersteigliche » Grosse-Zinne-Nordwand auch noch heute auf die Klet-terer.,In den Dolomiten ist die Kletterei abenteuerlicher...

Flott eilen die Schilderer der 1100 m hohen Ci vetta wand über die Einstiegshangelleiste hinweg. Und doch ist gerade sie eine Wandstelle, an der sich das Abenteuerliche der Dolomitenkletterei deutlich offenbart.

Es ist noch sehr früh am Morgen, wenn man in die Civettawand einsteigt. Vielleicht, dass die Sonne schon die Gipfelpartien beleuchtet. Doch an der Einstiegshangelleiste hängen noch die Schatten der Nacht, und der Fels ist wasserüberronnen und schwarz. Man friert leicht. Und man reibt sich die Hände warm, bevor man sie an den Fels legt...

Die Hangelleiste ist etwa zwanzig Meter lang. Sie ist brüchig und bricht steil ab. Am Anfang und Ende sind Überhänge schräg zu erklettern. Drei oder vier Mauerhaken stecken. Verrostete Haken, welche in vom steten Wassertropfen ausgelaugten Hakenlöchern versenkt oder mit einem Holzkeil verklemmt sind, der vom Wasser aufgeweicht ist wie ein Badeschwamm. Und dann gibt es noch Löcher im Fels, aus denen der Lehm quillt, der sich über alle Griffe und Tritte der Hangelleiste geruhsam ausgebreitet hat.

Das alles schaut sich der Kletterer gut an, bevor er losgeht. Und er atmet tief auf, wenn er dieses Tor zu der grossen Wand gut passiert hat. Er hat dann den Befähigungsnachweis für die Civettawand erbracht. Der Weiterweg ist dann trotz aller weiteren Schwierigkeiten nur mehr ein Weg zur Sonne, die ihn dann hoch in der Wand empfängt und zum Gipfel geleitet. Dort oben ist dann auch das Dunkel der Einstiegshangelleiste vergessen...

Wie anders ist dagegen der grosse Spreizschritt an der Schleierkante! Auch das ist eine abenteuerliche Kletterstelle - aber es ist ein heiteres Abenteuer...

« Wie schaut dieser Spreizschritt eigentlich aus ?» wollten wir vor unserer Schleierkanten-fahrt gerne wissen.

« Viel schlimmer, als man sich ihn vorstellt! Er ist eine optische Täuschung », bekamen wir zur Antwort.

Viel schlimmer, als man sich ihn vorstellt - daran dachte ich die ganze Zeit, als ich über den unteren Teil der Kante hochkletterte. Ich dachte nur an den Spreizschritt. Und der Spreizschritt war schlimmer, als ich ihn mir vorgestellt hatte.

Hätte ich nicht schon gut ein Dutzend Aufsätze von der Schleierkante gelesen und ein halbes Dutzend Vorträge darüber gehört, so hätte ich diese Kletterstelle für einen April-scherz gehalten. Ich rechnete: Einen Meter siebzig bist du gross ( wobei ich die vor Verwunderung aufgestellten Haare schon mit eingerechnet hattedie Kluft, welche du überspreizen sollst, ist aber mindestens drei Meter weit. Zwei Meter zwanzig gross hätte ich nach meiner Berechnung sein müssen...

Doch wie gesagt: der Spreizschritt ist ein optische Täuschung. Es ging sich aus mit dem einen Meter siebzig. Haargenau ging es sich aus. Um keinen Zentimeter hätte ich kleiner sein dürfen. Um keinen Zentimeter! So glaubte ich zumindest, bis ich dann einen Schleierkanten-bezwinger eins achtundfünfzig gross traf. Auch bei diesem war es sich haargenau ausgegangen. Aber um keinen Zentimeter hätte er kleiner sein dürfen. Um keinen Zentimeter!

Fühlt sich der Bergsteiger an der Schleierkante als ein zu kleiner Mensch an zu grosser Bergkluft, so fühlt er sich auf jeden Fall zu dick, wenn nur der Name Delagoturm-Pichlriss fällt. Denn der Pichlriss ist eng, so eng, dass sogar einmal ein Bergsteiger schrieb, man könne den Pichlriss nur dann bezwingen, wenn man sich vorher bis auf das Hemd auszieht. Wir haben dies sofort wörtlich genommen und unsere ganze Phantasie blühen lassen in der Vorstellung, wie so eine Seilschaft ( natürlich eine Herrenseilschaft !) ohne Hose nur im Hemd im rauhen Fels des Pichlrisses wirken würde...

Der Pichlriss ( so benannt nach seinem Erstbegeher ) auf dem Delagoturm ist die schwerste Kletterstelle einer Bergfahrt, die unter dem Namen « Überschreitung der Vajolettürme » zu den berühmten Modetouren der Alpen zählt. Die Überschreitung der Vajolettürme stand schon immer hoch im Kurs. Nicht nur in der Führertaxe, sondern auch bei den Leuten, die berühmte Bergfahrten unternehmen, um selbst berühmt zu werden...

Heute allerdings kann man mit der Überschreitung der Vajolettürme nicht mehr berühmt werden ( heute kann man höchstens noch für eineinhalb Tage berühmt werden, wenn man die Matterhorn-Nordwand im Alleingang bei Nacht im Winter in sechs Stunden und einundsechzig Minuten macht ). Heute sind die Vajolettürme nur mehr ein Kletterzirkus für abwechslungsuchende Sommerfrischler. Viel Geschrei umbrandet ihre Sockel, und der leichteste der Türme, der Stabeierturm, kann an schönen Tagen die Zahl seiner Besucher kaum fassen. Der Bergsteiger, der heute auf die Vajolettürme steigt, braucht viel Idealismus...

Trotzdem: wenn man fest verklemmt im Pichlriss steckt und mit Einatmen und Ausatmen, Bauchrollen und Wurmbewegungen Zentimeter um Zentimeter an Höhe gewinnt und wenn man dann zu der Stelle kommt, wo auch das alles nichts mehr nützt und der berühmte Klimmzug gemacht werden muss, der den Körper vollends aus dem Riss zieht ( und wo dann mit einem Mal viel Luft unter den Beinen istdann ist auch heute wie einst und ehedem das grosse Abenteuer wieder da. Oder: noch immer da!

Der Pichlriss - einst zählte er zu den schwersten Kletterstellen der Alpen, dann wurde er zu einer Renommierkletterstelle, heute ist er nur mehr ein enger Riss und nichts weiter, nur mehr ein enger Riss. So verändert die Zeit die Dinge. Denn die Zeit gibt den Dingen Glanz, und die Zeit wischt diesen Glanz wieder weg. So war es immer, und so wird es immer sein. Doch die paar Sekunden zwischen Himmel und Erde am Überhang des Pichlrisses ( dort, wo der Körper aus dem Risse gedrängt wird !) haben uns das Bleibende unserer grossen Liebe gezeigt, die dem Berge gilt...

In den Dolomiten ist das Bergsteigen romantischer...

Als wir in der Beschreibung der Westkante der Cima della Busazza etwas von einem « weissen Kamin » lasen, haben wir bei Gott nicht daran gedacht, dort wirklich einen weissen Kamin vorzufinden. Ein Prager Schinken muss nicht unbedingt aus Prag stammen und ein Rucksackträger, der schon auf dem Bahnhof mit einem kühn um die Brust geschlungenen Seil herumspringt, muss noch lange kein Bergsteiger sein...

Aber der « weisse Kamin » an der Busazzakante ist wirklich weiss. So weiss, dass man glauben kann, der Kamin sei erst vor fünf Minuten frisch mit Kalk getüncht worden und die Anstreicher hätten soeben Feierabend gemacht. Und diese Illusion ist so stark, dass wir mit den Fingerspitzen über den Fels strichen, um zu probieren, ob auch nichts von dem Weiss daran haften bliebe. Aber nichts blieb daran haften, nichts!

Die Busazzakante ist vierzehnhundert Meter hoch, und wenn man im weissen Kamin steckt, hat man schon tausend Meter Fels unter sich. Man ist bereits ein wenig müde. Nach tausend Meter Kletterei weitet sich die Brust nicht mehr bei tiefsinnigen Gedanken über die Erhabenheit der Berge. Man denkt oft sehr intensiv an eine Flasche Bier oder an eine Bank unter einem schattigen Baum...

Der « weisse Kamin » aber verwandelt uns für kurze Zeit in romantische Träumer. Ganz langsam stemmten wir und spreizten wir den Zauberkamin höher. Das Sonnenlicht brach sich an den Kaminwänden wie an einem Vorhang und breitete sich als bleicher Schein über den hellen Fels; aus dem Kamingrund kam das Dunkel der Tiefe und verband sich mit dem Weiss des Gesteins zu einem seltsam unwirklichen Farbton. Wir hatten die tausend Meter Fels unter uns vergessen, und wir dachten nicht an die vierhundert Meter über uns. Wieder einmal hatten wir jenen Punkt auf unserer Lebenswanderschaft erreicht, wo in den Bergen die Romantik unserer Träume Wirklichkeit wurde...

Freilich: auch in den Dolomiten wird heute die Romantik immer mehr und mehr in die stillen Kare gedrängt. So manche grosse Dolomitenwand umbrandet heute der Lärm der Motoren. Die Tofana-Südwand zum Beispiel.

Die Tofana-Südwand ist eines der grossen Schaustücke in der Auslage der Natur für Motorsportler. Die Dolomitenstrasse führt dicht am Wandfuss der Tofanawand vorbei. In hohen Wolken steigt von der Strasse der Staub auf, und man wundert sich, dass der Fels der Wände noch immer rot und gelb ist, schreiend rot und gelb, und nicht grau und grau wie die Blumen und Gräser am Strassenrand.

Die Tofana-Südwand wurde im Jahr 1901 von den Führern Dimai, Siorpaes und Verzi mit den Baronessen Ilonka und Rolanda von Eötvös zum ersten Mal durchstiegen. Ich kann mir diese Seilschaft gut vorstellen: die bärtigen Führer mit den schwarzen Haaren und blit- zenden Augen und an deren Seil die zwei blutjungen Klettergemsen, lachend und mit erhitzten Wangen. Ein heiteres Bild...

Doch hoch oben in der Tofanawand kommt dann ein Quergang, ein vierzig Meter langer Quergang aus der Geborgenheit einer Nische hinaus in eine lotrechte Wand. Und an diesem Quergang beginnt dieses romantische Bild zu verblassen. Denn hier muss man klettern können. Der erste wie der zweite und dritte einer Seilschaft. Hier gibt es keinen helfenden Seilzug, hier hilft nur das weiter, was man selbst mit Fußspitzen und Fingern ertastet. Und das ist nicht viel. Die beiden jungen Baronessen mussten gute Kletterinnen gewesen sein!

Wie gesagt: heute umbrandet Motorenlärm die Tofana-Südwand. Doch bis zum grossen Quergang dringt dieser Lärm nicht hinauf. Man steht hier hoch über Gasgeben und Schalten, über Benzingestank und Staub, über der Rastlosigkeit des modernen Menschenherzens, das sein Glück am Tachometer abliest. Am grossen Quergang der Tofanawand ist man glücklich, wenn man für die Hände ein schmales Leistchen findet und für die Beine einen winzigen Vorsprung. Man bewundert die Erstbegeher dieser Wand, und man schwärmt von zwei blutjungen Baronessen, die heute schon würdige Matronen oder auch schon gestorben sind. Und man wird zum romantischen Jüngling trotz der geflickten Schnürlsamthose und dem Dreiwochen-bart... da oben am grossen Quergang in der Tofanawand, nahe den Wolken und hoch über der Unrast und Nüchternheit unserer Zeit...

In den Dolomiten sind die Felsen steiler. In den Dolomiten ist die Kletterei abenteuerlicher. In den Dolomiten ist das Bergsteigen romantischer...

Davon sprachen wir bei unserer nächtlichen Debatte über Trenker-Carrel, der am Matterhorn seinen Hut zu Boden warf. Wir sprachen von engen Rissen und weiten Spreizschritten. Und als wir uns heiss und müde geredet hatten, sprachen wir auch davon, wie schön es ist, wenn man dann beim Steinmann von einem so schwer erkämpften Gipfel sitzt und hinunterschaut auf die grünen Matten und in die Ferne zu den weissen Bergen...

Die weissen Berge! Immer schon haben wir von den Dolomitengipfeln mit Sehnsucht zu den weissen Bergen geschaut. Doch so wie das Kind am Weihnachtsabend die Tür zum Lichterbaum nur langsam öffnet, so haben wir uns mit dem ersten Schritt, der diese Sehnsucht zur Erfüllung bringen sollte, lange Zeit gelassen. Und als dann der Schritt getan war und wir zum ersten Male von einem Viertausender aus ins Land sahen, da war das erste, was unsere Augen suchten, die Berge der Dolomiten. Das Land unserer Jugend...

Der Weg zum Gipfel dieses Viertausenders war nicht leicht. Er hatte einige recht zünftige Stellen. Unsere Hüte haben wir dabei nicht zu Boden geworfen...

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