Cima di Piazzi

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Winterfahrt durch die Nordflanke.

Mit 2 Bildern und 1 Zeichnung.Von Eugen Wenzel.

Unsere Schlafkammer im Hotel Viola hat zwei Fenster. Durch das eine, am Fussende der Betten, sehe ich, ohne mich aufrichten zu müssen, die schwarze Felsspitze des Corno di Dosdé, und durch das andere kann ich vom Kissen aus die mondbeleuchtete Gletscherburg der Cima di Piazzi erblicken. Freund Meyer neben mir hat längst den Schlaf gefunden. Er riet mir, die Augen zu schliessen, ansonst mich diese Bilder die halbe Nacht verfolgen würden. Ich kann der Versuchung jedoch nicht widerstehen: die aus dunkeln Waldschluchten herausleuchtende Firnkuppe hat es mir angetan. Während schlafloser Stunden eilen meine Gedanken weit zurück und versuchen, den Ort und die Stunde ins Gedächtnis zurückzurufen, seit welcher die Cima di Piazzi in mir herumspukt. Die Fahrt nahm damals feste Formen an, als Curt Meyer mit seinem Livignoplan anrückte und mich für den Berg mit dem eigenartigen Namen zu begeistern wusste.

Ich sehe unseren Anmarsch vom Berninahospiz über die Forcola di Livigno, und Einzelheiten unserer Touren steigen in frischer Lebendigkeit vor meinem geistigen Auge auf: die Schlittenfahrt nach der Alp Vago, der dachsteile Schlusshang am Corno di Campo und der Sonnenuntergang vom Monte Lapare. Dann kam der heutige Morgen, wo es plötzlich feststand, den grossen Wurf zu wagen — ich sehe die Kapelle auf Passo d' Eira, die Abfahrt nach Trepalle und den Gegenanstieg zum Passo di Foscagno, doch ganz klar zeichnet sich plötzlich der Gipfelgrat zum Monte Rocca ab, der uns bis zum letzten Augenblick die Sicht verdeckte, um uns dann ein Bild zu enthüllen, das schlechthin nicht zu übertreffen ist, den Blick auf die Cima di Piazzi — unsere Abfahrt auf der Ostseite des Foscagnopasses mit seinen endlosen Galerien — und dann Arnoga. Eine Kette von besonderen Umständen hatte dazu geführt, dass Signor Guaiti in seinem Hotel weilte und anstatt der erwarteten fünf Mailändergäste mit uns zwei Schweizern vorlieb nehmen musste — aber sein weisser Veltliner ist gut —, und nun liegt man da in der stillen Kammer und hört sein eigenes ungestümes Herz schlagen, und durch das Fenster schaut immerzu dieser im Vollmond leuchtende Berg — der wie ein Viertausender aussieht und doch keiner ist — diese Cima di Piaz...

Traumschwere Nächte vor grossen Fahrten sind keine Seltenheit. Bevor sich unser Taschenwecker dazu entschliessen kann, seine Pflicht zu tun, sind wir schon auf den Beinen. Wie auf Kommando streckt jeder den Kopf zu seinem Fenster hinaus, und des einen « sternenklar » wird mit des andern « wolkenlos » quittiert. Nach dieser einmütigen Feststellung verlassen wir, ohne die sauber hergerichtete Wascheinrichtung auch nur eines Blickes zu würdigen, das Zimmer. Signor Guaiti ist bereits auf seinem Posten. Nach dem Frühstück geleitet er uns noch bis zur Schwelle und entlässt uns pünktlich um 5 Uhr in die klare Nacht.

Von allem Anfang an stand für uns fest, den Berg bei der Stirne zu packen, obschon er vom Passo di Verva her zugänglicher sein müsste. Das grosse Fragezeichen eines Nordflankendurchstiegs liegt aber nicht am Berg selbst, sondern in der tiefen Schlucht der Valle Viola, die uns als schwieriges Hindernis vom eigentlichen Massiv trennt. Vorerst benützen wir den fast horizontal verlaufenden Wasserleitungsweg des Violatales, aber erst nach gut 2l/2 km finden wir die Brücke, welche auf die rechte Talseite leitet. Hier fällt uns der erste Stein vom Herzen, da wir nun wenigstens über die Talschlucht hinweg sind. Der Alpweg steigt bald nach der Brücke etwas steiler an und bringt uns in ein paar Kehren zur Alp Verva hinauf. Das Tal gegen den Passo di Verva wäre ein Kinderspiel, aber unsere Route führt hoch oben am Abhang der Val Viola talauswärts. Ohne langes Suchen haben wir eine passende Stelle gefunden, wo der Vervabach überschritten werden kann, worauf der verwickelte Quergang beginnt, der uns durch die dem Hotel auf Arnoga gegenüberliegenden, felsdurchsetzten Waldhänge bringen muss. Bald geht es zwischen dünn-stämmigen Lärchenbäumen ein wenig aufwärts, dann über einem Felsband einige Zeit abwärts, bis wir mit erfreulichem Orientierungssinn einen gestern schon ausgekundschafteten Durchschlupf auf das nächsthöhere Band finden. Die bequeme, leicht abwärtsführende Terrasse verführt uns, zu weit abzufahren, und plötzlich fängt es an, ungemütlich steil zu werden. Ein Glück, dass die Bäume so dicht stehen. Curt arbeitet sich verbissen in einer engen Waldschneise empor, dieweil ich als Hintermann den Gedanken ausspinnen kann, wieviele Sekunden es wohl dauern würde bis uns eine Lawine zum Viola-bach hinuntergefegt hätte. Sobald es irgendwie angeht, queren wir nach links hinaus und kommen bald darauf an die obere Waldgrenze. Jetzt fällt uns der zweite Stein vom Herzen. Wir haben gewonnen. Etwas tiefer, aber gerade gegenüber liegt, in der Luftlinie etwa 1 km entfernt, unser Ausgangspunkt. Die notwendige Umgehung hat uns volle drei Stunden gekostet.

Die Sonne ist unterdessen bis zu den Dörfern der Valle di Dentro vorgedrungen, die nacheinander an der Paßstrasse zum Foscagno liegen. Die kurze Rast wird fast ausschliesslich dem Studium unseres Berges gewidmet. In der Morgenbeleuchtung treten jetzt einzelne Gletscherpartien deutlicher hervor und bestätigen unseren Angriffsplan. In erster Linie gilt es, so rasch wie möglich an den Berg heranzukommen. Ein lose aufliegender Pulverschnee macht das Spuren zum wahren Genuss. Oberhalb der Waldgrenze geht es ohne Höhenverlust in die Val di Cardonne hinein, und mit der Durchquerung einer weiten Hochmulde sind wir am eigentlichen Massiv angekommen. Eine massig ansteigende Terrasse führt mühelos auf das durch sie unterbrochene Felsband empor, und damit sind wir unvermittelt in die Gletscherregion gekommen. Das gewaltige Bollwerk des über uns aufgetürmten Gletschers mit seiner in der Sonne glänzenden Felskuppe und der von Nordwesten hinaufziehende Felsgrat, sie alle üben einen unwiderstehlichen Zug nach oben aus. Nachdem wir in einer Schleife nach rechts genügend Höhe gewonnen haben, gibt uns ein breites spaltenloses Band den Weg in das grosse Gletscherbecken frei. Ein wahrer Spurfimmel hat derart Besitz von uns ergriffen, dass noch keiner ans Rasten denkt. Die immer häufiger auftauchenden Eisbrüche zwingen uns bald darauf ans Seil. Trotz anhaltender Steilheit stechen wir mit unverminderter Zähigkeit in die grosse Firnmulde und steuern auf einen hervortretenden Felsen zu, bei dem wir zu rasten gedenken. Kurz nach 11 Uhr haben wir diesen ca. 3000 m hohen Punkt erreicht.

Erst jetzt werden wir so richtig der gewaltigen Gletscherwelt gewahr, die uns umgibt, und erinnern uns an die entsetzten Augen Signor Guaitis, als er gestern von unserem Vorhaben, hier einzudringen, erfuhr. Das an Spannungen reiche Erlebnis, in dem wir mitten drin stecken, lässt auch uns zu keiner rechten Ruhe kommen. Während wir ein paar Bissen hinabzuwürgen versuchen, wenden wir unsere ganze Aufmerksamkeit dem obersten Gletscheraufbau zu. Dort harrt unser noch die Lösung des letzten Teils der kühn angelegten Anstiegslinie. Es ist bereits sicher, dass wir der vorgesehenen Route auch weiterhin folgen dürfen, obschon einige jetzt noch unsichtbare Partien etwelche Überraschungen bringen könnten. Wenn wir auch nicht unterlassen, den prächtigen Licht- und Schattenspielen des von Spalten und Seraks unterbrochenen Gletschers Beachtung zu schenken, so lässt uns das Ungewisse, das noch auf unserem Herzen lastet, gleichwohl nicht länger untätig verweilen. Eine schmale Terrasse wird angespurt, und nun strecken wir die Hälse, um möglichst bald Gewissheit über die Gliederung des Nordostgletschers zu erlangen. Vorerst bringt uns eine nach links ausholende Schleife dem Rand einer breiten Kluft entlang über einen stark geneigten Hang in die darüberliegende Mulde, aus welcher als einziger Ausweg eine enge Rinne nach oben führt. Die Steilheit gibt zu denken, und unglücklicherweise liegt die Rinne in der Fallirne eines mächtigen Eisabbruchs, der unheildrohend darüber klebt. Betroffen erwägen wir neuerdings ein Ausweichen nach links, aber die abweisende Steilheit des Hanges schliesst selbst einen Versuch aus. Nicht ohne uns von der günstigen Schneebeschaffenheit überzeugt zu haben, steigen wir vorsichtig in den Kännel ein. Spitzkehre an Spitzkehre muss aneinandergereiht werden, während wir schweigend und aufs äusserste gespannt den Gletscherbruch über unseren Köpfen beobachten. Endlich ist es möglich, nach rechts auszuweichen, was wir aufatmend sofort tun. Um aus dieser Falle hinauszukommen, bleibt uns jedoch keine Wahl, als nochmals die Rinne zu queren, bis wir den sicheren Stand eines kleinen Gletschervorsprungs erreichen. Und hier glaube ich, fällt uns der dritte und letzte Stein vom Herzen. Zwar geben wir uns keiner Täuschung hin, da sich der nun ansetzende Schlusshang zu solcher Steilheit auswächst, dass einem der Mut sinken könnte, sich weiter seiner Ski zu bedienen. Ernstlich wird ein Anstieg zu Fuss erwogen, der uns über die Mittelrippe direkt zum Gipfel bringen würde. Aber der Teufel hat uns heute geritten, und gar zu gern nehmen wir die Ski an den Grat mit hinauf. Mit grösster Umsicht bauen wir eine Kehre nach der andern in den kirchen-dachgleichen Hang. Da zuckt plötzlich ein Strahlenblitz der Sonne über dem First auf, und wir haben den Gipfelgrat erreicht. Ein paar Kerben des Pickels helfen uns über den harmlosen Firngrat zum höchsten Punkt.

Viele Dinge müssen zusammenspielen, bis so eine grosse Fahrt gelingen kann. Heute war es der Fall. Körperliches Wohlbefinden, gute Vorbereitung, windstilles und wolkenloses Wetter, angenehme Temperatur und sichere CIMA DI PIAZZI.

Schneeverhältnisse haben sich vereint, um uns einen herrlichen Tag zu bescheren. Diesen mit einem Kameraden teilen zu dürfen, ist aber das Schönste dabei, und so äussert sich unsere riesige Freude in einem das gegenseitige Vertrauen besiegelnden Händedruck.

Ein selten schöner Tag liegt über den Bergen. Während anderthalbstündiger Rast ist uns reichlich Gelegenheit geboten, die markantesten daraus zu bestimmen. Zum Greifen nah erhebt sich über dem Talbecken von Bormio drüben mit ihren ausgedehnten Gletscherflächen die Ortlergruppe. Ebenso CIMA DI PIAZZI NORDFLANKE t. RA8TPLATZ 2. FELSKOPF c«. 3000 m 3. STEILES QLETSCHERCOULOIR nah, wenn auch weniger imponierend, daran anschliessend der Confinale und der P. Tresero und dann, über dem gut zu erkennenden Einschnitt der Val Camonica hinweg, der Adamellostock. Westwärts recken sich die Gipfel der Violagruppe zu respektabler Höhe empor, und weiter hinten erhebt sich das stattliche Berninamassiv in den blauen Himmel. Durch den Talausschnitt der nach Süden ziehenden Val Grosina zeigt sich ein Stück Veltlin, dessen letzte grössere Ortschaft — Bormio — weiter oben im Tal zu sehen ist. Am nordwestlichen und nördlichen Horizont heben sich die unzähligen Spitzen Graubündens ab, aus denen wir einen Bekannten nach dem andern herausfischen. Und wir nehmen es gründlich, als ob wir noch stundenlang Zeit zu diesem Spiel hätten. Aber uns zu Füssen liegt das Tal, aus dem wir gekommen, der Wald, durch den wir uns heute morgen gekämpft, und der Gletscher, der uns während Stunden in Spannung gehalten — und nun werden wir brüsk daran erinnert, dass wir diesen ganzen langen Weg auch zurück machen müssen. Nachdem der letzte Tropfen des heute ausnahmsweise mitgeführten Veltliners den Weg seiner Bestimmung genommen hat, wird die Flasche mit einem Gruss an unsere Nachfolger in die Wächte gesteckt. Das Fähnchen wird eingezogen, und kurz darauf sind wir mit unseren Ski beschäftigt. Ein Blick noch nach Bormio hinab und zum breiten Dom des Ortlers hinüber, dann rutschen wir bedächtig in den Schattenhang hinein.

Erst jetzt beim Schwingen werden wir so recht seiner Steilheit gewahr, was wunder, wenn die ersten Bogen gemessen und zaghaft ausfallen. Schneller als wir es dachten, stehen wir auf dem kleinen Terrässchen und blicken in den fast senkrecht anmutenden Kännel hinab. Obschon die Schneelage seitliches Abrutschen verträgt, kommen wir in dem engen Schlauch auch abwärts nicht ohne Spitzkehren aus, aber kaum seiner beängstigenden Enge entflohen, wird uns das Fahren zum unbeschreiblichen Genuss. Die ideale Schneebeschaffenheit macht einem das Schwingen zum Kinderspiel. Unterhalb des Felskopfes ist eine Brücke vorsichtig zu befahren, worauf wir uns in fast überbordender Freude ins Zeug legen. Da wir uns immer an die Aufstiegsspur halten, können wir die ganze Abfahrt ohne Seil machen. Es ist kaum zu glauben, mit welcher Mühelosigkeit sich die Ski führen lassen und mit welcher Raschheit wir an den Fuss des Berges gelangen. Wenn wir für Augenblicke stillstehen, so ist es nur, um die vom kalten Luftstrom tränenden Augen zu erholen. An den Sonnenhängen der Val Cardonne hängt sich zeitweilig einwenig Eis an die Lauffläche, aber mit dem Sackmesser ist bald Abhilfe geschaffen. In unwahrscheinlicher Zeit sind wir an den Waldessaum gekommen, und hier bleiben wir zum letztenmal stehen, den Blick auf den prächtigen Berg gerichtet, dessen Firnhaube im dunkelblauen Himmel zu glühen scheint.

Wenn eine Brücke das Tal überspannen würde, wären wir jetzt in einer halben Stunde in Arnoga drüben. Der weite Umweg in die Val Viola hinein hat aber alle Schrecken verloren. Es gelingt uns, manche im Aufstieg unumgänglich gewesene Kehre abzuschneiden. Im Gegenlicht warmer Nachmittagsbeleuchtung, sind auch die verwickeltsten Waldpartien ihrer abweisenden Härte beraubt und entpuppen sich als abwechslungsreiches Abfahrtsgelände. Auch den Bach aus der Val Verva überschreiten wir jetzt noch an günstigerer Stelle, und einzig der engkurvige Alpweg zwingt uns noch einmal zu vorsichtiger Fahrt. Auf der holprigen Wegsame des wenig Gefäll aufweisenden Wasserkanals bummeln wir schliesslich nach Arnoga hinaus, das wir nach zwölf stündigem Fernbleiben um 17 Uhr erreichen.

Nachdem der grosse Durst mit heissem Tee gestillt ist, gehen wir zum Asti über und begehen vielleicht den einen Fehler, uns den prickelnden Inhalt von zwei gut gekühlten Flaschen allzu rasch einzuverleiben, aber der Tag und die herrlich verlaufene Tour müssen gefeiert werden. Wir sitzen am fein säuberlich gedeckten Tisch in der grossen Küche und schauen mit etwas schwerfälliger Aufmerksamkeit dem Treiben von Signor Guaiti zu. Über dem riesigen Herd baumeln an einem Besenstiel unsere Schuhe und Socken. Auf der heissen Kochplatte stehen wahllos Töpfe verschiedener Grosse, deren Platz unter leise gemurmelten Beschwörungsformeln ständig gewechselt wird.

Der dickleibigste unter ihnen hat sich längst durch zitterndes Deckelheben und brodelndes Brummen bemerkbar gemacht, aber noch ist nicht auszudenken, was er enthalten mag. Ab und zu wird hinter der angelehnten Keller-tür der Kopf einer schwarzen Katze sichtbar, und mitten in all dieser geheimnisvoll anmutenden Umgebung steht mit ernstem Gesicht unser Gastgeber. Geschäftig hantiert er im Zeug herum, öffnet und schliesst Ofenklappen und Pfannendeckel, um uns endlich eine Minestra auf den Tisch zu stellen, die ich zeit meines Lebens nicht mehr vergessen werde. Die folgenden, mit viel Liebe zubereiteten Gänge verblassen schmählich im Vergleich mit dieser wundervollen Suppe. Die zungenlösende Wirkung des weissen Veltliners lässt mich Worte des Lobes finden, welche Signor Guaiti vielleicht weniger von meinen italienischen Sprachkenntnissen als von meiner aufrichtigen Bewunderung für seine Kochkunst überzeugen. Mit vornehmer Grazie hat er unwahrnehmbar schon wieder unsere Teller gewechselt und schliesst die üppige Speisefolge mit der Darbietung eines herrlichen Birnenkompotts ab, bei dessen Vertilgung uns allmählich Zweifel aufzusteigen beginnen, dass das alles mit rechten Dingen zugehe. Aber nicht genug damit. Sich selbst übertreffend, stülpt er uns unverhofft, wie aus dem Nichts gerufen, einen Gugelhopf auf den Tisch, zu dem auch noch ein frischer Kaffee kredenzt wird. Ist's nun der lustig fliessende Veltliner, der diese Stimmung hervorruft, oder etwas anderes — uns erscheint dies alles wie Zauberei. Und wie der bebrillte Koch gleich darauf mit flinker Armbewegung noch einen zweiten Gugelhopf zur Stelle schafft, kommt uns das nicht mehr geheuer vor.

Viel später, mit einem begütigenden Wacholderschnaps im Magen, steigen wir, vom alten Zauberkünstler geleitet, durch steinerne Treppengewölbe zu unserer Schlafkammer empor, der Kammer mit den beiden Fenstern, durch deren Rahmen immer noch jener Corno di Dosdé und unsere Cima di Piazzi hereinlugen.

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