Das Bier in der Hütte ist eine kleine Ökosünde

Zum Leserbrief Klimaschädliche Hüttenversorgung auf dem Luftweg, «Die Alpen» 09/2019

Ergänzend zum Leserbrief von Florian Seliger möchte ich ein paar Zahlenwerte zum CO2-Ausstoss bei der Hüttenversorgung mit dem Helikopter anbringen. Folgende Annahmen wurden getroffen: Angenommene Flugzeit: 0,5 h; Verbrauch: (z.B. Ecureil H125) 200 l/h; transportierte Last: 750 kg (Abschlag wegen angenommener Hüttenhöhe 2500 m). Konsumiert der Hüttengast 1 kg, so verursacht der Helitransport etwa 0,4 kg CO2. Die im Helikoptergeschäft tätigen Unternehmen könnten diesen Schätzwert sicherlich präzisieren. Zum Vergleich: Reist der Bergsteiger mit dem Auto 100 km an, so sprechen wir von etwa 25 kg CO2 für Hin- und Rückfahrt. Der Helikoptertransport des Hüttenbiers ist unter diesem Aspekt eine kleine Ökosünde.

Trotzdem, unverständlich ist es, dass Flugkraftstoff nicht besteuert wird. Überschlagsmässig geht es um etwa einen Franken pro Liter Treibstoff, wenn man Autobenzin mit Flugzeugkraftstoff vergleicht. Der Liter Hüttenbier würde sich um ca. zehn Rappen verteuern, wenn die Steuer erhoben würde. Es wäre ein kluges, zeitgemässes Signal des SAC, wenn er die für die Hüttenversorgung fliegenden Unternehmen verpflichten würde, versteuerten Flugkraftstoff einzusetzen. Dass die Mehrkosten an den durstigen und hungrigen Hüttengast weitergegeben werden müssten, ist selbstverständlich.

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