Den Mont Blanc für uns allein

Zum Artikel Wäre eine Zustiegsgenehmigung die Lösung für den Mont Blanc?,«Die Alpen» 11/2018

Diese Gegenüberstellung von Argumenten ruft mir eine Mont-Blanc-Besteigung aus dem Jahr 1982 in Erinnerung. Zusammen mit meinem Sohn und zwei Freunden erreichte ich das Refuge du Goûter gegen Mittag. Angesichts des schönen Wetters und der nicht ganz so schönen Prognose für die folgenden Tage beschlossen wir, nach kurzem Aufenthalt bis vier Uhr weiterzugehen. Auf diese ausgefallene Idee war in der überbelegten Hütte sonst niemand gekommen. Um vier Uhr standen wir auf dem Gipfel des Mont Blanc. Es war warm, windstill und fast wolkenlos, die Aussicht reichte von der Bernina bis in die Dauphiné. Und vor allem hatten wir den Gipfel für uns allein. Er schenkte uns einen jener Augenblicke, die mehr wert sind als Jahre des Alltags und die sich unauslöschlich in unser Gedächtnis einprägen. Wenige Minuten oberhalb der Hütte genossen wir einen traumhaften Sonnenuntergang fern über Frankreich. Am folgenden Tag schlug das Wetter um.

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