Der Alpinist ist Umweltfrevler wie alle anderen

Zum Leserbrief Genug ist genug,«Die Alpen» 03/2020

Als «Bergfreund» bin ich natürlich auch in gewissem Masse «Natur- und Umweltfreund», und daher ist es für mich okay, wenn auch dieses Thema in der Zeitschrift «Die Alpen» Niederschlag findet. Aber eine Positionierung des SAC und seiner Zeitschrift als Umweltschutzverband geht an der Intention einer Mitgliedschaft oder eines Abos vorbei. Wenn ich das wollte, wäre ich Mitglied beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland oder bei Mountain Wilderness. Zumal der durchschnittliche Alpinist genauso ein Umweltfrevler ist wie alle anderen: Anreise mit PW (oder gar Fernreise mit dem Flugzeug!), Störung letzter unberührter Lebensräume usw. Er ist keinen Deut besser als ein Pistenskifahrer (die bleiben wenigstens in wenigen «Sperrbezirken») oder ein Fussballfan. Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein.

Stellungnahme des SAC

Auch Bergsporttreibende sind Teil der Gesellschaft, die viele Widersprüche auszuhalten hat. Und jeder Einzelne hat Auswirkungen auf die Umwelt. Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst viele umweltfreundlich verhalten. Der Bergsport ist hier besonders gefordert, denn er lebt von einer intakten Natur und Umwelt. Das Umweltengagement des SAC geht nicht an seiner Intention vorbei, sondern ist im Gegenteil seit über 100 Jahren Bestandteil der SAC-Statuten und wird in Mitgliederumfragen regelmässig stark befürwortet.

Daniel Marbacher, Geschäftsführer