Die Alpen von Mikroplastik befreien

Zum Artikel Fiese Fasern,«Die Alpen» 04/2021

Ich möchte mich bei Tim Marklowski für seinen Artikel über die Verschmutzung durch Mikroplastik bedanken. Es ist höchste Zeit, dass Bergsportler und vor allem die Firmen, die sie ausrüsten, Verantwortung für die Gesundheit zukünftiger Generationen und den Schutz der Umwelt übernehmen. Dieser Brief ist daher ein Appell an diese Akteure, deren Pflicht es ist, nach innovativen Lösungen zu suchen, um die Verschmutzung der alpinen Umwelt und der Peripherie zu reduzieren.

Bis in die Nachkriegszeit bestand die Bekleidung und Ausrüstung der Bergsteiger im Wesentlichen aus natürlichen und biologisch abbaubaren Materialien wie Leder, Naturkautschuk, Holz und Wolle. Warum sollte es nicht möglich sein, diese nachhaltigen Materialien wieder für spezialisierte Anwendungen im Bergsport attraktiv zu machen? Wolle liefert zum Beispiel den Rohstoff für aussergewöhnlich funktionelle Kleidung. Könnte man daraus nicht auch Hardshell-Kleidung herstellen? Neuerdings sind auch Ski aus Holz erhältlich. Wäre es nicht möglich, Steigfelle aus Leder und Fell herzustellen, so wie früher? Schuhe aus Leder und Naturkautschuk sind biologisch abbaubar und für die meisten alpinen Bedingungen geeignet. Könnte man nicht Textilien aus Naturfasern entwickeln, die ähnlich lange haltbar sind wie solche aus synthetischen Materialien? Ich denke schon.

Es ist dringend nötig, dass Gesetzgeber Ziele und Fristen festlegen, dass Strategien und Gesetze entwickelt werden, um die Verwendung von Kunststoffen im alpinen Umfeld und im Bergsport sukzessive einzustellen.

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