Die Gletscher der Schweizer Alpen im Jahr 1980/81

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Auszug aus dem 102. Bericht der Gletscherkommission der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft ( GKISNG ) Peter Kasser, GK/SNG und Markus Aellen, GK/SNG und Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie ( VAW ) an der ETH Zürich.

EINLEITUNG Das Beobachtungsnetz der GK/SNG zur Bestimmung der jährlichen Längenänderung der Gletscher umfasst im Berichtsjahr 120 Gletscherenden. Die VAW organisiert und bearbeitet die Messungen, die durch 9 kantonale Forstdienste an 84 Gletschern, durch sechs individuelle Mitarbeiter an 13 Gletschern, durch 2 Kraftwerkgesellschaften an 4 Gletschern, durch das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung ( EISLF ) an 1 Gletscher sowie durch ihre eigenen Mitarbeiter an 18 Gletschern im Felde oder anhand von Luftbildern ausgeführt werden. Die zahlreichen Vermessungsflüge verdanken wir Welch eine Aussicht! Die ganze Zentralschweiz liegt uns zu Füssen. Kaum vermögen wir uns sattzusehen, und unablässig wird der Photoapparat gezückt. Die hier anzutreffenden vorzüglichen Sitzgelegenheiten laden zu längerem Verweilen ein. So friedlich uns der warmen Sonne hingebend, bemerken wir nicht, wie rasch die Zeit verrinnt. Als wir aufbrechen, ist der Nachmittag schon weit fortgeschritten, und der Schnee hat sich in eine pappige, weiche Masse verwandelt. Der Abstieg erweist sich als dementsprechend anstrengend. Völlig durchnässt langen wir bei Einbruch der Dämmerung bei der Hütte an, wo wir - auf einen trotz allem herrlichen Tag zurückblickend - einen gemütlichen Abend verbringen.

Bilder 116 bis 124 dem Bundesamt für Landestopographie ( L + T ) und der Eidgenössischen Vermessungsdirektion ( V + D ). Die Massenhaushaltsuntersuchungen an den Gletschern Aletsch, Gries ( Aegina ), Limmern, Plattalva und Silvretta gehören zum langfristigen Forschungsprogramm der VAW.

WITTERUNGS- UND SCHNE E VER HÄLTNISSE IM JAHR I 980/8 I Die Beschreibung der klimatischen Verhältnisse stützt sich auf die nachstehenden Quellen: Für Klimadaten stehen die täglichen « Wetterbe- richte », die monatlichen « Witterungsberichte », die Quartalshefte mit den « Ergebnissen der täglichen Niederschlagsmessungen » und das Jahrbuch « Annalen » der Schweizerischen Meteorologischen Anstalt ( SMA ) zur Verfügung. Langjährige Vergleichswerte zu den Messungen im Berichtsjahr sind in den Heften der « Klimatologie der Schweiz » der SMA zu finden. Die Abflussdaten sind dem « Hydrologischen Jahrbuch » der Landeshydrologie im Bundesamt für Umweltschutz entnommen. Die Daten über die Schneedecke in Tabelle 4 wurden im gemeinsamen Netz des EISLF und der VAW gemessen, die Schneehöhen von Gütsch, Säntis und Saas Almagell durch die SMA. Weitere Informationen stammen aus dem in Vorbereitung befindlichen « Firnbe- Tabelle 1 ' .Summe der positiven Tagesmittel der Lufttemperatur ( E +°C ) von Mai bis September der Jahre 197g bis 1981'Station Meereshöhe a ) Messslationen Gütsch 2287 Säntis2 2500 Weissfluhjoch2667 Jungfraujoch ( Sphinx ) 3578 Payerne ( 700 mb)< 3100 München ( 700 mb)-3!00 Mailand ( 700 mb)J3100 b ) Extrapolationen jür Firngebiek Clariden42700 Clanden42900 Silvretta5 2750 Jungfraufirn ( Pj)'13350 1 Auszug aus A. Lemans, « Der Firnzuwachs pro 1980 /81 in einigen schweizerischen Firngebieten ». 68. Bericht, Zürich ( in Vorbereitung ).

- Automatisch registrierende Station. Die Werte für 1981 sind mit den Werten der früheren Jahre nur näherungsweise vergleichbar.

.'Temperaturmessungen in der freien Atmosphäre ( Niveau 700 mb = etwa 3190 m ü. M. ), nach Radiosondierungen ( Mittelwert aus den Ergebnissen der Aufstiege um 0 Uhr und 12 Uhr Weltzeit, berechnet von G. Gensler und A. Lemans ).

4 Schätzwerte, reduziert nach Gütsch.

5 Schätzwerte, reduziert nach Weissfluhjoch.

6 Schätzwerte, reduziert nach Jungfraujoch ( Sphinx ).

richt » von A. Lemans ( SMA; Tabelle 1 ). Über « Schnee und Lawinen im Winter 1980/81 » berichtet M. Schild ( EISLF ).

Der Witterungsverlauf vom September 1980 bis Oktober 1981 ist in der Abbildung 1 ( Seiten 168/169 ) graphisch dargestellt mit den Tagesmitteln der Lufttemperatur von Zürich SMA, Lo-carno-Monti und Jungfraujoch sowie mit den Höhenlagen der Nullgradisotherme um 13 Uhr über Payerne. Die Abweichungen dieser Grossen von den eingezeichneten langjährigen Mittelwerten1! Für die Stationen Zürich SMA und Locarno-Monti. die zum automatischen Beobachtungsnetz ( ANETZ ) der SMA gehören, sind die Tcmpcraturmiüelwerte der Referenzperiode 1901/60 den veränderten Messbedingungen angepasst worden.

Mai/Scpt. 1979 z+ c Mai/Sept. 1980 z+ c Mai/Sept.

1981 Z+'C 833 737 810 634 495 589 559 497 552 46 81 92 242 290 287 194 222 25'305 405 401 5'5 45 "

498 376 341 369 503 450 494 116 136 178 charakterisieren das Berichtsjahr. Ergänzend sind3000 Metern über Meer. Der Wetterumsturz in die täglichen Niederschlagsmengen von Zürichder Nacht auf den 8. Oktober Israelite beidseits SMA, Locarno-Monti. Säntis und Sitten cingeder Alpen ergiebige Niederschläge; am 8. Okto-tragen.ber erhielten das Versuchsfeld Weissfluhjoch Im Monat September 1980 war es, abgesehen2540 m ü.M. ), Säntis ( 2500 m ) und Gütsch von einem Überschuss an Niederschlag in den2288 m ) die bleibende Winterschneedecke, tags Waadtländer Alpen, überall zu trocken mit eidarauf auch die Stationen Berninahäuser nein besonders grossen Niederschlagsdefizit in der2049 m ) und Grimsel ( 1970 m ), bei Schneefall Nordostschweiz, in Graubünden und auf der AIbis auf 850 Meter über Meer aufder Alpennord-pensüdseite. Die Abschmelzung der Gletscherseitc. Mehrmals lösten sich auch im weiteren Ver-ging bei allgemein überdurchschnittlichen Temlauf des Monats warme und kalte Lultmassen ab. peraturen und viel Sonnenschein intensiv weiter.Am 16. regnete es bis auf 2700 Meter, tags darauf In der ersten Oktoberwochc blieb die Witterungfiel Schnee bis auflast 800 Meter hinunter. Am vorerst warm, sonnig und trocken; am 7. des Mo18. Okiober wurden die zwischen 2000 und 1 735 nats lag die Nullgradisotherme immer noch überMetern gelegenen Messfelder Simplon-Hospiz, Tabelle 2. Lageänderung der Gletscherenden 1978/79 bis 1980/81 /.usam men lass Ling 1978/791979/801980/81 Reobachtungsnetz Anzahl Gletscher117120120 Nicht beobachtet Anzahl Gletscher7719'Beobachtet\nzahl Gletscher1 10113101 Resultat unsicher Anzahl Gletscher142- Änderung bekanntAnzahl ( Prozent109100,0109100.oi99100,0!

Im Yorstoss Anzahl ( Prozent 14743,217367,0.15252.51 StationärAnzahl ( Prozentio9.2I98.25115.1 Im RückzugAnzahl ( Prozent15247-6271:24.842424 Mittlere Langcnanderung Meter pro Glctst her4'93*2774 Anzahl Werte838478 "

I 33- 34- 35- 3478- 69. 72. toi. 108, 110, 112, 113. 115, 116, 117. 118, 120. 30. 76.

.'2, 6, 10, 11. 13, 16, 18, 19. 20, 23. 24. 25. 26, 27. 28. 37. 38, 40. 41, 42. 43, 49, 53, 54. 55. 56. 57. 58, 59. ( ki, 61. ( 14, 66, 70. 71. 73.

77, 78, 79, 89, 90, 91, 93, 96, 98, 99, 100, 103, 105, 107, 109, 114.'1.12,47, 99-5 3-4- 5'7- s- 9-'417 .21. 22. 29, 31, 32, 39, 44. 4.,. 48, 50, 51. 52. 62, 63. 65. 74. 75, 80. 81. 82, 83, 84. 8-,. 86, 87,88,94,95.

97, 102, 104, 106, 111.

II Für die Berechnung der mittleren Längenänderung wurden 21 Gletscher nicht berücksichtigt. Sie wurden aus folgenden Gründen ausgeschaltet:

durch künstlichen See beeinllusst :3.50.51Wert dir aJahre:92,93.94Wert für 3 Jahre:100:

keine oder ungenaue Zahlenangabe :9. 12. 13. 14. 26. 49. 55. 56, 57, ^j8. 59. 64. 99. 107.

Gries 26.9.78 25.9.796'266,1628863070 25.9.7g 29.9.806,3345,0617192660 29.9.80 24.9.816,321,6342322940 Aletsch 1. 10.78 30.9.79128,2223,1271Ö229737 1. 10.79 30.9.80128,20 s218,570153427817 1. 10.80 30.9.81128,14180.170"1126812857'Limmern5-9-78 30.8.793,380,252672840 Plattalva 30.8.79 1.9.803,382,9597872302 1.9.80 1.9.813,380,4841292750 Silvretta 14.9.78 13.9.7g3,150,196562790 13.9.7914.9.803,153,89811142505 14.9.8012.9.813.151,2203482675 1 Gesamter Zuwachs oder Abtrag, berechnet für Aletsch aus der hydrologischen Bilanz des Einzugsgebietes Massa/Blatten bei Naters, für die übrigen Gletscher nach Zonen gleicher Massenänderung mit einer angenommenen Dichte des Eises von 0,9 g/ cm1.

2 Gleichmässig über den Gletscher verteilter Zuwachs oder Abtrag. Der Eismenge 1 kg/m- entspricht eine Wassersäule von 1 Millimeter Höhe.

3 Geschätzte Fläche für den 1. Oktober 1979.

4 Geschätzte Fläche für den 2. Oktober 1980.

5 Geschätzte Fläche für den 1. November 1981.

" Geschätzte Fläche für den 14. September 1979.

7 Aus den Pegelmessungen auf dem Jungfraufirn interpolierte Werte.

8 Geschätzte Fläche für den ig. September 1980. .'Geschätzte Fläche für den 19. September 1981.

1(1 Vorläufige Werte.

11 Fläche vom 15. September 1977.

12 Fläche vom 12. September 1973.

der Abflussstation von Porte du Scex, um rund 0,7 Kubikkilometer oder, bezogen auf das Einzugsgebiet von 5220 Quadratkilometern, um mehr als ioo Millimeter zu.

Auch im November schwankten die Temperaturen innert weiter Grenzen. Relativ kalte Tage traten anfangs Monat in der ganzen Schweiz auf, vom 2. bis 5. mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in den Niederungen der Ostschweiz. Vom 16. bis 26. November war es in den ganzen Schweizer Alpen relativ warm; am 23. stieg die Nullgradisotherme nochmals auf 3500 Meter über Meer. In den letzten Tagen des Monats wurde es wieder kalt. Wie Tabelle 4 auf Seite 170 zeigt, schneiten die meisten Stationen in den Alpentälern am 27. November definitiv ein. Nördlich der Alpen fiel Schnee bis in die Niederungen. Auf der Alpensüdseite verzögerte sich der Aufbau der Schneedecke infolge der von November bis Februar ausserordentlich lange andauernden Trockenheit. Auch das Engadin erhielt in diesen Monaten relativ wenig Niederschlag, im November auch das Oberwallis. Grosse bis sehr grosse Niederschlagssummen brachte der Januar in allen Gebieten mit Ausnahme des sehr trockenen Tessins und des Engadins, wo die Normalwerte nur wenig überschritten wurden. Der Monat Februar war überall etwas trocken. Erst der Monat März brachte allen Gebieten grosse bis sehr grosse Niederschlagssummen, worauf sich überall bis zum September in regelmässigem Wechsel relativ trockene und nasse Monate ablösten. Ein intensiver Abbau der Schneedecke fand in der langen Wärmeperiode vom 20. März bis zum 16. April statt. Im April führten die Gebirgsbäche von Rhone-, Rhein- und Inngebiet sehr viel mehr Wasser als im langjährigen Mittel dieses Monats. Die meisten Schneemessstationen aperten drei bis fünf Wochen früher aus als im Vorjahr, Gütsch am 16.Juni, Weissfluhjoch am 10.Juli und Säntis am 25. August. Der niederschlagsreiche Juli war allgemein zu kalt, der trockene August und nasse September waren normal bis überdurchschnittlich warm. Die Sonnenscheindauer war naturge- mäss in den nassen Monaten sowie im Juni zu klein, während im April und August die Normalwerte im allgemeinen erreicht oder leicht überschritten wurden.

Trotz den im Mittel etwas zu hohen Temperaturen begann der Aufbau der Schneereserven für den Winter 1981 /82 bereits im Monat September. Allerdings fiel ein wesentlicher Teil der ausserordentlich grossen Niederschläge erst gegen das Ende des Monats. In Camedo beispielsweise, wo mit 979 Millimetern die zweitgrösste September-summe seit dem Jahre 1901 gemessen wurde, fielen vom 21. bis 28. September 885 Millimeter, wovon 429 Millimeter sogar erst vom 25. bis 28. September. In den Zahlen von Tabelle 3 über die Massenänderungen der Gletscher im Berichtsjahr 1980/81 ist der Zuwachs infolge der Niederschläge vom September 1981 nur bei den Aletschgletschern vollständig enthalten; bei den Feldarbeiten an den Gletschern Limmern und Plattalva ist das Messjahr schon am i. September abgeschlossen worden, in den Gebieten von Silvretta am 12. und von Gries am 24. September. Auch der Oktober 1981 war allgemein sehr niederschlagsreich, wobei im Gegensatz zum Vormonat diesmal der grösste Überschuss der Alpennordseite zukam. Weissfluhjoch wurde am ^.Okto-ber, Gütsch und Säntis wurden am 22. Oktober ig8i definitiv eingeschneit. Von den tiefer gelegenen Stationen aperten einige nochmals aus und erhielten erst am 28. November die bleibende Schneedecke für den Winter 1981/82.

Im Berichtsjahr 1980/81 waren die Niederschlagssummen von Oktober bis April im Tessin kleiner als normal, in den übrigen Gebieten dagegen normal bis überdurchschnittlich, im Engadin und einzelnen Stationen im Wallis sogar relativ gross. Von Mai bis September übertrafen die Niederschlagssummen die Norm im Puschlav, Tessin und Wallis beträchtlich, in den anderen Gebieten weniger stark.

Für die Jahresniederschlagssummen von Oktober 1980 bis September 1981 und die mittleren Sommertemperaturen von Mai bis September Tabelle 4. Daten über die Schneedecke im Winter 1980/81 Station Meereshöhe Periode mit permanenter Schneedecke erster Tag letzter Tag Leysin1250 Grindelwald Bort ...1570 Murren1670 Grimse11970 Stoos1290 Andermatt44° Trübsee 1800 Glitsch2287 Schwägalp1290 Braunwald1320 Malbun 1600 Säntis2500 Ulrichen1345 Montana 147° Zermatt1610 Bourg-St. Pierre1650 Saas Almagell 1667 Mauvoisin1840 Klosters EW1200 Davos Flüelastrasse. .1560 Zervreila 1735 Arosa 1818 Weissfluhjoch2540 Ftan1710 La Drossa1710 Samedan 1710 Pontresina1840 Berninahäuser2049 Ambri1000 Bosco-Gurin1510 San Bernardino Dorf.1630 Simplon Hospiz2000 Poschiavo1 o 14 Santa Maria1400 Maloja1810 27.11.

27.11.

27.11.

9.10.

27.11. 27.11.

18.10. 8.10.

27.11. 27.11. 27.11.

8.10.

27.11. 27.11. 27.11. 27.11. 27.11.

18.10.

27.11. 27.11.

18.10.

27.11. 8.10.

2.4.

15-4-14.4. 9.6.

9-4-20.4.

2.6. 16.6.

3-4-17.4. 12.4. 25.8.

12.4. 8.4.

5-4-2.4.

23-3-20.5.

.6.4. 14.4. 23.4.

9-5-10.7.

6.4. 11.4. 29-3-29-3- 5-4- 11.3.

5-5- 27-3- 21.5.

19.11.

10.3. 13-4- 19.10.

25.10. 18.10.

9.10.

3.11.

27.11.

18.10.

13.11. 27.11. 25.10.

Interpoliert.

Ausserdem am 1., 4. und 5.3.

Beginn der Messungen am 1.12.

Grösste Schneehöhe Betrag Datum cm Grösster Wasserwert der Schneedecke Dauer Tage Betrag mm Datum 127 140'39 244 34 45 228 252 138 142 137 322 137 33 130 126 55 224 188 372 ig2 218 298 440 230 258 85 610 55'99 94 170 30 260 172 142 141 159 262 05 86 50 63 105 36 89 62 140 5 33 103 21.1. 21.1. 21.1.

7.2.

5-3-21.1. 21.1.

6.2.

21.1. 21.1. 21.1. 9-3- 6.2. 20.1. 21.1. 21.1.

4.1.* 21.1.

20.1.

20.1., 7.2. 20.1. 21.1. 18.3.

21.1. 20.1.

21./22. I.

21. I. 18./19.3.

21. I.

21. I.

18.3.

I.4.

463 553 471 5-3-16.2. 27.2.

567 27.2. 564 21.2., 14.3. 1019 28.2.

742 744 447 18.3. 7-3-17- 3- 16.2.

1-3-4-3- 1-3- 18.3.

.'3-3-17-3- 16.3.

H-3-1.6.

14.2. 3- 407 446 186 439 749 443 404 394 460 993 241 205 141'39 188 164 276 175 156 163 79 66 184 121 216 7 104 172 166 7.4.

130 57 1.4. 2.2.

,8.3. 18.3. .8.3.

41 264 30.1. 26.2.

ig8i ist die regionale Verteilung der Abweichungen von den Normalwerten wie im Vorjahr- graphisch dargestellt ( Abbildung 2 auf Seite 165 ). Messwerte, die mit geringer positiver oder negativer Abweichung vom Normalwert durchschnittlich je einmal innerhalb von 4 Jahren vorkommen, werden als normal bezeichnet und finden sich in der Abbildung in den mit Null angeschriebenen Feldern. Die stark abweichenden Messwerte der Klassen + i und -1 treten durchschnittlich einmal innerhalb von 4 bis 11 Jahren auf, die sehr stark abweichenden Werte der Klassen + 2 und -2 seltener als einmal in 11 Jahren. Die Abbildung zeigt, dass die Jahresniederschläge in den Gletschergebieten der Schweizer Alpen verglichen mit den Normalwerten überall gross bis sehr gross sind. Die Sommertemperaturen von Mai bis September weichen, von kleinen lokalen Bereichen abgesehen, nirgends wesentlich von den Normalwerten ab.

Über « Schnee und Lawinen im Winter 1980/ 81 » berichtet M. Schild ( EISLF ) wie folgt:

« Das Besondere am Winter 1980/81 war der Schneereichtum der Alpennordseite, der nördlichen Walliser und Bündner Berge einerseits, sowie der ausgesprochene Schneemangel auf der Alpensüdseite, im südlichen Wallis, Rheinwald, Avers und Engadin andererseits. Diese Entwicklung nahm ihren Anfang bereits durch die Schneefälle im Oktober, als in den nördlichen Gebieten beachtliche Neuschneesummen fielen. Zu überdurchschnittlichen Schneehöhen kam es dort jedoch erst mit den ergiebigen Schneefällen zwischen Ende November und 20. Januar, die mehrKorrektur zum Vorjahr: Die Temperaturmessungen im neuen automatischen Netz ( ANETZ ) der SMA sind zum Teil nicht mehr ohne weiteres mit den Resultaten der älteren Messperioden vergleichbar. Deshalb wurde die Temperaturabwci-chung von Mai bis September 1980 für Davos mit-2 bewertet, statt mit - 1, für Scuol mit -2 statt mit Null. Damit fällt die in Abbildung 2b auf Seite 193 im rechten Bildrand mit -2 bezeichnete « Kältezone » mit dem sie abgrenzenden Kurven-stückweg.

mais grossen Zuschuss brachten. Der Schneereichtum der nördlichen Regionen wird unter anderem durch die neuen Höchstwerte der maximalen Schneehöhen dokumentiert, die auf acht Beobachtungsstationen des EISLF gemessen wurden, sowie durch die Tatsache, dass der Winter 1980/81 auf 18 weiteren Stationen zu den fünf bisher schneereichsten zählt.

Das Ausbleiben der Niederschläge in den Hochwintermonaten auf der Alpensüdseite und in den angrenzenden Gebieten hatte zur Folge, dass vielerorts die geringsten Schneehöhen seit Beginn der Messungen festgestellt wurden. Die Trennungslinie zwischen den Regionen mit überdurchschnittlichen Schneehöhen im Norden und jenen mit unterdurchschnittlichen Mengen im Süden verlief vom Matterhorn über das obere Rhonetal—Grimsel—Gotthardpass—Rheinwaldhorn-Piz Kesch nach S-charl.

Bedingt durch die Frühwinterverhältnisse wies die Schneedecke anfänglich ein wenig tragfahiges Fundament auf, weshalb die oft sehr intensiven Schneefälle zahlreiche Lawinen zur Folge hatten. 207 bekanntgewordene Lawinen richteten sowohl an Gebäuden und Wald als auch an Verbindungswegen und technischen Anlagen grossen Sachschaden an. Daneben wurden auch zahlreiche Personen verschüttet. In 17 Fällen waren Todesopfer zu beklagen. Bei den 27 Personen, die in den Lawinen des Winters 1980/81 ums Leben kamen, handelt es sich ausschliesslich um Touristen. Unfälle mit Arbeitern gab es keine und Katastro-phensituationen kosteten keine Menschenleben.

Die Tatsache, dass auf der Südseite der Alpen keine Lawinenopfer zu verzeichnen waren, überrascht nicht: wo kein Schnee liegt, können keine Lawinen entstehen. Eher überraschen dürfte, dass sich in den aussergewöhnlich schneereichen nördlichen Regionen lediglich 5 Unfälle mit Todesfolge zutrugen. Die übrigen 12 Unglücksfälle mit 22 Opfern ereigneten sich im Wallis sowie in Mittel- und Südbünden, wo die Schneemengen nur knapp dem langjährigen Mittelwert entsprachen. » 111 Disgrazia: Einstieg in die Nordwand 112 Im zweiten Drittel der Disgraz.ia-Nordv.and Photo*: Malignile Zimmermann. Siharans Melchior Schild ist auf Ende Juli 1982 als Mitarbeiter des EISLF in den Ruhestand getreten. Mit seiner grossen Erfahrung im Lawinendienst hat er seit dem Winter 1968/69 die Berichte der Gletscherkommission durch seine Kurznotizen über Schnee und Lawinen ergänzt und bereichert. Wir danken ihm für diese langjährige sachkundige Mitarbeit und wünschen ihm alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

GLETSCHERCHRONIK a ) Tätigkeil und besondere Ereignisse Der 102. Bericht über die Gletscher der Schweizer Alpen und ihre jährlichen Veränderungen betrifft das Jahr 1980/81, dessen wechselhafte, im vorstehenden Kapitel beschriebene Witterung der Gletscherbeobachtung mehr Mühe bereitet hat, als es die Statistik der Tabelle 2 erkennen lässt. Die Regen- und Schneefälle des Herbstes 1981 haben nicht nur manchem Beobachter den Gang zum Gletscher erschwert oder gar verunmöglicht, sondern auch die guten Gelegenheiten zur Aufnahme von Luftbildern stark eingeschränkt. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die oft empfohlene Erfassung der kleinen Gletscher mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist. Weil die kleinen Gletscher in der Regel höher oben enden als die grossen, sind sie nicht nur wegen des längeren und mühsameren Anmarsch-wegs schwerer zugänglich, sondern werden vor allem auch häufiger durch ungünstige Schneeverhältnisse der Beobachtung entzogen. Durch die intensive Schmelzung im Juni und August sind im Berichtsjahr die meisten der seit Herbst 1979 dauernd eingeschneiten Gletscherenden wieder freigelegt worden. Nicht alle konnten eingemessen werden, bevor sie im September bereits wieder eingeschneit wurden. Dank dem besonderen Einsatz vieler Beobachter, die ihren Gletscher bei misslichen Verhältnissen besucht haben, und 113 Anstieg zum Spannortjoch; Blick auf Krönten und Windgällen 114 Gross Spannorl 115 Am Spannortgipjel mit Blick zu den Berner Alpen Photos: Christof Arz. HUnenbiTg dank der grosszügigen Unterstützung durch das Bundesamt für Landestopographie ( L + T ) und durch die Eidgenössische Vermessungsdirektion ( V + D ) ist trotz den erschwerten Bedingungen die Zahl der nicht beobachteten Gletscher ( ig ) erfreulich klein geblieben. Von den 120 Gletschern im Netz der Gletscherkommission, das in Abbildung 3 auf Seite 180 mit den Ergebnissen des Berichtsjahrs dargestellt ist, sind 101 beobachtet worden ( 89 am Boden, 28 aus der Luft ). Dabei ist die Lageänderung seit der letzten Beobachtung für 89 Gletscherenden durch das Messen ( 86 ) oder Schätzen ( 3 ) im Betrag und in der Richtung festgelegt, für 10 nur richtungsmässig ermittelt worden. Für 2 ist sie ( vorläufig ) unbestimmt, weil sich die neuen mit den alten Beobachtungen ( noch ) nicht vergleichen lassen. Den Angaben in Tabelle 5 über die Längenänderung der 101 im Berichtsjahr 1980/81 erfassten Gletscherzungen liegen grösstenteils Messungen ( 82 ) oder andere direkte Beobachtungen am Objekt ( 6 ) zugrunde. Zum kleineren Teil beruhen sie auf indirekter Beobachtung mittels Fernerkundung, d.h. auf quantitativer ( 4 ) oder qualitativer ( g ) Auswertung von Luftbildern, die in der Regel aus einer Höhe von durchschnittlich 2000 Metern über Boden senkrecht aufgenommen worden sind. Die Erhebungen im Herbst 1981 sind bei 65 Gletschern durch Personal der kantonalen Forstdienste Wallis ( 21 ), Waadt ( 4 ), Bern ( io ), Uri ( 5 ), Obwaldcn ( 2 ), Glarus ( 1 ), St. Gallen ( 2 ), Graubünden ( 17 ) und Tessin ( 3 ), bei 11 Gletschern durch die privaten Mitarbeiter P. Mercier ( 4 ), R. Zimmermann ( 1 ), H. und V. Boss ( 2 ), E. Hodel ( 1 ), W. Wild ( 2 ) und A. Godenzi ( 1 ), bei 4 Gletschern durch betriebseigenes Personal oder Dritte im Auftrag der Kraftwerke Mauvoisin und Oberhasli ( je 2 ) und bei 21 Gletschern ( 14 im Gelände, 7 nach Luftbildern ) durch Mitarbeiter der Abteilung Glaziologie der VAW durchgeführt worden. Wir verdanken besonders die Ergebnisse der luftphotogrammetrischen Auswertungen, die uns regelmässig mitgeteilt werden. Sie sind bei 2 Gletschern für die Kraftwerke Oberhasli durch das Bilder i und 121 bis 124: Eisdickenmessungen auf Gletschern mit Radio-Echolot ( s.a. Text S. 178Iiyg ). Aufnahmen U '. Haeberli, VAW 116 ) und H.P. Wächter, VA l t'( 121 bis 124 ) vom Rhonegletscher am 16. September itjSo 121 ) und am H. September igSo 123, 124 ), vom Grubengletscher VS ) am 31. Mai igSi 116 ) und vom Griesgletscher VS ) am 1 j.Juni i

Bild 116. Radio-Echolot im Einsatz auf dem Grubengletscher ( VS ). Auf Gletscherzungen werden Tiefenmessungen nach diesem neuen Verfahren mit Vorteil im Winter oder im Frühjahr vorgenommen. Auf der glatten Oberfläche der Schneedecke lässt sich die rund jO Kilogramm schwere Alessausrüstung, einsatzbereit auf zwei Schalenschlitten aus Kunststoff gepackt. leicht von ei nei h " stelle zur andern ziehen.

Bild 121. Im Rahmen eines glaziologischen Forschungsprojekts des Geographischen Instituts der ETH Zürich ist das Gletscherbett im Talbereich des Rhonegletschers auf 11 Quer- und 3 Längsprofilen in 235 Messpunkten mit Radiowellen ausgelotet worden. Die grössten ermittelten Eisdicken von yjo Metern liegen bereits am Rand des mit dem verwendeten Gerät erfassbaren Tiefenbereichs.

Bild 122. Für die Messung werden die Sendeanlage ( hinten ) und die Empfangsanlage ( vorn ) der Messapparatur 50 Meter voneinander entfernt aufgestellt und die für den Transport in Schlaufen aufgenommenen bis 80 Meter langen Antennen parallel zueinander und rechtwinklig zur Messachse ausgelegt. Bei guten Verhältnissen können im Tag 30 bis 40 Messstellen erfasst werden.

Bild 123. Wichtigster Bestandteil der Empjangsanlage ist das messbereit auf dem Schlitten montierte Oszilloskop. Auf dessen Mattscheibe erscheint bei der Messung ein Kurvenbild, aus dem die Messwerte herausgelesen werden.

Bild 124. Im Oszillngramm werden das vom Sender als einfache Welle ( Monopuls ) ausgestrahlte Signal ( links ) und sein vom Gletscherbett zurückgeworfenes Echo ( rechts ) dem Auge sichtbar. Der Abstand zwischen den beiden in entgegengesetzter Richtung ausschlagenden Schwingungen ist ein Mass für die Zeit, die das Signal braucht, um den Weg vom Sender über das Gletscherbett zum Empfänger zurückzulegen. Im dargestellten Fall war das Signal während 1,33 Mikrosekunden unterwegs im Rhonegletscher, was bedeutet, dass das Eis an dieser Stelle 126 Meter dick ist.

Bilder ily bis 120: Vorstoss des Feegletschers.

Bild uy: Ausschnitt aus Luftbild Mr. 8ßgs der L + T vom 23. September igGg.

Bild 118: Ausschnitt aus Luftbild Mr. ij-g6 der V + D vom B. Oktober ig8i.

Bild ug: Aufnahme H. Röthlisberger, VAW, am iG. Oktober igßy.

Bild 120: Aufnahme W. Schmid, VA W, am 4. Oktober ig8i.

Bilder uy bis 120. Zunge des nördlichen Feegletschers. Durch die enge Felsrinne nördlich der Gletscheralp schiebt sich die tatzenför-mig aufgewölbte Gletscherzunge über grobblockigen Bergsturzschutt gegen den See in ihrem früheren Zungenbecken vor. Sie entströmt der trichterförmigen Talmulde am Fusse der Mischabelhörner, in der die Lawinen- und Firnablagerungen an den Ostflanken von Lenzspitze ( 4294 m ), Dom ( 4545,4 m ), Täschhorn ( 44go,y m ) und Alphubel ( 4206 m ) aus 6 Kilometer Breite zum rund 2omal schmaleren Eisstrom zusammenfliessen. Am Ostrand der Mulde fliesst der südliche Feegletscher über den .Nordhang des Allalinhorns ( 4027,4 m ) hinab zu den gestuften Felshängen südlich der Gletscheralp. Seine breite Front, die am unteren Rand der Seukrechtauf nahmen ( Bilder uy und 118 ) teilweise sichtbar ist, stösst gegenwärtig ebenfalls kräftig vor. Bei den grossieri Eisstän-den des iy. bis ig. Jahrhunderts erreichten beide Gletscher den Talgrund, wobei die Gletscheralp zeitweise ringsum von Eis umgeben war. Vom Bergsturz, der im Sommer'953 die vordersten 400 Meter des nördlichen Gletschers zuschüttete, zeugen die helle Gesteinsfarbe in der Ausbruchnische oberhalb des ^ungenendes und der grobe Blockschutt des Sturzkegels, der sich vor der Gletscherstirn gegen den See herunterzieht. Seit 1gj8 ist der Gletscher ziemlich regelmässig und stetig um insgesamt rund300 Meter, seit iç6y ( d.h. in der durch die Bilder erjassten Zeitspanne ) um rund 200 Meter vorgerückt.

Tabelle5. Längenänderung der Gletscher 1980/81 Nr. Gletscher Kt. Längenänderung in Metern HöheMessdalum m il. M.

1979/801980/81198119791980 b ccd Einzugsgebiet der Rhone ( II ) 1(> RhoneS16.0 2 "'MuttVS9,5 3

14 ' ' CornerVSx 15 ZtnultVS7.7 i6

24 MoiryVS23,4 25 ' ' FerpècleVS16,6 26e Mont Miné VS2.8 27 Arolla ( Mt.Collon!VS8.7 28 Tsidjiore NouveVS10.8 29 CheillonVS 30l " En Darrey VS 31Grand DésertVS 32 Mont Fort ( TortiniVS 33TsantleuronVS 34OtemmaVS 35 Mont Durand VS 36BreneyVS 37 GiétroVS 38 Corbassicre VS 39ValsoreyVS 40Tseudet VS 41Boveyre VS 42SaleinaVS 108 OrnyrS 43TrientVS - 4-5 18 3 5 3 "

11 4 2 .0 I .0 2 ,0 6 .0 + 16.0 1981 0.2 + 13 - 17.6 38.6 27.6 2124 2595 2382 1664.0 1510,7 10. 9.

21. 9.

20.

9- if ). 9.

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27. C ).

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9- 10 10. 10.

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9- 10 10. 10.

10. 10.

9- 10 10. 10.

10. 10.

9- 10 11 n 11 19.10.

5. 8.

8.

9 - 20 + 3.I 52,8 x + 10,1 + 105,4 st 2138,9 2 75° 2628.8 26.23,2s1 2l>59-4 2167.3 20057 " 2063:s 2240 2482.2 ' " 2000 ca.

2053-2 2020 2264 2-454 2020 2380 s "

16 53.!

X'9-9'9 17.0 9,0 4-2 10,0 4-2 8,7 10,1 X 11.8 28 4.0 2475 " 4 28002740« + 11,0 +10 2480 ca. 2182 5-020.0 + l8,0 + 10,0 n 2 395 2425 2.599 1 706 Nr. Gletscher Einzugsgebiet der Rhone ( II ) 44e PaneyrosseVD45Grand Plan Névé VD46 MartinetsVD 471' Sex RougeVD48 e PrapioVD49>'PierredarVDEinzugsgebiet der Aare ( la ) 50'* OberaarBE51Unteraar BE52 < Gauli BE 53SteinBE54e SteinlimmiBE8,2 7-6 1'5 55 ' ' TriftBEx 56 c RosenlauiBEx 571 Oberer GrindelwaldBE7,0 j8(1 Unterer Grindelwald BE125 ca 59e EigerBE12,9 60 f TschingelBE61e Gamchi BE109 Alpetli ( Kanderfirn)BE11 o LötschbergBE62 e SchwarzVS63e LämmernVS8,1 9,0 3,8 x'a 2,0 3-3 64 BlümlisalpBE111e AmmertenBEst 65 RätzliBE1 12 DungelBE 113 Gelten BE Einzugsgebiet der Reuss ( 1b ) 66e TiefenUR2-5 24,5 9,0 12 12 7 ) 67St. AnnaUR68KehlenUR69Rotfirn ( Nord ) UR70< Damma URe WallenburUR72Brunni UR73 e Hüfi UR15 74t'Griess ( Unterschächen ) URsn 75 e FirnalpeliOW17,5 76 e Griessen ( Obwalden ) OW5,7 Einzugsgebiet der Limmat ( le ) 771'Bif'ertenGL11,0 78e LimmernGL2,2 114e PlattalvaGLst 79

1979/80 1980/81 1981 1979 1 b c c d 1981'7-9 - 9.0 22,6 - 14.6 sn n 6ô 2,0 X + X'9- 26.

9- 20.

10 9- 9- 26.

9- 20.

10 n 2.

9- n >4- 9- 28.

9-'7- 10 23- 9- 12.

10.

18.

10 5- 9- 18.

9- 8.

10 27,0 2301,6 26,6'907,3 2 2220 ca 17'934 6 20g2'5- 8.

3- 9- 8. 10'5- 8.

3- 9- 8.10 27- 9- 26.

9- 9. 10 4- 10.

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9- 18.

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9- 20. 9 19- 9- 7- 9- 6.11 n'9- 8.

n n 19.

8.

n 22 ca.

1225 ca 50 ca.

1125 ca 26 ca.

2120 ca 7,7 2260 8,8 1990 10-9 2250 2,8 2210 5-8 2500 X — 1,8 2345 ca 18,3 2422 s "

1,0 24927I Iö.

9- 12.

9- 0.

10 18.

9-'5- 9- n cn 9-'3- 9- n'9- 3- n'9- 21.

9- 25- CT.

4- 10.

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7- 9- l8.

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9- 21.

9- l8.

9 16 2237 2,0 1640 14.6 2215 8,6 2160 4,o 1906,3 3,8 2241,6 6,5 — 6,5 1787 6,3 2293,0 7,8 2550 i8./ig.g. 18. 9.

29- 8.

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9- 3- 9- 29- 8.

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27.

9- 8.

10.

18.

9- Nr. Gletscher Kt. Längenänderung in Metern Höhe m ü. M.

ig7g/8o1980/811981 b ccd Einzugsgebiet des Rheins ( Id ) 82 LavazGR 83«- Punteglias GR 84e LentaGR 85 < VorabGR 86e ParadiesGR 87p SurettaGR 115 Scaletta GR 88 PorchabellaGR 8g'1 VerstanciaGR 90 e SilvrettaGR gì e SardonaSG Einzugsgebiet des Inn ( V ) 92 e RosegGR 93TschiervaGR 94 MorteratschGR 95e CalderasGR 96e TiatschaGR 97e Sesvenna GR 98e LischanaGR n + 0,1 -a 2170 n + 48,52a 2140 n - 56,42a 2000 IO2 "

- 6,2 2710 9,5 + 7 2530 O.I - 2,6 2 745 2,4 + 6,0 2800 Einzugsgebiet der Adda ( IV ) 99e CambrenaGR 100e Palü GR 101ParadisinoGR 102 e FornoGR 116Albigna GR Einzugsgebiet des Tessin ( III ) 120CornoTI 117ValleggiaTI 118Val TortaTI 103BrescianaTI 119e CavagnoliTI 1040 BasodinoTI 105 e RossbodenVS .76 Messdatum ig7g19801981 - 22,8 - 22,2 2297 6.

9- 4- 9- 18.

9IO - 10 2345 3- 10.

5./6.10.

g./io. 10 1,0 - 12,0 2280 26.

10.

26. g.

8.

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+ 7,5 - 2,1 6.

9- 25- 9- 21.

923,35,2 2394 19- 9- 25- 9- 1.

10.

- 50,3 - 2i,7 2209 11.

9- 16. g.

11.

9- n n — 3- 9- n n 0 - 8,5 2634 18.

9- 15- 9- 5- 10 + 7,5 + 4,5 2355 12.

9- 16. 9.

31- 8.

+ 4,4,5 2427,9 16.

9- 12. 9.

11.

97,8 + 3,8 2500 2.

10.

7.10.

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11.

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11.

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9- 28.

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9- 27- 9- n n + 36,7 » 2345 ca.

n n 10.

11 6,8 » » n — 29- 9- 11.

9- n 305-1 2225 25- 10.

7- 10.

2.

9 n n — 17- 9- n n n n — 20.

9- 24.

9- n 54a n — n 6.

10.

n sn n — 3- 10.

1.

10.

n 0,4 + 4,o 2710 14.

9- 18.

9- 7- 9- o,7 - 0,6 2560 ca.

27- 9- 11.

9- T5- 9- 10,3 - 6,2 2520 ca.

5- 9- 10.

9- 14.

9- 4,7 + 3,7 1950 4- 10.

7- 10.

24.

9- Bemerkungen, die für mehrere oder für alle Gletscher zutreffen a Die Nummern in dieser Tabelle stimmen mit denjenigen im Lageplan Bild 3 des vorliegenden Berichtes überein.

b Falls ein Gletscher zugleich in verschiedenen Kantonen liegt, so ist derjenige Kanton eingetragen, aufdessen Gebiet sich das eingemessene Zungenende befindet, c Wenn die Änderung für eine Periode von mehreren Jahren gilt, ist die Anzahl der Jahre wie folgt angegeben:

Beispiel:- 13,63a = Rückzug von 13,6 m in 3 Jahren, d Meereshöhe des Zungenendes in Metern. In den Fällen, wo sie nicht am Ende des Berichtsjahres bestimmt worden ist, wird das Messjahr wie folgt angegeben:

Beispiel: 222007 = Meereshöhe von 2220 m gemessen im Jahre 1967. e Die Bemerkung mit der Nummer dieses Gletschers wird im vollständigen 102. Bericht der Gletscherkommission enthalten sein.

Abkürzungen:

+ ImVorstoss n Nicht beobachtet? Resultat unsicher Vermessungsbüro A. Flotron in Meiringen, bei 1 Gletscher für die Kraftwerke Mauvoisin durch das Vermessungsbüro H. Leupin in Bern und bei 1 Gletscher für die VAW durch ihren Mitarbeiter W. Schmid mit Unterstützung durch R. Hübscher ( V + D ) und Mitarbeiter des Geodätischen Instituts der ETHZ gewonnen worden. Neben den Vermessungsflügen im Auftrag der Kraftwerke Oberhasli über den Aaregletschern haben im Herbst 1981 über 45 weiteren Gletschern Vermessungsflüge stattgefunden, bei denen 36 Gletscher zusätzlich erfasst worden sind. Die jährlich wiederholten Flüge über 34 Gletschern dienen den Erhebungen der GK/SNG ( 10 ) und der Arbeitsgruppe für gefährliche Gletscher ( 18 ) oder den Untersuchungen der VAW ( 6 ) im Auftrag von Dritten. In mehrjährigem Turnus sind Flüge über 6 Gletschern für die GK/SNG und über 5 Gletschern für die VAW im Rahmen wissenschaftlicher Forschungsprojekte wiederholt worden.

Die Gletscherkommission dankt allen Beobachtern, allen weiteren Mitarbeitern und Institutionen, die Jahr für Jahr zu unseren Erhebungen und Berichten beitragen. Wir danken besonders Herrn J. Martin, Kreisforstinspektor in Gryon, der seinen Amtskreis gewechselt hat, für die jahrelange Betreuung der Messungen an den Glet-'77 st Stationär sn Eingeschneit ca. Ungefährer Wert Im Rückzug Betrag nicht beziffert Messwert nicht repräsentativ schern Paneirosse und Grand Plan Névé. Seinen Amtsnachfolger, Herrn J. Binggeli, Kreisforstinspektor in Bex, heissen wir im Kreise der Gletscherbeobachter willkommen. In den Ruhestand getreten sind die Herren F. Zingg, Direktor der Kraftwerke Oberhasli, und E. Huber, Direktor des Bundesamtes für Landestopographie. Durch tatkräftige und grosszügige Unterstützung haben sie die Gletscherforschung in der Schweiz in hohem Masse gefördert. Seit Jahrzehnten stellen uns die Kraftwerke Oberhasli die Ergebnisse ihrer umfangreichen Messungen an den Aaregletschern zur auszugsweisen Veröffentlichung in den Gletscherberichten unentgeltlich zur Verfügung. Ihre guten Dienste haben wesentlich beigetragen zum Gelingen der speziellen Untersuchungen, welche die VAW in den letzten Jahren auf dem Unteraargletscher durchgeführt hat. Von ganz besonderem Gewicht sind die Hilfeleistungen, welche die L + T unter der Leitung von E. Huber der Gletscherforschung und namentlich derGlet-scherbeobachtung hat zugute kommen lassen. Mit dem Hinweis aufdie zahlreichen, seit 1968 regelmässig wiederholten Vermessungsflüge über Gletschern und mit dem Hinweis aufdie vielseitige Unterstützung bei der Aufnahme, der Gestaltung und der Herausgabe der glaziologischen -Spezialkarten, beispielsweise des Aletsch-, des Mattmark- oder des Silvrettagebiets, sind daraus nur einige der wichtigsten herausgegriffen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit den Kraftwerken Oberhasli unter der Leitung des neuen Direktors, Herrn F. Benclli, und mit dem Bundesamt für Landestopographie, dem neu Herr F. Jeanrichard vorsteht.

Neben den Gletscherzungenmessungen im Beobachtungsnetz der GK/SNG sind im Berichtsjahr auch die weiteren, im vorangehenden Bericht aufgezählten Messprogram me, mit denen die langfristigen Veränderungen im Eishaushalt und im Bewegungsverhalten verschiedener Gletscher erfasst werden, im gewohnten Umfang weitergeführt worden. Ebenso ist im Rahmen der meisten in früheren Gletscherchroniken beschriebenen Forschungsprojekte an der Ergründung ausgewählter Probleme weitergearbeitet worden. Die geplante eingehende Untersuchung der Be-wegungs- und Wasserdruckverhältnisse im Zungengebiet des Findelengletschers konnte wegen der ungünstigen Schneeverhältnisse im Frühjahr nicht durchgeführt werden. Statt dessen hat die VAW kurzfristige Bewegungsmessungen am Unteraargletscher vorgenommen, wobei vor allem die vertikale Bewegung des Eises nicht nur an der Gletscheroberfläche, sondern mittels Drahtmessungen in tiefen Bohrlöchern auch im Innern und in der Nähe der Sohle des Gletschers erfasst worden ist. Auf diese Weise konnte erstmals eindeutig festgestellt werden, dass die seit Jahren bekannte Hebung des Gletschers um mehrere Dezimeter zu Beginn der Schmelzperiode gleichermassen in den oberflächennahen wie auch in den tieferen Bereichen auftritt. Dieses Ergebnis bestätigt die These, dass der Druck des im Gletscher angesammelten Schmelzwassers das Eis anzuheben vermag. Durch diesen Auftrieb wird die Reibung am Gletscherbett vermindert und damit die Gleitbewegung des Eises erleichtert und beschleunigt. Dabei können zwischen dem Gletscher und seiner Unterlage Hohlräume entstehen, in denen vorübergehend beträchtliche Wassermengen gespeichert werden. Solange mehr Wasser zufliesst, als durch das subglaziale Entwässerungsnetz abfliessen kann, erhöht sich der Druck weiter. In der Regel verengen oder verschliessen sich die Entwässc-rungskanäle während des Winters. Im Frühjahr bilden sie sich neu und weiten sich während des Sommers aus. Die zunehmende Durchlässigkeit des Abflusssystems ermöglicht die allmähliche Entleerung der Wasserspeicher unter dem Gletscher. Mit dem vermehrten Abfluss lässt der Wasserdruck und damit auch der Auftrieb nach, das Eis senkt sich und wird durch die erhöhte Reibung am Gletscherbett gebremst. Dass sich dieser Kreislauf nicht nur in jährlichem Rhythmus, sondern entsprechend den durch die Witterung bedingten Schwankungen in der Schmelzwasserbil-dung auch innert kürzerer Perioden wiederholt, sei hier nur am Rande bemerkt.

Seit Jahren bemühen sich vor allem ausländische Forschergruppen um die Entwicklung neuer Sondiermethoden und -gerate, mit denen die Dicke oder Tiefe der Gletscher bestimmt werden kann ohne den grossen Aufwand, den die herkömmlichen Methoden wie z.B. Sprengseismik oder Tiefbohrungen erfordern. Auf den kalten Gletschern der Polargebiete seit Jahren erfolgreich eingesetzte Radarsondierungen haben auf den temperierten Alpengletschern lange keine brauchbaren Aufnahmen ergeben. Erst vor wenigen Jahren hat der Geologische Landesdienst der Vereinigten Staaten ( US Geological Survey ) ein Gerät entwickelt, das erlaubt, mit wenig Leuten leichter Ausrüstung, geringem Zeitaufwand und entsprechend niedrigen Kosten temperierte Gletscher auszuloten. Ein solches Monopuls-Radio-echolot, das nach den Plänen der Amerikaner in der Schweiz nachgebaut und auf verschiedenen Gletschern erprobt wurde, ist auf den Photos 116 und 121 123 dargestellt. Das rund 50 kg schwere batteriebetriebene System besteht aus einem Im-pulsgenerator als Sender und einem Oszilloskop als Empfänger. Sender und Empfänger sind mit Dipolantennen aus normalem, mit Widerständen versehenem Draht ausgerüstet, die in Längen von 20, 40 oder 80 Metern eingesetzt werden können.

Abbildung 2. Abweichungen der Jahresniederschläge igSolSi und der Sommertemperaturen ig8i vom entralwert der Bezugsperiode iqoilGo.

a ) Jahresniederschlägebj Sommertemperaturen Summe der Niederschläge vom I. Oktober 1980 bis 30. Sep- Durchschnittliche Lufttemperatur vom 1. Mai bis 30. Septem- tcmbcr 10,81.her 1981.

Wertung der Klassen:

Mit diesem Gerät, das in der vorliegenden Ausführung Eisdicken zwischen 30 und 350 Metern erfasst, sind im Berichtsjahr Sondierungen auf der Plaine Morte, auf dem Colle Gnifetti, auf dem Gruben- und auf dem Rhonegletscher durchgeführt worden, um Aufschluss über die Dicke des Gletschers und über die Form des Gletscherbetts zu erhalten.

b ) Massenänderung eunger Gletscher Tabelle 3 enthält Angaben über die Massenänderung einiger Gletscher während der letzten drei Jahre. Sie sind durch die VAW aus glaziologischen Messungen für die Gletscher Gries, Limmern, Plattalva und Silvretta direkt bestimmt, für die Gletscher des Aletschgebiets gesamthaft aus dem Wasserhaushalt im Einzugsgebiet der Massa abgeleitet worden. Die gesamte Massenänderung \lasse jahresme der schlag Wertung der Klassen:

Klasse Sommertemperaluren + 2 sehr gross + 2 sehr warm + 1 gross + 1 warm 0 normal 0 normal - 1 klein - 1 kalt - 2 sehr klein - 2 sehr kalt gibt die Vermehrung oder die Verminderung des Eisvolumens während der Messperiode an. Die spezifische Massenänderung entspricht der Dicke der Schicht, die sich aus dem als Wasser gleich-massig über den Gletscher verteilten Massenzuwachs oder -verlust ergäbe. Als spezifische Massenänderung sind die für verschiedene Gletscher bestimmten Massenhaushaltszahlen direkt vergleichbar.

Beim Vergleich der Ergebnisse für das Berichtsjahr ist zu beachten, dass die beträchtlichen Niederschläge im September 1981 ausser bei Aletsch nicht in die Haushaltsperiode fallen. Für die Erklärung des grossen Unterschieds zwischen dem ausserordentlichen Zuwachs im Aletschgebiet und den mehr oder weniger ausgeglichenen Massenbilanzen der übrigen Gletscher sind die Bemerkungen im Witterungsbericht auf Seite 1 63 ff. und auch die Abbildung 2a auf dieser Seite durch den Hinweis zu ergänzen, dass im Bereich der Berner Alpen an mehreren Stationen neue Höchstwerte des Jahresniederschlags beobachtet worden sind, z.B. in Reckingen, Kandersteg und Grindelwald. In Grindelwald ist mit 1798 Millimeter im Berichtsjahr der frühere Höchstwert ( 1708 mm im Jahre 1977/78 ) sogar deutlich übertroffen worden. Für den Griesgletscher, der nach Abbildung 2 in der Zone stark überdurchschnittlicher Jahresniederschläge liegt, hat sich das negative Bilanzergebnis offensichtlich schon während der Akkumulationsperiode angebahnt, da er im Winter der Zone aussergewöhnlicher Trockenheit und damit, wie die Angaben von M. Schild auf Seite 171 bestätigen, der Zone unterdurchschnittlicher Schneemengen angehörte. Im Talbereich der Aaregletscher, der jährlich luftphotogrammetrisch vermessen wird, hat A. Flotron eine Volumenverminderung um 12,8 Millionen Kubikmeter Eis ermittelt. Das Ergebnis des Berichtsjahres entspricht dem Mittelwert der Jahre 1969 bis 1977. Der Zuwachs aus den Jahren 1977 bis 1980 ist bereits zur Hälfte wieder aufgezehrt worden. In je zwei Querprofilen auf dem Lauteraar- und auf dem Oberaargletscher hat sich die Gletscheroberfläche um durchschnittlich 0,1 bis 0,5 Meter gehoben. In den übrigen Querprofilen ist sie um durchschnittlich 0,2 bis 3,8 Meter abgesunken.

c ) Lageänderung der Gletscherenden Die Ergebnisse der Beobachtungen am Netz der GK/SNG sind in Tabelle 2 für die letzten drei Jahre zusammengefasst, in Tabelle 5 für die letzten zwei Jahre und in Abbildung 3 für das Berichtsjahr ausführlich dargestellt. In Abbildung 4 sind die Hauptergebnisse für die 91 Jahre von 1890/91 bis 1980/81 zusammengestellt.

Das Ergebnis des Berichtsjahrs entspricht etwa den Erwartungen, die sich auf Grund des etwas weniger gletschergünstigen Witterungsverlaufs im Vergleich zum Vorjahr einstellten. Der Anteil der vorstossenden Gletscher ist gesamthaft und in den einzelnen Regionen um rund 15 Prozent kleiner, der Anteil der schwindenden Gletscher entsprechend grosser geworden. Wie im Vorjahr ist die Vorstosstendenz am deutlichsten ausgeprägt auf der Alpennordseite, wo rund zwei Drittel der beobachteten Gletscherzungen vorgerückt sind. Die Stichprobe aus dem Wallis mit rund der Hälfte der Gletscher im Vorstoss zeigt wiederum eine ähnliche Aufteilung wie die gesamtschweizerische Auswahl. Im übrigen Gebiet, Graubünden und Alpensüdseite zusammengenommen, hat sich der Anteil der vorstossenden Gletscher ( rund 2/s ) in den letzten drei Jahren wenig verändert. Die mittlere Längenänderung, kleiner als im Vorjahr, grosser als vor zwei Jahren, passt gut ins Bild einer andauernden, wenn auch etwas abgeschwächten Vorstosstendenz der Gletscher. Sie entspricht auch - wie aus Bewegungsmessungen auf verschiedenen Gletschern hervorgeht - weitgehend dem Bewegungsverhalten der Gletscherzungen in den letzten Jahren. Seit 1977 fliesst das Eis von Jahr zu Jahr schneller talwärts, wobei im allgemeinen die Geschwindigkeit im Jahr 1979/80 etwa doppelt so viel zugenommen hat als in den übrigen Jahren. Aus Tabelle 5 ist zu ersehen, dass etliche Zungen trotz stärkerer Abschmelzung im Berichtsjahr deutlich weiter vorgerückt sind als im Vorjahr. Im einzelnen ist nicht geprüft worden, in welchen Fällen ein wellenartig durch den Gletscher sich fortpflanzendes Beschleunigungs-maximum mit zeitlicher Verschiebung am Zungenende angekommen ist, oder in welchen Fällen die erhöhte Geschwindigkeit am Zungenende auf den im Tätigkeitsbericht auf Seite 178 skizzierten Zusammenhang zwischen Schmelzwasseranfall und Gleitbewegung zurückzuführen ist. Am weitesten vorgestossen ist der Allalin ( 105 m ), wo sich im Herbst 1980 wiederum ein grosser Teil der Zunge mit vorübergehend erhöhter Geschwindigkeit rutschartig vorgeschoben hat. Der unerwartete und überraschend schnelle Vorstoss des Findelengletschers, der im letzten Bericht ausführlich in Text und Bild dargestellt worden ist, hat sich seit dem Vorjahr etwas verlangsamt.

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