Die Wege leiden unter Erosion

Zum Leserbrief Mountainbiken auf Trails ist nicht grundsätzlich verboten, «Die Alpen» 02/2021

In diesem Leserbrief fehlt beim Zitat des Artikels 43 des Strassenverkehrsgesetzes etwas Wesentliches: Es werden namentlich Fuss- und Wanderwege erwähnt, auf denen das Fahrverbot gilt. Viele Wanderwege verlaufen auch auf Forst- und Alpwirtschaftsstrassen, diese sind für Fahrzeuge gemacht und auch breit genug, sodass es kaum Konflikte mit Fussgängern geben sollte. Wenn man sieht, wie Wege unter der Erosion leiden, gibt es genügend Gründe, dieses Verbot durchzusetzen. Ich kann mich erinnern, dass eine der Alpenuniversitäten vor vielen Jahren festgestellt hat, dass die Auswirkung eines Velofahrers auf die Landschaft je nach deren Bodenbeschaffenheit vergleichbar ist mit bis zu 100 Fussgängern. Auch das ist ein Grund, die Wege zu trennen und Biketrails entsprechend zu bauen. Leider stelle ich immer wieder fest, dass ein gutes Netz an Biketrails in den entsprechenden Orten oft auch eine grosse Belastung der Wanderwege durch Biker mit sich bringt.

Das grosse Problem in der Zukunft sehe ich vor allem bei den Elektromountainbikes. Diese sind schwerer, und ihre Auswirkungen sind gravierender, ausserdem führt es dazu, dass noch mehr Velofahrer auf den Wegen fahren, weil diese für mehr Fahrer erreichbar sind. Dazu werden in jüngerer Zeit publikumswirksam E-MTB-Touren auf Viertausender unternommen und propagiert. Für solche Fahrzeuge muss das Fahrverbot zwingend durchgesetzt werden. Ich bin beileibe kein Gegner von Mountainbikes oder E-MTB, aber für alles gibt es den richtigen Platz.

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