Eine Expedition in die Cordillera Blanca 1963

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

( Expédition lausannoise aux Andes 1963 ) Mit 8 Bildern ( 19-26 )

Die Vorbereitung

Für Bergsteiger, die schöne Gebirgsmassive in fernen Ländern kennenlernen wollen, ist die Cordillera Blanca in den peruanischen Alpen das ideale Gebiet, da es leicht zugänglich ist und in den Monaten Juni bis August günstige klimatische Verhältnisse aufweist. Vor allem aber darf sie ihrer ausserordentlichen Schönheit wegen aufgesucht werden.

Unsere Gruppe von sechs Bergfreunden flog an einem Nachmittag Mitte Juli in Lausanne ab und traf, dank der direkten Linie der Air-France, über Lissabon und Pointe-à-Pitre schon am nächsten Morgen in Lima ein, wo wir im Hotel Crillon ausgezeichnete Unterkunft fanden, dank der Zuvorkommenheit von Direktor M. Bezzola. Von Lima brachte uns eine DC-3 in zwei Stunden Flugzeit über die Cordillera Negra nach Caras, wo uns Cesar Morales Arnao, der Präsident des Club Andino Peruano, mit zwei Autos erwartete, mit denen wir dann auf staubiger Strasse 80 km weit nach Huaras fuhren, einer bedeutenden Stadt auf 3060 m ü.M. im Tal des Rio Santa, Ausgangspunkt unserer Expedition.

Für die Vorbereitungen unseres Unternehmens waren die Ratschläge, die uns C. M. Arnao und sein Bruder Benjamin Arnao gaben, von grösstem Nutzen. B. Arnao hatten wir früher in der Schweiz kennengelernt, da er hier glaziologischen Studien oblag. Wir hatten uns das Gebiet des Ishinca als Ziel gewählt, da sich hier sehr schöne Besteigungen von verschiedenen Schwierigkeitsgraden bieten und noch unbestiegene Gipfel zu finden sind. Die beiden ausgezeichneten Träger Eustaquio Enestroza und Vitaliano Alvaron, die wir schon Monate zuvor angeworben hatten, trafen pünktlich ein, wie auch die Maultiertreiber mit ihren Pferden und Eseln.

In den sauberen Lebensmittelläden von Huaras kann die Verpflegung gut beschafft werden, während man die persönliche Ausrüstung mitbringen muss; so war z.B. ein Rucksack für unsere Träger nicht aufzutreiben.

Unser jüngster Kamerad hatte mit Hilfe der erfahrenen Freunde Dittert, Asper und Habersaat die Liste der benötigten Gegenstände zusammengestellt, wie: Zelte, Luftmatratzen, Schlafsäcke und Daunenanzüge, Pickel, Skistöcke, Steigeisen, Seile usw., besonders auch die Kochausrüstung. Wir hatten Benzinbrenner mit sowie einen Dampfkochtopf, der uns selbst auf grossen Höhen ein rasches Kochen der Speisen erlaubte. Der Expeditionsarzt Daniel Bach führte eine ganze Apotheke mit, die sich recht nützlich erwies! Leider durften wir keine Sauerstoffflasche im Flugzeug von zu Hause mitnehmen, weshalb wir eine solche in Peru beschaffen mussten, die aber 50 kg wog und uns beim Transport grosse Mühen bereitete, so dass wir besser auf sie verzichtet hätten.

Gilbert Apothéloz und Georges de Rham, Lausanne

Feedback