Frauen, wagt es!

«Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.» Dieser Spruch von Seneca trifft sehr gut auf die Frauen im SAC zu. Die Fusion der Frauensektion Drei Tannen mit der Sektion Olten (siehe S. 38) gibt mir Gelegenheit, von Frauen zu sprechen, die es gewagt haben. 1907 beschloss das Central-Comité des SAC, Frauen formell vom Club auszuschliessen. 1918 wagte es eine Handvoll Frauen, dem damaligen Zeitgeist zu trotzen und einen eigenen Club zu gründen, den Schweizer Frauen-Alpenclub (SFAC). Mit ihrem Pioniergeist zeigten sie, dass auch sie in der Lage waren, Alpinismus zu betreiben und schwere ­Touren zu unternehmen – bis dahin eine reine Männer­domäne. Man musste bis 1980 warten, bis der SAC und der SFAC zu einem gemischtgeschlechtlichen Club fusio­nierten.

Es hat zu allen Zeiten Frauen gegeben, die etwas wagten. 1838 bezwang Henriette d’Angeville als erste Frau aus eigener Kraft den Mont Blanc. 1965 war Yvette Vaucher die erste Frau, die die Matterhorn-Nordwand durchstieg. 1986 wurde Nicole Niquille die erste Bergführerin der Schweiz. 1992 gelang Catherine Destivelle als erster Frau eine Wintersolobegehung der Eiger-­Nordwand. 2016 wurde Petra Klingler Weltmeisterin im Bouldern. Neben diesen Frauen, die wegen ihrer Exploits berühmt wurden, gibt es unzählige andere, die es gewagt haben, den Rahmen zu sprengen, um grossartige Ziele zu erreichen.

Seit 1907 hat sich die gesellschaftliche Realität verändert. Aber gewisse Stereotypen existieren weiter. In dieser Jahreszeit, in der öfter gute Vorsätze gefasst werden, ermutige ich die Frauen, etwas zu wagen. Zu wagen, verantwortungsvolle Aufgaben in den SAC-Sektionen zu übernehmen, zu wagen, aus den Stereotypen auszubrechen. Euch allen, Männern wie Frauen, wünsche ich ein gutes 2017. Wagt es, das zu machen, worauf ihr Lust habt. So wie die SAC-Mitglieder unserer neuen Serie «Berg verrückt», die in dieser Ausgabe startet (S. 21)!

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