Himalaya-Chronik 1966

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VON G. O. DYHRENFURTH, RINGGENBERG BE

Mit 2 Bildern ( 91 und 92 ) Die « Goldene Zeit », da es im Himalaya und Karakorum noch wenige Alpinisten gab, dafür zahlreiche unbetretene grosse Gipfel, darunter viele Hauptberge, sie ist vorüber. O quae mutatio rerum! Immerhin gäbe es im höchsten und jüngsten Hochgebirge der Erde nicht nur für « extreme », sondern auch für « konventionelle » Bergsteiger noch viel zu tun, aber seit Indien und Pakistan, Kaschmir, Nepal und Sikkim den alten Sperrzonen China, Tibet und Bhutan folgten, ist es sehr betrüblich geworden. Auch die freigegebenen Gebiete helfen uns nicht viel, denn die « Innere Linie », bis zu der man ( mit ordnungsgemäss einzuholender behördlicher Erlaubnis ) « wandern » darf, verläuft weit südlich des Hauptkammes, in den Vorbergen. Wann werden für den Bergsteiger wieder bessere Zeiten kommen? 1968? Oder 1969? Man sollte es eigentlich annehmen, denn pausenlos wird in den « kapitalistischen » Ländern gesammelt, dauernd schreit man um « Hilfe für die Entwicklungsländer ». Dabei die westliche Welt ständig zu schikanieren und sogar ganz auszusperren, das passt nicht gut zusammen! Auch in den Himalaya-Ländern wird man das allmählich einsehen, um so mehr, als das Ausbleiben der Expeditionen sich für die Sherpa, Balti usw. wirtschaftlich sehr ungünstig auswirken muss.

Durch die Ausschaltung der Europäer, Amerikaner, Japaner und Neuseeländer hat die Erschliessung des Himalaya an Tempo und Bedeutung viel verloren. Trotzdem seien alle Unternehmungen, die von einigem Interesse sind, in unserer alljährlichen Übersicht kurz aufgezählt:

1. Die indische North Eastern Frontier Agency, NEFA abgekürzt, ist noch wenig bekannt. Im Herbst 1966 war dort eine Expedition unter dem stellvertretenden Kommissar T. Haralu tätig.

Dabei gelang die Erstersteigung des Gori Chen ( 6751 m ), des zweithöchsten Gipfels in NEFA, und zwar am 29. Oktober. Neun Teilnehmer erreichten die Spitze. Quellen: Berichte K. Guha, danach « Alpinismus » 3/67, S.48.

2. Auf der Grenze Sikkim/Nepal, im SW des Kabru, steht Koktang Peak, 6147 Meter kotiert, aber nach Neuvermessung 6398 Meter hoch. Dieser Berg wurde schon wiederholt angegangen, aber sein Hauptgipfel ist anscheinend noch unbetreten. Die Besteigung durch die « Bombay Ladies Expedition » im April 1966 wurde von der indischen Presse als « Markstein in der Geschichte des Alpinismus » gefeiert. Es war jedoch keine Erstersteigung: In Wahrheit haben die jungen Damen mit ihren drei Sherpa nur einen Gratkopf, aber nicht den Gipfel des Koktang Peak erreicht.

Quellen: « Alpinismus » 10/66, S. 38; 3/67, S.48/49. The Climbers Club Bulletin Bombay, July 1967, p. 2-7.

3. Von der Zweiten Chinesischen Everest-Expedition 1966 über die Nordflanke hat man auffällig lange nichts gehört. Erst im Mai 1967 wurde aus Calcutta berichtet, dass die 26köpfige Mannschaft ohne Spezialkleidung und Kälteschutzmittel zum Angriff anzutreten hatte. Um warm zu bleiben, solle man der Lehren von Mao Tse Tung gedenken. Zwei Mann kehrten schon nach zwei Tagen in das Basislager ( Rongphu-Gletscher ) zurück- fast erfroren. Alle andern lehnten jeden Rückzug ab, weil sie in Maos Namen gingen. « Das scheinen sie noch immer zu tun. Jedenfalls hat man von ihnen niemals mehr etwas gesehen. » Ein klassischer Fall von Massen-Hypnose, die ein böses Ende nehmen musste.

Quellen: Korrespondenz mit K. Guha: « Alpinismus » 10/67, S.36.

Berichtigung zur Chronik 1965: Der von den Japanern bestiegene Gipfel im Grenzkamm zwischen Cho Oyu ( 8153 m ) und Gyachung Kang ( 7922 m ) ist nicht Ngozumpa I ( 7806 m ), sondern Ngozumpa Ri II ( 7646 m ), selbständiger als P. 7806 und P. 7610.

Quellen: « Sangaku » LXI 1966, p. 11-13. Khumbu Himal 1:50 000. « Alpinismus » 5/67, S.22/23.

5. Nachtrag zu 1964: Der Gipfel, den der Japaner Akihito Tamura im Oktober 1964 ersterstiegen haben soll, ist Pemthang Karpo ( 6842 m ) im Langtrang Himal. Dieser bildlich nicht belegte Alleingang wird in Sangaku 1965 und 1966 nicht behandelt, bleibt also ungeklärt.

Quellen: HC-Newsletter 23, p.2. « Alpinismus » 1/66, S.38/39. « Alpen » IV 1966, S.79.

6. Vom Dhaula Himal kommt neue Kunde: Der Gipfel, den James O. M. Roberts, vonS kommend, als Dhaula IV ( 7660 m ) angesprochen hatte, ist nach der neuen Karte 1:63 360 ( 1 inch to I mile ) Blatt 62 P/6 identisch mit dem neu vermessenen P. 7268, etwa 3 km westlich des wirklichen Dhaula IV. Vielleicht haben die Japaner mit ihrem « Triangular Peak » ( 7250 m ) diesen neuen Siebentausender gemeint, wenn sie ihn auch auf ihrer Kammverlaufskizze 1966 nicht richtig eingetragen haben.

Quellen: « Sangaku » LXI 1966, p. 17-19,108/09,111. « Alpinismus » 8/67, S.42/43 Ost-Garhwal 7. Der schon mehrmals - 1939, 1964 und 1965 - angegriffene Tirsuli am Milam-Gletscher kam endlich an die Reihe. Er liegt zwar jenseits der « Inner Line », aber rein indische Expeditionen sind zugelassen. Im September 1966 trat eine starke Mannschaft der « Himalayan Association Calcutta » unter Ch. Mitra an. Das Basislager stand bei Nital Thaur ( 4267 mCamp 5, das Sturmlager, wurde bis auf 6645 Meter vorgeschoben. N. Mallik, Sh. Chakravarty und zwei Sherpa erreichten den höheren Tirsuli-Ostgipfel ( 7074 m ) nach fast elfstündiger Arbeit am Nachmittag des 9. Oktober. Erst um 22.30 Uhr waren sie wieder in Lager 5. Ein schöner Erfolg, auf den die indische Bergsteigerwelt mit Recht stolz ist.

Quelle: « Alpinismus » 2/67, S. 34.

8. Berichtigung zur Chronik 1965: Ganesh ist ein häufiger Name, was leicht zu Verwechslungen führt. Ganesh Parbat, der im Juni 1965 von einer indischen Polizeimannschaft unter Shivraj Singh erstmals erstiegen wurde, ist 21,430 ft. = 6532 Meter hoch und steht im ENE des Kämet, auf der Grenze Garhwal/Tibet.

Quellen: HJ XXVI 1965, p. 113-121.AAJ 1967, p. 411.

9. Mana Peak ( 7272 m ) in der Kamet-Gruppe ist erstmals 1937 von Frank S. Smythe im Alleingang über den Südgrat erstiegen worden. Ein indischer Versuch 1962 scheiterte. 1966 wurde in Calcutta eine Grossexpedition unter B. Biswas organisiert: 13 Inder und 10 Sherpa. Diesmal kam man von Osten, schob die fünf Hochlager durch das Purbi Kämet Gal vor, das letzte bei 6950 Meter an der Nordflanke des Mana Peak, und machte am 19. September den Schlussangriff. Trotz starkem Wind erreichten P. Chakravarty und vier Sherpa über einen Hängegletscher um 16.45 Uhr den Gipfel. Beim Abstieg hätte es fast ein Unglück gegeben, doch lief eine grössere unfreiwillige « Abfahrt » noch glimpflich ab.

Quellen: Bericht K. Guha, « Alpinismus » 2/67, S.34. AAJ 1967, p.408/09. 204 10. Hanuman, der in Indien besonders bei der Landbevölkerung sehr beliebte Affengott, tritt in vielen Bergnamen auf. Auch in der Nanda-Devi-Gruppe gibt es einen Hanuman Peak ( 6075 m ), der das Ziel einer von Prof. A. B. Chandekar geleiteten Expedition war und im Juni 1966 von Osten bestiegen wurde. Diese Erstersteigung war für den jungen Akademiker-Klub der Universität Bombay ein Erfolg, der mit Begeisterung gefeiert wurde, wenn es auch bloss ein kleiner, nicht schwieriger Sechstausender war, nur ein Vorberg des stolzen Dunagiri ( 7066 m ), den die Schweizer bereits 1939 bezwungen haben.

Quellen: HC-Newsletter 25, p. 5. « Giri-vihar » ( Bombay ). « Alpinismus » 2/67, S. 34; 9/67, S. 34. AAJ 1967, p. 410/11.

West-Garhwal 11. Einen zweigipfeligen Mana Parbat ( 6794 m und 6771 m ), auch die « Zwillinge von Mana » genannt, gibt es etwa in der Mitte zwischen Saraswati und Bhagirati River, 30 Kilometer östlich von Gangotri. Sie standen auf dem Programm einer vom « Mountaineers Club Calcutta » organisierten Expedition unter S. Chowdhury. Auf dem mittleren Chaturangi BamakGletscher ) wurde das Basislager ( 5182 m ) errichtet, um Mana I ( 6794 m ) von SW, Mana II ( 6771 m ) von SE anzugehen, aber dieses Unternehmen schlug fehl: ein Lawinenunfall und Schneestürme vereitelten alle Bemühungen; drei verletzte Sherpa und ein erkrankter Inder mussten in das Uttarkashi-Spital gebracht werden.

Quelle: « Alpinismus » 2/67, S.34.

12. Eine Gruppe der « Calcutta Climbers » unter S. Böse bestieg am 22. Oktober 1966 erstmals den Bhagirati Parbat I ( fäll m, nach Neuvermessung ), und zwar von N, aus dem Basuki-Tal. Beim Abstieg verunglückten Amar Roy und zwei Sherpa tödlich, Böse wurde nur leicht verletzt, V. Go- vindraj erlitt schwere Frostschäden.

Quellen: « Alpinismus » 3/67, S.48. AAJ 1967, p. 409/10.

13. Eine Studenten-Mannschaft der Gujarat-Universität unter Leitung von Dr. Bharat Shukla war im SW von dem Ort Gangotri tätig, im Gebiet des Rudragiri-Gletschers. Am 20. Juni wurde der wahrscheinlich bisher unbetretene Gangotri II ( 6599 m ) bestiegen, am 25. Juni Gangotri I ( 6672 m ). Unter Leitung von B. Glosh wurde auch Rudragiri ( 5818 m ) besucht, wobei sie ein Erdbeben erlebten, das Lawinen auslöste. Das Gujarat Mountaineering Institute ist auf Mount Abu ( Rajasthan ). Als Dschaina leben diese jungen Bergsteiger streng vegetarisch.

Quellen: « Alpinismus » 3/67, S.48. AAJ 1967, p.409.

14. Eine Gruppe der Doon School unter H. Dang machte im Juni 1966 die Erstersteigung des Jaonli ( 6632 m ), 17,3 Kilometer im SW von Gangotri.

Quellen: HC-Newsletter 24, p. 5. AAJ 1967, p. 410.

Himachal Pradesh, früher « Panjab Himalaya » 15. Kulu Pumori ( 6553 m ), von R. Pettigrew's Mannschaft 1964 zweimal bestiegen, wurde im Juni 1966 von Poona-Kadetten unter Jagjit Singh zum dritten Male besucht.

Quellen: HC-Newsletter 24, p. 3. AAJ 1967, p. 406/07.

In dem einstigen « Hill State » Kulu, nordwestlich von Manali, steht Hanuman Tibba ( 5929 m ), den G. Bruce mit seinem Führer Heinrich Fuhrer von Meiringen 1912 erstmals erstiegen hatte. Im Juni 1966 wiederholte eine Mannschaft des Climbers Club Bombay unter der Leitung von Robert Pettigrew die Besteigung dieses kleinen Berges, der acht Tage später auch noch von sieben Studentinnen des « National Cadet Corps » unter Leitung eines Instruktors und mit drei Sherpa besucht wurde. Sie überschritten den Beas-Kund-Pass ( 4996 m ), erstellten ein Hochlager auf dem Westgrat und erreichten den Gipfel zum ersten Male von Westen.

Quellen: « Alpinismus » 3/67, S.48. AAJ 1967, p. 404/05.

17. In Spiti befindet sich die berühmte Shilla, die Jahrzehnte lang als « erster bezwungener Siebentausender » und bergsteigerische Grosstat galt; denn sie wurde schon 1860 von einem namenlosen Messgehilfen des Survey of India im Alleingang bestiegen und 23,050 ft. = 7025 Meter kotiert. Wie es zu dieser falschen Höhenzahl gekommen ist, konnte nie aufgeklärt werden. In Wahrheit liegt die « Gipfelflur » in Spiti bei etwa 6100 Meter. Ein Siebentausender würde dort als Inselberg fast 1000 Meter über seine Umgebung emporragen. Im ganzen Gliedstaat Himachal Pradesh gibt es nicht einen einzigen Siebentausender. Als erste äusserten Jan de V. Graafif 1952 und Marcel Kurz ( t ) 1954 schwere Bedenken gegen diese offizielle Höhenkote des Survey of India. Genauere Unterlagen lieferten britische Expeditionen 1955 und 1956, die vor allem geologisch-paläonto-logische Aufgaben hatten und in den weltberühmten dunklen « Spiti Shales » des oberen Jura ( Oxford-Valanginien ) grosse Mengen schönster Ammoniten sammelten. Nebenbei bemühte man sich auch um die Aufklärung der ziemlich komplizierten Topographie. In seiner 1957 publizierten Arbeit betont F. Holmes mit allem Nachdruck, dass die wirkliche Höhe der Shilla nur etwa 20,000 ft.6096 m ) betrage.

Trotzdem tauchte das « Shilla-Märchen » immer wieder auf. Darum begrüsste es der Chronist, dass 1966 eine « All-India Universities Expedition », organisiert von der « Kerala Mountaineering Association », unter R. Jaikumar nach Spiti ging. Um so grösser war unsere Enttäuschung, als die indische Presse in grosser Aufmachung meldete: Alle sieben Teilnehmer und alle zehn Sherpa « erreichten die*jungfräuliche Spitze von Mount Shilla ( 23,050 ft. ) in zwei Gruppen am 19. und 20. Juli 1966 ». Auch die Akademiker aus Madras, Bombay usw. haben die mehr als hundert Jahre alte lächerliche Übertreibung kritiklos wiederholt, und sie reden sogar von einer Erstersteigung, obwohl jahrzehntelang eine Stange als Vermessungszeichen auf Shilla stand! Ein Blick in die Himalaya-Literatur hätte genügt, sie wenigstens vor diesem Unsinn zu bewahren.

Dass alle 17 hinaufkamen, ist kein Wunder, denn von alpinen Schwierigkeiten kann man in diesem Falle überhaupt nicht reden. Der Westkamm z.B. ist denkbar sanft, nirgends steiler als 20°, wie schon P. F. Holmes feststellte. Ausser Shilla wurden noch bestiegen: Guan Nelda ( 6303 m),Kanikma ( 5964 m ) und ein Namenloser ( etwa 6100 m ). Aber welchen Wert haben diese Höhenzahlen neben dem « falschen Siebentausender » Shilla ( etwa 6100 m ), dieser hundertjährigen Legende ?!

Quellen: BW ( « Berge der Welt » ) 1954, S.220. HJ XX 1957,p.78-86. M. Kurz, « Chronique Himalayenne », p. 346/47. « Alpinismus » 2/67, S.34; 3/67, S.48.

18. Im Kinnaur-Distrikt, auf der Nordseite des Satlej, steht « Leo Pargial », richtiger Riwo Pargyul zu schreiben, ein stattlicher Berg von 6790 Meter, den der bekannte Tibetologe Marco Pallis und Dr. Charles Warren 1933 erstmals erstiegen haben. 1966 versuchte eine indische Gruppe unter S. Dubey eine Wiederholung, gelangte aber nur bis auf den Vorgipfel. D. Capoor, der an Lungenentzündung erkrankt war, sollte in das Spital von Simla gebracht werden, starb aber auf dem Transport.

Quellen: Marco Pallis: Peaks and Lamas. London 1939. « Alpinismus » 3/67, S.48.

Karakorum 19. Nachtrag zur Chronik 1964 und Chronik 1965: Eine Bilderreihe der Berliner Karakorum-Kundfahrt 1964 zeigt K6 ( 7281 m ), die Kulmination der Kondus-« Aiguilles ». Der kühne Turm links ist ein namenloser Gipfel von etwa 6400 Meter - nicht der Changi, wie Wolfgang Axt und G. O. Dyhrenfurth angenommen hatten. Changi ( etwa 6500 m ) liegt etwa 3 y2 Kilometer weiter südöstlich, wie eine neue Kartenskizze von Peter Lipp darstellt.

Quellen: « Alpinismus » 11/65, S.22-23, und 5/66, S.40/41. 7 Photos von D. Hilliges. « Die Alpen » IV/1966, S.281.

20. Nachtrag zur Chronik 1964 ( « Die Alpen » III/1965, S. 198 ): Wie wertvoll die photographische Ausbeute der Steierischen Karakorum-Expedition 1964 ist, zeigt sich immer deutlicher. Das in 17 Aufnahmen vorliegende, vollständige ( 360° ) Panorama vom Gipfel des Momhil Sar ( 7342 m ) ist geographisch ausserordentlich wichtig. In den Identifikationen, Zeichnungen und Beschriftungen von Eduard Sternbach steckt eine gewaltige Arbeit. Hoffentlich sehen wir es bald gedruckt! Auch die prächtigen Grossaufnahmen von Horst Schindlbacher sind ein Schatz. Als Probe diene Bild 92, eines unter vielen.

Hindukusch Der Name ist persisch: Hindukuh = Indisches Gebirge. Es zeigt ein gegenüber Karakorum und Pamir verändertes Streichen gegen SW und W, zwischen Indus und Amu Darja ( Oxus ). In dem stark vergletscherten Hauptkamm stehen 12 selbständige, z.T. mehrgipfelige Berge über 7000 Meter und etwa 10 unselbständige Siebentausender. Die seit 1950 international durchgeführte bergsteigerische Erschliessung war so intensiv, dass 1967 nur noch wenige wichtigere Gipfel unbetreten waren.

Wie ich schon wiederholt schrieb, gehört der Hindukusch eigentlich nicht mehr in eine Himalaya-Chronik. Überdies gibt es jetzt bereits in mehreren Nationen bergsteigerische und wissenschaftliche Spezialisten, die für eine genaue Hindukusch-Chronik zuständiger sind als ein alter Himalaya-und Karakorum-Chronist. Im Anhang zu meiner Chronik 1963 besprach ich noch - wenn auch Jiur in aller Kürze - zehn Hindukusch-Expeditionen. 1964 hatte ich acht Hindukusch-Nummern, 1965 dreiundzwanzig, und 1966 würden es nicht viel weniger sein. Aber ich möchte niemandem « Konkurrenz machen » und auch die Arbeiten der Hindukusch-Kenner nicht wiederholen. Ich ziehe mich also als Chronist aus dem Hindukusch zurück und gebe zum Schluss nur noch ein kleines Literaturverzeichnis für bergsteigerische Hindukusch-Anwärter, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit:

E. Trinkler: Afghanistan ( Petermanns Mitt. 1928 ). P. Kvernberg: Die Erstersteigung des Tirich Mir ( BW 1951, S.75-90 ). C. Rathjens: Der afghanische Hindukusch ( Jb. AV. 1955 ). Taternik 2-A ( Zakopane F. Maraini: Paropàmiso ( Bari 1963 ). A. Diemberger: Bergsteiger erschliessen den Hindukusch ( Jb.AV. D. Hasse: Hindukusch... ( ÖAZ 1341).Div. Autoren in ÖAZ1343,1344,1345,1348,1349,1350,1353 usw.G.Gru-ber ( mit Panorama des Hohen Hindukusch ), K. Diemberger, S. Rausch ( in Jb. AV. 1966 ). G. Gruber, M. Schmuck ( in BW 1964/65, S. 37-52 ).

Eine sorgfältige Zusammenstellung aller Hindukusch-Expeditionen 1966 verdanken wir Dr. Adolf Diemberger, Salzburg, in ÖAZ Folge 1353, Mai/Juni 1967 und AAJ 1967, p. 413-415, 417/418, 421/422. Die eigentliche Hindukusch-Zentrale ist die Österreichische Alpenzeitung in Wien geworden.

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