II. Jahresfest in Sitten

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Protokoll der Abgeordneten-Versammlung

des S.A.C.

im grossen Casinosaal in Sitten, Samstag den 22. August 1874, Nachmittags 4 Uhr.

Vorsitzender: Herr Professor Zäh ring e r, Central-

präsident.

Schriftführer: Herr Ingenieur G e 1 p k e, Centralsekretär.

Angemeldete und anwesende Mitglieder:

1. Sektion Sentis: Herr Dekan Heim tion Gais.

» Statthalter Meyer von Herisau*

2.Basel: » Hoffmann-Burckhardt.

* Zumbrunn-Hindermann.

3.Oberland: » Pfarrer Gerwer von Spiez.

» Oberförster Kern ( abwesend. )

4. » Rhätia: » Oberförster Seeli ( abwesend. )

» - Oberingenieur v. Salis ( abw. )

5. Sektion St. Gallen: Herr Fr. v. Tschudi.

» Theodor Scherer.

6. » Pilatus: Herr Jost Adolf Meyer von Luzern.

» Eduard Rötlielin ( abwesend. )

7. » Genf: » H. de Saussure.

» Golaz-Kaiser ( abwesend. )

8. » Monte Rosa: Herr Leo v. Roten.

» Advocat Ducrey.

9. » Aargau: Herr Apotheker Neuburger.

10. » Diablerets: Herr Professor Morf von Lau-*

sänne. » Ch. de la Harpe.

11. » Bern: Herr Alt-Reg.Statthalter G. Studer.

»^ Apotheker Lindt ( abwesend. )

12. » Tödi: » Freuler-Becker von Enneda.

13. » Uto: » Commandant Bürkli v. Zürich.

» Buchdrucker Schinz v. Zürich.

Die übrigen fünf Sektionen ( Appenzell, Alvier, Toggenburg, Moléson, Tessin ) hatten weder Abgeordnete gesandt noch angemeldet.

Vom italienischen Alpenclub waren anwesend die Herren M. Budden, E. Dedeauville und Fontana.

Nach Verlesung der nachträglich eingegangenen Motionen werden die Traktanden in der Reihenfolge des Circulars vom 17. Juli 1874 zur Verhandlung gebracht.

1. Die Vereinsrechnung pro 1873 wird nebst den Bemerkungen der Herren Revisoren Hoffmann-Burck-hardt und Iwan v. Tschudi verlesen. Dieselbe erzeigt an EinnahmenFr.

11,498. 90

Ausgaben.. .i... »'7,145. 05

SaldoFr. 4,353. 86

Dazu Vermögen Ende 1872 » 21,660.89

Vermögen auf Ende 1873 Fr. 26,014. 74 Die Rechnung wird genehmigt und verdankt.

2. Zu Rechnungsrevisoren pro 1874 werden gewählt: Herr Staatsrath Chauvet in Genf,

» Professor Morf in Lausanne und » Galoppin in Genf, als Suppléant.

3. Als Excursionsgebiet pro 1876 werden der Generalversammlung die Sektionen 400, 401, 404, 405 ( Linththal, Elm, Tödi, Laax ) des Blattes XIV der Dufourkarte vorgeschlagen.

4. Da sich keine Sektion für Uebernahme des nächstjährigen Festes gemeldet, so soll der Generalversammlung der Vorschlag gemacht werden, dem Centralcomite die'nöthigen Vollmachten zu ertheilen, um nächstes Jahr eine Vereins Versammlung abhalten zu können.

5.Bericht und Rechnung über das Jahrbuch Band VIII werden genehmigt. Ertrag für die Centralkasse Fr. 1079.

6. Der Bericht über das Gletscherbuch wird genehmigt. Der bisherige Credit von Fr. 500 wird auch für das Jahr 1875 bewilligt.

7. Ueber die Aufnahme des Rhonegletschers im Massstab 1: 5000 durch Herrn Ingenieur Gösset wird von Herrn Ingenieur Gelpke Bericht erstattet. Der vom Centralcomite an der Hand der Herisauer Be- Schlüsse ausgesetzte Credit wird für 1874 auf Fr. 6000 bestimmt und der Gletsehercoinmission gegenüber die bestimmte Erwartung ausgesprochen, dass sämmtliche Arbeiten des Herrn Ingenieur Gösset unbedingtes Eigenthum des S.A.C. bleiben, der auch allein alle Kosten trägt.

8.Das Vereinsarchiv wird mit der bestehenden Gletscherbibliothek vereinigt. Der Gehalt des Redaktors des Gletscherbuches soll mit Rücksicht auf die Besorgung des Vereinsarchivs angemessen erhöht werden.

9.In Betreff des Esclier-Denkmales erhalten die Sektionen Sentis und St. Gallen den Auftrag, der nächstjährigen Abgeordneten-Versammlung genau formulirte Anträge vorzulegen.

10. Für den Neudruck des ersten Jahrbuches haben sich circa 100 Subscribenten gemeldet. Das Centralcomité erhält den Auftrag, im Einverständniss mit der Verlagshandlung, weitere Subscribenten zu sammeln und der nächsten Abgeordneten-Versammlung Bericht zu erstatten. Gleichzeitig soll, auf den Wunsch der Sektion Genf, untersucht werden, ob ein Neudruck des dritten Bandes angezeigt sei.

Der Antrag der Sektion Genf, die Jahrbücher in 's Französische zu übersetzen, wird mit Rücksicht auf die finanzielle Einbusse, w7elche frühere Uebersetzungen veranlasst, wieder zurückgezogen.

11.Auf den Wunsch des Centralausschusses des deutschen und österreichischen Alpenvereins wird beschlossen: die Centralleitungen des D.E. A. V. und des S.A.C. tauschen alljährlich ihre Circulare, Jahr- bûcher etc. in einer solchen Anzahl von Exemplaren gegenseitig aus, dass einer jeden Sektion des einen und andern Vereins wenigstens ein Exemplar zukommen kann.

Das Centralcomite wird im Einverständniss mit der Verlagshandlung auf eine Vergrösserung der Auflage des Jahrbuches des S.A.C. Bedacht nehmen.

12. Herr v. Scriba, Mitglied der Sektion Genf, stellt den Antrag: es möchten die Mitglieder des S.A.C. zum Zwecke der Landesverteidigung militärische Kecognoscirungen vornehmen, welche sodann dem eidgen. Stabsbureau mitzutheilen wären.

Der Antrag wird von keiner Seite unterstützt und kommt deshalb nicht zur Berathung.

13. Die Motion der Sektion Oberland in Betreff der Herabsetzung des Jahresbeitrages, sowie die Motion der Sektion Bern in Betreff Förderung wissenschaftlicher Unternehmungen im Excursionsgebiet sind durch die Herisauer Beschlüsse erledigt und gelangen daher nicht zur Berathung. ( Art. 17 der Statuten. )

14. Die Sektionen sollen ersucht werden, ihre Abgeordneten für nächstes Jahr zur Berathung folgender Motion des Herrn Fr. v. Tschudi mit Instruktionen zu versehen: « Das Jahrbuch soll nur alle zwei Jahre erscheinen, das Vereinsfest ist nur alle zwei Jahre zu feiern, im Excursionsgebiet ist zwei Jahre zu verweilen, die Amtsdauer der Vereinsbeamteten ( Centralcomite, Redaktor des Jahrbuches, Redaktor des Gletscherbuches, Archivar ) ist auf vier Jahre auszudehnen. »

15. Auf den Antrag des Herrn Pfarrer Gerwer von Spiez soll der Generalversammlung der Vorschlag gemacht werden:

« dem Altmeister der schweizerischen Geologie, Herrn Professor Bernhard Studer in Bern, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, telegraphisch die Glückwünsche des S.A.C. darzubringen. » Der Antrag wird einstimmig durch Aufstehen angenommen.

16. Folgende Wünsche der Sektion Genf werden dem Centralcomite überwiesen:

aj Die Diplomkarten für die neu aufgenommenen Mitglieder sind rascher zu versenden.

bj Die Korrekturbogen der Mitglieder-Verzeichnisse sind den Sektionskassieren zuzusenden.

cj Die Circulare des Centralcomite^ sind in 's Französische zu übersetzen.f*:

dj Es ist eine Uebersicht des Inhaltes der sämmtlichen Bände des Jahrbuches anzufertigen.

17. Wegen vorgerückter Zeit wird das Protokoll nicht mehr verlesen.

Der Präsident des Centralcomité's: Zähringer.

Der Aktuar: O. Gelpke, Berg-Ingenieur.

PROTOCOLE

DE LA

ONZIÈME ASSEMBLÉE GÉNÉRALE

DU

O. ^L. S.

le 23 Août 1874

A L' HOTEL DE VILLE A SION SOUS LA PRÉSIDENCE DE

M. ANT. DE TORRENTÉ,

Inspecteur forestier cantonal.

Le président, après avoir souhaité la bienvenue aux membres des Clubs-Alpins qui ont bien voulu répondre à l' invitation de la section Monte-Rosa, ouvre la séance par un discours historique et topographique sur le Valais, de l' époque glaciaire jusqu' à nos jours. 1. Rapport du Comité central. M. le prof. Zœhringer, président du Comité central, le soumet à l' Assemblée au nom du Comité. Rien de saillant ne s' est passé dans le sein de la société qui, malgré la perte regrettable de plusieurs de ses membres, se trouve toujours dans un état florissant; sa fortune s' élève, fin 1873 à fit*. 26,0 U. 74.

Parmi les travaux, dont elle s' occupe, le président cite ceux ayant trait à l' observation des glaciers, travaux pour lesquels la réunion des délégués vient de voter un subside de fr. 6000.

M. le président central en regrettant que tous les Clubs étrangers ne se soient pas fait représenter à la fête, adresse des remerciements aux délégués du Club-Alpin-Italien ici présents.

2. Champ d''excursion pour i816. L' assemblée des délégués propose, comme champ d' excursion, le Canton de Glaris; cette proposition est adoptée.

3. Aucune section ne s' étant jusqu' à présent annoncée pour la prochaine fête, il est donné au Comité central pleins pouvoirs de s' aboucher à cet effet avec quelques sections de récente formation.

M- le docteur Dufour, tout en appuyant la motion faite, désirerait que la prochaine fête ait lieu, non pas nécessairement dans un Chef-lieu de canton ou dans une ville, mais bien plutôt sur une montagne ou sur une sommité quelconque.

M. Béraneck prie instamment le Comité central de faire tout son possible pour que la fête soit tenue l' année prochaine.

Cette proposition est adoptée.

4. M. le prof. Wolf donne lecture d' un travail biographique sur quelques naturalistes valaisans.

5. Le président Zsehringer annonce à l' Assemblée qu'un de nos doyens, M. le professeur Studer à Berne atteint aujourd'hui sa 80 me année; il propose de lui envoyer un télégramme lui présentant les félicitations cordiales des Clubistes réunis en assemblée générale à Sion;

cette motion est appuyée à l' unanimité.

6. M. le doyen Heim recommande au Comité central d' envoyer chaque année des délégués aux réunions générales des Clubs alpins étrangers.

7.Le protocole de la présente assemblée est lu et approuvé.

Le Président de la fête: Ant. de Torrenté.

Le secrétaire: Jules Ducrey, avocat.

Der Clubfest-Styl, von welchem wir in unserm vorjährigen Berichte gesprochen, hat sich auch in Sitten auf seiner bisherigen Höhe erhalten. Der grosse Kanton Wallis mit seinen kühnen Bergriesen, mitten im Herzen der. grossartigen Alpenwelt, konnte nicht hinter dem Appenzellerländchen mit seinen wellenförmigen Anhöhen, an der Grenze der Voralpen, zurückbleiben. Statt den Clubisten eine Alpfahrt zu zeigen, wurden dieselben veranlasst, selbst eine Alpfahrt vorzunehmen. Mit dem Lenker des Sonnenwagens,, dem Bändiger der Winde und dem Führer des Regenfasses scheinen die Walliser auf dem vertrautesten Fusse zu stehen; sie hatten sich die ausschliessliche Mitwirkung des ersten auserbeten, und er entsprach ihren Wünschen vollkommen, während sich die beiden andern auf Reisen begaben. Durch diese Gunst der Witterung konnte nicht nur das einmal eingebürgerte « Diner rustique » im herrlichen Lärchenpark der Mayens de Sion mit bestem Erfolg und unter lebhaftester Anerkennung des berühmten Walliser Eigengewächses in Scene gesetzt werden, sondern es konnte dem Fest-Styl noch eine Erweiterung durch Einführung eines Bivouacs gegeben werden, und endlich erlaubte das freundliche Erscheinen der Damenwelt, die schon beim Bankett in Sitten die Gallerie des Theaters geschmückt, einen « Bal champêtre » einzufügen.

Aber alles das: Alpfahrt mit grossartiger Gebirgsansicht, Bal champêtre. Bivouac, Diner rustique genügte dem gastfreundlichen Sinne der wackern Walliser noch nicht, sie schenkten dem S.A.C. zur Erinnerung an seine Anwesenheit auf den freundlichen Mayens de Sion einen erratischen Granitblock, den der bisherige Eigenthümer desselben, Herr Flavien de Torrenté, durch notaria-lischen Akt dem S.A.C. als Eigenthum übergab. So schieden die Clubisten von ihren Freunden in Sitten, hoch erfreut über die herzliche Aufnahme und über die freundliche Theilnahme der Damenwelt, trefflich bewirthet und reich beschenkt.

Aus den vorstehenden Protokollen ist ersichtlich, dass sich keine Sektion für Uebernahme des Festes 1875 gemeldet, und wenn auch einzelne Sektionen. sich im Stillen auf das Unvermeidliche gefasst machten, so musste sie der in Sitten entfaltete Glanz wieder etwas abschrecken. Wer steht in solchem Bunde mit den Mächten der Witterung, wer hat einen Lärchenpark und eine Crête de Thyon in unmittelbarer ISTähe, wer verfügt über solches Eigengewächs, wo sind die Damen, so leichtfüssig, dass ihnen die Ersteigung eines Berges nicht mehr Mühe macht als das Tanzen eines Walzers? Die Antwort darauf im nächsten Bericht.

Nach dieser allgemeinen Einleitung charakterisiren wir noch kurz die einzelnen Momente des schönen Festes von 1874,

Die Lage des Festortes liess erwarten, dass die Mehr- zahl der theilnelmienden Clubisten den romanischen Sektionen angehören werde, unter welchen namentlich Genf und Diablerets in letzter Zeit stark an Mitgliederzahl gewonnen haben.

Wirklich erschien auch am Samstag Nachmittag eine starke Colonne, Musik an der Spitze, welche mit hellen Jauchzern Casino, Rathhaus und Quartierbüreau erstürmte; es waren die fröhlichen Genfer und Waadtländer. Die Verhandlungen der Abgeordnetenversammlung nahmen ihren gewöhnlichen Verlauf und die Resultate derselben sind dem vorstehenden Protokoll zu entnehmen.

Die einbrechende Nacht versammelte alle Clubisten und einen grossen Theil der gastfreundlichen Bewohner von Sitten auf Valeria. Auf den Mayens de Sion brannten zahlreiche Freudenfeuer und zwischen Valeria und Tourbillon wurde ein Raketen-Bombardement auf-, geführt, welches mit einem allgemeinen Brande auf Tourbillon endete. Erst spät wurde die Ruhe aufgesucht, aber nicht jeder konnte sie sofort finden, denn es wurden dem Festpräsidenten und einigen andern Clubisten noch Ständchen gebracht.

Am Sonntag wurde die Zeit bis zur Generalversammlung auf Besichtigung der Merkwürdigkeiten von Sitten verwendet, unter denen wir besonders das Atelier des Künstlers Rytz und den erratischen Block Venetz hervorheben. Die Generalversammlung beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Kanton Wallis und gesprochen wurde in den beiden Landessprachen desselben: Herr Festpräsident A. de Torrenté schilderte seinen Heimatkanton, den er schon in so verschiedenen Richtungen durchwandert, und Herr Prof. Wolff lieferte die Lebens- £:?-;.:;i"'"V.:* /.^ ' ' .:: ': ':

ry ::

bilder von vier hervorragenden Wallisern, Venetz, Rionr Murith, Berchtold. Das Centralcomite erhält die nöthige Vollmacht, um nächstes Jahr eine Vereinsversammlung^ zu veranstalten.

Am Bankett im Theater herrschte das fröhlichste Leben und der erratische Block — die Rednerbühne war durch die Meisterhand von Rytz in einen erratischen Block verwandelt — vermochte seine Besteiger kaum zu tragen. Vaterland, Alpenclub, Sektion Monterosa, Kanton Wallis, Walliservolk, wurden in deutscher und französischer Sprache gefeiert. Bei dem fortwährend sprudelnden Quell des Festweins und bei dem nimmer rastenden Strom der Rede wäre leicht der richtige Zeitpunkt zum Antritt der Alpfahrt versäumt worden, wenn nicht die Stimme des sorglichen Festpräsidenten zum Einhalten des Programms gemahnt hätte. Und es war Zeit, die engen Räume der Feststadt an die weiten Reviere der Alpenwelt zu vertauschen. Die Beschlüsse sind gefasst, die Reden sind gehalten, der Dank an die gastliche Feststadt ist abgestattet, also höher hinauf zum zweiten Theil des Festes!

Noch ehe die Mayens de Sion, der Zielpunkt der Wanderung, erreicht waren, wurde den Clubisten im Dorfe Vex eine angenehme Ueberraschung bereitet. In einem Baumgarten hatte diese wackere Gemeinde alle Vorbereitungen getroffen, um die schweisstriefenden Bergsteiger mit einem Labetrunk und mit einer Begrüssungsrede zu empfangen. Dank und Anerkennung der Gemeinde Vex!

Die ersehnten Mayens de Sion wurden noch zu guter Tageszeit erreicht, um deren reiche Dekoration, comfortable Einrichtung, aussichtsreiche Lage und wundervolle " Waldumgebung zu bewundern.

In dem herrlichen Lärchenpark lagen die zur Verwendung kommenden Käume in folgender Ordnung von Ost nach West: Kapelle, Tanzplatz, Essplatz, Zeltlager. Vorsorglich wurden die Quartiere angewiesen, so weit möglich in den Wohngebäuden der Mayens, dann auch in deren Oekonomiegebäuden und endlich in den Zelten des Lagers; kein Clubist blieb in der kühlen Nacht ohne schützendes Obdach.

Eine mondhelle Nacht lag über dem glänzend erleuchteten Lärchenpark, als ein kleiner Festzug, Musik an der Spitze, sich nach dem erratischen Blocke hin bewegte, den Herr Flavien de Torrenté dem Alpenclub zum Geschenke übergeben liess. Rings von Lampen und Fackeln umgeben, strahlt an seiner Spitze die Initiale S.A.C. in blendendem Lichte den Ankommenden entgegen. Der Festpräsident verlas die Schenkungsurkunde und übergab den Block dem Schweiz. Alpenclub, der dadurch unter die Zahl der « Grundbesitzer » im Wallis tritt. Die Urkunde lautet:

L' an mil huit cent soixante-quatorze, le vingt deux août, au Casino de la ville de Sion, devant moi, Ferdinand de Monthéys, notaire public, résidant en cette ville, et devant les témoins au bas nommés,

a comparu Monsieur Flavien de Torrenté, fils d' An, propriétaire, domicilié à Sion, lequel, voulant témoigner tout l' intérêt qu' il porte à la Société du Club alpin suisse, réunie à Sion pour sa fête fédérale annuelle, cède et donne en toute propriété à la dite Société, représentée par son président central, M. Zähringer, de Lucerne, ici présent et acceptant cette donation avec reconnaissance, savoir:

Un bloc erratique, situé dans sa propriété, aux Mayens de Sion, territoire de la commune de Yex, au-dessus de la promenade conduisant du Mayen du donateur à la Chapelle voisine.

Ainsi fait et passé à Sion, l' an et jour que dessus et lu aux parties en présence de MM. François Rœssli, avocat et Ernest de Werra, capitaine, domiciliés à Sion, témoins qui ont signé la minute avec les parties et moi notaire.

Flavîen de Torrenté. Rœssli, avocat. E. de Werra.

Au nom du Club alpin suisse: Le président du Comité central,

Zähringer.

F. de Monthéys, notaire.

Nach dem Festpräsidenten bestieg der Centralpräsident den strahlenden Block, nahm unter lebhafter Verdankung das werthvolle Geschenk zu Händen des S.A.C. an und übergab dasselbe der treuen Obhut der Sektion Monterosa und des gesammten Walliser-volkes.

Der Festzug trat jubelnd den Rückweg nach dem Centrum des Parkes an, in welchem zunächst ein Souper rustique eingenommen und sodann ein Bal champêtre abgehalten werden sollte. Zu welcher Stunde der letzte Zecher und das letzte wirbelnde Paar den Festplatz verliess, steht in keiner Chronik aufgezeichnet, aber am Montag Morgens 5 Uhr war die ganze Gesellschaft marschbereit, um, geleitet von einer freundlichen Morgensonne, die Crête de Thyon ( 2205 M. ) zu besteigen.

Ein herrlicher Einblick in die hehre Gebirgswelt der Kantone Wallis, Waadt und Bern belohnte die Bergsteiger, besonders fesselte die kühne Gestalt der Dent blanche, die aus einem blendenden Firnmantel hervorblickte, die Augen aller Beschauer. Hocherfreut über die gelungene Bergfahrt und dankbar für die einfache Bewirthung auf der Alp de Thyon kehrte die Gesellschaft nach den Mayens zurück, um daselbst den letzten Akt des reichen Festlebens, das Diner rustique, in Scene zu setzen. Noch einmal trat das Eigengewächs in seiner gewinnenden Mannigfaltigkeit auf, noch einmal öffnete sich der Strom der Rede in allen schweizerischen Zungen und noch einmal brausten die Wogen des Festjubels durch den gastlichen Lärchenpark — bis die Stunde der Trennung schlug. Die einen wanderten zurück nach Sitten, um von dort aus die Heimat zu gewinnen, andere besuchten das Nandazthal, noch andere das Eringerthal, alle aber schieden hocherfreut über die im Wallis genossene Freundschaft und über das vollkommen gelungene Fest. Die Sektion Monterosa hat sich um den Schweiz. Alpenclub wohl verdient gemacht, den Herren und. Damen derselben ein kräftiges Hoch!

42

Feedback