Ist das Ökoschizophrenie?

Zum Artikel Plastikhülle: Wir bleiben dran!, «Die Alpen» 10/2018

Schön, dass in der Zeitschrift «Die Alpen» über die Umweltproblematik der Plastikhülle debattiert wird. Erfreulich, dass sich Menschen in den Bergen Gedanken zu weggeworfenen Taschentüchern ­machen. In Ordnung, dass im beigelegten SAC-Ausbildungsprogramm für die ­Stiftung myclimate geworben wird. Und vorbildlich, dass man beim Tourentipp erfährt, wie viel C02 man mit dem Auto von Lausanne bis St-Cergue produziert. Aber in der Plastikhülle fanden sich auch die Beilage «Wander- und Trekking­reisen 2019» mit Destinationen wie Nordamerika, Atlantikinseln, Türkei, Kilimandscharo, Mittel- und Südamerika, Nepal, Mongolei, Ladakh und Bhutan. Dazu kommen die Inserate im SAC-Heft «Die Alpen», die uns an den Polarkreis, in den Iran, nach Kirgistan und Alaska, zum Annapurna, nach Marokko und nach Lappland locken wollen. Und sogar ein Wettbewerb hat den Weg ins Heft gefunden und bietet uns eine Traumreise in den Himalaya an.

Ich weiss, die Redaktion des Hefts ist das eine, Inserate sind das andere. Aber das Publikum ist doch wohl dasselbe. Also stimmt hier einfach etwas überhaupt nicht, was das Umweltbewusstsein betrifft. Könnte man das Phänomen Ökoschizophrenie nennen? Ich nehme einmal an, mit einem einzigen eingesparten Langstreckenflug (Kathmandu hin und zurück) könnte man «Die Alpen» dafür doppelt oder dreifach in Plastik verpacken.