Kangchendzönga

VON CHARLES EVANS

Ebensosehr wie der Everest, ist der Kangchendzönga für den schweizerischen Alpinismus von Interesse, ist es doch ein Schweizer, Dr. J.Jacod-Guillarmod, welcher 1905 die erste Expedition zu diesem Berg organisierte. Sie ging tragisch aus; Lieutenant Alexis Pache aus Morges hat sein Grab auf der Moräne des Yalung-Gletschers gefunden.

Der Redaktor des « American Alpine Journal » und der Verfasser, Mr. Ch. Evans, haben uns in liebenswürdiger Weise ermächtigt, den objektiven Bericht über die zweimalige Besteigung des Berges, welche die britische Expedition letztes Jahr durchgeführt hat, zu übersetzen und zu veröffentlichen. Wir sprechen ihnen unsern Dank aus, wie auch der Royal Geographical Society und der Indian Airforce, die uns erlaubt haben, die Photos, die diesen Bericht illustrieren, zu verwenden.

Es gibt wenige hohe Gipfel im Himalaya, deren Besteigung schon beim ersten Versuch und ohne viel vorausgegangene Erkundungsarbeit gelungen ist. Der Kangchendzönga ( englische Schreibweise Kangchenjunga ) macht keine Ausnahme von dieser Regel. Schon 1899 hat Freshfield, der als erster Europäer eine Expedition zu diesem Berg unternahm, die Route, die wir wählten, als mögliche Aufstiegslinie empfohlen.

Der Gipfel des Massivs bildet das Zentrum und die höchste Erhebung eines grossen Kreuzes, das sich von der Hauptkette des Himalayas nach Süden erstreckt Seine vier Grate sind nach Norden, Süden, Osten und Westen orientiert. Jeder weist eine Reihe von hohen Gipfeln auf. Zwischen den Graten dehnen sich die vier Bergflanken aus: die nordöstliche schaut nach dem Zemu-Gletscher, die nordwestliche nach dem Kangchendzönga-Gletscher, die südöstliche nach dem Talung-Gletscher und die Südostflanke nach dem Yalung-Gletscher. Die Münchener Expedition Paul Bauer in den Jahren 1929 und 1931 startete von einem Vorsprung der Zemu-Flanke aus. Beim letzten Versuch drang sie bis zu einer Höhe von 7620 m vor, wurde aber durch heftigen Sturm zu einem tragischen Rückzug gezwungen. 1930 unternahm Dyhrenfurth einen Versuch an der Nordwestflanke, in dessen Verlauf der Sherpa Chettau von einer Eislawine, die über den unteren Teil der Aufstiegsroute hinwegfegte, fortgerissen wurde. Die Talung-Flanke ist noch unberührt, und ihre Besteigung scheint beim heutigen Stand der alpinen Technik nicht möglich.

Wir haben für unser Unternehmen die Yalung-Flanke gewählt, welche 1905 der Schauplatz des ersten Versuches am « Kantch » ( familiärer Name für Kangchendzönga ) war. Der Schweizer Alexis Pache und drei Träger fanden damals in einer Schneelawine den Tod. Das Grab von Pache befindet sich am Fusse dieser Wand. Das Yalungtal wurde dann aufgegeben, bis John Kempe und Gilmour Lewis 1953 von diesem Tal her den Kabru bestiegen, dabei die Yalung-Flanke studierten und zur Überzeugung gelangten, dass es von hier aus doch einen möglichen Aufstiegsweg zum Kantch gebe. Sie kehrten im folgenden Jahr mit einer grösseren Partie wieder, um eine genauere Erkundung durchzuführen. Gestützt auf ihren Bericht gründete der Alpine Club das Kangchenjunga-Comité ( Präsident ist Sir John Hunt ), mit dem Ziel, eine weitere Expedition nach diesem Berg zu organisieren. Die Royal Geographical Society wurde eingeladen, am Unternehmen mitzuarbeiten, und der Herzog von Edinburgh war freundlicherweise bereit, das Patronat zu übernehmen.

Die Yalung-Flanke ist 3000 m hoch. Ihr Wahrzeichen und Hauptteil ist der Great Shelf ( Grande Banquette ), ein Hängegletscher von nahezu 1,6 km Länge und 400 m Breite, nord-süd-geneigt. Der untere Rand des Gletschers liegt auf 7160 m, der obere auf 7770 m. Über dieser Gletscherterrasse erhebt sich ein steiles Gesims, der Gangway ( Corridor ), gegen den Westgrat. Links ist er vom vorspringenden Rande eines halbrunden Felskessels gesäumt, der sogenannten Sickle ( Sichel/Faucille ). Die zwei südlichen Drittel des unteren Gletscherrandes liegen auf einer Felswand, welche 1500 m ins Tal hinunterfällt. Aus dem nördlichen Drittel ( links ) fliesst eine Gletscherzunge, bei der man zwei Teile unterscheidet: den oberen Teil, zwischen 7160 und 6180 m, und den unteren Teil, von 6180 m bis in den Talgrund, auf ungefähr 5330 m, reichend. Dieser untere Eisabsturz ist von zwei Felsrippen ( Buttress, Contrefort ) flankiert, östlich von Kempe's Buttress, 5940 m hoch, und westlich ( links ) vom Western-Buttress, dessen Gipfel, 6250 m, von uns The Hump ( Bosse ) getauft wurde.

Das Studium von Kempe's Bericht gab mir die Überzeugung, dass der Kempe's Buttress ( Contrefort Kempe ) die einzige Möglichkeit biete, den unteren Teil dieser gewaltigen Wand zu überwinden, und unser erstes Ziel war daher, von da aus einen Durchgang zum Plateau zwischen den zwei Gletschern zu erzwingen. Über dem Plateau hofften wir auf keine beträchtlichen Schwierigkeiten zu stossen, bis fast auf die Höhe der obern Séracs, und nachher wäre der Weg frei bis über die Grande Banquette.

Wir waren elf Kletterer und lernten uns kennen, bevor wir England verliessen. Nach Alter, Statur und Bergerfahrung waren wir verschieden; die einen waren ausgezeichnete Felskletterer, die andern Eisspezialisten; es waren Lange und Kurze, Schlanke und « Schwergewichtler » darunter, wenigstens bei der Abreise. In der gegenwärtigen Phase der Himalaya-Erschliessung ist nicht in erster Linie das technische Können ausschlaggebend. Vielmehr hielt ich mir schon bei der Wahl der Expeditionsteilnehmer vor Augen, dass wir gezwungen sein würden, während Monaten eng miteinander zu leben, in den Zelten zusammengedrängt, dass wir zusammen Stunden und Tage der Mühsal zu ertragen hätten, oft müde, zuweilen auch krank. Meistens würden wir mit den immer gleichen Arbeiten beschäftigt sein, wie es sich bei jeder Himalaya-Expedition ergibt: Routen unterhalten und verbessern und die Träger begleiten. Wenn uns das Glück zufiel, würden vielleicht zwei von uns den Gipfel erreichen. Bei solchen Bedingungen muss das Ideal einer Equipe die engverbundene Kameradschaft sein.

In Darjeeling trafen wir unsere Sherpas. 26 waren bestimmt, uns auf den Berg zu begleiten und ebenso viele sollten uns als Träger bis zum Basislager dienen. Ausser den Sherpas hatten wir 300 Kuli für die Transporte bis zum Yalungtal, zehn Tagesmärsche von Darjeeling aus. Fast alle unsere Sherpas kamen aus Dörfern in Sola Khombu am Fusse des Everest. Sie waren von Dawa Tensing ausgewählt worden, welcher ihr Sirdar, ihr Chef sein würde. Dawa Tensing war klug, zuverlässig und ein erfahrener Bergsteiger mit aussergewöhnlicher Fähigkeit, in grossen Höhen rasch vorwärtszukommen. Im Jahre 1953 war er zweimal ohne Sauerstoff mit Lasten zum Südsattel aufgestiegen. Er irrte sich selten in der Wahl seiner Leute, und diejenigen unter uns, die schon einmal in Sola Khombu gewesen waren - Band, Jackson, Hardie, Mackinnen und ich -entdeckten manchen alten, treuen Freund unter den grinsenden, rauh erscheinenden Gesichtern, die uns empfingen. Mit diesen Menschen das Leben auf dem Berg zu teilen, musste eines der grossen Erlebnisse der Expedition sein.

Am 18. April begann die ernste Arbeit an der Yalung-Flanke. Aber unsere ersten Rekognoszierungen führten zu einer Enttäuschung: unmöglich, vom Felsen des Contreforts Kempe einen sicheren Weg bis zum Plateau zu finden! Nach drei Tagen Arbeit von Hardie und Band erreichten wir in den unteren Séracs eine Höhe von ungefähr 6000 m; aber bei der Neigung und Unstabilität 3 Die Alpen - 1957 - Les Alpes33 der Eismassen war die Route zu exponiert, und wenn wir auch das Risiko für uns selbst hätten übernehmen wollen, so hatten wir jedenfalls nicht das Recht, demselben die Sherpas auszusetzen, welche während Wochen täglich die Route benützen müssten.

Glücklicherweise zeigte sich aber eine andere Lösung. Vom unteren Eisabsturz nach Westen spähend entdeckten wir ein schräges Schneecouloir, welches die höchste Erhebung des westlichen Felsvorsprungs ( Contrefort ouest ) mit dem Plateau zu verbinden schien. Wenn es uns gelang » von Westen her die Höhe dieses « Contreforts », das heisst die « Bosse », zu erreichen, wäre es uns möglich, unter Vermeidung der Séracs zum Plateau zu gelangen. Wir verlegten also unser Basislager vom Fuss des Kempe-Vorsprungs an den Fuss des Westhangs der « Bosse », wo das Grab Paches liegt. Und in der Tat erwies sich die Aufstiegsroute von da aus als gut Das Lager I wurde auf halbem Weg zur « Bosse » errichtet, die « Bosse » wurde überquert, und am 28. errichteten wir Lager II auf dem Plateau über dem unteren Eisabsturz.

Unser Vorgehen bestand darin, eine Kette von Lagern aufzustellen. Dies war uns möglich, weil uns genügend Sherpas zur Verfügung standen, die sich auf diesen steilen Eis- und Schneewänden sicher bewegten. Vom jeweils obersten Lager aus konnte immer eine Gruppe das darüberliegende unbekannte Gebiet rekognoszieren und die Route markieren, während die Verproviantierung der unteren Lager vor sich ging. Die Nachschublinie vom Basislager aus wurde während der ganzen Zeit unseres Aufenthaltes am Berg offen gehalten. Die täglichen Konvoys ergänzten laufend die Route und besserten sie aus. Zum Beispiel: Nachdem Hardie und Band die « Bosse » traversiert und das Plateau erreicht hatten, kehrten sie zurück, um uns zu benachrichtigen, dass die Überquerung möglich sei Am folgenden Tag machten sie den Weg mit Joe Brown und mir und vier Sherpas nochmals, und wir installierten Lager II mit einem vorläufigen Vorratsdepot Brown und ich blieben dort um den Standort für Lager III zu rekognoszieren, während der Rest der Gruppe mit den Sherpas die Bosse hin- und hertraversierte, um die Vorräte von Lager II zu vervollständigen. In einigen Tagen hatten wir eine Route zu Lager HI gefunden, und nun wurde dieses eingerichtet und mit dem Nötigsten versehen. Von da stiessen Hardie und ich mit der Erkundung zur « Grande Banquette » vor ( Lager IV ) und höher hinauf bis zu Lagerplatz V, während eine Equipe die Transporte von Lager II zu Lager III besorgte und das Gros, das noch im Basislager stationiert war, die Transporte über die Bosse weiterführte. Während der drei Wochen, die wir am Berg weilten, verging kaum ein Tag, ohne dass eine oder zwei Trägerseil-schaften den Weg über die Bosse machten. Die tägliche Arbeit auf dieser Wegstrecke bestand vor allem darin, nach jedem Schneefall die Spur zu erneuern und die durch die Begehung und den Einfluss des warmen Wetters verwischten Stufen neu zu schlagen sowie unsicher gewordene Schnee- und Eisbrücken durch Leitern zu ersetzen.

Am 13. Mai war die Route bis zum obern Rand der Grande Banquette, 7700 in, rekognosziert, wo wir beabsichtigten, Lager V zu errichten. Von nun an konnten wir die Endbesteigung vorbereiten. Jackson und Mackinnon mussten zuerst mit elf Sherpas Lager V verproviantieren, und am Tag darauf würde die erste Gipfelseilschaft bestehend aus G. Band und Joe Braun, begleitet von N. Mather und mir, sowie Tensing mit drei andern Sherpas, folgen. Wir würden Lager VI so hoch als möglich, auf ca. 8230 m, anlegen. Band und Brown sollten dort die Nacht verbringen und am Tag darauf versuchen, zum obersten Grat aufzusteigen. Einen oder zwei Tage später würde die zweite Gipfelseilschaft folgen, N. Hardie und T. Streather mit zwei Sherpas, sei es, um die Besteigung zu wiederholen, wenn die erste Seilschaft erfolgreich sein sollte, oder, im andern Fall, unter Auswertung der Erfahrung der ersten Gruppe einen neuen Versuch zu machen. Während die beiden Seilschaften ihre letzte Besteigung ausführten, würden Dawa Tensing und ich im Kangchendzönga Lager V bleiben, einerseits als Rückhalt für die Kletterer und anderseits als Verbindung mit den, unteren Lagern.

Als der Augenblick gekommen war, wurde dieser Plan mit wenig Änderungen durchgeführt. Wegen Erkrankung eines Sherpas konnten nur zehn statt elf die Lasten zum Lager V befördern, und Jackson und Mackinnon trugen an diesem Tag selbst jeder 20 kg. Jackson war schneeblind, und der Anstieg zur « Grande Banquette » war wegen Neuschnees sehr mühsam. Sie stiessen aber trotz allem bis zum Lager V vor, und am selben Abend trafen wir alle wieder im Lager IV zusammen, sie im Abstieg und wir im Aufstieg. Das war am 19. Mai.

In den beiden nächsten Tagen waren wir vom Sturm blockiert. Am 22. konnten wir zum Lager V aufsteigen und mussten feststellen, dass ein Teil der Vorräte von einem Neuschneerutsch zerstreut worden war. Fast alles konnten wir wieder auffinden, nur der Sauerstoff genügte für die Endbesteigung nicht mehr. Als Hardie und Streather zwei Tage später heraufkamen, mussten sie ihre eigenen Sauerstofflaschen mitbringen. Am 24. Mai wurde Lager VI nahe am obern Rand des « Corridors », auf 8200 m, errichtet, auf einem schmalen, in den Hang von 45° Neigung gegrabenen Platz. Der äussere Zeltrand ragte 15 cm über den Hang hinaus. Band und Brown richteten sich darin für eine unbequeme Nacht ein. Das Los entschied, wer die äussere Schlafstelle belegen musste. Um sich gegen ein Abgleiten mit dem Zelt zu sichern, befestigten sie das Seil, das sie verband, durch die Zeltöffnung an einer nahen Felszacke.

Am Morgen brachen sie kurz nach 8 Uhr auf. Sie folgten einer Route, die vom Basislager aus mit dem Feldstecher schätzungsweise gewählt worden war. Zuerst stiegen sie den Corridor senkrecht hinauf in Richtung des Sattels zwischen Haupt-(Ost)gipfel und Westgipfel, dann, nach etwa hundert Metern, traversierten sie schräg nach rechts in die Südwestflanke, teilweise über Fels kletternd, meistens aber über Schnee und Eis. Der Schnee war, wie gewöhnlich auf den Südhängen in dieser Region des Himalayas, von günstiger Beschaffenheit: fest aber nicht zu hart. Als sie oberhalb einer Gruppe von vorspringenden Felszacken den Westgrat erreichten, etwa hundert Meter vom Gipfel entfernt, war es schon 2 Uhr nachmittags. Unter ihnen stürzte der Nordwesthang zum Kangchendzönga-Gletscher ab. Der vorgerückten Stunde wegen gönnten sie sich nur einen kurzen Halt, den ersten dieses Tages, bevor sie sich weiterarbeiteten. In etwas weniger als einer Stunde gelangten sie an den Fuss eines Felsturmes, dem höchsten Vorsprung des Grates. Sie umgingen ihn über die Südflanke und gewannen durch einen schwierigen, aufrechten Riss wieder den Grat. Der Gipfel war nur noch wenige Schritte von ihnen entfernt.

Vor ihnen führte ein ungefährlicher Schneegrat zum höchsten Punkt. Gegen Norden, tausend Meter tiefer, konnten sie die Spitze des NE-Ausläufers, der von der Expedition Bauer erreicht worden war, erkennen. Im Westen, über dem zweiten Gipfel des Kantch, erblickten sie den Makalu, den Lhotse und, in 130 km Entfernung, den Everest. Mit Rücksicht auf das Versprechen, das sie den Behörden von Sikkim gegeben hatten, den Gipfel des heiligen Berges nicht zu betreten, gingen sie nicht weiter. Sie hatten bewiesen, dass der Gipfel erstiegen werden kann.

Am nächsten Tag folgten Hardie und Streather den Spuren, mit wenigen Varianten. Sie fanden, dass der Felsriss vermieden werden kann, indem man etwas südlicher durch ein Schneecouloir aufsteigt. So brauchten sie die Steigeisen nicht abzulegen, wie es die erste Seilschaft tun musste.

Die durchgeführte Aufstiegsroute war fesselnd: kompliziert, in einer Umgebung von phantastischer Schönheit und Grosse, hatte sie uns ein Problem ums andere gestellt. Sie führte zwischen Eiswänden sicher vorwärts; Gefahren lauerten bald links, bald rechts, aber selten bedrohten sie die Route direkt. Diese hat sich - gemessen am Ruf des Kangchendzönga - sogar als erstaunlich sicher erwiesen.

Zweimal noch haben wir unsern « nicht entheiligten Gipfel » von Darjeeling aus gesehen. Unermesslich gross, glänzend, schön, hatte er uns von ferne gerufen. Nun hat er uns freigegeben, nachdem er uns die Geheimnisse seiner « grossen Schnee-Schatzkammer » geöffnet und einen Blick in seine Täler erlaubte, in dieses Geheimnisvolle, das für uns Symbol des Entrückten, Jen-seitigen bleibt.

Der Redaktor des « American Alpine Journal », F. P. Farquhar, hat diesem Bericht einen Kommentar beigefügt, dessen Einleitung wir wiedergeben:

Die Besteigung des Kangchendzönga durch eine Expedition unter Führung von Ch. Evans verdient mehr Beachtung, als sie dem Anschein nach erfahren hat. Von mehr als einem Gesichtspunkt aus betrachtet ist sie sogar eine grössere alpine Tat als die Besteigung des Everest. Wenn er auch nicht wie dieser der höchste Gipfel der Erde ist, so gehört der Kantch doch zur gleichen Klasse. Aber was die absolute Grosse anbetrifft: die Ausdehnung seines vierfachen Gletschersystems, seine gewaltigen Steilwände, seine endlosen Grate - wenn man all das in Betracht Grab von R. Pache am Yalunggletscher zieht, hat dieser Berg nicht seinesgleichen auf der Erde. Übrigens hatte es den Anschein, als würde er als letzter grosser Berg unzugänglich bleiben, bis Evans alle die Probleme, die er dem Besteiger stellt, löste. Der glückliche Erfolg Evans bei der Wahl und der Entdeckung der Aufstiegsroute kann als eine der glänzendsten alpinen Leistungen bewertet werden.

Aus dem Französischen übersetzt. F. Oe.

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