Keine Distanzierung von Doping?

«Mit Seil, Pickel und Tablette»,«Die Alpen» 08/2015

Während in verschiedensten Sportarten auch im Breitensport immer mehr auf die Gefahren von Medikamentenmissbrauch und leistungssteigernden Mitteln hingewiesen wird, scheint man die Problematik im SAC nach wie vor nicht zu erkennen. Gemäss dem Artikel könne man nur von Doping sprechen, wenn eine Person an kontrollierten Wettkämpfen teilnimmt und als Elitewettkämpfer registriert sei. Missbrauch sei daher nur «eine ethische, nicht aber eine rechtliche Frage».

Der SAC engagiert sich doch generell für eine gesunde und nachhaltige Entwicklung der Alpen und des Bergsports, und Ethik scheint mir ein wesentlicher Bestandteil davon zu sein! Auch wenn die Aussagen im genannten Artikel inhaltlich korrekt sind, fehlt mir eine klare Positionierung. Dieser Beitrag scheint die Problematik von leistungssteigernden Mitteln nicht nur zu verharmlosen, sondern informiert darüber hinaus alle interessierten Leser, für welche besonderen Leistungen Substanzen wie Anabolika, E.P.O. oder Amphetamine in den Bergen eingesetzt werden können! Während sich Breitensportler damit vor allem selber schaden, ist das gerade im hochkommerzialisierten Profibergsport umso bedenklicher! Als Vater von zwei kletterbegeisterten Kindern, die ihre Leidenschaft sowohl an Felswänden in den Alpen wie auch im Wettkampfsport ausleben, hätte ich mir eine klare Distanzierung des SAC von jeglicher Art von Doping in allen Bereichen des Bergsports gewünscht!

Stellungnahme des Geschäftsführers, Jerun Vils

Der SAC hält sich im Leistungssport, in der Jugendförderung und im Ausbildungsbereich an die offiziellen nationalen und internationalen Richtlinien. Als Mitgliedverband von Swiss Olympic sind wir im Leistungssport Antidoping Schweiz unterstellt. Unsere Athleten werden regelmässig getestet, und der Führungs- und Trainerstab setzt sich uneingeschränkt für einen sauberen Sport ein. Missbrauchsfälle werden strikt geahndet.

Im Breitensport hat der SAC allerdings wenig Handhabe. Er kann niemandem vorschreiben, welche Medikamente er einnehmen darf und welche nicht. Zumal es auch Bergsteiger gibt, die auf diese angewiesen sind, und daher nicht von einer Leistungssteigerung im herkömmlichen Sinn gesprochen werden kann. Wir apellieren hier an den gesunden Menschenverstand und die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen, der Bergsport betreibt.

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