Klimaschädliche Hüttenversorgung auf dem Luftweg
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Klimaschädliche Hüttenversorgung auf dem Luftweg

Zum Leserbrief Verzicht auf Fleisch und Milch ist der effektivere Klimaschutz,«Die Alpen» 07/2019

Auch ich begrüsse die Unterstützung der Gletscherinitiative und die Tatsache, dass die allermeisten SAC-Veranstaltungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt werden. Gleichwohl haben die Alpenvereine einen wunden Punkt, der nicht mit ihren Initiativen zu vereinbaren ist: die Bewirtschaftung und die ständige Vergrösserung der Beherbergungsbetriebe sowie das ständige Marketing, um noch mehr Leute auf die Hütten zu bringen. Früher waren Hütten Schutzräume für Bergsteiger, heute sind sie moderne Beherbergungsbetriebe für Touristen und Wanderer und bieten rund um die Uhr warmes Essen an. Dabei vergessen die meisten, dass fast alle Hütten auf einem der klimaschädlichsten Transportwege beliefert werden müssen: dem Luftweg. Ist es nicht scheinheilig, mit öV anzureisen, die Ökotoilette zu benutzen und das Vegigericht zu wählen, um dann frischen Salat und Vanillecreme zu geniessen, die vom Helikopter angeliefert wurden? Wie sieht eigentlich die Klimabilanz der Hütten aus, alles miteingerechnet? Müssten nicht die Helikopteranflüge auch in der CO2-Rechnung der SAC-Touren berücksichtigt werden? Müssten die Hütten nicht radikal zu Selbstversorgerhütten zurückgebaut werden (obwohl ich weiss, dass das kaum mehr möglich sein wird)? Müsste man nicht viel mehr Biwaktouren unternehmen, statt auf Hütten zu übernachten?

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