Mehr als Sport in den Bergen

«Mehr als Bergsport», so lautete das Motto des SAC im Jubiläumsjahr 2013. Damit wurde auf die Ideale und Aktivitäten des SAC verwiesen, die über seine Kernkompetenz hinausgehen. Beispielsweise auf die Förderung der Kultur oder den Schutz der Gebirgswelt.

Aber ist Bergsport «nur» Sport? Naturnaher Bergsport ist nicht motorisiert und lebt von der Bewegung aus ­eigener Kraft. Wer Bergsport aber nur als Leistung vor imposanter Kulisse versteht, greift zu kurz. Fast alle von uns gehen auch in die Berge, um Natur, unverbaute Landschaft oder Stille zu erleben. Sich Wind und Wetter auszusetzen, ins Unbekannte vorzudringen, Hindernisse zu überwinden, etwas zu wagen. Präsent und fokussiert sein.

Zugegeben: In Zeiten von Realtime-Verhältnis-Infos und Drohnen-­Selfies schreien diese Worte nach Relativierung. Ja, Bergsport ist immer auch ein Kind seiner Zeit. Gleichwohl ermöglicht er vieles, was in unserem hektischen, technologisierten, versicherten Alltag selten geworden ist. Für das Umweltengagement des SAC, das auf das Jahr 1907 zurückgeht, ist die Erlebbarkeit einer intakten Bergwelt immer zentral gewesen. Die Abgeordnetenversammlung hat Mitte Juni die neuen SAC-Richtlinien Umwelt und Raumentwicklung ver­abschiedet (vgl. Seite 54). Ich bin überzeugt, dass der SAC seine Anliegen wie den Erhalt des freien Zugangs oder den Schutz unerschlossener Landschaften erfolgreicher verfolgen wird, wenn er jene Aspekte des Berg­sports, die über die rein sportliche oder touristische Dimension hinausgehen, weiterhin fördert und hervorhebt.

Auch wenn Bergsport negative Auswirkungen hat, zum Beispiel durch die hohe Mobilität, so kann er der Umwelt auch nützen: Man lernt die Natur schätzen und wird sie deshalb schützen. Die Berge zeigen uns auf, wie klein wir Menschen sind – oder wie gut ein einfaches Stück Käse schmecken kann. Eine gute Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen auch im Alltag.

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