Mein Regimentskommandant

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

VON ALFRED FLÜCKIGER, BIRMENSDORF-ZÜRICH

Bis heute - und vermutlich für alle Zukunft - bin ich noch nie über jenes unvergessliche Erlebnis mit meinem Regimentskommandanten, Oberst Hotz, weggekommen. Immer wieder, sei es durch eine Begegnung mit einem Dienstkameraden, sei es durch irgendein Gespräch, durch irgendeine ähnliche Zeitungsnotiz, lebt es in mir auf. Damit erwacht zugleich ein Schuldgefühl in mir, ein Gefühl, als hätte ich eine Verantwortung, eine kameradschaftliche Pflicht, von mir gewiesen.

Wieder endet ein strenger Winter-Aktivdienst von fünf Wochen Dauer; ein intensiver Ausbil-dungsdienst an schweren Infanteriewaffen. Alle die Landstürmler - Leute zwischen vierzig und fünfzig - haben genug von diesem ewig kalten Schneewetter. Kalte Hände, kalte Füsse, Erkältungen, Lungenentzündungen - der Bedarf wäre gedeckt.

Der Regimentskommandant will vor der Entlassung noch jede Kompagnie sehen und befiehlt an einem trüben Märzmorgen mit leichtem Schneefall Kompagnie um Kompagnie unter Trommelschlag zum Defilieren: Die Infanterie, die Kanoniere - sein Stolzdie Mitrailleure, die Minenwerfer, die Nachrichtenleute, und was es sonst noch an Spezialisten in einem Regiment gibt.

Wenn der Kompagniekommandant beim Vorübermarschieren seine Leute dem Oberst meldet und alle behelmten Köpfe nach Achtung rechts drehen, hebt er lässig seine Hand an den Mützenschirm und grüsst bis die Letzten im Taktschritt vorüber sind.

Nachdem ich die Kompagnie zum Retablieren und Putzen in die Kantonnemente befohlen habe, geht der Regimentskommandant mit mir einige Schritte beiseite und sagt: « Ich möchte gerne, Herr Kamerad, noch eine Woche in die Britanniahütte hinauf zum Skifahren. Ich denke an einige Touren - Rimpfischhorn, Strahlhorn, Alphubel, und was es noch gibt -je nach Wetter natürlich. Hätten Sie nicht Lust mitzukommen? Ich lade Sie ein. Sie sind erfahrener Alpinist, haben alle Ihre Ausbildungskurse bei .den Gebirgstruppen absolviert, Sie kennen vermutlich jenes Gebiet, sind Ski-instruktor, und Sie könnten uns Feldhasen - meinem Freunde, einem Chemiker, und mir - bei schlechtem Wetter Skiunterricht erteilen. Wie meinen Sie? Frühlingsskifahren zu Dritt im Wallis inmitten von Viertausendern? » Über diese kameradschaftliche Anfrage und vor allem über diesen freundschaftlichen Ton bin ich erstaunt. Ich habe zum mindesten eine Kritik oder Rüge erwartet, eine Aussetzung an meiner Truppe und ihrer Ausbildung.

Rasch muss ich mich in Gedanken aufs zivile Leben umstellen. Meine Pläne habe ich in den letzten Tagen längst gemacht; das heisst, sie wurden mir gemacht. Auf meinem Schreibtisch zu Hause häuft sich die Arbeit zu Bergen.

Der Verlag drängt. Das Manuskript sollte in möglichst nützlicher Frist abgeliefert werden, damit das Buch - ein Buch über ein Alpentier - noch beizeiten im Herbst herauskommen kann. Und das ist wichtig für mich; im Augenblick wichtiger als wieder eine Woche von zu Hause, von der Arbeit fort.

Andererseits lockt diese Einladung: Jetzt eine Woche Skiferien in einer unvergleichlich gelegenen Alpenclubhütte. Ha, wie das lockt!

Unter dem Mützenschirm hervor mustern mich fragend ein paar helle, scharfe Augen. Trotz der weissen Haare und des Alters ist das Gesicht noch frisch und rosig; die ganze Gestalt meines Vorgesetzten noch sehnig und bewegüch.

Ich kämpfe innerlich und sage schliesslich unsicher: « Herr Oberst, ich bitte Sie, mich zu entschuldigen. Ich kann leider, leider nicht kommen. Der Dienst hat mich ungewöhnlich stark beansprucht - Vorbereitungen, Vorkurs und Dienst mit der Truppe - zu Hause ist alles, aber auch alles liegen geblieben. » - Er lächelt und meint: « Holen Sie spielend nach! Sie stehen nach der Rückkehr, frisch und gestärkt, täglich eine Stunde früher auf. Morgenstund... Innert kurzem werden Sie aufgeholt haben. » Seine Worte und sein gewinnendes Lachen schmeicheln. Warum nicht? Ihm, dem verehrten Kommandanten, dem flotten Offizier, unter dessen Befehl alle gerne dienen, ihm diesen Wunsch erfüllen! Warum nicht? Und gleichzeitig ist man auch noch Egoist: Eine prächtige Gelegenheit! Nach dem strengen Dienst aus der verschmutzten Tief landluft hinauf in die Berge, in den Schnee, in die strahlende Sonne!

« Ich habe Sie überrascht. Sie müssen mir Ihren Entschluss nicht sofort sagen. Wenn Sie es einrichten können, so läuten Sie mir bis spätestens Sonntagabend auf. Wir wollen am Montag früh reisen, in Saas Fee zum Einfahren und Akklimatisieren zwei Tage bleiben und dann zur Hütte hinaufsteigen. » Ich danke für die freundliche Einladung, und er reicht mir die Hand. Ich nehme Stellung an und fahre mit der Hand zum Gruss an den Heim.

Leider kommt es so: Auf dem Schreibtisch liegen Briefe, Bestellungen von Artikeln und Kurz- geschichten, und in der Schublade liegt das unfertige Buchmanuskript. Ich kämpfe mich einen Tag lang durch alle Pendenzen, schreibe fieberhaft Antwortbriefe und Entschuldigungen - und am Samstagabend bin ich so weit, dass ich einigermassen Übersicht und Ordnung habe - und beginnen kann.

Jetzt nochmals fort? Ferien in den Bergen und alle Arbeit liegen lassen? Schön und verlockend -aber unmöglich. Auch der Verlag hat wieder geschrieben und drängt. Damit unterbleibt der Telephonanruf. Am Montag begleite ich die Herren in Gedanken ins Wallis. Trotzdem ich in der Arbeit ertrinke und Anfangsschwierigkeiten habe, entwische ich mir immer wieder: Jetzt sind sie in Bern und steigen um, jetzt vermutlich am Lötschberg - Eine lange und schöne und abwechslungsreiche Reise. Schon die Reise allein wäre es wert gewesen. Gegen Abend, just jetzt, fahren sie im Postauto durch eine noch tief verschneite Landschaft bis gegen zweitausend Meter hinauf in den tiefsten Winter, während es hier regnet.

Schliesslich gerät meine Arbeit doch in Zug. Dem Buchmanuskript wird Seite um Seite beigefügt. Dieser und jener Artikel wird entworfen, diese und jene Kurzgeschichte wird fertig. Die Schreibmaschine klappert, die dringlichsten Beiträge werden herausgeschrieben und spediert. Gegen Ende der Woche kann ich etwas aufschnaufen.

Erst Anfang nächster Woche komme ich endlich dazu, wieder einmal die Zeitungen zu durchgehen. Immer interessieren mich neben den kriegerischen, den internationalen und den täglichen lokalen Geschehen sowie den kulturellen Belangen vor allem auch die Notizen über die Berge: Touristik, Gebirgstruppen, Besteigungen und Unfälle.

Plötzlich bleibt mein Blick bei einer Notiz hängen: « In eine Gletscherspalte gestürzt. Anlässlich eines Abendspazierganges in der Nähe der Britanniahütte - mit Ski, aber leider unangeseilt - stürzte Ende letzter Woche der Kommandant eines Zürcher Territorial Regiments, Oberst H., in eine Gletscherspalte. Sein erschrockener Begleiter vergass die Einbruchstelle zu bezeichnen, lief bei immer stärker werdendem Schneefall und Sturm in die Hütte zurück um Hilfe zu holen. Trotz sofortigen Suchens und Rufens von vier zufällig in der Hütte anwesenden Alpinisten konnte die Unfallstelle nicht mehr gefunden werden. Man hat heute jede Hoffnung aufgegeben, den Verunglückten noch lebend bergen zu können.»— Immer und immer wieder lese ich diesen Bericht. Er trifft mich im Innersten. Lange sitze ich wie geschlagen da, sehe den weisshaarigen liebenswürdigen Herrn vor mir, höre seine freundliche Einladung: « Wenn Sie es einrichten können, läuten Sie mir bis spätestens Sonntagabend auf. » Jetzt ist er nicht mehr; zugrunde gegangen im Gletschereis. Ich habe ihm vor zehn Tagen nicht aufgeläutet. Meine Papiere waren wichtiger. Jeder sieht nur seine Aufgabe. Dazu erzieht einen das bedingungslos harte Leben. Soll einer nur einmal einen oder zwei Monate seine Miete schuldig bleibenDie Gedanken geben nicht nach. Dieser tödliche Unfall hätte vermieden werden können bei einigermassen vernünftigem alpinem Denken. Wäre ich dabei gewesen, hätte ich bei Schneefall und einbrechender Nacht keinen Abendspaziergang - und zudem noch unangeseiltauf einen Gletscher hinaus zugelassen, wäre keiner verwirrt und kopflos nach dem Einbruch eines Kameraden davongelaufen ohne deutliche Bezeichnung der Einbruchstelle mit Skistöcken oder Ski. Unterlassene, primitivste Vorsichtsmassnahme!

Vermutlich war es gar nicht weit von der Hütte weg. Warum denn nicht zu Fuss zurückwaten und eine tiefe Spur treten die Wind und Schnee nicht sofort wieder ausgleichen können? In der Hütte nicht lange fackeln! Krach schlagen, Seile, Lampen, Apotheke und Traubenzucker zusammenraffen und sofort wieder die Spur zurückgehen damit die Nachfolgenden den Weg finden. Diese Gedanken kommen mir immer wieder und geben mir schwer zu schaffen. Nachträglich - was nützen sie?

Trotzdem die Leiche noch nicht gefunden und geborgen ist, findet nach zwei Wochen eine militärische Abdankung im Beisein der Angehörigen statt. Die Kirche ist übervoll; vorwiegend Feldgrau. Viele seiner Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere sind da sowie die Fahnen seines Regimentes.

Einen Monat später bekomme ich den Anruf eines Dienstkameraden, Hauptmann Peter Oester, der in einigen Tagen mit der Grenzbrigade in jenes Gebiet einrückt. Er hat Befehl, mit bewährten Leuten Oberst Hotz zu suchen.

Oester erkundigt sich zuhanden eines umfassenden Rapportes über die Vorgeschichte. Er möchte wissen, was mir von der Angelegenheit bekannt sei; denn sein Begleiter hätte von mir gesprochen.

Ich gebe ihm meine wenigen Auskünfte und bitte ihn, mich über diesen sehr bedauerlichen Unfall auf dem laufenden zu halten. « Werde ich tun! » Ich wünsche ihm zu seiner Aufgabe vollen Erfolg.

Mit zwei Zügen ausgesuchter Mannschaft, darunter erfahrene Bergführer, bezieht Peter Oester Unterkunft in der Britanniahütte.Viel Material wird von den Trägern heraufgeschleppt: Kanadierschlitten, Sondierstangen, Seile, starke Karbidlampen und Proviant. Die Soldaten sind mit der üblichen Winter-Gebirgsausrüstung versehen. Oester hat sich auch durch den Begleiter von Oberst Hotz orientieren lassen, in welch ungefährer Richtung von der Hütte aus jener Abendspaziergang erfolgte. An einem strahlend hellen, in dieser Höhe aber noch sehr kalten Morgen, stellt Oester an einem Gletscherende seine zwei Züge nebeneinander in Linie auf, mit je einem Schritt Zwischenraum von Mann zu Mann.

Alle tragen Schneebrillen, Fäustlinge und Sondierstangen; alle sind angeseilt um jedem Unfall gewachsen zu sein. Schritt um Schritt bewegt sich die breite Linie von hundert Mann über den hart gefrorenen Schnee den Gletscher aufwärts. Sticht einer mit der Sondierstange durch eine Brücke ins Leere, befiehlt Oester anzuhalten und untersucht die Stelle persönlich, schlägt die Eisbrücke ein und prüft die Gletscherspalte.

« Dieser Riss ist zu schmal, da kann keiner hinunterfallen. Auch ist er nicht tief; mit der Sondierstange treffe ich auf Grund. Weiter! » Wortlos, Schritt um Schritt den Gletscher sorgfältig sondierend, steigt die breite Linie aufwärts. Die beiden äussersten Unteroffiziere stecken ab und zu ein rotes Fanion ins Eis um zu bezeichnen, welches Gebiet abgesucht wurde.

Eine Stunde später wird eine weitere Brücke entdeckt, eingeschlagen und die Spalte eingehend untersucht. Peter Oester kann sich nur einige Meter darin abseilen; niemand ist zu finden. Auch der Nachmittag bringt kein Ergebnis. Die Mannschaften sind bis zum Gletscherschrund hinauf gelangt, und Oester untersucht mit drei Bergführern die Risse Meter um Meter. Ergebnislos.

Auch der nächste Tag, an dem ein anderes Gletscherstück abgesucht wird, bleibt ergebnislos.

Am dritten Tag, als die Sonne hinter den Viertausendern verschwindet und mit den blauvioletten Schatten Wind und Kälte kommen, will Oester für heute das Suchen einstellen. Auf dem Rückmarsch brechen unvermutet zwei Soldaten ein und hängen in den Seilen. Nachdem sie herausgezogen sind, bleibt ein gähnendes Loch.

Oester schlüpft aus den Skiern, steckt sie zusammen mit den Stöcken in den Schnee, knüpft sich ein zweites Seil um Hüften und Brust, wirft es den Soldaten zum Sichern zu und nähert sich vorsichtig der gähnenden Gletscherspalte. Er legt sich am Rande längelang in den Schnee, hackt Eis weg und späht in die dunkle Tiefe.

« Da muss ich hinunter! » Er schnallt sich noch Steigeisen an, prüft ob seine Taschenlampe noch brennt und rutscht dann mit den Füssen voraus in den Eisriss hinein, hängt sich in die Seile und wird nun langsam hinuntergelassen.

Zwei Bergführer legen sich an den Rand und horchen auf die Befehle ihres in die Tiefe gleitenden Hauptmanns, um sie an die Seilmannschaft weiterzugeben. Immer mehr Seil gleitet aus; es scheint ein tiefer Schacht zu sein. Plötzlich hört der Zug auf; er muss drunten sein und Stand haben.

Nach einer Weile tiefer gespannter Stille tönt es hohl herauf: « Ich habe ihn gefunden! » - Endlich! Die Nachricht läuft durch die breite Reihe der Wehrmänner; nach links und nach rechts. Endlich gefunden! Alle atmen auf; alle werden still. Eine erfolglose Rückkehr wäre für eine Gebirgstruppe bitter gewesen. Mit dieser Möglichkeit muss aber immer gerechnet werden; sie läge ausserhalb allen menschlichen Bemühens. Die Gletscher sind immer in Bewegung, ganz besonders im Frühling und Sommer Sie schieben ihr Eis unmerklich talwärts und verändern sich fortwährend; es kracht und schiesst in ihnen. Neue Spalten reissen auf und alte schliessen sich.

Eine so tiefe Spalte könnte sich schliessen und alles Suchen vereiteln. Wie oft schon haben Gletscher einen Verunglückten erst nach Jahrzehnten wieder freigegeben; einen Eingebrochenen, der nach seinem Verschwinden wochenlang ergebnislos gesucht wurde.

Hauptmann Oester zieht seine Mütze und steht - im ersten Augenblick fast etwas erschrocken -vor Oberst Hotz. Der Tote sitzt auf einem Eisblock, hält die Arme auf die Knie gestützt und seinen Kopf zwischen den Händen.

Oester wäre versucht, ihm die Hand auf die Schulter zu legen und ihn anzureden oder sich militärisch zu melden, um ihn aus seiner Versunkenheit zu lösen. Der Sitzende ist über und über mit Rauhreif bedeckt, der im Strahl der Taschenlampe glitzert und funkelt.

Oester bemerkt betroffen, dass Oberst Hotz blutige Hände hat, dass an den Fingern die Nägel und das vorderste Glied fehlen, dass an den Knien die Skihosen durchgescheuert und die Knie wund und blutig sind, dass die Skischuhe vorn an der Kappe durchgekratzt und die Zehen sichtbar sind. Oester streift mit dem Lichtstrahl der Taschenlampe die leicht überhängenden Eiswände und bemerkt einige herausgeschlagene und herausgebrochene Stufen, lange blutige Kratzer und angefrorene Stoffstücke und Lederfetzchen.

Oberst Hotz hat demnach versucht, erbittert versucht, an den spiegelglatten Eiswänden emporzuklettern, um sich zu retten. Sonst scheint er völlig unverletzt. Seine Ski stehen - mit einer abgesplitterten Spitze - nebeneinander an das Eis gelehnt. Die Stöcke? Unauffindbar. Sie sind vermutlich noch tiefer in den Riss hinuntergefallen.

Oester legt den Kopf ins Genick zurück und blickt hinauf. Er schätzt den Gletscherriss etwa zehn Meter tief; ein spiegelnder Eisschacht auf dreitausend Meter Höhe. Zuoberst bricht etwas Licht herein, ein Flecklein gelber Abendhimmel ist sichtbar; ebenso die dunklen Köpfe der Bergführer.

Als Hotz sich aus eigener Kraft nicht retten konnte und schliesslich erschüttert einsehen musste, dass man ihn nicht mehr finden und ihm keine Hilfe mehr bringen würde, ergab er sich hungernd und frierend in sein Schicksal. Er setzte sich müde und ergeben auf diesen Eisblock und starb tapfer.

Die scharfe Kälte, die in dieser Eisgrotte herrscht, krallt sich in Oester fest und bohrt sich in ihm in kurzer Zeit durch und durch. Nachdem er sich nochmals umgesehen, sich noch einmal alles gründlich gemerkt und abgeleuchtet hat, ruft er seinen Leuten zu: « Seile anziehen, ich komme hinauf! » Er legt sich in die straffer werdenden Seile und stemmt die Steigeisen knirschend gegen die Eiswände. Klirrend brechen Platten aus und schlittern in die Tiefe, schlagen auf, zerbrechen und scher-beln weiter.

Beim Ausgang oben packen ihn links und rechts kräftige Hände unter den Armen und heben ihn heraus. Diesmal nun wird die Einbruchstelle mit Fanion und einigen Sondierstangen deutlich bezeichnet. Es dunkelt stark. Über die Berge brechen schwere Wolken herein, gepeitscht von einem eisigen Wind. Die Truppe friert. Oester befiehlt unverzügliche Rückkehr in die warme SAC-Hütte zum Abendessen. Andern Tags wird Oberst Hotz geborgen und auf einem Kanadier ins Bergdorf hinuntergebracht. Gegen Abend höre ich Peter Oesters Stimme durchs Telephon, der mir von Saas Fee aus Bericht gibt. Und wieder spüre ich das peinlich beklemmende Gefühl und die Mahnung: Wärest du gegangen, hätte dieses Unglück vielleicht vermieden werden können. Vielleicht?... Hoffen wir es zum mindesten. Betroffen lege ich den Hörer auf...

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