Mut zur Meinung!

Zum Artikel Vom strengen Reservat zum flexiblen Netz, «Die Alpen» 10/2018

Die Haltung des SAC in Umweltfragen lässt mich allgemein etwas ratlos zurück. Wir dürfen die Augen nicht vor den Tatsachen verschliessen: Die Umweltkrise, in der wir uns derzeit befinden, ist ernst. Bei einem derart kritischen Problem darf man sich nicht mit Scheindebatten zufriedengeben. Und wir alle, die die Berge lieben, machen uns mit unserer passiven Haltung indirekt mitschuldig an der Katastrophe, die sich vor unseren Augen abspielt. In diesem Sinne bedauere ich, dass sich der SAC auf seine Rolle als Bergsportverband beschränkt und keine klareren Positionen einnimmt. Ein perfektes Beispiel ist die jüngste Debatte über den Helikoptertransport von Mountainbikern. Man ist ein bisschen dagegen und protestiert höflich. Aber am Ende fliegen dann doch immer noch mehr Helikopter in der Gegend herum. Einige Verbände in der Schweiz setzen sich aktiv für den Erhalt der Berggebiete ein. Warum tut der SAC das nicht auch, indem er seine Mitglieder aktiv mobilisiert? Auch auf die Gefahr hin, dass er damit einigen auf die Füsse tritt und es wirtschaftlichen Interessen zuwiderläuft. Warum organisieren wir nicht Demonstrationen auf Helikopterlandeplätzen oder auf Baustellen von Seilbahnanlagen? Wir sollten wieder Mut zur eigenen Meinung zeigen! Denn während wir noch zögern, wird die Natur immer weiter verdrängt, und unsere lieben Berge werden unansehnlich und immer unzugänglicher.