Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen im Jahre 1956

ZUSAMMENGESTELLT VON MAX OECHSLIN, ALTDORF

Mit 2 Bildern Die im Variateil der « Alpen » laufend gemeldeten Erstbegehungen sind hier zusammengefasst mit einigen Ergänzungen betreffend Routenbeschreibungen. Wir bitten die Kameraden, welche Erstfahrten durchführen, erneut, uns diese wenn immer möglich mit genauer Routenbeschreibung und Bild oder Skizze, mitzuteilen, damit wir sie nicht allein aus kurzgefassten und oft genug recht ungenauen Agenturmeldungen der Tageszeitungen zusammentragen müssen. Wir danken vor allem auch unsern Kameraden der Westschweiz, die uns Mitteilungen zukommen lassen.

Die Zusammenstellung erfasst allein Fahrten im Gebiet der Schweizer Alpen. Die einzelnen Begehungen sind alphabetisch nach den Bergnamen geordnet und durchnumeriert, um das Nachschlagen zu erleichtern.

1;;AlétschhorK v Winterbegehung der Hasler-Rippe, im Auf- und Abstieg, am 6. Januar 1956, durch die Seilschaft Hans Spring und Viktor Luternauer. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 29.

2. Alpgnofërstocke ( Maderanertal ) Erste Begehung der Südwand des Westgipfels, am 4. September 1955, durch die Seilschaft Seth Abderhalden und Max Niedermann. Siehe « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 29.

3. Alpstein Erste Winterbegehung der Südwand durch die Seilschaft Peter Diener und Ernst Neeracher, am 30. Januar 1955 sowie durch die Seilschaft Peter Diener und Otto Kurt am 27. Mai 1956 auf neuer Route durch die westliche Wandhälfte. « Die Alpen » 1956, Varia, Seiten 110 und 184.

Die begangene Route wird von den Erstbegehern wie folgt skizziert: Die Südwand wird durch eine grosse Felsschlucht in eine westliche und eine östliche Hälfte geteilt. Die Route führt zuerst durch den westlichen Teil der Westhälfte, quert in der Mitte in den östlichen Teil der Westhälfte und führt durch diese hinauf, westlich der Schlucht, zum Gipfelgrat. « Zunächst vom Fuss der Wand links haltend über rasendurchsetzten Fels, ca. 35 m hoch, zu Standplatz; über einen äusserst schwierigen Überhang gerade empor, dann schräg nach rechts in eine abdrängende Verschneidung. In dieser 8-10 m hinauf bis zu gelbem, brüchigem Wulst. Hier nach rechts aus der Verschneidung hinaus auf eine Kante, die man ca. 6 m weit verfolgt bis zu einem schlechten Standplatz. Von hier 5 m gerade hinauf über brüchigen Fels, links einer Kante, dann um diese nach rechts zu einem Riss, in diesem höher, rechts haltend, zu kleinem Stand. Hier beginnt die erste Traverse von 40 m Quergang: zuerst etwas abwärts, dann rechts auf eine Rampe, die - leicht ansteigend - zu einem kurzen Riss leitet. Durch diesen auf einen Zacken, mit schlechtem Standplatz. Es folgt die zweite Traverse, ca* 20 m, nach rechts um eine Kante ( 2 Haken ). Von hier über eine grifflose, senkrechte Wandflucht mit Seilquergang rechts tiefer zu einem kleinen Stand ( Haken ), äusserst exponiert. Weiter queren, in luftiger, freier Kletterei zu einem Pfeilerkopf mit gutem Standplatz. Über diesen hinweg zu einem zweiten Kopf und dann senkrecht hinauf zu einem Stand unter einer muldigen Fels-einbuchtung. Diese links umgehen, anschliessenden Überhang rechts überklettern und in einer Rinne empor bis zu deren Schluss. Gegliederter Fels leitet nun auf eine grasbewachsene, schmale Terrasse. Standplatz. Dann links halten, etwas leichter, zu einem Pfeilerkopf als Standplatz. Über kurze, schlechtgriffige Wandstufe zu einem Kriechband, einige Meter nach links über dieses bis zu einem Riss. In diesem hinauf und etwas rechts querend zu einem exponierten Band, dem man bis zu einer abgespaltenen Platte folgt. Stand. 3 m senkrecht hinauf zu einem zweiten Band, ca. 8 m nach links über dieses zu einem Riss, in diesem zu einem Überhang und über diesen zu einer Terrasse und von hier zum Gipfel. ». Kletterzeit 14 Stunden, Schwierigkeitsgrad I. Die Erstbegeher möchten der Route den Namen eines jungen, in den Alpen abgestürzten Bergsteigers geben, als « Gedächtnisweg H. »Wollen wir aber nicht lieber vermeiden, dass in unsern Bergen eine « Nomenklatur » aufkommt, die Grabsteintafeln und einem Friedhof gleicht und die Dritte ganz und gar nicht deuten können. Und: es gibt doch wohl nur ganz wenige grosse Alpinisten, deren Können und Wesen durch einen « Gedächtnisweg » dauernd geehrt werden soll. )

4. Altmann

Erste Winterbegehung des Nordwestpfeilers durch die Seilschaft Peter Diener und Ernst Neeracher, am 2. Februar 1955.Siehe « Die Alpen » 1955, Varia, Seite 68, und 1956, Seite 110.

5. SCHEIBENSTOLL Erster Durchstieg der Südwand des Westgipfels, am 22. September 1956, durch die Seilschaft Seth Abderhalden und Geny Steiger. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 226.

6. Hundstein Erste Winterbegehung des Südpfeilers, am 13. März 1955, durch die Seilschaft Seth Abderhalden und Peter Diener. Der Pfeiler ist mit der Südwestkante identisch. « Die Alpen » 1956, Seite 110.

7. Gros s Bielenhorn Erster Durchstieg der Südwestwand, am 31. Juli/ !. August 1956, durch die Seilschaft Max Niedermann und Franz Anderrüthi. « Die Alpen » 1956, Varia, Seiten 202 und 203.

« Der Einstieg befindet sich in der Fallinie der rechten Kante des Pfeilerkopfes südwestlich vom Hauptgipfel ( mit Signalstange ), am Anfang einer 110 m hohen, teilweise überhängenden, glatten Verschneidung. Mit Hilfe von Haken ( teilweise mit Holzkeilen ) in dieser hinauf, drei Seillängen ( A 2, A 3 ). Dann zwei Seillängen über Plattenstufen bis an den Fuss der obern Gipfelwand ( IV.V. Grad ), die ungefähr ein Dreieck bildet, mit dem Pfeilerkopf als Scheitelpunkt. Im Riss unmittelbar hinter dem Pfeilerkopf hoch, dann über überhängende Plattenstufen in die darüber hinaufziehende Rissverschneidung ( V.VI./A2-Grad ). Sich nicht nach rechts in die parallelverlaufende Verschneidung abdrängen lassen! Durch die Rissverschneidung hoch bis unter einen Überhang, dann 6 m Traverse nach rechts zu Plattenköpfen. An Rissen wieder links hochhalten und in die Verschneidung zurück ( V.VI./ A 2 ), diese links queren auf ein Plattenband. Auf dieses 8 m links queren zu einem Riss und durch die nun folgende Wandstufe ( ca. 7-8 m tiefer Biwakplatz ). Den Riss hoch auf ein kleines Band. Traverse nach links zu angelehnter Platte und auf diese unter einen Überhang. Über diesen auf Stufen zu Standplatz ( 6/A2 ). Wenige Meter rechts haltend zu einer Rissreihe, die zur linken Schulter des Pfeilerkopfes hinaufführt. » - Kletterzeit 16½ Stunden, zusätzlich Biwak. Sehr schwere und anstrengende Kletterei in Granitfels. Viele Haken blieben stecken.

8. BOCKMATTLI Erster direkter Durchstieg durch die Nordwand, am 20. September 1956, durch die Seilschaft Max Niedermann und Peter Diener. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 226.

Die Seilschaft O. Kost, K. Hauser und J. Krebser hat bereits im Sommer 1947 diese Wand weitgehend erschlossen, eine Route, die in der Folge wiederholt begangen wurde ( Max Niedermann beging sie dreimal ) und die dem obersten Wandstück von rund 100 m Höhe ( die ganze Wandhöhe beträgt ca. 400 m ) nach links auf den Grat ausweicht. Die Route der Seilschaft Niedermann-Diener folgte der Route Kost-Hauser-Krebser bis zum Beginn des Querganges nach links. Von hier führt sie in der Senkrechten weiter hinauf bis zum Gipfel, wobei ca. die Hälfte frei erklettert, die Hälfte mit Hakensicherung überwunden wurde. Dieses oberste Wandviertel bietet Kletterei vom extremsten VI. Grad.

9. Breithorn ( Simplon ) Die Südwestwand des Breithorns in der Monte-Leone-Kette wurde am 28. Juli 1954 von der Seilschaft Felix Grünwald und Bergführer Alfons Supersaxo erstmals durchstiegen. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 226.

« Wandhöhe ca.400 m. Vom Gletscherrand unter der Felswand links neben der grossen Wandverschneidung gerade hinauf über guten Granitfels zum Gipfelgrat ( loser Fels ), ca. 50 m nördlich vom Gipfel. » - 6 Stunden Kletterzeit, 12 Sicherungshaken, Schwierigkeitsgrad IV, einige Partien V.

10. Churfirsten Erste Winterbegehung der Frünsel-Südwand, am 27. Januar 1956, durch die Seilschaft Seth Abderhalden und Hans Frommenwiler. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 68.

11. Erste Begehung der Frünsel-Ostwand, am 29. Juni 1955, durch die Seilschaft Geny Steiger und Gaby Huber. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 201.

Die Seilschaft stieg von der Schrina Hochruck ( Alp Tschingla ) zum Obersäss. Von den Hütten « leicht rechts haltend zu einer geraden Rinne, die sich bis ca. 80 m unter dem Sattel zwischen Frünsel und Brisi hinaufzieht. Von da über einen berasten Felsrücken in den Sattel und zum Einstieg, der sich ca. 30 m links einer Höhle, am Fuss der Wand, befindet. Zuerst über eine stark abdrängende Platte 3 in hoch hinauf, rechts zu einer Rinne und durch diese 30 m hoch zu einem Standplatz. Von hier über eine Rampe und ein anschliessendes, leicht abdrängendes Wandstück in eine Nische.Von dieser 15 m senkrecht empor, ca. 6 in nach rechts über eine Platte, wo die untere, glatte Wand beginnt. In dieser über griffigen Fels 30 in hoch und schräg rechts zu einem Standplatz. Dann auf dem ersten Band 10 m weit nach links ( Haken ) und über abdrängenden Fels auf ein zweites Band. Über griffigen Fels ca. 60 m hinauf zum Gipfel ». Schwierigkeitsgrad V, z.T. VI, Haken stecken gelassen. Kletterzeit 2½ Stunden.

12. Erste Begehung des Südpfeilers des Selun-Ostgipfels, am 5.November 1955, durch die Seilschaft Geny Steiger und Gaby Huber. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 201.

Anstieg über Schrina Hochruck auf der Route zum Silberspitz SW. Dann: « 40 m hinauf über einen Pfeiler zu einem Querband. 15 m Traverse nach rechts zu einer Rissreihe, in dieser 40 m hoch, dann schräg über eine Platte auf den Pfeilerkopf. Von hier nach links zu einem weisslichen Felsausbruch im Überhang und von da durch gutgestuften Felsen ca. 70 in hinauf zum Gipfel. » - Schwierigkeitsgrad V, teilweise IV. Kletterzeit 3 Stunden.

13. Erste Begehung der Nordwand der Roskirche, am 16. Oktober 1954, durch die Seilschaft Geny Steiger und Gaby Huber. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 202.

Die Route führt von der Hintern Bülsalp zur Schäflerhütte ( P. 1742 ) unters Valsloch ob Vals ( ca. 3/4 Stunden ) und zum Fuss der Roskirche, ein ca. 50 m vom Valsloch entfernter Felsturm von 80 m Höhe.

« Vom Sattel an der Nordseite senkrecht über eine abdrängende Felsstufe auf eine erste Terrasse. Dann 10 m nach rechts ( Haken ) und von da wieder senkrecht aufwärts über Platten, ca. 50 m, zum Gipfel. » - Schwierigkeitsgrad V. Kletterzeit 3 Stunden. Haken stecken gelassen.

14. Drusenturm Erste Begehung des Südpfeilers der Südwand des Grossen Drusenturms, am 6. September 1954, durch die Seilschaft Wisi Fleischmann und Max Niedermann. Siehe « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 89.

15. Gonzen Erste Begehung der Südostwand des Gonzen, am 24. September 1956, durch die Seilschaft Seth Abderhalden und Geny Steiger. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 226.

VI. Schwierigkeitsgrad, Kletterzeit 12 Stunden. In den untern % der Wand durch diese, dann auf die Südostkante queren und über diese zum Gipfel.

16. Kreuzberge Erste Winterbegehung der Grossen Südverschneidung am Zweiten Kreuzberg, am 18. März 1956, durch die Seilschaft Seth Abderhalden und Hans Frommenwiler. Siehe « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 68.

17. Erste Winterbegehung der Südwand des dritten Kreuzberges, am 26. Februar 1956, durch die Seilschaft Max Niedermann und Franz Anderrüthi. Schwierigkeitsgrad VI und A3 ( im Sommer ). Siehe « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 89.

18. Lyskamm Erste Winterbegehung des Südcouloirs durch die Seilschaft Jean-Charles Fosson und Olivier Frachey, am 10. März 1956, wozu 10 Stunden Kletter- und Steigzeit benötigt wurden, bei einer Temperatur bis — 30° C. Siehe « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 82.

19. Moming Erste Begehung der Nordwand der Pointe norde de Moming durch die Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat, am 24. Juli 1956, im Aufstieg und Abstieg. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 203.

20. Mont Blanc de Moming Erste Begehung der Ostwand, am 26. Juli 1956, durch die Seilschaft Maurice und Gilberte Brandt, Adrien und Rose Voillat. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 203.

21. Mythen Erster Durchstieg der Westwand des Gross-Mythen, am 9. Juni 1955, durch die Seilschaft Franz Bossart und Franz Anderrüthi, wobei das sog. Weisse Wändli bewältigt wurde. Siehe « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 136.

Diese ca.300 m hohe Wand wurde über folgende Route begangen: « Ausgang beim Güntrix ( Zwischenmythen ), in der Gipfelfallinie, rechts der grossen Platte, die oben wulstartig überhängt und sich nach links aufwärts fortsetzt. Zuerst über Felsschrofen, dann links durch Legföhrenbüsche; durch eine wenig ausgeprägte Verschneidung hoch ( Haken ), einem kurzen Quergang links folgend und hinauf zu einem Querband ( Haken ), Standplatz. Über leichtem Fels zu einer Rampe, rechts, und eine Seillänge zu einer Platte ( Haken ). Von hier wenige Meter nach links und senkrecht hinauf zu einem Standplatz. Durch die hier beginnende Verschneidung eine Seillänge empor ( Haken ), leicht rechts fallend, Standplatz. Durch die Verschneidung weiter höher ( Haken ) und von deren Ende nach rechts in leichtem Fels zu Legföhren und Ruheplatz. Dann durch eine nasse Verschneidung über Sträucher ( Haken ), links über einen Wulst und weiter links höher zu einem kleinen Standplatz mit Sicherungshaken. Etwas nach links, dann empor zu Rasenbusch ( 2 Haken, 4 m nach links, durch die Einbuchtung des Felsens hinauf ( Haken ), links halten und über abdrängenden Fels ( Haken ) zu kleinem Stand unter einem grossen Überhang. ( Haken mit Karabiner. ) Von hier einem etwas abfallenden Quergang nach links folgend, über eine glatte Platte zur Legföhre, wo die Schwierigkeiten zu Ende sind. Über legföhrenbesetzte Steilstufen hinauf auf die Mythenmatt und über den Nordgrat zum Gipfel. » - Schwierigkeitsgrad V bis VI, 9 Stunden. 12 Haken stecken gelassen.

NORDE Nordend ( Monte Rosa ) Variante über den Nordsporn, durchgeführt am 3. August 1954 von der Seilschaft K. Krön und R. Habersaat. « Rivista Mensile CAI », Fasc.3-^, 1955.

23. OBÉRtÀLSTOCK ( Fünffingerstöcke ) Erste Begehung der Südwand in der Direkten durch die Seilschaft Fritz Dübi und Bergführer Paul Müller, am B. Juli 1956. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 202. Siehe Bild.; Die im Urnerführer 11/1952 erwähnte Route 812 ( H. Lauper ) geht durch das Südwestcouloir und ist steinschlägig; sie führt zur Lücke zwischen Südspitze und Nordgipfel und erfasst nur das oberste Stück der Südwand. Sie wird wenig mehr begangen. Eine zweite Führe, die von H. Gutknecht mit Bergführer Paul Müller 1949 begangen wurde ( wahrscheinlich schon früher erschlossen ) und seither wiederholt beschritten worden ist, « führt durch das Südost-Couloir zum Südgrat, ca. 2 Seillängen, dem man ca. 20 m folgt, um dann in die Westseite zu queren und senkrecht über griffarme Felsen wieder auf den Südgrat zurückzukehren, der bei einem kleinen Turm endet Dieser wird, da schwer zu übersteigen, meistens westlich umgangen, um den Einschnitt zum obersten Südwandstück ( eine Seillänge ) zu erreichen und von da durch die Route 812 zum Grat und Gipfel zu gelangen ». Die am B. August 1956 von Fritz Dübi und Paul Müller begangene Route wählt den Einstieg in der Fallinie des Mittelgipfels: « Gerade hinauf zu einer hohen Felskluft, dann schräg links und auf der rechten Seite des Couloirs, ca. 30 m östlich, 4 Seillängen bis über die Wandhälfte ( Haken ); dann rechts und die steile Wand hinauf zum Felsabsatz, über diesen und das letzte Wandstück empor ( siehe Bildbeilage ) über einen auffallenden Felsblock und einen exponierten leicht überhängenden Riss ( Haken ) direkt zum Mittelgipfel. » - Teilweise schwer und exponiert Kletterzeit 21/* Stunden.

PORTALET 24. Erster vollständiger Durchstieg der Nordwand im Aufstieg und Abstieg, am 3O.131.Juli 1956, durch die Seilschaft M. Brandt, Adrien und Rose Voillat. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 203, und 1957, Monatsbulletin Februar, Seite 46.

25.'Der Petit Clocher du Portalet wurde auf neuem Weg durch die Nordwestwand von Marcel Cretton und Michel Besse als erste und Pierre Cretton und Paul Poggio als zweite Seilschaft im Herbst 1956 erstiegen. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 242.

26. RlNDERHORN Erste Begehung der Ostflanke durch die Seilschaft C. Abt, W. Hänggeli und Bergführer Hans Hari, am 3. August 1956. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 202.

« Bei dieser Begehung wurde um 7.00 das Berghaus Schwarenbach verlassen und um 9.00 Schwarzgletscherbruch Ost erreicht und eingestiegen, hinterer Eisbruch ( da der vordere meist starken Eisschlag zeigt ). Es folgte anstrengende Hackarbeit, da das Eis glasig und hart war. Die Firnmulde wurde um 13.00 erreicht. Eisröhren konnten gute Sicherung geben Einstieg ob der Firnmulde bei P. 2930 in die Felsen, östlich, wo ein Couloir von der tiefsten Grateinsattelung zur Firnmulde die Wand durchzieht. Durch schlechten Fels gerade hinauf zu einem schmalen Band, welches nach Süden ins Couloir leitet. Auf diesem, auf schuttbedeckter Leiste, einige Meter absteigen, Queren des Couloirs, auf der Bandfortsetzung nach Süden ansteigen bis zur Stelle, wo sich die anschliessende Wand plattig hinaufzieht. Hier wird das Band verlassen und durch die Plattenflucht, die meistens von Schmelzwasser genässt ist, hinauf.

Zuerst nördlich gegen die tiefste Stelle des darüberhängenden Gletschers halten ( 2 Haken ). Schlechter Stand und fehlende Sicherungen! Letzte Strecke führt leicht bis unter den Gletscherbruch, auf einem Band querend nördlich zur Gletschermulde, Eiswulst. Eis- und Firnstufen schlagen. ( Schneeverwehungen und Wassereis verlangten gute Stufen. ) Auf dem Plateau massig ansteigend direkt in den Sattel des Nordgrates ( P. 3240 ) und über die Normalroute über den Nordgrat zum Gipfel, 16.00. Rückkehr im Schwarenbach 18.15. Zeit 103/4 Stunden. » 27. Klein Rüchen ( Urner Alpen ) Erster Durchstieg der Südwestwand, am 30. September 1956, durch die Seilschaft Albin Schelbert jun. und Eugen Bender. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 226.

« Die Route verläuft rechts der Rippe, welche die Wand teilt, über steile, abwärtsgerichtete Platten. Im obern Drittel wird die Rippe nach links überklettert und nach einem Überhang und einer Platte zur Rippe zurückgestiegen ( Haken ). Von da zum Gipfel. » Kletterzeit für die 300 m hohe Wand 4½ Stunden, Schwierigkeitsgrad meistens VI, selten IV. Anmarschzeit streng, ca. 4 Stunden.

28. Salbitschijen Erster Durchstieg der Südostwand des Zwillingsturmes, am 27. Mai 1956, durch die Seilschaft Max Niedermann und Franz Anderrüthi. Schwierigkeitsgrad VI. Siehe « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 137.

« In der Fallinie des Zwillingsturm-Gipfels befindet sich eine ca. 80 m hohe Schlucht, in deren oberen Ende ein von unten gut sichtbarer Klemmblock verkeilt liegt. Diese Schlucht hochklettern bis über den Klemmblock. Dann in der rechten hier beginnenden Rinne hoch, bis diese ausläuft, und über Block- und Plattenstufen weiter. Im ganzen zwei Seillängen immer in der direkten Fallinie des Gipfels. Die folgende Seillänge leicht links haltend in Richtung Scharte rechts des Plattenturmes hinauf. Bis hieher freie Kletterei, einzelne Standhaken nötig.Weiter den Riss hoch bis unter eine glatte Platte. Über diese ca. 10 m hinauf ( Haken ), dann mit Spreizschritt nach rechts zu Standplatz. Über eine Plattenstufe in einen Riss. Einige Meter in diesem aufwärts ( Haken ), dann kurze Traverse nach rechts auf einen « Podest » und weiter auf eine abgespaltene Platte zu Sicherungsplatz. Es folgen 8 m Verschneidung ( Haken ), kurze Querung in den linken Riss und an diesem hoch zu geräumigem Standplatz. In der nun ansetzenden, abdrängenden Rissverschneidung aufwärts ( Haken ) und nach 30 m auf einen kleinen Absatz zu Sicherungsplatz. Die Rissverschneidung weiter, bis sie sich öffnet, dann links hinaus auf geräumige Terrasse, an deren linkem Ende eine markante, auch vom Wandfuss gut sichtbare Doppelverschneidung ansetzt. In diese hineinqueren und im westlichen Winkel hinauf ( Haken ) auf Querstufe. Einige Meter im westlichen Winkel weiterhin hoch ( Haken, Holzkeil ), dann über die glatte Zwischenplatte nach rechts in den östlichen Winkel. In diesem hoch ( Haken und Holzkeil ) zu Standplatz bei liegendem Block. Weiter an Rissen hoch zu Stand unter gut sichtbarem Kamin. Diesen aufwärts ( Haken ) und an dessen Ende auf einen Absatz. Kurze Verschneidung ( Haken ) links hoch, über folgende Platten ca. 35 m aufwärts zu Stand am untern Ende eines Risses. Mittels Haken bis unter die lose Platte. Aus dem Riss in die linke Plattenwand. An einer Schuppe freikletternd hoch und abschliessend über Stufen zum Gipfel.

Die SO-Wand ist eine sehr schwere Kletterei im festen Granit.

Technische Daten: 25-30 Haken wurden von uns stecken gelassen, jedoch müssen noch viele geschlagen werden. Das Mitnehmen von 3-4 Holzkeilen mittlerer Grosse ist empfehlenswert.

Kletterzeit der Erstbegeher: 16 Stunden, Schwierigkeit 6. Grad A 2/A 3. » ( Siehe Bildbeilage. ) Diese Route wurde am 8./9. September 1956 durch die Seilschaften Martial Perrenoud und Paul Girardin, Tony Ascher und Frédy Ruppli wiederholt. « Die Alpen » 1956, Seite 204.

29. Salbitschijen Plattenturm Erste Begehung durch die SO-Verschneidung, am 29. Juli 1956, durch die Seilschaft Peter Diener und Otto Kurt.

« Die Route führt von der Schlucht mit dem grossen Klemmblock am Wandfuss über Plattenstufen und gegliederten Fels im mittleren Teil in die lange Verschneidung, die sich wie ein aufgeklapptes Buch aus der Scharte zwischen Plattenturm und Zwillingsturm herabzieht. Einstieg in die Schlucht mit dem Klemmblock. Darin mehrere Seillängen hinauf, bis sie sich auflöst. Dann in der rechten der hier beginnenden zwei Rinnen weiterklettern und später über rasendurchsetzten Fels links haltend zu einer Nische. In dem sich anschliessenden kurzen Kamin hinauf, dann schräg nach rechts zu einem Felsblock unter einer Rissverschneidung. In dieser hinauf, ein wenig links einem feinen Riss folgend hoch zu Standplatz. Weiter in einer Verschneidung ca. 12 m hinauf, bis sie ungangbar wird. Es folgt ein kurzer Quergang nach links, über eine grifflose Platte, in die Nachbarverschneidung, welcher man bis zu einem Absatz, auf dem mehrere Felsblöcke verklemmt sind, folgt ( Stand ). Rechts haltend übersteigt man eine grifflose, schräge Platte, gewinnt ein Band und über dieses nach rechts einen Riss. Darin empor bis zu einem Wandabsatz ( Stand ). Von hier immer der Verschneidung folgend in zwei Seillängen bis zur Scharte auf der rechten Seite des Plattenturmes. » Schwierigkeit: Unterer Wandteil III bis IV, später VI/A2-A3. Zahlreiche Haken und zwei Holzkeile nötig. Kletterzeit 8½ Stunden.

30. Erster Durchstieg der Südpfeilerwand des Salbitschijen-Ostgipfels, am 23. September 1956, durch die Seilschaft Max Niedermann und Peter Diener. Kletterzeit 7 Stunden, meistens freies Klettern, ausser drei sehr schweren Seillängen, VI. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 227.

31. Schlossberg Erste Begehung über den Westpfeiler, am 8./9. September 1956, durch die Seilschaft Kurt Grüter und Dölf Hüsler. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 226.

Schmalstöckli ( Lidemen ) Dieser Felsklotz, der von der Lidernenhütte der SAC-Sektion Mythen in 20 Minuten erreicht werden kann, bietet vom Frühjahr bis Spätherbst lohnende Klettereien.

32. Erste Begehung der Südostkante, am 27.August 1950, durch die Seilschaft Hermann Koller, Heinrich Trutmann und Robert Lumpert. Schwierigkeitsgrad IV, Kletterzeit 2 Stunden.

33. Erste Begehung der Ostwand, am 28.November 1954, durch die Seilschaft Franz Anderrüthi und Evi Götz. Schwierigkeitsgrad V, Kletterzeit 3 Stunden.

34. Erste Begehung der Südwand, in der Direkten, am 27. Februar 1955, durch die Seilschaft Franz Bossart und Franz Anderrüthi. Schwierigkeitsgrad VI, Kletterzeit 4½ Stunden.

35. Erste Begehung der westlichen Südwand, links des grossen Kamins, der die ganze Südwand teilt, am 17. Juni 1956 durch die Seilschaft Franz Anderrüthi und Hermann Koller. Schwierigkeitsgrad VI, untere Grenze, Kletterzeit 4½ Stunden.

36. WlCHELSCHIJEN Erste Begehung des 3. Wichelschyen über den Südwestpfeiler, am 15. Juli 1956, durch die Seilschaft Walter Weiss, Eugen Bender und Albin Schelbert jun. « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 163.

« Einstiegstrecke von ca. 150 m Höhe bietet grosse Schwierigkeiten, Grad VI. Erste Seillängen in der Pfeilerfallinie ( 4 Haken ) bis zu einer überhängenden Stufe, dann Quergang rechts, 20 m ( 2 Haken ). Steil aufwärts, rechts am Pfeilergendarm vorbei, wo eine Felsschlucht in den Gipfelhang leitet. » - Pfeilerhöhe 250 m. Kletterzeit 3½ Stunden.

37. Widderalpstock ( Nordwand des Mittelgipfels ) Erste Begehung am 17. Juli 1955 durch Willi Braxmaier und Max Niedermann. Siehe « Die Alpen » 1956, Varia, Seite 29.

38. WlLDLAUENENHÖRELI ( 2546 m ) Ohne Namen und Höhenquote auf der Landeskarte. Lage: oberhalb Wassen im « Ror », nordöstlich des « Kl. See ».

Erstbegehungen der Südwestkante, am 20. November 1955 durch die Seilschaft Alois Lüönd und Willy Auf der Maur, am 16. September 1956 durch die Seilschaft Willy Auf der Maur, Edy Lienert und Heiri Rickenbacher ( alle SAC Mythen ).

« Vom ,Kl. See'( 2204 m ) in nordöstlicher Richtung zum Fuss der SW-Kante. Diese wird rechts von einem breiten Couloir begrenzt, das sich von einem markanten, dem Berge vorgelagerten Felsturm hinabzieht. 20 m im Couloir aufsteigen, bis ein Grasband auf die Kante hinausführt. Von diesem Grasband aus klettert man einige Seillängen in einer Art Rinne, ca. 15 m rechts der Kante, parallel zu dieser, aufwärts, und gelangt auf ein kleines Grasband, das man um die Kante herum verfolgt. Eine kurze Verschneidung links der Kante führt auf die Schneide zurück. Man folgt dieser mit kleinen Abweichungen nach rechts oder links. Ein kurzes horizontales Gratstück führt zu einer feingriffigen, schon von weitem sichtbaren, hellen Platte, welche direkt erklettert wird ( 1 Haken ). 15 m darüber gelangt man zu einem grossen Rasenfleck. Hier verliert sich die SW-Kante in der S-Wand. Über den Rasenflecken, eine kurze Wandstufe und eine Rinne erreicht man, leicht rechts haltend, ein kleines Sättelchen am Fuss der Gipfelverschneidungen. ( Von hier aus kann über Gras zum erwähnten markanten Turm und von dort durch das Couloir zum ,K1. See'abgestiegen werden. ) Die ersten zwei Verschneidungen müssen mühsam erklettert werden ( je ca. 25 m ). Die letzte Verschneidung ist oben überhängend. Man steigt nur ca. 15 m in ihr empor und verlässt sie sehr exponiert nach rechts an abgespaltenen Platten. Stark nach rechts haltend erreicht man nach 15 m leichtem Fels, über den man direkt auf das östliche Ende des horizontalen Gipfels steigt. » Steile, schwierige Kletterei in gutem Granit. Grathöhe ca. 300 m. Kletterzeit: 3-3 ½ Std. ( für Zweierpartie ).

Der Punkt ist in der Festungsvermessungskarte der LT, 1937 und 1943, kotiert.

39. Zustoll Erste Winterbegehung der Südwand, am 7. Januar 1956, durch die Seilschaft Franz Anderrüthi Peter Diener. Siehe « Die Alpen » 156, Varia, Seite 30.

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