Rettung per iPhone ist Augenwischerei

Zum Artikel iPhone-Update stellt Bergrettung infrage, «Die Alpen» 02/2018

Ich möchte alle Berggänger davor warnen, sich in einem Notfall auf ihr Mobiltelefon zu verlassen. Ich bin im Sommer 2017 auf dem Tschingelgletscher, auf dem Weg zur Mutthornhütte, in eine Gletscherspalte gestürzt. Meine Partne­rin konnte mich halten und sichern. Sie stand plötzlich alleine auf dem Gletscher und in ihrer Verzweiflung versuchte sie, über die Rega-App Hilfe anzufordern. Schon das Entsperren des Mobiltelefons war der klammen Finger wegen eine kaum endende Geduldsprobe, und dann musste sie ernüchtert feststellen: telefonische Verbindung: keine. Die App fragte, ob sie eine SMS absetzen wolle – ja klar – Verbindung: keine! Wer in ­einem Notfall wirklich die Bergrettung alarmieren möchte, kauft sich ein Funkgerät. Alles andere ist Augen­wischerei.

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