Rund um den Gran Paradiso
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Rund um den Gran Paradiso

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

VON M. DÖRIG, LANGENTHAL

Mit 3 Bildern ( 190-192 ) und 4 Skizzen Die Wanderskizze « In blauer Ferne grüsst der Gran Paradiso » 1 brachte unerwartet Anfragen aus allen Landesteilen, sogar aus den Niederlanden erreichte uns auf Umwegen eine Zuschrift. Wirklich erfreulich, solch ein Interesse an der Grajischen Alpenwelt! Herzlicher Dank sei auch jenen uns unbekannten Damen vom Schweizer Frauenalpenclub zugedacht, welche telephonisch Informationen bei uns einholten und daraufhin einen Kartengruss aus dem Pays d' Aoste zufliegen liessen.

In der Tat, die letztjährigen Streifzüge quer durch den italienischen Nationalpark hinterliessen derart nachhaltige Eindrücke, dass wir uns entschlossen, von neuem jenes sonnige Alpenland aufzusuchen. Diesmal wollten wir indessen den Gran Paradiso in weitgezogenem Bogen umwandern. So reisten meine Frau und ich in Erwartung beglückender Erlebnisse im August 1957 wiederum über den Grossen St. Bernhard, strebten jedoch von Aosta aus direkt ins Valsavaranche, vorbei an dem imposanten, von prächtigen Gartenanlagen umsäumten Schlosse von La Sarre, durch das alte Städtchen Villeneuve mit der hoch über der Dora-Baltea-Klus thronenden Burg, vorüber auch an manch stolzem Campanile.

Durch Unwetter zu Anfang des Sommers war die Strasse des tiefeingeschnittenen Gebirgstales vielerorts arg unterspült und verengt. Frische Schwemmkegel mehrerer Seitenbäche bewiesen eindrücklich, dass das Wetter gar bös gehaust haben muss. Auf Nachfrage nach Gitta, dem Maultier, 1 Siehe « Die Alpen » 1957, Bulletin S. 73. 148 welches im Jahr zuvor von Pont aus Baumaterial zur Hütte trug, erfuhren wir, dass es eben bei dieser Katastrophe in den Fluten der hochgegangenen Savara ertrank.

Von Dégioz aus schlenderten wir zur reizvollen Alphochfläche von Pont und hinauf zum bekannten Rifugio Vittorio Emanuele II. Als Auftakt zu unserer Nationalparkwanderung konnten wir längere Zeit eine Murmeltierfamilie bei munterem Spiel beobachten. In der Hütte trafen wir zu beidseitiger Überraschung und Freude einen jener Clubisten an, deren Bekanntschaft wir am unvergesslichen Abend im Rifugio Vittorio Sella gemacht hatten. Der Innenausbau des Riesen-bivacco am Fusse des Gran Paradiso schien uns im Vergleich zu 1956 nicht viel weiter fortgeschritten, und dass die diesjährige Tourenwoche des CC viele Kameraden ins Gebiet zu locken vermochte, verriet uns das Hüttenbuch. Die Berge waren am nächsten Vormittag grossenteils verhüllt, und vom Tale herauf brandeten die Nebel. Nachmittags hielten uns Regen und Riesel in der Klause zurück.

In der Frühe des darauffolgenden kalten, aber nunmehr klaren Morgens schritten wir unmittelbar vom Rifugio aus über den mittleren Moränenwall des Montcorvègletschers aufwärts. Rosa überhaucht waren zu Tagesbeginn die Becca di Monciair und die kecke Firnhaube des formschönen Ciarforon. Linker Hand begleitete uns die direkt vom Gletscher aufstrebende Felsmauer der Gran-Paradiso-Westflanke, während sich vor uns die Pyramide der Tresenta aufbaute. Leider blieb deren Besteigung ein frommer Wunsch, weil uns jetzt bewusst wurde, noch eine grosse Tagesstrecke zurücklegen zu müssen. Weit entfernt am nördlichen Horizonte ragte eindrucksvoll der weisse Bau des Grand Combin auf. Angeseilt erreichten wir über den langsam ansteigenden und massig zerrissenen Montcorvègletscher den mit Gneisklippen übersäten Firngrat, 50 Meter über dem Colle di Montcorvè, bei Quote 3347.

Jenseits bildet der Col eine fast senkrechte Felsbarriere, die aus dem Ghiacciaio Ciamosseretto herauszuwachsen scheint. Am Beginn des Ciarforonostgrates ermöglichte uns ein durch recht losen Fels charakterisiertes Couloir den Abstieg auf den Ciamosserettogletscher. Nach Überschreitung des Bergschrundes traversierten wir westwärts die in eine Fülle von Licht getauchte, indessen schon stark aufgeweichte Firndecke. Um einen brüchigen Felsgrat turnten wir hinab in die steile Schuttkehle, welche direkt zum Grateinschnitt des Colle della Torre ( 3185 m ) emporführt. Der Anstieg kostete uns trotz der Schattenkühle etwelche Schweisstropfen. Gäh hob sich von der tiefen Himmelsbläue die Südseite des Ciarforon und seiner südwestlichen, ebenso wildzerrissenen Ausläufer ab. Selbst weit in die Ferne schweiften unsere Augen - über die Levanne-kette hinweg bis zu den Cottischen Alpen mit dem einsam emporragenden Monte Viso.

Spärliche Wegspuren leiten anfänglich von der Paßscharte wenige Schritte südwärts, bald jedoch staken wir in völlig pfadlosem Gelände, in einem Wirrwarr gewaltiger Gesteinsbrocken und vom Gletschereis geschliffener Plattenbuckel und Terrassen. Instinktiv stiegen wir Hunderte von Metern ab, bis wir auf den einstmals zur Zeit der königlichen Jagden angelegten Weg stiessen, derCol Loson: Blick nach Osten ( Valnontey ) zu irgendeiner Jagdunterkunft führt. Am ersten Bächlein, oberhalb des Bivacco Margherita al Roc ( 2387 m ), schalteten wir die Mittagsrast ein. Die Denti di Broglio und der Felsgrat La Torre umrahmen die Weidgründe und nackten Halden des wildschönen, trogförmigen Hochtales. Am Bivacco vorbei, mit Ab- und Wiederanstieg zum breitausladenden Colle di Sia ( 2274 m ) erreichten wir hoch über Ceresole die Waldgrenze und Punkt 3347 auch besseren Weg. Flaggen und Burgen von Schönwetterwolken waren mittlerweile aufgezogen und zauberten eine Spätsommerstimmung voll variabler Licht- und Schattenwunder in die Landschaft. Im lichten Forste umspielten Sonnenstrahlen flechtenbehangene grüne Stämme.

Ceresole Reale, das mehrere Hotels aufweist, war Etappenziel, und es ward uns im Albergo Levanne in der Fraktion Prese ( 1501 m ) sehr nette Aufnahme zuteil. Von der obersten Dorfstufe, in Richtung Colle del Nivolè, streckt sich ein grosser Stausee in die Länge. Unsere Karte hat ihn Colle di Montcorvè vom Ghiacciaio Ciamosseretto ( von Süden ) und Gran Paradiso noch nicht verzeichnet. Da möchte ich nun einflechten, dass man an- hand des vorliegenden alten Kartenwerkes bedauerlicherweise ungenaue Begriffe der topographischen Verhältnisse in den eigentlichen Hochregionen bekommt.

In Ceresole nahmen wir Abschied von liebenswürdigen, jüngeren Genueser Touristen, welche uns auf dem Colle di Moncorvè eingeholt hatten. Es dünkte uns recht amüsant, wie sie stets in gewisser Distanz hinter uns Veteranen liefen, bei jedem Halt mitrasteten und sich mit uns anzufreunden begannen. Die versprochenen Farbaufnahmen bekamen wir prompt schon im September von ihnen, ist man sich doch sonst gewöhnt, dass solche Versprechungen vielmals uneingelöst bleiben. In leichterem Schuhwerk marschierten wir am andern Vormittag von Ceresole weg. Die gutausgebaute Strasse senkt sich durch eine wildromantische Talenge mit mächtigen Trümmern eines Bergsturzes und in vielen Kehren 500 Meter hinunter nach Noasca. Lebhaft stellten wir uns vor, wie vor der Aufstauung das Wasser des Torrente d' Orco tosend und schäumend in mannigfachen Kaskaden durch den Felskessel gestürzt sein muss. Infolge der Ferragosta, dem bedeutenden italienischen Feiertag, wimmelte es von Fiatwagen und Rollern. Immer heisser brannte die Sonne ins Gesicht. Derart war uns die 8 km messende Strecke — man darf es wohl sagen — gefahrvolleres Terrain als zuvor auf Eis und Gestein. Vor uns sehen wir noch heute jene mannshohen Lettern, die auf einem Felsblock bei den letzten Kehren ob Noasca verkündeten: « Attenzione, Banditen! » Eine Hinterhaltwarnung aus der Zeit der Kämpfe von 1944/45 zwischen Partisanenverbänden und den eingebrochenen deutschen Truppen!

Ein verlotterter Wagen schaukelte uns von Noasca durch die steil von Bergen umschlossene Valle di Locana. Immer prächtiger präsentierten sich die Kulturen: Obst, Mais, Reben, Kastanien. Unweigerlich gelüstete es uns, einen der rosigen Äpfel zu pflücken, dies um so mehr, weil bei uns im kommenden Herbst geringe Obsternte in Aussicht stand.

Mit 475 m Meereshöhe war das 30 km von Noasca entfernte Städtchen Pont Canavese der tiefstgelegene Ort unserer Rundfahrt. Was piemontesische Küche an Köstlichkeiten zu bieten vermag, das erlebten wir daselbst in dem uns vom Wagenführer empfohlenen unscheinbaren Ristorante. Beizli würde man bei uns sagen. Heute noch läuft uns in Erinnerung daran das Wasser im Munde zusammen.

Von Molino di Forzo ( 1159 m ), eingeengt am Kopfe der pittoresken Valle di Forzo, stapften wir in den vorgerückten Nachmittagsstunden auf rauhem Wege zur Sommersiedlung Boschiettiera ( 1486 m ). Der Himmel hatte sich plötzlich verdunkelt, und just, da wir den Ort erreichten, begann es wie Bindfäden zu regnen. So gaben wir den Plan auf, zum 800 Meter höher gelegenen Bivacco Davito aufzusteigen. Die Behausungen von Boschiettiera sind recht armselig, immerhin konnte man uns einen Stadel als Nachtquartier überlassen. Durch die Lücken des halbzerfallenen Daches funkelten gegen Mitternacht die Sterne vom wolkenfrei gewordenen Himmel. Ein Hündchen, das vermutlich neben uns Wärme suchen wollte, stiess öfters die nicht verschliessbare, wacklige Türe auf, bis wir dann mit den Pickeln eine Sperre errichteten.

Noch in der Dunkelheit schüttelten wir die Heuhalme aus den Kleidern und machten uns marschbereit. Viele Male ertönte das « mille grazie » der Alpleute für die paar Zigaretten und den Kindern gespendete Schokolade. Die uns gutscheinende Barentschädigung mussten wir geradezu aufdrängen. In der Nähe der unbewohnten Hütte von Grange di Lavina - die ersten Sonnenstrahlen vergoldeten die Punta Rossa und den Monte Colombo - bereiteten wir den Morgenkaffee.Von dieser Alp an bleibt die Route zum Colle di Bardoney manchmal problematisch. Ein wenig verlässt man sich auf die Karte und peilt im übrigen die ab und zu sichtbare Gratmitte zwischen Punta di Forzo und Torre di Lavina an.

Auf der Alpe Cugni ( 2210 m ) hauste die Familie eines Schafhirten. Schweizer Stumpen machten den Mann gesprächig, und er erzählte uns, dass er zusammen mit seinem Bruder gegen 3000 Schafe zu betreuen habe. Bald gehe die Wanderung mit der Herde wieder in die Täler, ja sogar auf die Weideflächen der Po-Ebene, um etappenweise anfangs Sommer auf die Hochalpen zurückzukehren. In seiner Prachtsgestalt schien er uns die biblische Zeit zu verkörpern. Er war eine halbe Stunde lang unser Begleiter. Der melodische Ruf, den er in kurzen Intervallen an die zerstreut weidenden Tiere erschallen liess, liegt uns heute noch eindringlich in den Ohren. Sein an einem Auge erblindeter Hund trieb währenddessen aus Runsen und Planggen die wollene Flut auf eine Weideterrasse, wo sie das mitgebrachte Salz empfing und sich zu lagern begann. Wirklich, ein bezauberndes Bild einer Welt voll Friede.

Nun folgte ein teilweise unübersichtlicher, endlos scheinender Hang mit grossen Blöcken, die man zu überspringen hat. Mehr und mehr bleiben die Wegspuren verwischt, verschwinden auf längerer Strecke gänzlich, um erst wieder knapp unter der Passlücke in Erscheinung zu treten. Unweit, am Fusse der Punta Lavinetta, sichteten wir ein äsendes Gemsrudel.

Auch der Colle di Bardoney ( 2833 m ), flankiert von granitenen, dunkelgrün und leuchtendgelb mit Flechten bekleideten Kulissen, gewährte uns eine besinnliche Stunde des Schauens. Während die Südseite in Wärme gebadet war, blies uns nach Durchschreiten des Felstores ein kalter Wind entgegen, dem wir in der Folge bis in den Talgrund von Lillaz ausgesetzt waren. 200-300 Meter weit zeigt sich die Passroute, um alsbald wieder in einer stürzenden Gesteinsflut unterzutauchen. Steinhühner trippelten und flatterten vor uns auf. Ein Dorado für sie! Erst in den obersten Grashalden der Valle di Bardoney waren wir der Steinwüste entronnen.

In alten Zeiten diente der Colle di Bardoney übrigens dem Warenverkehr zwischen Aosta-Cogne und der Valle Soana. Er muss also damals gut unterhalten gewesen sein. Und jetzt, welch ein Zerfall!

Von der bereits verlassen gewesenen Alpe di Bardoney windet sich der Weg hoch über dem wasserreichen Bergbach und durch parkähnliche Lärchen- und Arvenbestände hinunter nach Lillaz ( 1617 m ), welches wir schon im Schatten vorfanden. Noch leuchtete aber in der Abendsonne der das Valeille begrenzende Gipfelkranz, darunter besonders markant der Torre del Gran San Pietro. In Cogne fanden wir auf den ersten Anhieb Unterkunft, und wir können auch darüber nur Rühmenswertes berichten. Überhaupt ist es uns ein Bedürfnis, erneut die Gastfreundschaft der Valdostaner Bevölkerung hervorzu- Colle di Bardoney: Blick nach Osten ( Cima-di-Cavallo-Gruppe ) heben und ihr auf diesem Wege den wärmsten Dank zu wiederholen.

Der Mittag des nächsten, ebenfalls sehr warmen Tages sah uns im Rifugio Vittorio Sella, und es verblieb uns ein voller Nachmittag zum Umherstreifen. Ein einzeln äsender Steinbock, den wir von Mulde zu Mulde im welligen Gelände anschlichen, versetzte uns dabei, was begreiflich erscheinen mag, in etwelche Aufregung.

Wohltuende Morgenfrische umfing uns, als wir uns dem Col Loson ( 3296 m ) zuwandten. Zahlreiche Gemsen und Steingeissen in den Felsbändern der Punta Nera liessen unser Marschtempo verlangsamen. Ein letztes Mal leuchtete uns in eisiger Schönheit die Gipfelreihe des Valnontey, dann nahmen wir den anfänglich über schiefrigen Boden führenden Pfad, welcher uns ins Valsavaranche zurückbrachte, unter die Füsse. Gleichsam als Belohnung unseres Wiederkommens liess sich auf 50 Meter Distanz ein Steinwildrudel überraschen. Es mö- Ciarforon Colle della Torre gen an die 30 Böcke gewesen sein. Die Zeit drängte keineswegs, so dass wir sie lange genug und ungestört beobachten konnten. Tatsächlich begegneten wir auch diesmal keinem Menschen, wie dies übrigens schon bei der Überschreitung des Colle di Bardoney der Fall war. In der engen Dorfgasse von Dégioz herrschte ungewöhnlicher Sonntagsbetrieb. Ein Querfeldeinlauf hielt einige Dutzend Zuschauer aus der Talschaft in Atem. Eifrig amteten am Tische der Jury auch zwei geistliche Herren.

Im Glänze sonniger Tage hielt uns das Pays d' Aoste eine weitere Woche im Bann. Der Hauptort Aosta sowie die langgestreckten Seitentäler Valgrisanche und Valtournanche vermehrten die Reiseeindrücke um ein Erkleckliches.

Mit Ausnahme einer einzigen Familie fanden wir die fünf höchstgelegenen Weiler des einsamen Valgrisanche unbewohnt vor. Wohnhäuser und Stadel waren abgedeckt, fenster- und türlos, und boten einen wirklich trostlosen Anblick. Ein werdendes, 5 km langes Staubecken zwang die Bewohner zum Verlassen ihrer Wohnstätten. Bereits werkte man an der Krone der breiten und hohen Abschlussmauer, und die Fahrstrasse rechtsufrig des kommenden Sees ist fertig erstellt.

Prächtig gelegen ist auch das schwach frequentierte Rifugio Mario Bezzi ( 2284 m ), welches man von Fornet aus auf bequemem Saumpfade erreicht. Die Hüttenwartin war über den Besuch aus der Schweiz recht erstaunt. Sie durchblätterte extra das Hüttenbuch, um uns eine vor 3 Jahren erfolgte Eintragung westschweizerischer Kameraden zeigen zu können. Der schon weit im Tale unten sichtbare Grenzwall der eisbedeckten Grande Sassière dominiert eindrücklich im Kranze der das Hüttengebiet umsäumenden Berge.

Im oberen Valtournanche faszinierte uns immer und immer wieder die riesige Gebirgsmauer, welche sich vom Haupte des Château des Dames über die kühn zum Himmelsbogen ragende Dent d' Hérens bis zum wuchtigen Felsriff des Matterhorns erstreckt. Der alte Bergsteigerort Breuil ( Cervinia ) hat sich in den letzten Jahren sehr modernisiert. Allenthalben stehen neue Hotels und Verkaufsmagazine, und mit Hochdruck wird weitergebaut. Dem Slogan « Skisport auch im Sommer » wird dort reichlich nachgelebt. Man kann sagen, jeder vierte Sommergast führt die Ski in seinem Gepäck, um droben auf dem Plateau Rosa mehr oder weniger dem weissen Sporte huldigen zu können. Durch die beiden Luftseilbahnen zur Testa Grigia und zum Furgg-Grat ist der Zugang leicht gemacht. Auch wir zwei bestiegen die Gondeln - man hat zweimal umzusteigen -zur Firnkuppe der 3479 m hohen Testa Grigia, woselbst sich auch der höchstgelegene Schweizer Zollposten installiert hat.

Von der Bergstation stiegen wir über den Theodulgletscher, der in den Furgg-Gletscher überleitet, ab und über diesen selbst bis zur Endzunge am Hörnlirücken. Als Gruss der Heimat steuerten zwei Pipermaschinen über unsere Köpfe hinweg. Sauber vollzogen sie wenige hundert Meter entfernt, auf sanftgeneigter Gletscherfläche unterhalb des Theodulpasses ihre Landung. Offenbar handelte es sich um Übungsflüge vom Flugplatz Sitten her.

Der Bergring um Zermatt strahlte feierlich zum stahlblauen Himmelsdom, nur das Matterhorn liess einen riesigen Wolkenteppich über seine Ostwand herunterflattern. Beladen mit der Fracht höchst beglückender Wandereindrücke verflossener Tage durften wir in den altvertrauten Gassen Zermatts Einzug halten.

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