Schlussbemerkungen der Redaction

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Wir übergeben hiermit der Oeffentlichkeit den IV. Band unseres Jahrbuches, und es hofft die neu eingetretene Redaction, dass das Publicum denselben mit eben dem Interesse aufnehmen werde, wie die unter Leitung ihrer Vorgänger erschienenen. Freilich ist es mir im Verlaufe der Arbeit klar geworden, dass eben diese Leitung eine schwierige Sache ist, bei welcher ich gewünscht hätte, dass mir die Erfahrung der ersten Redactoren noch mehr zur Seite hätte stehen können, als dieses wirklich der Fall war.

632Theobaïd.

Indem ich allen Denjenigen, welche Arbeiten für das Jahrbuch geliefert haben, meinen verbindlichsten Dank ausspreche, erlaube ich mir, hier zum Schlüsse, im Interesse des nächstfolgenden Jahrbuches für 1869 einige " Wünsche auszusprechen.

Es würde sehr gut sein, wenn Arbeiten über im Sommer 1867 gemachte Touren noch vor Anfang der nächsten Saison eingesandt würden, und wenn die im Sommer 1868 gemachten, mir vor Anfang December zukämen, denn nur so wird es möglich sein, das Jahrbuch für 1869 vor Anfang der Jahreszeit des Bergsteigens in die Hände des Publicums zu bringen. Auch lehrt die Erfahrung, dass solche Arbeiten, dann niedergeschrieben, wenn die Erinnerung noch frisch ist, nur gewinnen können.

Für die wissenschaftlichen Arbeiten und andere „ Aufsätze " sprechen wir denselben Wunsch aus.

Die sogenannten „ Kleineren Mittheilungen " sind in dem letzten Jahrbuch so wenig zahlreich, dass es nothwendig erschien, einige Arbeiten, die eigentlich in andere Abtheilungen gehört hätten, in diese Rubrik zu stellen, damit dieselbe doch ausgefüllt würde. Kleinere Mittheilungen, d.h. vereinzelte Beobachtungen, welche alle Seiten der Alpenwelt betreffen, ,ohne gerade den Stoff zu längeren Abhandlungen zu bieten, sind aber oft höchst werthvoll in gar vielen Beziehungen; wir verweisen auf die „ Beob-achtungsnotiizen ", welche das Centralcomite von St. Gallen seiner Zeit veröffentlicht hat, und wünschen für das nächste Jahrbuch recht viele hierauf bezügliche Mittheilungen.

Was Orts- und Personennamen betrifft, so ist zu wünschen, dass in dieselben eine gewisse Consequenz komme, sowohl in Bezug auf die Namen selbst, als auf deren Schreibweise. Die Redaction hat geglaubt, einem jeden Verfasser seine Schreibweise belassen zu müssen, und nur in zweifelhaften Fällen die Nomenclatur und Schreibart der Dufourschen und Club-Karte entscheiden zu lassen. Sie ist aber auch der Ansicht, dass diese Karten als officiell festgestellte Grundlagen weiterer Forschungen gelten müssen, von denen man nur dann abweichen sollte, wenn es absolut nothwendig ist. Es ist hier weder Ort noch Raum, die Fälle dieser Nothwendigkeit zu specialisiren. Der Alpen-Club hat sich unter anderen die Aufgabe gestellt, die Karten zu ergänzen, und wo es nothwendig erscheint, deren Verbesserung zu veranlassen — gewiss ein sehr lobenswerthes und selbst nothwendiges Bestreben, wobei jedoch zu wünschen ist, dass nicht durch zu grosse Scrupulosität Unsicherheit und Verwirrung entstehen.

Es liegt im Interesse unseres Vereines, dass die alten bewährten Kräfte fortwährend dem Jahrbuch sein Bestehen und seine Geltung in nahen und fernen Kreisen durch ihre Beiträge sichern, aber wir fordern auch die junge Generation auf, durch ihre Arbeiten zu bewähren, dass ihr die Zukunft gehört.

Endlich wird hier der schon mehrfach ausgesprochene Wunsch wiederholt, dass bei jeder Bergersteigung, namentlich aber auch bei deren Beschreibung im Jahrbuch, irgend welche wissenschaftliche oder künstlerische Gesichtspunkte in 's Auge gefasst werden mögen, wodurch am besten der Vorwurf, dass sich bei solchen Beschreibungen dieselben Dinge fortwährend wiederholen, beseitigt werden kann, und unsere Jahresschrift vor mancher andern einen entschiedenen Vorzug erlangen wird.

G. Theobald.

Bei dem Aufsatze pag. 86—140 ist statt Hoffmann'Burkhardt zu lesen: Eduard Hoffmann.

Druck der Offizin von J. A. Pradella in Chur.

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