Schneetourenbus für die letzte Meile

Jedes Mal, wenn ich im Kiental ab Tschingel auf eine Skitour gehe, finde ich es schade, dass dieser Ausgangspunkt nicht mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar ist. Denn für mich gehören Skitouren und die ­An­reise mit dem öV zusammen. Es ist mir ein Anliegen, dass der ökologische Fussabdruck meiner Freizeit­aktivitäten so klein wie möglich ist. Wir Bergsportler sind ja sehr direkt von den Auswirkungen des Klima­wandels betroffen: Viele Touren werden schwieriger, gefähr­licher oder gar unmöglich.

Da die meisten Skitourenorte nicht gerade vor meiner Haustür liegen, spielt die An- und Rückreise punkto Ressourcenverschleiss die grösste Rolle. Bei der ­Planung fehlt dann oft die letzte Meile mit dem öV, weil die Ausgangspunkte für die Skitouren weitab vom Schuss und weit weg von der nächsten Bushaltestelle liegen. Die grossen Parkplätze vor Ort platzen deshalb bei guten Bedingungen aus allen Nähten. Und bei ­Hudelwetter oder mangelndem Schnee herrscht gähnende Leere. Aus diesem Bild heraus ist die Idee <br/>für einen Bus ­entstanden, der nur dann verkehrt, wenn auch Bedarf vorhanden ist. Und nun ist aus dieser Idee das Projekt Schneetourenbus geworden, das auf den Fahrplanwechsel hin auf sechs Pilotstrecken ­startet. Das neu­artige Angebot will für Wintersportler die Hürde, mit dem öV anzureisen, senken und gleichzeitig den Transportunternehmen einen kostendeckenden Betrieb ermöglichen (S. 26).

Ich freue mich darauf, schon bald das erste Mal in ­einem Schneetourenbus zu sitzen. Zum Beispiel für ­einen ­Besuch in der Sustlihütte mit dem Bus ab Göschenen oder für eine Tour auf den Piz Rondadura am Lukmanier von Disentis aus. Wir hoffen, dass viele Wintersport­lerinnen und Wintersportler dem Projekt eine Chance ­geben. Denn es gibt noch zahlreiche weitere Strecken mit Potenzial für einen Schneetourenbus.