Unnötige Angriffe auf unsere ­Alpenlandschaft

Zum Artikel Energiestrategie schwächt Landschaftsschutz, «Die Alpen» 03/2018

Lippenbekenntnisse erwartet man ­eigentlich von der Politik, nicht aber von SAC-Funktionären. Die Art und Weise, wie der SAC im Fall Trift die sogenannte Energiewende unterstützt, ist man sonst nur von PR-Leuten der Energiewirtschaft gewohnt.

Das Vorhaben der KWO im Triftkessel zeigt den grassierenden Unsinn unnötiger Projekte sehr deutlich auf. In der Fachwelt herrscht Einigkeit über den aktuellen Verschwendungsanteil von rund 25% beim Strom. Das bedeutet, dass ein Viertel unseres Stromverbrauchs nicht in Leistung umgesetzt wird, weil Geräte und Einrichtungen nicht am aktuellen technischen Stand ausgerichtet sind. Auch gemäss Energiestrategie 2050 besteht ein Spar­potenzial von 18%. Damit könnten wir also mit 20% weniger Strom genau dasselbe schöne Leben führen wie jetzt auch. Von Sparen oder von Verzicht ist da noch nicht einmal die Rede.

Dagegen würde das Triftprojekt brutto eine zusätzliche Stromproduktion von zweieinhalb Promille bringen. Das ist gerade mal ein Sechstel des jährlichen Gewinns aus der technischen Effizienzsteigerung. Alternativ könnten diese 400 Millionen Franken zudem mit einer volkswirtschaftlich wesentlich höheren Wirkung in den Umbau unseres Gebäude­bestands und in Plusenergiehäuser ­investiert werden. Hier liegt bis 2050 ein Potenzial von zwei Dritteln des heutigen Verbrauchs. Und heisst Nach­haltigkeit nicht, sich nach der Decke zu strecken?

Wenn die Abteilung Umwelt und Raumplanung also behauptet, dass landschaftszerstörende Projekte wie dasjenige im Triftkessel der Energiewende dienten, ist sie entweder von der Stromlobby bezahlt oder hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Der SAC sollte sich weder das eine noch das andere leisten.

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