Vorrede

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Der vorliegende Band ist der letzte, welcher nach den bisher geltenden und für die Jahrbücher LIII und LIV erneuerten Verträgen herauskommt. Wenn die von der Zeitschriftenkommission ausgearbeiteten Programme, von denen in der letzten Yorrede pag. YII und hiernach pag. 249 die Rede ist, vom Zentralkomitee und der Abgeordnetenversammlung genehmigt sein werden, wird das Jahrbuch als dreisprachiges und für alle Mitglieder obligatorisches Hauptorgan ein etwas verändertes Gesicht zur Schau tragen. Immerhin würden die Hauptzüge gleich bleiben und das Jahrbuch nach wie vor in den Rubriken Exkursionsgebiet ( neu ), Freie Fahrten und Abhandlungen größere und mit Voll- und Textbildern illustrierte Artikel bringen. Desgleichen als besondere Beilagen Panoramen, Karten und ( gelegentlich ) Monographien. Die Kleineren Mitteilungen würden auf wenige Rubriken, deren Fortführung unerläßlich ist, beschränkt werden, die Rezensionen in dem Sinne, daß Bücherbesprechungen, deren Veröffentlichung keinen Aufschub duldet, den Monatsschriften Alpina und Echo des Alpes überwiesen würden. Die in früheren Jahrbüchern, bis 1916, mitgeführte „ Chronik des Klub " und andere offizielle Kundgebungen des C. C und der Sektionen kommen definitiv in Wegfall.

Dies gesagt, kann ich mich darauf beschränken, über Bd. 54, der eine Art Überleitung vom alten zum neuen System sein soll, einige erläuternde Worte hinzuzufügen.

In den Freien Fahrten sind, zuzüglich des Montblancgebietes, nur Schweizer Alpen vertreten, indem ein den Ostalpen entstammender Aufsatz, der im Manuskript vorlag, wegen Raummangel zurückgelegt werden mußte. Ich denke, daß das künftige Jahrbuch das Gebiet der nichtschweizerischen West- und Ostalpen und selbst exotischer Hochgebirge nicht ganz vernachlässigen sollte, da manche derselben Neues bieten, das in unsern Bergen anfängt selten zu werden*. Daß keine Arbeit in französischer Sprache darin vorkommt, bedaure ich, aber es ist nicht meine Schuld.

Die Abhandlungen stehen an Zahl hinter den Freien Fahrten stark zurück, während sie ihnen letztes Jahr die Wage hielten. Ich würde es begrüßen, wenn dies künftig wieder die Regel werden könnte. Immerhin darf ich wohl darauf verweisen, daß der längste Artikel der Freien Fahrten, der von W. Derichsweiler, im wesentlichen den Charakter einer Abhandlung trägt.

In den Kleineren Mitteilungen habe ich, versuchsweise und weil es mir an Zeit für eine sachgemäße Übersetzung fehlte, einem englischen Mitglied unseres Klubs das Wort in seiner Muttersprache gewährt. Ich bitte die wenigen unter uns, die nicht Englisch lesen, um Entschuldigung, und verspreche, daß es bei diesem einen Versuche bleiben wird.

Tira-, » ', Vili Die Vollbilder sind abgesehen von dem farbigen Titelbild ausschließlich in Inkavotiefdruck von Brunner & Cie. in Zürich hergestellt worden. Ihre Zahl wurde, aus den gleichen finanziellen Gründen wie die Bogenzahl, die um vier hinter der letztjährigen zurücksteht, auf das Mindestmaß hinuntergesetzt. Wenn einmal die Mittel wieder reichlicher fließen, dürfte es sich empfehlen, auch die Technik des farbigen oder schwarzen Autotypiedruckes wieder, wie früher, heranzuziehen. Sie steht gegenwärtig, wie die Zeitschrift des D. & Ö. A. Y. beweist, auf einer Höhe, die den höchsten Anforderungen entspricht.

„ In der Schleife " wird der Leser, der daran seit langem nicht mehr gewöhnt ist, eine von der Landestopographie hergestellte Exkursionskarte finden, die dem neuen Exkursionsgebiet für 1920—22 als Grundlage dienen soll. Als solches war durch Beschluss der Abgeordnetenversammlung in Basel das Massiv der Dent du Midi bestimmt worden. Es stellte sich dann aber heraus, daß die Landestopographie in nützlicher Frist eine den Neuaufnahmen entsprechende Karte dieser Gegend nicht würde liefern können. Sie anerbot dagegen eine solche des Mittleren Tessins, das für später als Exkursionsgebiet in Aussicht genommen war. Die Redaktion kam mit dem neuen Zentralkomitee dahin überein, die Gebiete einfach zu tauschen. Unsre tessinischen Klubgenossen gewinnen damit für ihre künftigen Beiträge zum Jahrbuch und Echo des Alpes, wie zu ihrem eigenen Bollettino ein zum Teil noch unbeackertes Arbeitsfeld. Schon wegen ihres Formates mußte die instruktive Zeichnung unseres Altmeisters Albert Heim, die er dem Jahrbuch in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hat, in den Buchdeckel gesteckt werden. Die Erläuterungen dazu findet man im Text pag. 232 ff. Aus dem gleichen Grunde mußte auch das Teilpanorama der Dammahütte aus dem Text pag. 69 ff. in den Anhang verwiesen werden. Die den künstlerischen Eindruck der Inkavogravüren etwas beeinträchtigenden Routenzahlen stammen aus dem Urnerführer, dessen zweite, demnächst erscheinende Ausgabe für diese Gegend von Herrn Marcel Kurz bearbeitet wurde. Mit ihm und Herrn J. Moser hat das Jahrbuch zwei neue und vielversprechende Mitarbeiter gewonnen, wie denn überhaupt in Bd. 54 neben den bewährten Alten viel jugendfrische Schriftsteller das Wort ergriffen haben, was nur zu begrüßen ist.

Es hat unter den neuen Yerhältnissen keinen Zweck, jetzt schon Fristen für die Einreichung von Manuskripten und Bildern für Jahrbuch 55 anzusetzen. Wann die neu zu schließenden Verträge in Ordnung und das Programm bereinigt sein wird, werde ich die nötigen Aufrufe in der Alpina und im Echo des Alpes veranlassen. Für solche, die mir bereits Manuskripte eingereicht oder in sichere Aussicht gestellt haben, bemerke ich, daß ich gegebenen Falls diese Angebote vor denjenigen, die sich neben mir mit der Aufstellung des Programms für Jahrbuch 55 zu beschäftigen haben werden, vertreten werde.

Bern, Rabbentalstraße 49, Ende Juni 1920.

Dr. Heinrich Dübi.

I.

Freie Fahrten.

Jahrbuch des Schweizer Alpenclub. 54. Jahrg.

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