Vorrede.

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Auch im vorliegenden Bande mussten die touristischen und wissenschaftlichen Artikel, unter Verzicht auf die früher gebräuchliche Einteilung in Rubriken, nebeneinandergereiht werden. Immerhin wurde darauf Bedacht genommen, die wissenschaftlichen Monographien mehr gegen das Ende des Bandes hinauszurücken. Zum erstenmal sind wir durch den Umfang der betreffenden Arbeit veranlasst worden, die Monographie über Biasca und Val Pontirone in zwei Teile zu zerlegen und den Schluss, welcher ausser drei Kapiteln vorwiegend touristischen Inhalts, den auf Seite 158 angedeuteten Anhang und einen ausführlichen Kommentar zu den zahlreichen Anmerkungen im ersten Teil liefern wird, für das Jahrbuch LVIII zurückzulegen. Für dasselbe sind ausserdem verschiedene grössere Artikel touristischen und wissenschaftlichen Charakters vorgemerkt, so dass das Programm schon einigermassen besetzt ist. Angebote von weiterem Material, welches monographischen Charakter und einen gewissen Umfang haben muss, möchten daher der Redaktion rechtzeitig angemeldet, bzw. zur Prüfung vorgelegt werden.

Die Art des im Jahrbuch LVII zur Verwendung kommenden Papiers, welches schon für Jahrbuch LVI angeschafft war, aber wegen der Stebler-schen Monographie für dieses nicht benutzt werden konnte, zwang uns, die grösseren und kleineren Autotypien auf besondern Tafeln zu vereinigen und nur die in Strichmanier reproduzierbaren Bildchen in den Text zu setzen. Dies bot den Vorteil, die Autotypien auf Kunstdruckpapier besser herauszubringen, hat aber den Nachteil, die Bilder gelegentlich etwas weit von dem betreffenden Text wegzurücken. Für die achtzehn Inkavotafeln konnte wieder das frühere technische Verfahren, das im Jahrbuch LVI aus Ersparnisgründen verlassen worden war, angewendet werden, zum grossen Vorteil für die Bilder. Ebenso werden es die Leser begrüssen, dass nach längerer Pause wieder ein farbiges Titelbild erscheint, welches von dem uns aus Jahrbuch LIII bekannten Künstler stammt und von einer neuen Firma reproduziert wurde.

Über die diesem Jahrbuch als besondere Beilage mitgegebene Skikarte, die wohl manchem Leser willkommen sein wird, verweise ich auf das dieser Vorrede nachfolgende Begleitwort der beiden Bearbeiter.

Bern, Rabbentalstrasse 49, 8. Juni 1923.

Dr. Heinrich Dübi.

Begleitwort zu der Skikarte Berner Oberland.

( Ostblatt: Grimsel-Tschingelpass. ) ( Beilage. ) Die vorliegende Skikarte sucht dem Bedürfnis nach Zusammenstellung der üblichen Skiwege gerecht zu werden. Wenn sie ab und zu weiter geht und selten begangene Pfade weist, so ist damit keineswegs gesagt, dass der Hochgebirgsskifahrer nun zuverlässiger Führung entbehren könne.

Die Karte setzt eine gründliche Kenntnis des Hochgebirges und vollständige Beherrschung der Ski voraus. Für Unfähige kann sie geradezu verderblich werden, denn in der heutigen Gestalt ist sie auf die Voraussetzung günstiger Bergverhältnisse abgestimmt, und es muss in jedem einzelnen Benutzungsfalle daran gedacht werden, dass Gottes mannigfaltige Alpenwelt sich nicht in das sanftmütige Kartenblatt bannen lässt. An Stellen, die dem Kartenleser harmlos erscheinen, können Nacht und Nebel den Wanderer zwischen die wildesten Gletscherschründe hinausführen, auf den weiten, sanften Hochfirnen, wo der Skifahrer im Pulverschnee zu schwelgen gedenkt, können Brücken einbrechen, und wo er im Schatten der morgenroten Gipfelkämme sorglos dahingleitet, erreichen ihn die Steinschläge, die die Frühsonne von den Graten löst.

Deshalb darf die Karte nicht Vorwand zu Nachlässigkeit werden. Für den Bergskifahrer bleibt oberster Grundsatz: Vorsicht!

Endlich sei erwähnt, dass die meisten Hochskitouren Ende Mai ausgeführt wurden und dass deshalb Benutzer der Karte gut tun, den erschwerten Verhältnissen anderer Jahreszeiten Rechnung zu tragen.

Das Blatt ist scheinbar zu gross. Wer aber bedenkt, dass der Skifahrer auf einer Wanderung in der Regel weit grössere Räume durchmisst als der Sommerbergsteiger, wird verstehen, dass es nötig war, das ganze östliche Gebiet der Berner Alpen im Zusammenhange zu bearbeiten, so dass bei eintretendem Wettersturz überall Talwege zu finden sind. Aus diesem Grunde ist auch davon abgesehen worden, die östlich der Aare und südlich der Rhone gelegenen Gebiete des Kartenblattes zu bearbeiten. Grundsatz sollte bleiben: nur Skiwege, deren Ausgangsstellen im Kartenbild liegen, dürfen behandelt werden.

Zu besonderem Dank verpflichtet sind wir den Herren Hans Lauper, Paul Montandon und Hans Steudler, die den Probedrucken mit gründlicher Sorgfalt zu Leibe gingen und viel zu der Vollständigkeit und Richtigkeit der einzelnen Wegzeichnungen beitrugen. Vor allem muss aber die eigentliche Grundlage der Arbeit Erwähnung finden, die in dem bei King & Hutchings, Ltd., Uxbridge, 1920 erschienenen « Alpine Ski Guide The Bernese Oberland, Vol. II » von Arnold Lunn gegeben war.

Für alle Mitteilungen, die zu einer Verbesserung der Karte dienen, sind wir sehr dankbar.

Grindelwald und Laaterbrunnen, im Mai 1923.

Arnold Lunn. Othmar Gurtner.

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