Vorwort

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Das 25. Jahrbuch, welches der Unterzeichnete hiemit dem S.A.C. übergibt, erscheint, wie das 24., um etwa zehn Tage zu spät, und die Ursache dieser Verzögerung liegt wieder hauptsächlich bei der Karte, deren Fertigstellung dadurch verzögert wurde, daß dem S.A.C. nicht ein bloßer Ueberdruck aus dem Siegfriedatlas, sondern eine vervollständigte Karte geboten werden sollte. Auf den Blättern Jenins, Partnun und Serneus des Siegfriedatlas hört bekanntlich die Terrainzeichnung an der Landesgrenze auf, in der Excursionskarte für 1890/91 dagegen finden wir auch den Vorarlbergischen Abhang der Rhätikon-kette. bis. in 's Gamperdoner-, Brandner- und Monta-fonerthal eingetragen, eine Ergänzung, für welche der S.A.G. sowohl dem Topographischen Bureau, wie dem Centralcomité Dank wissen wird.

Es steht zu hoffen, daß diese Karte in Verbindung mit dem sehr instructiven Itinerar Hrn. Eduard Imhofs dem neuen Excursionsgebiete Rhätikon-Hoch-wang zahlreiche Besucher aus dem S.A.C. zuführen werde, zahlreichere, als dem alten Clubgebiet zu IX Theil geworden sind, das ausschließlich von Mitgliedern der ostschweizerischen Sectionen begangen wurde.

Immerhin kann sich auch das Gebiet der Granen Hörner im Ganzen nicht über Vernachlässigung seitens des S.A.C. beklagen. Dank den Arbeiten der HH. Prof. Gröbli, Ed. Imhof, J. J. Schießer, Pfarrer Kind und Pfarrer Brändli in diesem und dem letzten Jahrbuche ist das kleine Excursionsgebiet für 1888/89 in touristischer Beziehung so eingehend behandelt worden, wie selten ein anderes. Die HH. Prof. Meyer von Knonau und C. Brüsch haben uns Bilder aus der Geschichte der Landschaften des Clubgebietes geboten, der geologische Bau ist von Prof. A. Heim, der alte Bergbau am Calanda und am Gonzen von den HH. Dr. Bosshard und Bächtold besprochen worden. Leider hatten dagegen die Bemühungen der Redaction, Bearbeiter der Flora und Fauna des Gebietes zu gewinnen, nur den Erfolg, daß von Seite eines hervorragenden Kenners der Pflanzenwelt der Nordostschweiz eine botanische Arbeit aus dem Clubgebiete für eines der nächsten Jahrbücher in Aussicht gestellt worden ist.

Auch hinsichtlich der Illustrationen ist das Gebiet der Grauen Hörner besser bedacht worden, als manches andere. Durch die photographischen Aufnahmen der HH. Rob. Büchi, E. Huber und Prof. Wolff, sowie die Skizzen der HH. Dr. Bosshard, E. Imhof und unseres verehrten Clubveteranen J. Müller-Wegmann sind die Hauptgruppen: Graue Hörner, Ringelspitzkette und Calanda, mehrfach zur Darstellung gekommen. Alles in Allem genommen, bieten die Arbeiten und X Ansichten aas dem Clubgebiet in Verbindung mit der Excursionskarte 1888/89 und dem reichhaltigen Itinerar F. Becker's ein ziemlich Tollständiges Bild unseres bisherigen Clubgebietes.

Von den 6 Berichten der „ Freien Fahrten " gehören drei, mit sechs ersten oder auf neuem Wege ausgeführten Besteigungen, den Schweizer Alpen an, je eine den Dolomiten und den Julischen Alpen und dem Massive des Sinai.

In der Rubrik Abhandlungen vermissen wir leider den Bericht über den Stand der Rhonegletschervermessung 1888/89, welcher deshalb ausbleiben mußte, weil der leitende Ingenieur durch den Dienst des topographischen Bttreau's so vollständig in Anspruch genommen wurde, daß es ihm nicht möglich war, die nothwendigen Daten zu nützlicher Frist auszuarbeiten.

Von den kleinern Mittheilungen seien dem S.A.C. besonders zur Beherzigung empfohlen die Mahnung Dr. E. von Fellenbergs, Handstücke von Gipfeln und wenig besuchten Gräten zu sammeln und an Fachmänner einzusenden, der Appell Ingenieur Reber's zum Schutze der trigonometrischen Signale und das Führerverzeichniß der Section Rhätia von Dr. Bosshard. Die Redaction erblickt in dem letzteren einen ersten kleinen Erfolg ihrer bisher vergeblichen Bemühungen, von den Gebirgssectionen Materialien zur Erstellung eines umfassenden und, nach Maßgabe der Führerzeugnisse, kritischen Führerverzeichnisses zu erhalten. Die Sache ist wichtig genug, um immer und immer wieder in Anregung gebracht zu werden, obwohl der XI bisherige Erfolg der Wünsche und Mahnungen, sowohl von Seite des C. C., wie des Unterzeichneten, nicht gerade ermuthigend wirkt. Hoffentlich gelingt es dem Nachfolger der bisherigen Redaction besser, die Gebirgssectionen davon zu überzeugen, daß die Erstellung eines solchen Verzeichnisses nicht nur im Interesse aller montanistischen Kreise liegt, sondern für den S.A.C. geradezu eine Pflicht ist.

Mit diesem Wunsche nimmt der Unterzeichnete an dieser Stelle Abschied von den Lesern des Jahrbuches, dessen Redaction er seit 1871, nicht ohne zahlreiche Irrungen und Mißgriffe, aber doch stets nach bestem Wissen und Gewissen geführt hat. Das Centralcomité beabsichtigt, nach einer gefälligen Mittheilung des Hrn. Centralsecretärs, die Schaffung eines ständigen Centralsecretariats, dem außer den gewöhnlichen Se-cretariatsgeschäften die Sichtung und Ordnung des Archivs, Bearbeitung des vorhandenen Materials und die Redaction des Jahrbuches übertragen werden sollen. Durch diese Combination verliert die Redaction ihre bisherige selbständige Stellung, und die dadurch bedingte Häufung verschiedener Aufgaben erfordert zu ihrer Bewältigung durchaus eine jüngere Kraft, welcher der Unterzeichnete gerne Platz macht.

Zum Schluß sei es dem Unterzeichneten gestattet, dem S.A.C. an dieser Stelle nochmals seinen herzlichen Dank auszusprechen: vorab allen denjenigen, die während dieser 19 Jahre an den Bänden VII bis und mit XXV des Jahrbuches mitgearbeitet haben, und deren werkthätiger Unterstützung es zu danken ist, wenn das Jahrbuch S.A.C. immer noch unter den ähnlichen Erscheinungen der alpinen Literatar einen nicht un-ehrenvollen Rang einnimmt, und sodann dem Gesammtclub, dessen langjähriges Zutrauen und freundliche Nachsicht die nicht immer unschwierige und noch weniger immer angenehme Aufgabe der Redaction wesentlich erleichtert haben. Vivat, floreat, crescat S.A.C.!

I.

Bergfahrten dem Clubgebiet.

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