Warum von schicksalhafter ­Fügung sprechen?

Zum Editorial «Der Einzelfall» und zum Artikel «Tod eines Unsterblichen. Ein Nachruf», «Die Alpen» 06/2017

Den Nachruf auf Ueli Steck habe ich sehr geschätzt, aber mit dem Editorial bin ich überhaupt nicht einverstanden. Wie kann man von einer schicksalhaften Fügung sprechen, wenn einer über viele Jahre hinweg mit dem Leben gespielt hat? Ich vermute, dass die Mehrheit der Alpinisten von diesem Ausgang der Geschichte nicht überrascht ist ... Was für ein schlechtes Vorbild für unseren Nachwuchs!

Ich begann mit Bergtouren und Klettern, als man noch grobe Bergschuhe trug, oftmals Militärschuhe, und als man sich ein Hanfseil um die Hüften schlang. Wir waren sehr vorsichtig, denn selbst ein Sturz von wenigen Metern war schmerzhaft. Später waren unsere Söhne und ihre Freunde und Freundinnen super ausgerüstet. Sie trugen haufenweise Material mit sich und überwanden Stellen, von denen wir nur hatten träumen können. Dank der Absicherung konnten sie es sich sogar leisten, ins Seil zu stürzen. Ich habe sie immer gefördert und hatte grosses Vertrauen in ihre Technik. Hingegen ist in meinen Augen das Rennen durch die steilsten Wände und auf die höchsten Gipfel, nur um einen Rekord zu brechen, so etwas wie russisches Roulette.

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