Winterfahrten in der Val Viola

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Von Eugen Wenzel

Mit 3 Bildern ( 1—3 ) und 1 KartenskizzeZürich ) Im März 1939 waren wir von Livigno her zum erstenmal nach Arnoga in der Val Viola gekommen, und damals war uns von dort aus mit grossem Wetterglück der kühne Wurf einer Besteigung der Cima di Piazzi gelungen 1. Neben dem nachhaltigen Erlebnis, das uns jene selten schöne Winterfahrt vermittelte, war uns auf diesem Gipfel der schon einige Tage zuvor am Corno di Campo gewonnene Eindruck, dass die Val Viola noch eine ganze Reihe prächtigster Skiberge aufweist, bestätigt worden. Lange Kriegs- und Nach-kriegsjahre hinderten uns daran, das in Italien liegende Gebiet nochmals aufzusuchen und diese imponierenden Dreitausender kennen zu lernen. Genau 1 Siehe « Die Alpen », Bd. XVI, 1940, p. 452.

zehn Jahre später ist uns nun der stets lebendig erhalten gebliebene Wunsch, die Val Viola zu durchstreifen, doch in Erfüllung gegangen.

Obschon uns bekannt war, dass die Sektion Bernina des SAC auf Lungaqua in der Valle di Campo einen Stützpunkt eingerichtet hatte, der als Standquartier in Frage käme, schien es uns zweckmässiger, die Violaberge von der italienischen Seite aus anzugehen. Ausschlaggebend war dabei weniger die verlockende Aussicht, in Arnoga behaglichere Unterkunft zu finden, als die einfache Tatsache, von dort aus ohne Gegensteigung auf direktestem Weg in die Seitentäler der Val Viola gelangen zu können. Der Albergo Viola auf Arnoga an der Foscagnostrasse steht 1846 m über Meer, eine Höhenlage, die im Vergleich zu den Gipfeln, welche um die Dreitausendergrenze herum liegen, als günstig bezeichnet werden kann, und zudem ist er von Bormio her leicht erreichbar.

Mitte Februar 1949 reisten wir über Tirano in Italien ein, fuhren in direktem Anschluss durch das obere Veltlin nach Bormio, wo wir den grossen Pullmanwagen mit einer kleinen « macchina » vertauschten und bald darauf im letzten Dorf der Valle di Dentro, in Semogo, eintrafen. Dort verluden wir Gepäck und Ski auf einen Pferdeschlitten und langten nach einem Fussmarsch von etwas mehr als einer Stunde um die Mittagszeit des zweiten Reisetags in Arnoga an. Daselbst fanden wir trotz der auch dort nicht spurlos vorbei-gegangenen Kriegsjahre alles beim alten, vorweg unseren Gastwirt, den ewig geschäftigen Signor Guaiti. Wir bezogen das gleiche Zimmer wie vor zehn Jahren, hatten erneut Gelegenheit, uns von den Kochkünsten Guaitis zu überzeugen, und zusammen mit dem strahlenden Frühlingswetter schien nichts zu fehlen, um zu vollem Erfolg zu kommen.

Monte Foscagno, 3058 m Der Monte Foscagno, der den Hauptgipfeln der Val Viola gerade gegenüber liegt, eignet sich vorzüglich als Einführungstour. Wir brechen erst um 8.30 Uhr auf und folgen der Paßstrasse, welche im oberen Teil auf kilometerlanger Strecke in gedeckten Galerien und Tunnels verläuft. Noch vor Erreichen des Passo di Foscagno zweigen wir bei der Einmündung des Vallaccia-baches westwärts ab und arbeiten uns mühevoll durch dieses Hochtälchen dem Gipfel entgegen. Unter normalen Schneeverhältnissen wäre es ein leichtes, hier eine ordentliche Spur anzulegen, doch diesmal müssen wir mit Verhältnissen rechnen, bei denen beim besten Willen nicht mehr von Skifahren gesprochen werden kann. Anhaltende Stürme, die während des Monats Januar über fast dem gesamten Alpengebiet herrschten, hatten den Schnee auch im hintersten Winkel zu Marmorplatten verwandelt. Wir werden zu frühzeitigem Skidepot genötigt und haben ein viel zu langes Gratstück zu Fuss zu bewältigen.

Auf dem Monte Foscagno erhalten wir den gesuchten Einblick in die Violagruppe und finden unsere Annahme, dort dankbare Winterbesteigungen ausführen zu können, nur insofern bestätigt, als sich tatsächlich eine ganze Anzahl von Bergen zeigt, die bei guten Schneeverhältnissen leicht zu erreichen wären. Bei der vorherrschenden ganz ungewöhnlichen Schneebeschaf- fenheit werden wir aber nirgends, auch nicht zum bescheidensten Skigenuss kommen. Schon auf der folgenden ersten Abfahrt, welche zwar durch ein nordostwärts gerichtetes Tälchen führt und Pulverschnee aufweist, werden wir durch pausenlose Inanspruchnahme der Beine derart mitgenommen, dass uns die Lust auf weitere Unternehmungen stark herabgesetzt wird. Trotzdem nehmen wir schon am nächsten Tag den zweiten Gipfel in Angriff.

Cima di Piazzi, 3439 m Wie vor zehn Jahren kommt auch diesmal nur ein Aufstieg durch den Piazzigletscher in Frage, obschon uns bekannt ist, dass der Gipfel vom Passo di Verva von Süden her leichter zu erreichen wäre. Der zeitraubenden Überwindung des untersten Bollwerks, der steilen Waldpartie in der Val Viola, wollen wir aber aus dem Weg gehen. Wir stossen ein gutes Stück in der Val Verva empor, steigen dann auf einen vollständig ausgeaperten Hang ostwärts in einen Sattel am Ende des langen von der Cima di Piazzi nordwestwärts herabkommenden Felsgrates, aus welchem wir ohne Schwierigkeiten und mit Zeitgewinn in die hinterste Talmulde der Valle di Cardonné gelangen können. Dieser Zeitvorsprung sollte jedoch bald verloren gehen. Der Zustand des Gletschers ist sehr schlecht. Die Oberfläche ist steinhart und so zugerichtet, dass das Steigen zu einer unerhörten Beanspruchung der Fussknöchel führt. An jener Stelle, wo wir letztes Mal Rast hielten, müssen wir die Ski zurücklassen. Während wir vor zehn Jahren bis wenige Meter unter den Gipfel spuren konnten, steht uns jetzt eine mühselige Stufenarbeit bevor. Nach zweieinhalbstündiger Hackerei treffen uns wenige Schritte unter dem höchsten Punkt die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Das klare Wetter und die prächtige Rundsicht lassen während einer knappen Stunde alle Mühsal vergessen.

Was uns den ersten Besuch der Cima di Piazzi so unvergesslich gestaltete, eine nicht zu übertreffende Abfahrt im Pulverschnee, wird diesmal zur halsbrecherischen Tortur. Mit den Stöcken in der Luft herumfuchtelnd fahren wir auf dem übel zugerichteten Gletscher hin und her und erreichen bald eine Virtuosität in Spitzkehren. Nach erfolgter Gegensteigung auf den Gratrücken, den wir um 17 Uhr überschreiten, folgt der Fussabstieg in die Val Verva und als letzte Prüfung die Ausfahrt in die Val Viola. Nach etwas mehr als zwölfstündiger Abwesenheit kehren wir ziemlich mitgenommen zum Albergo zurück.

Cima Lago Spalmo, 3299 m ~ Pizzo di Dosdé, 3280 m Nach drei Ruhetagen, von denen wir den ersten nach der strengen Tour auf die Cima di Piazzi gern genug selbst einschalteten und dann durch vorübergehendes Schlechtwetter zwei weitere dazu aufgebrummt bekamen, sind wir trotz den üblen Erfahrungen mit dem Schnee bereit, die Erkundung in der eigentlichen Violagruppe aufzunehmen.

Mit grossen Plänen ( es schwebt uns wieder einmal eine klassische Vier-gipfeltour vor Augen ) brechen wir eine Stunde früher als sonst auf und erreichen in zwei Stunden den Eingang der Val Cantone di Dosdé. Dieses erste südliche Seitental der Val Viola erschliesst uns eine Anzahl von Bergen, die sich, einer wuchtiger als der andere, im Halbkreis um die Talgabelung gruppieren.

Fürs erste lockt uns die östliche Hälfte. Der Einstieg in das nach links führende Seitental stellt uns in Form eines durch Schmelzwasser gebildeten Eiswulstes bereits ein zeitraubendes Hindernis. Weiter oben breitet sich ein schöner Gletscher aus, der bei guten Schneeverhältnissen leicht zu spuren wäre. Wir plagen uns so weit als möglich gegen die Gratlücke empor, werden aber auch hier, wie an der Piazzi, viel zu weit unten zum Skidepot gezwungen. Da wir die Steigeisen als überflüssig zu Hause liessen, bleibt uns jetzt eine langwierige Hackarbeit nicht erspart. In normalen Wintern kann der Gipfel der Cima Lago Spalmo mit Ski erreicht werden. Die Gratfelsen, denen wir zu folgen gedachten, erweisen sich unter einer dünnen Schneeschicht als zu gefährlich. So werden wir neuerdings in die Firnflanke gedrängt und erreichen den Grat über den felsigen Absatz. Von dort geht es langsam besser voran, so dass wir nach knapp sechseinhalb Stunden unsern ersten Gipfelpunkt von heute betreten.

Leider hat sich inzwischen das Wetter verschlechtert. Aus einem Glanztag ist ein Tag geworden, der alle Überraschungen bringen kann. Die Aussichten auf unsere Viergipfelfahrt sind merklich geschwunden. Wir dürfen froh sein, wenn uns noch ein zweiter Gipfel gelingt. Den Sasso di Conca und die felsige Punta Sassi Rossi geben wir auf und richten unser Augenmerk auf den Pizzo di Dosdé. So abweisend sich dieser von Norden zeigt, so leicht scheint er sich von Süden zu geben. Wäre der Spalmogletscher einigermassen fahrbar, so wären wir im Augenblick an der Gegensteigung. Heute ist die Abfahrt ermüdender als der Aufstieg. Unter der Punta Sassi Rossi querend können wir immerhin noch weit hinauf die Ski benützen. Nur ungern lassen wir sie am Gipfelstock zurück, denn dieser Schlusshang wäre ein besonderer Leckerbissen. Kurz vor 3 Uhr nachmittags stehen wir auf dem Pizzo di Dosdé und blicken auf das mehr als 1400 m tiefer liegende Arnoga hinab.

Sowohl die Cima Lago Spalmo wie der Pizzo di Dosdé sind unter normalen, sicheren Verhältnissen als überaus rassige Skiberge anzusehen. Dass wir heute nicht in den Genuss einer rechten Abfahrt kommen würden, wussten wir zum voraus. Auf dem ganzen Rückweg überfällt uns immer wieder schweres Bedauern, solch günstiges Skigelände nicht ausnützen zu können. Um so zufriedener dürfen wir mit dem Resultat sein, zwei der schönsten Violagipfel kennen gelernt zu haben.

Cima Viola, 3384 m Unter der fürsorglichen Obhut von Signor Guaiti und bei wohltuender Faulenzerei haben wir einen Ruhetag verbracht. Heute wollen wir die westliche Hälfte der Violagruppe erforschen. Die Ski haben wir von unserer letzten Tour her eine halbe Stunde weit hinten im Tal gelassen und nehmen sie, da wir uns einmal auf winterlichen Skifahrten befinden, mit, obschon sich die Touren auch zu Fuss machen liessen. Diesmal halten wir uns an den Hauptast der Val Cantone di Dosdé, der zuerst mässig ansteigend südöstlich gegen Cima di Saoseo führt. Nachdem wir über ein wüstes Geröllfeld soweit vorgedrungen sind, um den innersten Kessel an der Cima Viola einsehen zu können, müssen wir feststellen, dass die geplante Skiroute durch die Westflanke aufgegeben werden muss. Die einzige Stelle, wo ein Durchbruch möglich wäre, glänzt im grünen Blankeis. Es verbleibt uns nur der Anstieg vom Passo di Dosdé.

Auch hier bleiben die Ski leider lange bevor wir die Passhöhe erreichen zurück. Ein Stück weit bedienen wir uns eines gegen Süden abfallenden Firnfeldes, wechseln dann auf den Grat, wo wir trockene, leicht kletterbare Felsen finden und rasch Höhe gewinnen. Doch sieh, die ungetrübte Freude ward keinem Irdischen zuteil: gerade als ob uns nur noch dies gefehlt hätte, fällt uns eine wütende, empfindlich kalte Bise an und wird bis zum Gipfel unser ständiger Begleiter! Ein Zwischenstück von etwa 150 Metern muss im Blankeis gehackt werden. Die letzte Partie führt über einen Blockgrat, auf dem wir einzig darauf bedacht sein müssen, nicht in die steil abstürzende Südflanke hinab geweht zu werden.

Trotz des wolkenlosen Glanztages vermag bei dieser Kälte keine fröhliche Gipfelstimmung aufzukommen, und auch die Betrachtung der Rundsicht wird auf das Nötige herabgesetzt. Am meisten Aufmerksamkeit schenken wir der Cima di Saoseo und dem Corno di Dosdé, deren Anstiegsrouten genau eingesehen werden können.Am Passo di Dosdé, bei der halbverfallenen Hütte des italienischen Alpenklubs, spielen wir eine Stunde später zum letztenmal mit dem Gedanken, die Cima di Saoseo noch heute « mitzunehmen ». In Anbetracht der miserabeln Schneeverhältnisse treten wir jedoch lieber jetzt schon den Heimweg an und tun gut daran, denn auch die heutige Fahrt endet erst nach 13 Stunden.

Cima di Saoseo, 3267 m — Corno di Dosdé, 3232 m Wieder ist ein Ruhetag vergangen, den wir damit verbrachten, an der Sonne zu liegen und den ganzen Tag zu den Violagipfeln hinauf zu schauen. Die uns noch fehlenden Berge der Gruppe wollen wir heute « unter Dach bringen ».

In guter Zeit erreichen wir die hinterste Talmulde in der Val Cantone di Dosdé, wo wir der Krampferei überdrüssig die Ski deponieren und den langen Gletscherweg durch die Ostflanke der Cima di Saoseo zu Fuss in Angriff nehmen. Während an der Cima Viola auch in normalen Wintern die Ski ziemlich weit unten zurückgelassen werden müssen, könnte man sich ihrer hier wieder bis zum Gipfel bedienen.

Wir haben Glanzwetter. Auch der bissige Wind von gestern hat sich gelegt, so dass wir uns der Sonne erfreuen können. Der letzte Teil des Aufstiegs führt der Schweizer Grenze entlang. Der Gipfel beschert uns denn auch mit einem prächtigen Ausblick in die Valle di Campo, gegen den Berninapass und die umliegenden Berge. Mit Schrecken müssen wir sehen, dass es in der Valle di Campo und in den jenseits ansteigenden Seitentälchen sozusagen keinen Schnee hat. Unser Plan, eine dritte Woche in jenen Bergen zu verbringen, muss aufgegeben werden.

Da wir auch noch dem Corno di Dosdé einen Besuch abstatten wollen, müssen wir aufbrechen. Als Skifahrer wäre man bald am Einstieg zum Corno. Zu Fuss geht es langsamer und teilweise nur unter bösem Einsinken. Es ist gerade Mittag, wie wir uns an die Besteigung des zweiten Gipfels des Tages heranmachen. Der Firn ist wenigstens so aufgeweicht, dass im unteren Teil die Stufenarbeit wegfällt. Weiter oben halten wir uns mehr an die Felsen, werden aber bald wieder in ein Couloir gedrängt, welches wir schon von der Cima Viola aus als wahrscheinlichen Aufstiegsweg auserkoren hatten. Leider verfolgen wir es zu weit hinauf und können dort den Ausstieg nicht erzwingen. Abstieg und Gegenanstieg kosten uns fast eine halbe Stunde. Der senkrechten Schlusswand nach rechts ausweichend, erreichen wir schliesslich den horizontal verlaufenden Gipfelgrat.

Der Tiefblick auf den Violapass ist neben dem Ausblick in das lang hingezogene Tal das Imponierendste. Obschon auch auf der gegenüberliegenden Talseite keine besseren Schneeverhältnisse zu finden sein werden, studieren wir von hier aus die Anstiege zu den Gipfeln der Val Cantone, wie Pizzo Confine, Monte Valnera, Corno di Capra und Pizzo Zembrasca.

Die Zeit mahnt. In unserer Stufenleiter kommen wir rasch hinunter und sind kurz vor 4 Uhr wieder bei unserem Skidepot. Aber selbst nach achtstündiger Trennung freuen wir uns gar nicht darauf, jetzt wieder die Ski anschnallen zu dürfen. Die Abfahrt, die gar keine Abfahrt ist, hat heute einzig das Erfreuliche: wir haben die Gewissheit, für diesmal nicht mehr in dieses Tal ansteigen zu müssen.

Pizzo Zembrasca, 3095 m Obschon wir über die Schneeverhältnisse am Passo di Viola im klaren sind, raffen wir uns nochmals auf, um wenigstens einen oder zwei der das Tal nördlich begrenzenden Berge noch kennen zu lernen. Von der Alp Dosdé geht es diesmal gerade vorwärts gegen den Pass. Beim Lago Val Viola, in dessen Nähe eine verfallene Kaserne steht, schwenken wir nordwärts in das Seitental ab, stecken bald nachher verärgert die Ski ein und streben zu Fuss unserem Gipfel entgegen. Er wird in fünf Stunden bezwungen. Wäre das Wetter besser, würden wir auch noch den in der Nähe stehenden Corno di Capra besuchen, doch heute müssen wir uns mit dem Erreichten zufrieden geben. Ein andermal, unter günstigeren Voraussetzungen, werden wir auch die Abfahrten des Monte Valnera und des Pizzo Filone nachholen.

Heute hätten wir die Ski ganz gut zu Hause lassen können. Selbst in den Hängen gegen den Passo di Viola hinab entledigen wir uns ihrer mehrmals, da wir zu Fuss müheloser und vor allem gefahrloser abwärts kommen. Wir turnen zwischen Eisblattern und Felsblöcken behutsam zu Tal und sind froh, dort wenigstens auf kurzen Strecken unserer alten Spur folgen zu können. Bei leichtem Schneegeriesel kehren wir am Frühnachmittag nach Arnoga zurück.

Da unsere Hoffnung auf ein wenig Neuschnee nicht in Erfüllung geht, treten wir ein paar Tage später die Heimfahrt an. Nur mit Mühe geht es bis Semogo noch mit dem Schlitten, von dort führt uns ein Camion nach Bormio hinab, wo wir halb durchfroren den Pullmanwagen besteigen, der uns in die wärmeren Gefilde von Tirano zurückbringt.

Auf der Heimfahrt über den Berninapass dürfen wir tröstend feststellen, dass auch auf der Schweizer Seite nicht mehr Schnee liegt. Aber wenn wir von der Berninabahn aus in die Berge der Valle di Campo hinauf blicken und dort die Cima di Saoseo erspähen, dann will uns trotz allem Missgeschick mit den Schneeverhältnissen scheinen, dass wir ein schönes Gebiet kennenlernten, in das wir wieder einmal zurückkehren werden.

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