Wo sind die starken Frauen?

Zum Artikel «Der Gipfel der Gleichstellung», «Die Alpen» 07/2017

Wie kann es sein, dass ein Artikel mit diesem Titel kein einziges Beispiel behandelt, in dem die Frau die stärkere Partnerin ist am Berg? Klar, es gibt viele bergbegeisterte Männer mit weniger erfahrenen Freundinnen, bestimmt ­einige mehr als andersrum. Vor allem unter diesem Titel hätte ich mir jedoch mehr Beachtung der Geschlechterrollen gewünscht. Ein Beispiel, in dem die Frau die Bergbesessene ist und der Mann damit irgendwie klarkommen muss. Meiner Meinung nach prägen wir mit solchen Ungleichgewichten das Frauenbild der schwachen, langsamen und geniesserischen Frau im Gegensatz zum starken, ehrgeizigen und egoistischen Mann. Das ist weder fair noch widerspiegelt es die Realität. Und es hilft den sportlichen und bergbegeisterten ­Frauen nicht, Vorbilder dafür zu finden, wie sie als Frauen ihrer Leidenschaft voll und ganz nachgehen können. Das egoistische «In-die-Berge-Rennen» verzeiht man meines Erachtens den Männern nämlich eher, denn es ist als Mann legitimer, egoistisch zu sein und sein eigenes Ding zu drehen, als als Frau. Diese soll ja eben sozial und fürsorglich sein …

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